Unrast von Olga Tokarczuk. Die ganze Welt in einem Roman

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Noch nie wurde so viel gereist wie heute. Und doch ist die Sehnsucht, sich in der Welt zu verlieren, nicht gestillt, hat sich das Reisen trotz Massentourismus eine eigene Poesie bewahrt:

Unrast
von Olga Tokarczuk
Aus dem Polnischen von Esther Kinsky
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Originaltitel: Bieguni
Kampa Verlag
(11. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3311100126
Gebundenes Buch 24,00 EUR
E-Book 18,99 EUR

zur Verlagsinformation
Unrast von Olga Tokarczuk

Buchzitat: Aber was heißt es,

in dieser rasenden und zunehmend vernetzten Welt ein Wanderer, ein Körper in Bewegung zu sein?

Was heißt es,

nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen?

Unrast ist eine Wundertüte voller Geschichten, Mythen, Lebensbekenntnisse, Notizen und Gedanken über das Reisen und die Verbindung zwischen Seele und Körper, über Leben und Tod, Bewegung und Sein, Entwurzelung und Migration.

Da ist die Ich-Erzählerin, die unentwegt auf Wanderschaft ist, zu Fuß, im Auto, im Flugzeug oder gar in Gedanken.

Oder Eryk, den es als Fährmann in den hohen Norden verschlagen hat und der irgendwann mit seinen verdutzten Passagieren Kurs aufs offene Meer nimmt.

Da ist der junge Mann, der langsam dem Wahnsinn verfällt, als seine Frau und sein Kind während eines Urlaubs plötzlich verschwinden, um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen.

Und schließlich Chopins Schwester, die ihren Bruder abgöttisch geliebt hat und nun sein Herz auf eine allerletzte Reise nach Warschau begleitet.

Unrast ist ein Potpourri unterschiedlichster Geschichten, die aber, wie der Leser bald ahnt, einem geheimen Fahrplan folgen und eine gemeinsame Destination haben.

Olga Tokarczuk, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Sie zählt zu den bedeutendsten europäischen Autorinnen der Gegenwart. Ihr Werk (bislang neun Romane und drei Erzählbände) wurde in 37 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Für »Die Jakobsbücher«, in Polen ein Bestseller, wurde sie 2015 (zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn) mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis, ausgezeichnet und 2018 mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis.

Im selben Jahr gewann sie außerdem den Man Booker International Prize für »Unrast« (im Frühjahr 2019 im Kampa Verlag erschienen), für den sie auch 2019 wieder nominiert war:

Ihr Roman »Der Gesang der Fledermäuse« (im Kampa Verlag in Vorbereitung, wie alle ihre älteren Bücher) stand auf der Shortlist. Zum Schreiben zieht Olga Tokarczuk sich in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.

 

Hinweis: Nach »Unrast« erscheint am 1. Oktober 2019 mit »Die Jakobsbücher« das zweite Buch von Olga Tokarczuk im Kampa Verlag.

Olga Tokarczuk: »Die Jakobsbücher«

»Manchmal erkenne ich Orte an ihrem Licht. Ich glaube, die Frage des Lichts ist die wichtigste Frage auf dieser Welt.«

Olga Tokarczuk erzählt im Videoporträt, wie der Schreibprozess ihr ganzes Leben durchzieht. Sie spricht über Licht und Schatten, Neugierde und Beweglichkeit, Schmerz und menschliche Beziehungen. Sie glaubt an die Kraft der Bücher als – vielleicht wichtigstes – Kommunikationsmittel der Menschen.

Ein Grund von vielen, ihre Bücher zu lesen, ausgezeichnet unter anderem mit dem Man Booker International Prize, dem Jan Michalski Literaturpreis und dem Nike-Preis.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann
Musik: Tom Hessler

Vintagebuch Info: Die Jakobsbücher von Olga Tokarczuk

Olga Tokarczuk Werk im Kampa Verlag:
UnrastGesang der Fledermäuse, Letzte Geschichten,
Taghaus Nachthaus, Der Schrank, Ur und andere Zeiten