Ungewöhnliche Todesfälle in der Antike, ca. 620 v. Chr. bis 415 n. Chr. von Drakon bis Hypatia

Ungewöhnliche Todesfälle in der Antike, ca. 620 v. Chr. bis 415 n. Chr. von Drakon bis Hypatia

Die Liste ungewöhnlicher Todesfälle behandelt einmalige oder sehr seltene Todesumstände, die sich im Laufe der Geschichte ereigneten und die von mehreren Quellen als ungewöhnlich bezeichnet wurden.

Die Auflistung erfolgt chronologisch. Einige der Todesfälle sind mythologischen Ursprungs oder nicht durch zeitgenössische Berichte belegt.

ca. 620 v. Chr.: Drakon, athenischer Gesetzesreformer, erstickte unter einem Berg von Mänteln und Hüten, die von dankbaren Bürgern in einem Theater auf Ägina auf ihn geworfen worden waren.

564 v. Chr.: Arrhichion von Phigalia, griechischer Pankratiast, starb bei den Olympischen Spielen. Während eines Kampfes war er beinahe schon besiegt, da sich sein Kopf in einer Beinschere seines Kontrahenten befand.

Er wollte jedoch nicht aufgeben, daher brach er mit letzter Kraft die Zehen seines Gegners. Dieser gab daraufhin zuerst auf. Im selben Moment erstickte Arrhichion allerdings. So wurde Arrhichion posthum zum Sieger erklärt.

455 v. Chr.: Aeschylus, der große griechische Tragödiendichter. Valerius Maximus schrieb, dass ihn eine Schildkröte erschlug, die von einem Greifvogel fallen gelassen worden war.

Der Vogel verwechselte angeblich den Kopf des Aeschylus mit einem Fels und benutzte ihn zum Aufbrechen des Schildkrötenpanzers. Plinius der Ältere fügt in seiner Naturalis Historiæ hinzu, dass sich Aeschylus im Freien aufhielt, weil eine Prophezeiung ihn vor herabfallenden Gegenständen gewarnt hatte.

270 v. Chr.: Philetas, ein griechischer Gelehrter. Nach einem Bericht von Athenaios beschäftigte er sich dermaßen intensiv mit seinem Studium der Debattierkunst, dass er verhungerte.

Der britische Philologe Alan Cameron vermutet, dass Philitas an einer auszehrenden Krankheit litt, welche seine Zeitgenossen damals seiner Pedanterie zuschrieben.

210 v. Chr.: Qin Shihuangdi, der erste Kaiser von China, starb durch die Einnahme von Quecksilberpillen in dem Glauben, diese würden ihm Unsterblichkeit verleihen. Kanzler Li Si und Obereunuch Zhao Gao vertuschten den Tod des Kaisers zwei Monate lang, um die Thronfolge beeinflussen zu können. Den Verwesungsgeruch übertünchten sie mit verfaultem und getrocknetem Fisch.

Qin Shihuangdi wurde schließlich in einem riesigen Mausoleum beigesetzt, welches heute immer noch nicht vollständig freigelegt wurde. Darin wurden auch all jene Konkubinen eingemauert, die ihm keine Kinder geboren hatten. Zu den Grabbeigaben gehörte unter anderem die berühmte Terrakotta-Armee.

206 v. Chr.: Laut antiker Darstellung starb der Philosoph Chrysippos von Soloi an einem Lachanfall. Der Stoiker sah, wie ein Esel seine Feigen fraß, und trug einem Sklaven auf, dem Esel Wein zu geben, um die Feigen damit hinunterzuspülen. Dies fand er angeblich so witzig, dass er sich im wahrsten Sinne des Wortes darüber totlachte.

258 n. Chr.: Der Diakon Laurentius von Rom wurde bei lebendigem Leibe auf einem großen Gitterrost gegrillt. Dies geschah im Zuge der Christenverfolgung des römischen Kaisers Valerian.

Der Dichter Prudentius schreibt, dass Laurentius mit den Folterknechten scherzte: „Lasst mich wenden! Auf der einen Seite bin ich jetzt durch!“. Der Heilige wird mit seinem Folterwerkzeug, dem Rost, dargestellt; heute ist er der Schutzpatron der Köche und der Feuerwehrleute.

336 n. Chr.: Arius, Presbyter von Alexandria, starb angeblich an akutem Durchfall, gefolgt von schweren Blutungen und der Ausscheidung seiner Eingeweide, während er über das Kaiserforum in Konstantinopel ging. Er wurde wahrscheinlich vergiftet.

415 n. Chr.: Hypatia von Alexandria war eine griechische Mathematikerin, Astronomin und Philosophin und wurde oft als letzte Bibliothekarin der Bibliothek von Alexandria bezeichnet, obwohl diese bereits lange zuvor zerstört worden war.

Hypathia wurde von einer Schar christlicher Fanatiker ermordet, die sie mit scharfen Muschelschalen häuteten (je nach Quelle wurden auch Dachziegeln oder Tonscherben benutzt).
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Buchcover: “Graeca non leguntur”?: Zu den Ursprüngen des europäischen Rechts im antiken Griechenland. Band II: Archaische Grundlagen Teil 1 (Englisch) von Heinz Barta
Gebundene Ausgabe: 766 Seiten
Verlag: Harrassowitz, O; Auflage: 1 (1. Februar 2012)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 3447062789
ISBN-13: 978-3447062787
Buchinfo

Die vier Bände sind das Ergebnis langjähriger Beschäftigung mit den antiken Griechen und ihrem rechtshistorischen Umfeld. Es geht dabei um die Frage, ob die weit verbreitete Auffassung zutreffe, dass Europas rechtliche Wurzeln ausschließlich in der römischen Antike zu suchen seien – ein Eindruck, den nicht zuletzt auch die Wissenschaft vermittelt.

Ganz im Gegenteil zu dieser bisher vorherrschenden Meinung gelingt es Heinz Barta nachzuweisen, dass vieles, was bislang als römisch galt, in Wirklichkeit aus dem antiken Griechenland und bei genauerem Hinsehen zum Teil auch aus dem Alten Orient stammt:

Band I bietet eine allgemeine Einleitung und entwickelt historische Perspektiven. Band II befasst sich mit Drakon und Solon als Gesetzgebern und Rechtsdenkern. Band III geht auf den kulturellen Gesamtkontext ein und behandelt die insbesondere für das griechische Rechtsdenken wichtigen Gebiete der Dichtung (Aischylos und Euripides) und Geschichtsschreibung (Thukydides) sowie die frühe juristische Professionalisierung in Griechenland. Band IV widmet sich den Denkern Platon, Aristoteles und Theophrast, geht Fragen des Rechts, der Religion und der Gerechtigkeit in frühen Gesellschaften nach und wagt schließlich einen Ausblick in Gegenwart und Zukunft.

Das Werk zielt auf Interdisziplinarität und will Brücken zur Alten Geschichte, Altorientalistik, Ägyptologie, Archäologie, Altphilologie, Religionswissenschaft, Rechtsphilosophie, -soziologie und -anthropologie schlagen.

Antike, Tod, Todesfall, Todesumstand