UNESCO stuft vier Traditionen und Kulturformen als bedroht ein. Botswana: Seperu-Volkstanz. Kenia: Kit Mikayi-Schrein. Mauritius: Sega tambour Chagos und Dankestradition Buklog der Subanen

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UNESCO stuft vier Traditionen und Kulturformen als bedroht ein. Zwischenstaatlicher Ausschuss berät in Kolumbien über Immaterielles Kulturerbe der Menschheit.

Der UNESCO-Ausschuss für das Immaterielle Kulturerbe hat am Dienstag auf seiner diesjährigen Sitzung vier traditionelle Fertigkeiten und Kulturformen als dringend erhaltungsbedürftig eingestuft. Darunter sind die Dankestradition Buklog der Subanen auf den Philippinen und der Seperu-Volkstanz in Botswana.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss berät derzeit über die Aufnahme von lebendigen Traditionen, Bräuchen und Handwerkstechniken in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Das Gremium tagt noch bis zum 14. Dezember in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá.

In die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes wurden aufgenommen:

Botswana: Seperu-Volkstanz und damit verbundene Praktiken

Seperu-Volkstanz und damit verbundene Praktiken (Botswana)

Der Seperu-Volkstanz und die damit verbundenen Praktiken umfassen Singen und Tanzen sowie heilige Rituale. Die Tradition wird von Mitgliedern der ethnischen Gruppe der Veekuhane zu wichtigen Lebensereignissen, wie zum Beispiel bei einer Hochzeit, praktiziert.

Der Tanz wird in Gruppen aus Frauen und Männern getanzt und zeichnet sich durch charakteristische Kleidung und spezielle Bewegungen der Beinen und Hüften aus. Probleme von Überalterung und Migration sowie moderne Formen von Hochzeiten bedrohen die Tradition in ihrem Bestand.

Video: Seperu folkdance and associated practices

Zitat: The Seperu folk dance and associated practices involve singing, dancing and sacred rituals performed by Veekuhane community members. The formation is based on a horseshoe line of female dancers, with male dancers at the end. Wearing a multi-layered dress (‘mushishi’), the selected female dancer shows off her dancing skills by imitating a peacock tail with her dress while others imitate dove sounds.

Despite being a key identity symbol for the Veehukane, the practice is threatened by numerous factors such as modernization, conflicting school curricula, and greatly diminished numbers of active practitioners.
Country(ies): Botswana
© Cowhorn Production and Veekuhane, 2018

Kenia: Rituale und Praktiken in Bezug auf den Kit Mikayi-Schrein

Rituale und Praktiken in Bezug auf den Kit Mikayi-Schrein (Kenia)

Der Kit Mikayi-Schrein ist eine Felsformation in der Nähe des Victoria-Sees und ein heiliger Ort für die Volksgruppe der Luo. Die Luo nutzen den Schrein für verschiedene Rituale, wie zum Beispiel die Beschwörung von Regen oder das Schließen von Gelübden.

Die von Ältesten der Luo an diesem heiligen Ort durchgeführten Rituale sind durch ihre seltenere Ausführung, Begleiterscheinungen von Modernisierungen und Schäden an der Natur.

Video: Rituals and practices associated with Kit Mikayi shrine

Zitat: The rituals and practices associated with Kit Mikayi Shrine concern the Luos of western Kenya. People access the shrine for many reasons, including for prayers, oaths and associated rituals. During times of catastrophe, Luo elders would conduct rituals there – such as slaughtering animals, dancing and singing – leading to bounty harvests and rain.

For generations, the community has relied on the Shrine as a sacred site. However, the element is now threatened by several factors including encroachment upon the surrounding spaces, ageing practitioners and decreased frequency.
Country(ies): Kenya
© Department of Culture, Kenya, 2018

Mauritius: Sega tambour Chagos

Sega tambour Chagos (Mauritius)

Sega tambour Chagos ist eine Musiktradition des Chagos-Archipels im Indischen Ozean. Im Zentrum steht das Instrument Tambour. Die Tradition prägt die Identität und die sozialen Beziehungen der Bevölkerung.

Die Kulturform ist bedroht, da sie bei der Jugend zusehends weniger Anklang findet als andere Musikformen. Auch Armut und Landflucht tragen zu der Bedrohung bei.

Video: The Good Life Radio x Sensual Musique • 24/7 Live Radio
Chillout / Study / Relax / Happy Music

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Philippinen: Die Dankestradition Buklog der Subanen

Die Dankestradition Buklog der Subanen (Philippinen)

Buklug besteht aus verschiedenen Ritualen und Festen, die die Dankbarkeit des indigenen Volksstamms der Subanen gegenüber Geistern und ihre Wertschätzung des Zusammenlebens in der Gemeinschaft ausdrücken. Unter anderem bauen die Subanen eine Plattform aus Holz, deren Boden sich flexibel auf und ab bewegen kann.

Auf dieser werden verschiedene Gruppentänze ausgeführt. Ein Holzstab, der mit dem flexiblen Boden verbunden ist, schlägt dabei immer wieder auf das Holz und erzeugt einen charakteristischen Ton. Die Tradition sieht sich verschiedenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren ausgesetzt, die sie in ihrem Bestand gefährden.

Video: Buklog, thanksgiving ritual system of the Subanen

Zitat: Buklog is an elaborate thanksgiving ritual system of the Subanen, involving several rituals. The ritual system is conducted to express gratitude to the spirits, ensuring harmony among community members and the human, natural and spiritual worlds.

Rituals including dancing on an elevated wooden structure called the ‘Buklog’, which resonates with a sound believed to please the spirits, followed by a community dance to mark the renewal of relationships in the community. Though the Subanen have developed highly adaptive mechanisms to safeguard it, Buklog faces several severe interrelated threats and constraints that compromise its viability.
Country(ies): Philippines
© National Commission for Culture and the Arts of the Philippines, 2018

Hintergrund

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 178 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. Dazu gehören bereits der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin (TCM), Reggae aus Jamaika und der Blaudruck in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen auf die UNESCO-Listen. Bisher sind 429 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste eingetragen, 63 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 20 gute Praxisbeispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes.

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Traditionen und Bräuche.
Nach der Konvention der UNESCO
(KUNTH Bildbände/Illustrierte Bücher)
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Kunth Verlag
(16. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3955048945
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Buchzitat: Tanz, Theater, Musik oder Sprache, Handwerkskünste oder Bräuche, Feste und Rituale – Immaterielles Kulturerbe wird von traditionellem Wissen und erfahrungsbasiertem Können getragen und es prägt die kulturelle Identität sowie das gesellschaftliche Zusammenleben.

Diese Ausdrucksformen wertzuschätzen, zu pflegen und zu fördern ist das Ziel des UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes. Das Buch stellt eine Auswahl dieser beeindruckenden Traditionen und Bräuche aus aller Welt in Wort und Bild vor.