Neue Stätte auf UNESCO-Welterbeliste: Augsburger Wasser-Management-System, Deutschland

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Das Wassermanagement-System der Stadt Augsburg wurde in mehreren Phasen seit dem 13. Jahrhundert entwickelt.

Es umfasst ein Kanalsystem, Wassertürme mit Pumpwerken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, eine ehemals durch Wasser gekühlte Stadtmetzgerei, drei Prachtbrunnen sowie Wasserkraftwerke, die auch heute noch nachhaltig Strom erzeugen.

 

Die aus diesem Wasserwirtschaftssystem entstandenen technologischen Innovationen machen die Stadt Augsburg bis heute zu einem Vorreiter des Wasserbaus.

 

Historische Wasserwirtschaft und Wasserkunst in Augsburg
Kanallandschaft, Wassertürme, Brunnenkunst und Wasserkraft
von der Stadt Augsburg, Martin Kluger
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
context verlag Augsburg
ISBN-13: 978-3939645504
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Buchzitat: Der Augsburger Martin Kluger, Jahrgang 1957, befasst sich seit etlichen Jahren intensiv mit Städte- und Kulturtourismus. Seit dem Jahr 2003 entstanden u.a. mehrere Stadtführer (Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Donauwörth) sowie Führer zu Reisezielen entlang der Deutschen Donau oder im bayerischen Schwaben.

Mehrere Kulturreiseführer leiten zu den Sehenswürdigkeiten und zur Geschichte der Fugger und der Mozarts. Kluger konzipierte außerdem das „Fuggereimuseum“ (2006) und den „Weltkriegsbunker in der Fuggerei“ (2008) in der ältesten Sozialsiedlung der Welt, er war darüber hinaus an der Planung und Gestaltung des „Lechmuseums Bayern“ in Langweid (2008) beteiligt.

Zusammen mit dem Neusässer Fotografen Wolfgang B. Kleiner verfasste er den Bildband „AUGSBURG. 2000 Jahre in Bildern“. Im Herbst 2008 ist der Bildband „Welterbe Regensburg. Zwei Jahrtausende in Bildern“ erschienen. Ende 2009 erschien der gemeinsam gestaltete Bildband “Bad Hindelang im Allgäu”.

 

 

6. Juli 2019
Augsburger Wassermanagement-System in UNESCO-Welterbeliste aufgenommen
Innovationszentrum des Wasserbaus als 46. Welterbestätten in Deutschland anerkannt.

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute das Augsburger Wassermanagement-System in die Welterbeliste aufgenommen. Die Stadt zwischen den Flüssen Lech und Wertach entwickelte sich über acht Jahrhunderte zu einem Innovationszentrum des Wasserbaus und der Wasserkraft, was sich in zahlreichen Architektur- und Technikdenkmälern widerspiegelt.

Das Augsburger Wassermanagement-System ist die 46. UNESCO-Welterbestätte in Deutschland. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 10. Juli in Aserbaidschans Hauptstadt Baku.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCO“, erklärt Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt.

„Mit diesem Eintrag in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt werden nicht nur die Wasserbau- und Brunnenkunst als ingenieurtechnische beziehungsweise künstlerische Leistung gewürdigt, sondern auch der nachhaltige Umgang mit unserer wertvollsten Ressource seit über 700 Jahren“, so die Staatsministerin. „Das zeigt einmal mehr den engen Zusammenhang von Kultur und Nachhaltigkeit als Teil unseres Lebensraumes.“

„Im Augsburger Wassermanagement-System spiegeln sich viele Jahrhunderte Erfindergeist“, betont Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. „Hier wurde mehr als einmal Technikgeschichte geschrieben. Noch lange bevor die Medizin belegen konnte, wie wichtig Hygiene für unsere Gesundheit ist, gab es in Augsburg seit 1545 eine strikte Trennung von Brauch- und Trinkwasser.

Der wirtschaftliche Motor Augsburgs wurde vom Wasser angetrieben“, so Böhmer weiter. „Die Innovationskraft des Wasserbaus prägt das Gesicht der Stadt bis heute. Wassertürme und Kanäle, Kraftwerke und Prachtbrunnen zeugen vom Reichtum, der mit dem Wasser in die Stadt kam. Ich freue mich, dass das Welterbekomitee dieses herausragende Ensemble zum Welterbe erklärt hat.“

Das Augsburger Wassermanagement-System wurde seit dem 13. Jahrhundert in mehreren Phasen entwickelt und zeugt vom beispielhaften Umgang mit der Ressource Wasser. Die Bereitstellung von hochreinem Trinkwasser und die wirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft legten den Grundstein für das kontinuierliche Wachstum und den Wohlstand der Stadt seit dem Mittelalter.

Das ausgeklügelte, mehr als 200 Kilometer lange Kanalsystem der Stadt ist das Rückgrat des Augsburger Wassermanagements und verbindet seine verschiedenen Teile miteinander. Durch seine kontinuierliche Nutzung und stetige Erweiterung prägte das Augsburger Wassermanagement-System die Wasserkunst der Renaissance und die technologischen Entwicklungen der Industriellen Revolution entscheidend mit.

Insgesamt 22 Objekte der Technik, Industriearchäologie, Architektur und bildenden Kunst zählen zu der neuen Welterbestätte. Dazu gehören mittelalterliche Kanäle und Wasserwerke aus der frühen Neuzeit ebenso wie drei Renaissance-Brunnen und der sogenannte Eiskanal.

Er wurde für die Olympischen Spiele 1972 errichtet und dient bis heute Kanuten als Trainingsstätte. 530 kleine und große Brücken führen über Bäche und Kanäle der Stadt – damit zählt Augsburg mehr Brücken als Venedig.

 

Neue Stätte auf UNESCO-Welterbeliste: Augsburger Wassermanagement-System, Deutschland
UNESCO: Natur- und Kulturerbe Augsburger Wassermanagement-System, Deutschland
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