Deutsch-dänisches Minderheitenmodell als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO nominiert, ihre Aktivitäten werden als bedeutender Mehrwert für die Region anerkannt

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Deutsch-dänisches Minderheitenmodell
als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO nominiert.
Staatsministerin Müntefering und die
dänische Kulturministerin Mogensen

haben Nominierungsdossier unterzeichnet.

Seit heute liegt der Antrag auf Eintragung des deutsch-dänischen Minderheitenmodells in das Register guter Praxisbeispiele der UNESCO vor. Über die Aufnahme in das UNESCO-Register entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe Ende 2021.

Das deutsch-dänische Minderheitenmodell gilt als vorbildlich für ein friedliches Zusammenleben. Die Minderheiten sind sehr gut in die jeweilige Gesellschaft integriert und tragen maßgeblich zur Vielfalt der Region bei. Sie werden von der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung als deutliche kulturelle Bereicherung der Region wahrgenommen.

Dazu sagt Staatsministerin Michelle Müntefering: „Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland ist eine Erfolgsgeschichte. Denn hier ist eine Modellregion für das Miteinander entstanden.

Die Kraft der Kultur hat entscheidend dazu beigetragen, dass Grenzen in dieser Region nicht mehr trennen, sondern verbinden. So ist aus einem Gegeneinander ein Miteinander und schließlich ein Füreinander geworden.

Daher freue ich mich, dass wir in diesem Jahr auch mit dem deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahr die gute Nachbarschaft in der deutsch-dänischen Grenzregion feiern.

Dass wir gemeinsam – Dänemark und Deutschland – die Bewerbung zur Nominierung des deutsch-dänischen Minderheitenmodells bei der UNESCO einreichen, ist gerade in der aktuellen Krise ein immens wichtiges Signal für Austausch, Dialog und kulturelle Zusammenarbeit in Europa.“

Die dänische Kulturministerin Joy Mogensen unterstreicht: „Das deutsch-dänische Grenzland ist ein einzigartiges Beispiel für das friedliche Zusammenleben der Bevölkerung zweier Länder, veränderter Grenzziehungen zum Trotz.

Ich freue mich, gemeinsam mit Michelle Müntefering, der Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, die Bewerbung für ‚Das deutsch-dänische Minderheitenmodell – ein Rahmen friedlichen Zusammenlebens in einer kulturell vielfältigen Region‘ zur Aufnahme in das Register guter Praxisbeispiele der UNESCO einzureichen.

Möglich ist dies nur dank des großen Einsatzes der Minderheiten in der Grenzregion, die ganz erheblich Kräfte in diese Zusammenarbeit gelegt haben. Es freut mich sehr, dass Dänemark und Deutschland gemeinsam hinter dieser Bewerbung bei der UNESCO stehen.“

Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bekräftigt: „Die gemeinsame Nominierung des Zusammenlebens im deutsch-dänischen Grenzland ist ein schönes Beispiel für die ausgezeichneten Kulturkooperation mit Dänemark – zumal wir 2020 das deutsch-dänische kulturelle Freundschaftsjahr feiern.

Sie hat Vorbildcharakter für den gesellschaftlichen Umgang mit kultureller Vielfalt. Gerade in Zeiten eines wiederkehrenden Nationalismus stärkt eine solche Zusammenarbeit grenzüberschreitend die Integration nationaler Minderheiten. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, die kulturelle Förderung der dänischen Minderheit auch künftig verlässlich zu unterstützen.“

Minderheiten und Mehrheiten unterstützen sich

Die deutsche Volksgruppe im dänischen Nordschleswig besteht seit der Volksabstimmung im Jahre 1920. Sie umfasst heute etwa 15.000 Mitglieder. Die deutsche Volksgruppe unterhält eigene Kindergärten, Schulen und Büchereien, betreibt kirchliche und soziale Arbeit, gibt eine eigene Tageszeitung heraus und bietet in vielen Vereinen sportliche und kulturelle Aktivitäten an.

Auch die dänische Minderheit im deutschen (Süd-)Schleswig besteht seit der Volksabstimmung im Jahre 1920. Ihr gehören heute etwa 50.000 Menschen an. Sie gliedert sich in Organisationen, die nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens abdecken, wie Kultur, Politik, Bildung, Medien, Gesundheitswesen, Sport, Altenfürsorge und Kirche.

In Verbindung mit der Verwendung der deutschen Sprache in Dänemark und der dänischen Sprache in Deutschland bilden ihre Aktivitäten wichtige Bausteine der kulturellen Selbstverwirklichung.

Darüber hinaus leisten sie einen maßgeblichen Beitrag zur Vermittlung kulturhistorischen Wissens und gemeinschaftsbildender Festtradition auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze. Minderheiten und Mehrheiten im Grenzland unterstützen sich gegenseitig.

Ihre Aktivitäten werden als bedeutender Mehrwert für die Region anerkannt und könnten durch eine Aufnahme in das UNESCO-Register noch weiter an und Modellcharakter hinzugewinnen. Rechte, Funktionen und Finanzierung der Minderheiten sind unter anderem in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen festgehalten, die ein wichtiges Fundament dieses Minderheitenmodells bilden.

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