18 neue UNESCO-Biosphären Reservate weltweit. Biosphären Reservat in Eswatini ausgezeichnet

18 neue UNESCO-Biosphären Reservate weltweit. Biosphären Reservat in Eswatini ausgezeichnet

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Der Internationale Rat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) hat 18 neue Biosphärenreservate in das Weltnetz aufgenommen. Erstmals hat der UNESCO-Rat ein Gebiet in Eswatini ausgezeichnet. Das Land im Süden Afrikas wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission bei der Nominierung des Biosphärenreservats Lubombo unterstützt.

Das Biosphärenreservat ist Teil des äußerst artenreichen Biodiversitäts-Hotspots Maputaland-Pondoland-Albany in der Lubombo-Gebirgskette. Das Gebiet wird sowohl für Rohrzuckerproduktion und Rinderhaltung als auch für kleinbäuerliche Land- und Forstwirtschaft sowie Tourismus genutzt.

Damit gibt es nun 701 UNESCO-Biosphärenreservate in 124 Ländern. Sie alle sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Der Internationale Rat tagt noch bis zum 21. Juni in Paris.

 

Die neuen Biosphärenreservate

 

Lubombo (Eswatini)

Erstmalig hat die UNESCO ein Biosphärenreservat in Eswatini, ehemals Swasiland, ausgezeichnet. Das Gebiet ist Teil des Biodiversitäts-Hotspots Maputaland-Pondoland-Albany und umfasst die Lubombo Gebirgskette und ihr westliches Vorland. Die Gebirgskette erstreckt sich von Mosambik über Eswatini bis nach Südafrika. Insgesamt umfasst das Biosphärenreservat eine Fläche von 2.917 Quadratkilometern.

Die wichtigsten Ökosysteme sind Wälder, Feuchtgebiete und Savannen, die Pflanzen wie den Lebombo-Eisenholz, Lebombo-Brotpalmfarne, die kürzlich entdeckte Lebombo-Barleria und den Jilobi Wald beherbergen. 88 Säugetier-Arten wie das Breitmaulnashorn, die Pferdeantilope oder der bedrohte Leopard kommen hier vor, 20 davon ausschließlich hier. Neben dem Schutz der Flora und Fauna dient das Gebiet der Landwirtschaft, der Tierhaltung, der Forstwirtschaft sowie der kleinindustriellen Nutzung.

Isle of Wight (Großbritannien)

Die Isle of Wight liegt im Ärmelkanal gegenüber von Portsmouth und Southampton, durch die wenige Kilometer breite Meerenge „Solent“ vom Festland getrennt. Das Biosphärenreservat hat eine Fläche von 915 Quadratkilometer, wovon die Insel selbst 380 Quadratkilometer ausmacht, der Rest ist Meer.

Die Insel steht mit ihren 140.000 Einwohnern in Nordeuropa auf Platz der zwei der am dichtesten besiedelten Inseln. Fast 50 Prozent der Insel wurden aufgrund ihrer Besonderheit und ihres landschaftlichen Wertes als Schutzgebiet von außergewöhnlicher natürlicher Schönheit (AONB) ausgezeichnet. Berühmt ist die Insel für ihre Kalksteinformationen und ihre Dünen und Strände.

Die Isle of Wight besitzt viele Ökosysteme mit seltenen Arten, wie beispielsweise den Wegerich-Scheckenfalter. Es gibt eine starke Tradition im Naturschutz, wie Initiativen zur Förderung des Umweltbewusstseins, der Entwicklung des Ökotourismus und die Zusammenarbeit mit Universitäten zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zeigen.

Saleh-Moyo-Tambora „SAMOTA“ (Indonesien)

Das SAMOTA-Biosphärenreservat umfasst den zentralen Abschnitt der Insel Sumbawa, eine der Kleinen Sundainseln im malaiischen Archipel zwischen den Inseln Lombok und Komodo, welche beide ebenfalls UNESCO-Biosphärenreservate beherbergen. Bekannt sind die Insel und das Biosphärenreservat für kulturellen Tourismus und vor allem für den aktiven Vulkan Tambora, dessen Ausbruch vor knapp 200 Jahren weltweite Folgen hatte.

Auf einer Fläche von 7.285 Quadratkilometern befinden sich im Biosphärenreservat fünf Ökosysteme: kleine Inseln, Mangroven- und Küstenwald, Savanne, Tieflandwald und Bergwald. Der Erhalt der Biodiversität ist oberstes Ziel.

Die 146.660 Bewohner des Gebietes haben unterschiedliche ethnische Herkunft. Sie leben vom Anbau von Nutzpflanzen (Gemüse und Obst), Getreide und Reis, Kaffee und Kakao und von Tierhaltung (Kühe, Ziegen, Hühner). Herausforderungen sind die Übernutzung der Wälder, Wilderei, Brandrodung und die Umwandlung von Flächen in Plantagen, vor allem Ölpalmen.

Togean Tojo Una-Una (Indonesien)

Die Togian-Inseln sind ein Archipel, das von der indonesischen Insel Sulawesi fast vollständig umschlossen ist. Die 483 meist sehr kleinen Inseln und die wertvollen Korallenriffe gelten als Herzstück des „Korallendreiecks“, das mit über 596 Arten die höchste Korallenvielfalt der Welt aufweist. Das „Korallendreieck“ erstreckt sich von den Salomonen im Osten bis zu den Kleinen Sundainseln im Westen und den Philippinen im Norden. Es ist eines der Gebiete mit der höchsten marinen Biodiversität überhaupt.

Auf einer Fläche von 21.876 Quadratkilometern umfasst das Biosphärenreservat neben Korallenriffen und anderen Meeresökosystemen auch Mangrovenwälder und Inselökosysteme. 363 Pflanzenarten sind hier zu Hause, davon 33 Mangrovenarten. Ebenso endemische Tierarten wie der Danwie Sulawesi-Koboldmaki, der Konteank-Makak, der Togian-Hirscheber, Kuskus, Dugongs oder Wale sind hier heimisch. Außerdem ist das Gebiet wichtiges Laichgebiet für Schildkröten.

Die kulturelle Diversität der 149.214 Einwohner*innen drückt sich in vielen Bräuchen aus. Mithilfe der UNESCO-Auszeichnung soll ein Wandel zur nachhaltigen Entwicklung wie des Tourismus und der Fischerei gefördert und die dörflichen Gemeinschaften in ihren Bemühungen zu mehr Nachhaltigkeit unterstützt werden. Herausforderungen bilden das illegale Fischen mit Bomben und Gift an den Korallenriffen wie auch die Gefährdung von Waldökosystemen durch illegalen Holzeinschlag.

Julische Alpen (Italien)

Die Julischen Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südlichen Kalkalpen an der italienischen Grenze zu Slowenien, wo bereits 2003 ein Gebiet um den Triglav-Gipfel als Biosphärenreservat ausgezeichnet wurde. Die Ausweisung auf italienischer Seite soll den grenzüberschreitenden Schutz der Alpen stärken.

Die Kernzone des neuen Biosphärenreservates setzt sich zusammen aus Naturreservaten wie „Julische Voralpen“ und „Alba-Tal“. Sie werden durch bewirtschafteten Wald, Wiesen und Weiden der Pufferzone umgeben. Die Entwicklungszone umfasst eine Vielfalt von Siedlungen mit teils urbanen Zentren (Venzone, Gemona).

Po Grande (Italien)

Neben dem Delta des Po (2015) und Collina Po (2016) bei Turin hat der MAB-Rat mit „Po Grande“ nunmehr das dritte Biosphärenreservat am Flusslauf des Po ausgezeichnet. Gemeinsames Ziel der drei Biosphärenreservate ist vor allem, Naturschutz und Gewässerbewirtschaftung integriert weiterzuentwickeln. Die Auszeichnung soll ein Motor für die nachhaltige Entwicklung der Region sein und eine einheitliche Bewirtschaftung fördern. Es ist absehbar geplant, alle drei Biosphärenreservate zusammen zu fassen.

Das Gebiet befindet sich im Flachland des Po etwa zwischen Piacenza und Ferrara. Seit Jahrhunderten prägt der Mensch hier das Landschaftsbild. Neben der Landwirtschaft gehören dazu viele Dörfer mit typischer Architektur, regionalen Produkten und Traditionen. In der Entwicklungszone des Biosphärenreservats gibt es zahlreiche Fischergemeinden. Der Mensch nutzt den Po seit eh und je als Wasserstraße für den Transport von Baumaterialien und Lebensmitteln.

Kobushi (Japan)

Kobushi ist eine weitläufige bergige Region von 1.906 Quadratkilometern. Das Biosphärenreservat umfasst den Großteil der Kanto Berge und den Hauptkamm des Hochgebirges Okuchichibu mit über 20 Gipfeln. Das Gebiet ist die Wasserscheide einer Reihe großer Flüsse. Die Fauna ist vielfältig und beherbergt zum Beispiel 126 der insgesamt 320 Schmetterlingsarten Japans, wovon 24 als gefährdet gelten.

Die Berge wurden lange Zeit in der Shugendo-Religion verehrt und geschützt: In Theorie und Praxis der Religion war das Fällen von Bäumen verboten. Wirtschaftlich spielt die Region heute für den Export japanischer Lärche eine wichtige Rolle. Kobushi produziert Früchte wie Trauben, Kaki und Pfirsiche – als „acht seltene Früchte von Koshu bekannt – und ist auch für Hochlandgemüse wie Salat und Chinakohl berühmt.

Momentan leben 213.321 Menschen in dem Biosphärenreservat, wobei die Abwanderung junger Menschen wie anderswo in Bergregionen Japans eine Herausforderung ist. Das neue Biosphärenreservat soll die Region wirtschaftlich-sozial wiederbeleben.

Nordhordland (Norwegen)

Mit Nordhordland, unmittelbar nördlich der Stadt Bergen, hat die UNESCO erstmalig ein Biosphärenreservat in Norwegen ausgezeichnet. Auf einer Fläche von 6.698 Quadratkilometern leben knapp 54.400 Menschen, wovon etwa 8 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Wichtige Erwerbsquellen sind Viehzucht – vor allem Schafe – und Getreideanbau. Viele Nebenerwerbs-Landwirte arbeiten zusätzlich in der Industrie oder dem Energiesektor. Auch die Fischzucht ist bedeutend.

Die Landschaft ist ein Mosaik aus Küste, Fjorden und Bergen. Hier finden sich national geschützte Lachsfjorde, Heringspopulationen in den Küstengebieten als auch wichtige Vogelarten. Hauptziel der Nominierung ist der Erhalt der Kulturlandschaft durch die Förderung des Tourismus und lokaler Produkte.

Darüber hinaus sollen die Industrien in der Region nachhaltiger gestaltet werden. Auch die Entwicklung erneuerbarer Energien soll gefördert werden, da die Ölförderung an Bedeutung verliert. Das Biosphärenreservat ist auch ein wichtiger Ort für Experimente mit innovativen CO2-Abscheidungs- und Speichermethoden.

Unteres Murtal (Österreich)

Für manche ist das Untere Murtal das Amazonasgebiet Europas. Mit der Anerkennung eines Gebiets in Österreich ist der vorletzte Schritt für das künftige fünf Länder umspannende Biosphärenreservat „Mur-Drau-Donau“ getan. Bereits von 2012 bis 2018 wurden Gebiete entlang der Mur in Kroatien, Serbien, Slowenien und Ungarn als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Dieses einzigarte internationale Netzwerk erhält die zusammenhängenden Ökosysteme im Flusssystem Mur-Drau-Donau, als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat müssen die Einzelgebiete noch separat anerkannt werden.

Das Untere Murtal in Österreich umfasst eine Fläche von 132 Quadratkilometern und besitzt nach den Donauauen den zweitgrößten Auenwald Österreichs. Die Biodiversität der wassergebundenen Fauna und Flora ist hoch.

Das neue Biosphärenreservat bietet die Chance, die Kooperation in der Region weiter zu stärken und grenzüberschreitend nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die 10.099 Einwohner auf österreichischer Seite wollen dadurch von Tourismus und der Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte profitieren.

Roztocze (Polen)

Das neue Biosphärenreservat umfasst eine Fläche von 2.970 Quadratkilometern und liegt in der südöstlichen polnischen Region Roztocze. Es grenzt an die Ukraine und das dort 2011 ausgewiesene Biosphärenreservat Roztochya. Beide Biosphärenreservate sollen künftig ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat bilden. Das Gebiet zeichnet sich durch hohen ökologischen Wert, besondere Landschaften und Kulturformen, Lössflächen, Kalksteinhügel, tiefe Flusstäler und Vorkommen von Mineralwasser und fossilem Holz aus. Es bildet zudem einen wichtigen ökologischen Korridor.

Insgesamt leben 160.000 Menschen in dem Gebiet, die von Forstwirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft leben. Jährlich besuchen etwa 600.000 Menschen Roztocze und es werden immer mehr. Die Region besitzt großes Potenzial, sich aufgrund der landschaftlichen Lage und des großen Natur- und Kulturerbes weiterzuentwickeln.

Elton-See (Russland)

Der Elton-See liegt in einem ariden/semi-ariden Gebiet an der Grenze zu Kasachstan. Im Biosphärenreservat mit einer Fläche von 2.703 Quadratkilometern leben ca. 5.900 Menschen in 14 ländlichen Siedlungen und Hirtenposten. Saisonal verdoppelt sich die Bevölkerung.

Die teils nomadische Bevölkerung und ihre Viehherden bilden die einzige Form der Landnutzung; der Elton-See ist für sie ebenso wie für zahlreiche Säugetiere und Vögel wie Kraniche von Bedeutung; teilweise sind die Arten bedroht und stehen auf der Roten Liste.

Zu den Einkommensquellen zählen außer der Viehhaltung auch der Abbau von therapeutischem Schlamm und Lauge. Mehr Tourismus soll zu mehr Beschäftigung beitragen und auch Fachkräfte anlocken. Aufgrund des langjährigen Salzabbaus und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung ist Wasser aber nur eingeschränkt verfügbar und zudem teils verschmutzt.

Mithilfe der UNESCO-Auszeichnung soll das Wassermanagement verbessert und die Landwirtschaft sowie Tierhaltung nachhaltiger gestaltet werden. Hierzu sollen lokale Praktiken der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wiederbelebt und das Bewusstsein für das lokale immaterielle und materielle Erbe geweckt werden.

Vindelälven-Juhtatdahka (Schweden)

Das große arktische Biosphärenreservat (13.000 Quadratkilometern) bei der Stadt Umea ist geprägt durch samische und schwedische Kultur. Spiritualität und Bräuche haben die Kultur, Tradition und Identität vieler Menschen in der Region beeinflusst. Um dem Klimawandel zu begegnen, soll das samische Wissen und ihre Sicht auf die Umwelt gesichert und weitergegeben werden.

Heute lebt der Großteil der Bevölkerung von Forstwirtschaft, Bergbau und Rentierhaltung. Letzteres soll schrittweise modernisiert werden und das Leben von Rentierzüchtern erleichtern. Das samische Parlament vertritt die Interessen der „samebys“ bei der Raumplanung.

Ein Drittel des neuen Biosphärenreservats steht bereits unter Naturschutz, wie beispielsweise große Teile des größten Naturreservats Nordeuropas Vindelfjällen. Der nördliche Teil des Gebiets ist bergig, die Mitte waldig und der südliche Teil ein Küstengebiet – und der Einzige mit einem hohen Anteil an jungen Menschen.

Voxnadalen (Schweden)

Die berühmten Hälsingehöfe, die 2012 zum Weltkulturerbe erklärt wurden, befinden sich im neuen Biosphärenreservat in Mittelschweden im Einzugsgebiet des Flusses Voxnan. Große boreale Wälder dominieren die nordwestlichen, weniger besiedelten Teile, während offene Ackerflächen in den südöstlichen, dichter besiedelten Gebieten häufiger vorkommen. Im Biosphärenreservat wurden 274 bedrohte Tierarten identifiziert, die auf der nationalen Roten Liste stehen.

Das Gebiet hat eine Fläche von 3.420 Quadratkilometern und 13.300 Einwohner. Wirtschaftlich leben diese vor allem von Forstwirtschaft, Holzverarbeitung und Landwirtschaft. Darüber hinaus gibt es viele Betriebe des Maschinenbaus. Auch Wasserkraft wird hier erzeugt.

Das Biosphärenreservat bietet die Chance, bestehende kooperative Ansätze einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen auf regionaler Ebene zu erforschen und weiter zu entwickeln. Bestehende Modellprojekte bestehen in lokaler nachhaltiger Lebensmittelproduktion und neuer Forstprodukte.

Alto Turia (Spanien)

Das Biosphärenreservat liegt westlich von Valencia rund um den Oberlauf des Flusses Turia und das Reservoir Benagéber und umfasst eine Fläche von 1.557 Quadratkilometern. Teilgebiete von Alto Turia sind auch Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000. Das Turiatal ist geologisch von Kalkstein geprägt und weist vielfältige Bödenarten und daher Vegetationsformen auf. Heiße und trockene Sommer führen oft zu Wassermangel.

Charakteristisch sind Baumarten wie die Aleppo-Kiefer oder Spanische Wacholder und Tiere wie Steppenvögel und der Iberische Hase. Im Westen grenzt das Biosphärenreservat an das ebenfalls gerade neu ausgezeichnete Biosphärenreservat „Valle del Cabriel“.

4.300 Personen leben in der Entwicklungszone, dazu kommen saisonal 6.500 Einwohner. Während die Landwirtschaft das Landschaftsbild prägt, ist die Haupteinkommensquelle der sekundäre Sektor, hauptsächlich die Bau- und Kleinindustrie. Die Region erhofft sich durch die UNESCO-Anerkennung eine Stärkung der Vermarktung regionaler Produkte – sie will zu einem Vorzeigebeispiel nachhaltiger Entwicklung werden.

La Siberia (Spanien)

Das Gebiet auf halbem Weg zwischen Sevilla und Madrid umfasst eine Fläche von 1.557 Quadratkilometern. Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert, als hier Straßen und Eisenbahnen gebaut wurden – ähnlich wie zu der Zeit der Transsibirischen Eisenbahn. An den Flüssen Guadiana und Zújar liegen mehrere große Süßwasserreservoirs wie Embalse de Orellana (auch Ramsar-Feuchtgebiet), weshalb sich eine Vielfalt an Lebensräumen für Flora und Fauna gebildet hat.

Über 40 Prozent der Fläche sind Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000. Charakteristisch sind verschiedene Eichen-Arten, aus deren Wäldern teure Bio-Produkte wie Kork, Holzkohle und Honig stammen. In den Torfmooren leben seltene Arten wie Fleischfressende Pflanzen.

Auch beherbergt das Biosphärenreservat das schwarze Merinoschaf, Vogelarten wie den Spanischen Kaiseradler und Reptilien wie die Spanische Wasserschildkröte. Fünf Tierarten sind vom Aussterben bedroht und 158 stehen auf der Liste der bedrohten Arten. Dazu gehören der iberische Luchs und die Fledermaus Hufeisennase.

Seit den 1960er Jahren sind fast 60 Prozent der Bevölkerung abgewandert, 2016 wohnten nur noch rund 11.200 Menschen in La Siberia. Mithilfe des Biosphärenreservats erhofft sich die Region, das gesellschaftliche Zusammenleben und die Wirtschaft zu fördern und die Abwanderung junger Menschen zu beenden.

Valle del Cabriel (Spanien)

Auf einer Fläche von 4.218 Quadratkilometern im Einzugsgebiet des Flusses Cabriel Flussgebiet liegt dieses Biosphärenreservat, das im Osten an das ebenfalls neue Biosphärenreservat „Alto Turia“ grenzt. Das Cabriel-Tal bietet eine große landschaftliche Vielfalt mit Flusstälern, Gebirgen, Salzwiesen und Lagunen, aufgrund der Höhenlagen von 340 bis 1.800 Metern. Die Vegetation wird durch die Geologie geprägt, zum Beispiel iberische Gips-Vegetation, Karst-Graslandschaften und mediterrane Kiefernwälder. 249 Wirbeltierarten kommen hier vor.

29.772 Menschen wohnen im Gebiet, wobei die Zahl seit 1950 abnimmt. In der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Wassernutzung wenden die Bewohner einzigartige, alte und nachhaltige Praktiken an. Das bedeutende materielle und immaterielle Kulturerbe umfasst auch wichtige archäologische Kulturstätten wie das Weltkulturerbe der Höhlenmalereien von Villar del Humo.

Gangwon Eco-Peace (Südkorea)

Das bergige Gebiet von „Gangwon Eco-Peace“ an der Wasserscheide der Taebaek Bergkette grenzt an die demilitarisierte Zone zu Nordkorea und im Osten an die Küste. Das neue Biosphärenreservat besitzt eine Fläche von 1.828 Quadratkilometern und beherbergt in der Kernzone seltene und gefährdete Flora und Fauna.

Menschen leben in fünf Gemeinden in der Puffer- und Entwicklungszone, welche gleichzeitig Korridore für seltene und gefährdete Tierarten darstellen. Besonderes Ziel der Auszeichnung ist deshalb, die Koexistenz von Tier und Mensch zu bewahren.

Die ökologischen, kulturellen und sozialen Ressourcen im Gebiet sollen künftig stärker die lokale Wirtschaft durch spezifische Produkte und den Tourismus fördern. Ein neues Tourismuskonzept soll auch Relikte des Koreakrieges erlebbar machen. Eine Absichtserklärung zum Schutz der lokalen Ökosysteme wurde gemeinsam von den Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie durch Militärstützpunkte unterzeichnet.

Yeoncheon Imjin River (Südkorea)

Der Imjin-Fluss ist das Herzstück des neuen Biosphärenreservats mit 584 Quadratkilometern des Landkreises Yeoncheon nördlich von Seoul an der Grenze zur demilitarisierten Zone. Tiere wie Rochenfische, Rotkronenkraniche, Adler, Otter, Wasserhirsche oder Wildkatzen sind im und entlang des Flusses heimisch.

Der Fluss mit seinen Stromschnellen und Sümpfen ist weitgehend unberührt aufgrund der topographischen Situation und aufgrund eingeschränkter menschlicher Aktivitäten wegen der Militärpräsenz. Wälder bedecken 60 Prozent der Biosphärenreservatsfläche.

Am Rand des Biosphärenreservats liegen Siedlungen und Ackerland. Lange Zeit war der Landkreis Yeoncheon rückständig verrufen, verursacht durch Einschränkungen aufgrund gesetzlicher Vorschriften. Inzwischen besuchen viele Touristen die Region.

Mithilfe der „Biosphere Reserve Community Academy” sollen die Bewohner verstehen, wie sie Naturschutz mit sozialökonomischer Entwicklung in Einklang bringen können.

 

Hintergrund

UNESCO-Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen. Sie bewahren die biologische Vielfalt und funktionierende Ökosysteme als Grundlage einer zukunftsfähigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Dabei steht nicht der Schutz im Vordergrund, sondern die angepasste Nutzung von gewachsenen Kulturlandschaften.

Streng geschützt sind die im Verhältnis kleinen Kernzonen. Auf den übrigen Flächen erproben die Biosphärenreservate nachhaltige Nutzungskonzepte und fördern naturverträgliche Wirtschaftsformen. Aktuell gibt es weltweit 701 Biosphärenreservate in 124 Ländern, 16 davon in Deutschland.

Der Internationale MAB-Rat setzt sich aus Vertretern von 34 Staaten zusammen, darunter Deutschland. Er tagt einmal jährlich.

 

Webseite: Die neuen UNESCO-Biosphärenreservate
Webseite: Porträt des UNESCO-Biosphärenreservats Lubombo in Eswatini

 

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