UNESCO: Welterbekomitee vertagt Entscheidung über Anerkennung des Donaulimes

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute auf seiner Sitzung in Baku entschieden, die Beschlussfassung zur transnationalen Welterbe-Bewerbung des Donaulimes zu vertagen.

Der Weltdenkmalrat ICOMOS hatte dem UNESCO-Komitee ursprünglich empfohlen, die gemeinsame Nominierung Deutschlands, Österreichs, der Slowakei und Ungarns in die Welterbeliste aufzunehmen.

Kurz vor der Komiteesitzung hatte Ungarn ein Teilstück der Stätte im Norden von Budapest, den Statthalterpalast in der archäologisch erhaltenen römischen Stadt Aquincum, aus der Nominierung gestrichen.

Laut ICOMOS ist der Palast von besonderer Bedeutung für die gesamte Bewerbung.

Die kurzfristige Änderung an der Nominierung mache gemäß den Richtlinien zur Umsetzung der Welterbekonvention eine Neubewertung durch den Weltdenkmalrat notwendig.

Über die Bewerbung des Donaulimes kann demnach frühestens auf der 44. Sitzung des Welterbekomitees 2020 entschieden werden.

 

6. Juli 2019
Welterbekomitee vertagt Entscheidung über Anerkennung des Donaulimes.
Neubewertung der transnationalen Nominierung durch Weltdenkmalrat notwendig.

Hintergrund

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 30. Juni bis 10. Juli in Baku, Aserbaidschan. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Das Komitee entscheidet jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit Bedrohungen eingeschriebener Stätten.

Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit 1.108 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Deutschland verzeichnet 44 Welterbestätten.

 

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A. Schwarcz illustriert die Entstehung des Donaulimes in der Spätantike.

E. Weber behandelt die Tabula Peutingeriana als wichtigste kartografische Quelle zum Imperium Romanum.

M. Konrad untersucht die Kontinuitätsfrage des Legionslagers Regensburg.

Drei Beiträge sind Pannonien gewidmet: M. Mosser behandelt das Legionslager in Vindobona, M. Kandler das Carnuntum, Z. Visy die Villen in der Valeria.

Sieben Artikel untersuchen die untere Donau: A. Poulter die römische Strategie dort, G. Kabakchieva die Oescus-Gigen in der Spätantike.

G. von Bülow und L. Vagalinski debattieren die Grabungsergebnisse von Iatrus-Krivina.

R. Kostova beschreibt die Siedlungstätigkeit in Nordostbulgarien. C. Olariu analysiert die Geschichte und Archäologie von Dinogetia, C.Kirilov das Hauptstadtproblem im Ersten Bulgarischen Reich.

C. Stepanov vergleicht die Grenzen an der Donau und im Kaukasus mit literarischen Erwartungen.

 

 

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