21. Januar 2022

Um die Ecke in die Welt: Über Filme und Freunde von Günter Agde (Herausgeber), Wolfgang Kohlhaase (Autor). Wolfgang Kohlhaase ist ein geübter Beobachter und Meister des feinen Dialogs

Um die Ecke in die Welt: Über Filme und Freunde
von Günter Agde (Herausgeber)
von Wolfgang Kohlhaase (Autor)
Verlag Neues Leben
(17. Februar 2021)
Taschenbuch: 368 Seiten
ISBN-13: 978-3355019033

  

Buchzitat: Der preisgekrönte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ist ein geübter Beobachter und Meister des feinen Dialogs.

Drehbücher könne er schreiben wie Billy Wilder, bestätigen ihm Filmkenner und -kritiker. Und was Kohlhaase über die Leute sagt, die seinen Weg kreuzten oder mit denen er an wichtigen Filmen arbeitete, gibt tiefe Einsichten, teilt genaue Beobachtungen mit und liefert manch hintergründig-komische Anekdote. Alle diese Texte füllen ein Buch, das so nah an Wirklichkeit und Geschichte ist und so unterhaltsam und lebensnah wie seine Filme.

Texte über Konrad Wolf, Frank Beyer, Andreas Dresen, Bernhard Wicki, Hermann Kant, Renate Krössner, Peter Hacks, Kurt Maetzig, Werner Stötzer, Wieland Herzfelde, Ulrich Plenzdorf, Eberhard Esche und andere.

Vintagebuch Info / Wikipedia:

Wolfgang Kohlhaase (* 13. März 1931 in Berlin) ist ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller. Er gilt als „einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte“. Seinen „vielfältigen Sprachwitz“ und seine „genaue Beobachtungsgabe einzelner Milieus“ setzen Regisseure und Filmkenner mit dem Können von Erich Kästner und Billy Wilder gleich.

Seine Filmstoffe handeln bis heute über Geschichten aus dem Alltag und sind an einer differenzierten, realistischen Darstellung der Protagonisten und ihrer jeweiligen Lebensumstände interessiert. Am Stil seiner Drehbuchdialoge wird „ein knapper, lakonischer Ton“ geschätzt, ein „Dialogwitz“, der „lebensklug“ und „melancholisch, manchmal sogar bitter“ wirke.

Anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenbärs für sein Lebenswerk auf der Berlinale 2010 lobte die Jury Kohlhaases „Gespür für Authentizität in seinen Figuren wie in seinen Geschichten, seine lakonische, sehr ökonomische Sprache und seine feine Ironie.“

Filmografie
Drehbuch

1953: Die Störenfriede – Regie: Wolfgang Schleif
1954: Alarm im Zirkus – Regie: Gerhard Klein
1956: Eine Berliner Romanze – Regie: Gerhard Klein
1957: Berlin – Ecke Schönhauser… – Regie: Gerhard Klein
1959: Der schweigende Stern – Regie: Kurt Maetzig
1961: Der Fall Gleiwitz – Regie: Gerhard Klein
1962: Josef und alle seine Brüder (Fernsehfilm) – Regie: Erwin Stranka
1963: Sonntagsfahrer – Regie: Gerhard Klein
1965: Berlin um die Ecke – Regie: Gerhard Klein (zunächst unvollendet, Uraufführung 1987)
1968: Ich war neunzehn – Regie: Konrad Wolf
1970: Fisch zu viert (Fernsehfilm)
1973: Turek erzählt (Mitarbeit)
1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz – Regie: Konrad Wolf
1976: Mama, ich lebe [15] – Regie: Konrad Wolf
1977: Ein Trompeter kommt – (TV, nach seinem gleichnamigen Hörspiel) Regie: Edgar Kaufmann
1978: Der Übergang – Regie: Orlando Lübbert
1980: Solo Sunny – Regie: Konrad Wolf
1982: Der Aufenthalt – Regie: Frank Beyer
1984: Die Grünstein-Variante[16] – Regie: Bernhard Wicki
1985: Die Zeit die bleibt – Regie: Lew Hohmann
1989: Der Bruch – Regie: Frank Beyer
1992: Begräbnis einer Gräfin (Fernsehfilm)
1997: Der Hauptmann von Köpenick – Regie: Frank Beyer
2000: Die Stille nach dem Schuss – Regie: Volker Schlöndorff
2002: Baby – Regie: Philipp Stölzl
2005: Sommer vorm Balkon – Regie: Andreas Dresen
2009: Haus und Kind – Regie: Andreas Kleinert
2009: Whisky mit Wodka – Regie: Andreas Dresen
2011: I Phone You – Regie: Tang Dan
2011: Nagel zum Sarg – Regie: Philipp Döring (Vorlage)
2015: Als wir träumten – Regie: Andreas Dresen
2017: In Zeiten des abnehmenden Lichts – Regie: Matti Geschonneck
1979: Solo Sunny – Buch; Co-Regie mit Konrad Wolf
1992: Inge, April und Mai – Buch; Regie mit Gabriele Denecke
1998: Victor Klemperer – Mein Leben ist so sündhaft lang – Buch und Regie mit Ullrich H. Kasten

Darüber hinaus basiert der Film Persischstunden (2020) auf einer Erzählung von Wolfgang Kohlhaase mit dem Titel Erfindung einer Sprache.

Bücher

Alarm im Zirkus. Berlin 1954.
Eine Berliner Romanze. Berlin 1956.
Fisch zu viert. in: Hörspiele 9, Henschelverlag Berlin 1969, S. 99–145.
Fragen an ein Foto. in: Hörspiele 10, Hörspiele, Henschelverlag Berlin 1970, S. 9–42.
Ein Trompeter kommt. in: Das Modell, Hörspiele, Henschelverlag Berlin 1972, S. 112–156.
Nagel zum Sarg. Geschichten. Berlin 1976.
Silvester mit Balzac und andere Erzählungen. Berlin 1977; Edition Schwarzdruck, Berlin 2003, ISBN 978-3-935194-15-0; Berliner Taschenbuch Verlag BVT 2006, ISBN 978-3-8333-0450-7; Berlin Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-8333-0450-7.
Die Grünstein-Variante. Eine Geschichte in Erinnerung an Geschichten, die Ludwig Turek erzählt hat. Hörspiele. Berlin 1980, S. 19–48.
Fisch zu viert. Ein Moritatsachenbericht über eine höchst beklagenswerte Affäre im Jahre 1838 sowie im Märkischen bei Neuruppin. München 1981.
Der Bruch – Das Buch zum Film. Lübbe, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-13221-1.
Sommer vorm Balkon. Mit Interviews von Regine Sylvester. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2005, Ill., ISBN 3-7466-2189-5.
Erfindung einer Sprache und andere Erzählungen. Mit einem Nachwort von Andreas Dresen. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2021, ISBN 978-3-803133-35-9.

Literatur

Kurzbiografie zu: Kohlhaase, Wolfgang. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Jochen Brunow: Schreiben in zwei Systemen. Ein Werkstattgespräch mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase. In: ders. (Hrsg.), Scenario 1. Drehbuch-Almanach, Bertz + Fischer, Berlin 2007, ISBN 978-3-86505-175-2, S. 12–47.
Wolfgang Kohlhaase: Um die Ecke in die Welt. Über Filme und Freunde. Hrsg. von Günter Agde, Verlag Neues Leben, Berlin 2014, ISBN 978-3-355-01825-8.

Auszeichnungen

1954: Nationalpreis der DDR III. Klasse
1968: Nationalpreis der DDR I. Klasse (im Kollektiv)
1974: Goethepreis der Stadt Berlin
1977: Prix Italia for radio drama für Die Grünstein-Variante
1977: Nationalpreis der DDR II. Klasse
1980: Internationale Filmfestspiele Berlin: FIPRESCI-Preis sowie Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost (für Solo Sunny)
1980: 1. Nationales Spielfilmfestival der DDR: Beste Regie (gemeinsam mit Konrad Wolf für Solo Sunny)
1981: Banner der Arbeit Stufe I
1984: 3. Nationales Spielfilmfestival der DDR: Bestes Drehbuch (für Der Aufenthalt)
1989: Vaterländischer Verdienstorden in Silber
1990: Helmut-Käutner-Preis
1990: Ernst-Lubitsch-Preis (für Der Bruch)
2000: Europäischer Filmpreis: Nominiert in der Kategorie Bester Drehbuchautor (für Die Stille nach dem Schuss)
2005: Preis des San Sebastián International Film Festival in der Kategorie Bestes Drehbuch (für Sommer vorm Balkon)
2006: Preis der DEFA-Stiftung für die Verdienste um den deutschen Film
2007: Bundesverdienstkreuz am Bande (4. Oktober 2007)
2009: Drehbuchpreis für Haus und Kind, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
2010: Goldener Ehrenbär
2010: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
2011: Ehrenmitglied des Verbands deutscher Drehbuchautoren (VDD)
2011: Deutscher Filmpreis: Ehrenpreis
2011: Verdienstorden des Landes Brandenburg
2015: Goldener Ochse, Ehrenpreis des Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern

 

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