Trabi Love von Thorsten Elbrigmann. Der Trabi – vom Volksauto zum Kultauto

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Rennpappe, Duroplastbomber, Arbeiter-Mercedes: Dem Trabi schlugen viel Häme und Spott entgegen, seit er vor über sechzig Jahren erstmals vom Band lief.

Wer in der DDR auf ein Auto angewiesen war, kam um ihn kaum herum – und fühlte nicht selten eine ausgeprägte Hassliebe zu seinem knatternden Zweitakter:

Trabi Love
von Thorsten Elbrigmann (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Fotos und Abbildungen: 166
Delius Klasing Verlag
Auflage: 1. Auflage 2019 (22. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3667116963
Gebundenes Buch 49,00 EUR

Verlagsinformation
Trabi Love von Thorsten Elbrigmann

Buchzitat: Als der Trabi mit dem Mauerfall 1989 plötzlich in alle Himmelsrichtungen fahren konnte, eroberte der kleine Zwickauer jedoch schnell die Herzen von Automobilliebhabern im Westen und in aller Welt.

Und diesen Platz hat sich der Oldtimer mit dem sympathischen Gesicht bis heute bewahrt.

Trabi Love – ein Ostprodukt knattert durch die Welt

Ob himmelblau, olivgrün oder bunt gepunktet – „Trabi Love“ präsentiert auf über 200 Seiten einige der heute noch gehegten und gepflegten Trabant-Modelle. Sie knattern durch Großbritannien, Frankreich, Amerika und sogar durch Ecuador, wo der erste je importierte Trabi seinerzeit mit einer Ladung Bananen bezahlt wurde.

Doch „Trabi Love“ erzählt nicht nur die Geschichten einzelner Wagen, sondern bringt in bildgewaltiger Aufmachung auch Unbekanntes ans Licht und zeigt, was hätte sein können.

Weltweite Trabi-Liebe:
Portraits von international gepflegten Trabis und ihren Besitzern

Die Menschen hinter dem Trabant:
Interviews mit den Machern des DDR-Kultautos

Seltene Fotos von Design und Produktion
Unbekannte Geschichten aus Entwicklung und Leben des Sachsenring-Trabants

Fazit: Steigen Sie ein in eines der berühmtesten DDR-Produkte und leben Sie noch einmal den Traum vom Volksauto für alle. Er wurde gehasst. Er wurde geliebt. Verehrt wird er heute mehr denn je.

Und er rollt als ratternder Beweis dafür, dass die DDR der gesamtdeutschen Nachwelt doch mehr als nur zwei Kobolde (das Sandmännchen und das Ampelmännchen) vermacht hat: der Trabi …

Eine kolossale, großformatige Liebeserklärung ist das, mit großartigen Fotos und Texten. Beginnen wir mit den Fotos:

Schon die einleitende Bildstrecke hat es in sich, gleich mit dreifachem Blickfang: ein hübsches Mädchen im Vordergrund, das Flatiron Building im Hintergrund und im Mittelpunkt auf der 5th Avenue von New York ein laubfroschgrüner Trabi.

Nächstes Bild: zwei Elefanten im hohen Gras der indischen Savanne, dahinter drei Trabis. Und immer wieder: Totalen, Detailaufnahmen, Gruppenbilder. Der Trabi in Ostdeutschland, der Trabi in Ostwestfalen.

Und in Hamburg: Dort wohnt der allerletzte Trabi-Käufer (Sonderserie 444) – und der heißt Udo Lindenberg

Dem Altrocker und seinem Trabitraum ist das erste Kapitel gewidmet. Entsprechend dem „Love-Konzept“ folgen die erstaunlichen Geschichten weiterer Trabi-Enthusiasten.

Paul Beyer etwa, 19 Jahre alt und mit seinem Opa Willy liebevoller Pfleger eines stetig noch wachsenden Fuhrparks aus lauter flotten Rennpappen.

Oder Bernd und Matthias, zwei waschechte Wessis, die ihre himmelquietschblauen Trabis zu Geländewagen umgebaut haben.

Ganz unerwartet taucht Professor Carl H. Hahn auf, einst VW-Chef und mit 93 Besitzer eines Trabant Tramp 1.1.

Aber ja: Trabi-Treffen gibt es auch, in der Altmark etwa, wo persönliche Geschichten und politische Geschichte sich bewegende Stelldicheins geben.

Um Geschichte geht es auch Andrew Yeadon, ein britischer Fotograf, der noch die Trabi-Fertigung in Zwickau besucht und mit aufregenden Bildern dokumentiert hat. Wie heißt es doch über den Trabi: klein, unkompliziert, puristisch ‒ und genau deshalb ein ganz Großer!

Trabi Love von Thorsten Elbrigmann
(© Cover & Inhaltsangaben: Delius Klasing Verlag)

Kleine Anmerkung:

Trabant heißt die ab 1958 in der DDR im VEB Automobilwerk Zwickau, später VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, in Serie gebaute Pkw-Baureihe. Zur Zeit seiner Einführung galt er mit Frontantrieb und quer eingebautem Motor als moderner Kleinwagen und ermöglichte neben dem Wartburg die Massenmotorisierung in der DDR.

Während seiner langen Bauzeit wurde er nur im Detail weiterentwickelt und blieb in seiner Klasse alternativlos, sodass er in späteren Jahren letztlich die Erstarrung der DDR-Wirtschaft widerspiegelte. Kein PKW wurde länger als der Trabant mit Zweitaktmotor gebaut (bis 1990).

Relativ große Stückzahlen erreichte von 1964 bis 1991 insbesondere der Trabant P 601, der 1989/1990 zu einem Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands wurde. Ähnlich wie der VW Käfer entwickelte sich der oft liebevoll „Trabi“ oder „Trabbi“ genannte Wagen zu einem Kultfahrzeug mit umfangreichem Freundeskreis.

Bis in die frühen 1980er-Jahre war der Trabant auch in internationalen Rallye-Wettkämpfen erfolgreich. Viele Fahrzeuge wurden in die ČSSR, nach Polen und Ungarn exportiert. wiki-info

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Mehrere Spielfilme stellten den Trabant in den Mittelpunkt, darunter Trabbi goes to Hollywood, Copyright Studio: Alive – Vertrieb und Marketing/DVD, (Soundtrack Trabbi Goes To Hollywood (Thomas Gottschalk [Vinyl LP] Filmmusik, Copyright / Label: (P) & (C) 1991 phonogram 848 888-1):

Go Trabi Go, Go Trabi Go 2 – Das war der wilde Osten, Go Trabi Go 1 und 2, Standard Version, 2 DVDs. Copyright / Studio: EuroVideo Medien GmbH (Die Links führen zu Amazon.de):

Go Trabi Go I + II / Standard Version, Wolfgang Stumph und Claudia Schmutzler

Video: Ahlumer Zeltplatztreffen

Webseite: www.trabi-saw.de/