9. Dezember 2021
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Strandkorb. 172. Geburtstag. Wilhelm Bartelmann war ein deutscher Korbmacher und gilt als Erfinder des Strandkorbs

 Google, vom 7.10.2017

Wilhelm Bartelmann war ein deutscher Korbmacher und gilt als Erfinder des Strandkorbs.

Ein Strandkorb ist ein spezielles Sitz- und Ruhemöbel für den Strand. Er besteht aus einem zweiteiligen Holzgestell mit Korbgeflecht. Sein oberes Element bildet eine halbrund gewölbte, überdachte Sitznische. Durch seine Auskleidung mit wetterfestem Stoff schützt er bei Strandaufenthalten vor Wind, Sonne, Regen und Sandflug. Ausziehbare Fußkästen, Markisen und Klapptischchen bieten dem Nutzer einigen Komfort.

Mit der ihnen nachgesagten Mischung aus „Dekadenz und norddeutschem Pragmatismus“ erfreuen sich Strandkörbe zunehmender Beliebtheit als Garten- oder Terrassenmöbel im Inland, sie sind dann oft mit Rollen und Schutzhüllen ausgestattet. Für diesen Gebrauch und zu einem entsprechenden Preis fertigen die Hersteller auch sogenannte Luxusvarianten mit eingebauter Heizung, Bar, Kühlschrank oder Musikanlage.

Unterschieden wird vor allem zwischen einer Ostseeform mit abgerundeten, geschwungenen Seitenteilen und einer gebogenen Haube und einer Nordseeform mit geraden Seiten und kantig wirkendem Oberteil. In der Regel handelt es sich bei beiden Bauweisen um Halblieger, die bis zu einem Winkel von 55 Grad nach hinten verstellt werden können. Nordseekörbe gibt es manchmal auch als Liegermodelle, die sich bis zu 90 Grad absenken lassen.

Eine Weiterentwicklung ist der Syltkorb, dessen Haube man über einen mechanisch aufwändigen Federzug stufenlos bewegen kann. Da der Ostseekorb als klassische Form gilt und gefälliger wirkt, ist er weiter verbreitet, doch findet man an den Stränden von Nord- und Ostsee jeweils beide Formen.

Seltener und teilweise mit Kultstatus bedacht sind Strandkörbe in der Bauweise der DDR-Produktion. Sie sind nicht geflochten, vielmehr bestehen ihre Hauben aus gebogenem Phenolharz und ihre Seitenteile aus Spanplatten, was ihnen in einem Wortspiel die Bezeichnung Typ Platte einbrachte. Von diesen gelten die durch die PGH Bau in Rehna hergestellten Rehnaer, die vollständig zerlegbar sind, als besonders ausgeklügelt. Aufgrund ihrer Herkunft findet man sie vor allem an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Herstellung von geflochtenen Weidensesseln mit hochgezogenem Rückenteil und halbrund nach vorne gebogenen Seiten ist im europäischen Korbmacher-Handwerk seit Ende des 16. Jahrhunderts überliefert. Schriftliche Nachweise der überdeckten Stühle finden sich in den Zunftordnungen von Hamburg (1595), Lübeck (1611), Bremen (1648) und Köln (1773).

Die Möbel dienten vor allem dem Schutz vor Zugluft in großen und kalten Wohnräumen und Fluren. Ihr Gebrauch ist bekannt in Bürger- und Bauernhäusern in den Niederlanden und in Deutschland, im 18. Jahrhundert auch in Schlössern in England, Schottland und Irland.

 

Bartelmanns Strandkorb

 

Ungeachtet der Vorläufer gilt der Rostocker Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann (1845–1930) weitverbreitet als Erfinder des Strandkorbs. Überliefert ist in diesem Zusammenhang die Entstehungsgeschichte, nach der sich im Frühjahr 1882 eine an Rheuma leidende ältere Dame namens Elfriede von Maltzahn eine schützende Sitzgelegenheit für den Strand wünschte, um trotz Krankheit einen Sommeraufenthalt in Warnemünde genießen zu können.

Der Meister schuf daraufhin einen Einsitzer aus Weiden- und Rohrgeflecht, den er mit einem grauen Markisenstoff überzog. In der Form war er den Strandstühlen der Nordsee ähnlich; es wird vermutet, dass er sich von Ernst Freeses Zeichnungen für Korbmacher inspirieren ließ.

Die Erfindung wird Bartelmann nach Meinung des Publizisten Horst Prignitz dennoch „mit Recht zugesprochen“, da er für die bald eintreffenden Folgebestellungen die Sessel weiterentwickelte. So baute er binnen kurzem den Zweisitzer und versah die Möbel mit Details wie Markisen, Fußstützen und Seitentischen. Es entstand der Prototyp, der sich binnen weniger Jahre an Ost- und Nordsee ausbreitete.

Der wirtschaftliche Erfolg ist allerdings auf die Geschäftsidee seiner Frau Elisabeth Bartelmann (1848–unbekannt) zurückzuführen, die unmittelbar erkannte, dass sich Strandlauben als Saisonartikel schlecht verkaufen lassen. Sie traf 1880 in Graal den Korbmacher Johann Schaft und ermutigte ihn, die ihr gezeigten Strandsitze weiter zu verbessern. So bot sie bereits im Sommer 1883 in der Nähe des Leuchtturms von Warnemünde die ersten Körbe zur Vermietung an, inserierte diese im Allgemeinen Rostocker Anzeiger und öffnete damit einen neuen Geschäftszweig.

Die Nachfrage stieg schnell, bis zur Jahrhundertwende richtete Elisabeth Bartelmann mit Hilfe ihrer Kinder in sechs weiteren Ostseebädern – in Graal und Müritz, Dierhagen, Rerik, und Kühlungsborn-Arendsee und Brunshaupten – Vermietungen ein.

In der Korbflechterei gingen Bestellungen von Interessierten an der gesamten deutschen Ostseeküste ein, um 1900 belieferte die Firma auch zahlreiche Nordseebäder, wie aus den Geschäftsunterlagen hervorgeht. Obwohl das Geschäft expandierte, lehnte Bartelmann die Bezeichnung Fabrikant ab und sah sich weiterhin als Handwerker. Seine Werkstatt bestand bis 1942 in Rostock, sie wurde im Krieg zerstört und nicht wieder in Betrieb genommen.

Bedeutende Strandkorbfabriken bauten zwei ehemalige Gesellen Bartelmanns auf, Johann Falck 1895 ebenfalls in Rostock und Franz Schaft ab 1907 in Kröpelin. Falck schuf 1897 den ersten Halblieger, eine zweisitzige Korbhütte, von deren Rückwand sich eine Hälfte um 45 Grad nach hinten klappen ließ.

1910 entstand dann, ebenfalls in der Werkstatt Falck, der zweiteilige Liegekorb mit Bock und absenkbarer Haube, nach dessen Grundprinzip der Klassiker bis in die Gegenwart geflochten wird.

Auch Franz Schaft war ein findiger Entwickler, von ihm stammte die Idee des in sich drehbaren Stuhls, der mit einem Kugellager im Fuß jeweils mühelos nach den Witterungsbedingungen verstellt werden konnte. Doch in der Praxis erwies sich diese Kreation als untauglich, der feine Seesand setzte sich auf die Schwenkrollen, so dass der Mechanismus recht schnell versagte. Quelle: Wikipedia

 

Strandkorb Literaturtipps:

 

   

Tod im Strandkorb. Ostfrieslandkrimi (Ostfriesland. Henriette Honig ermittelt 7)23. August 2017
von Ele Wolff

Strandkorb 513: Spiekeroog Krimi29. März 2016
von Johannes Wilkes

   

Der Tote im Strandkorb (Die Inselkommissarin 1)24. Oktober 2017
von Anna Johannsen

Ein Strandkorb für Oma (Die Oma-Imke-Reihe, Band 2)1. Juli 2011
von Janne Mommsen

Strandkorb 233: Die abenteuerliche Auflösung des Rätsels um einen einsamen Strandkorb14. Mai 2014
von Hans-Rainer Riekers und Oliver Fischer

 

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