Statusmeldungen. Roman von Stefanie Sargnagel. Sie schreibt radikal subjektiv und sehr weise über das sogenannte einfache Leben

Von | Juni 24, 2018

Statusmeldungen. Roman von Stefanie Sargnagel. Sie schreibt radikal subjektiv und sehr weise über das sogenannte einfache Leben

 

In 80 Tagen aus dem Bett …

 

Stefanie Sargnagel kommt aus dem Internet und ist, mit Ausnahme von Rainald Goetz und seinem Online-Tagebuch «Abfall für alle»…

… die erste deutschsprachige Autorin, die im Netz eine Form für sich gefunden hat, die passt, als Literatur funktioniert und über die bisherigen Kanäle ein großes Publikum erreicht.

 

Stefanie Sargnagel schreibt radikal subjektiv und sehr weise über das sogenannte einfache Leben, über Feminismus, über Aussichtslosigkeit und Depression.

 

Stefanie Sargnagel gibt sich wortkarg, gerät aber doch immer wieder ins Erzählen, zeichnet zwischendurch auch mal was, sprengt alle Genregrenzen und erreicht auf nie betretenen Pfaden etwas, das man nicht Roman nennen muss, um davon gefesselt zu sein.

Das ist oft zum Brüllen komisch und manchmal tragisch. Ihre Texte sind wie ein Gipfeltreffen zwischen Christine Nöstlinger und Heinz Strunk, aus denen beide mit einem Mordskater hervorgehen.

«Ich bin ja jetzt Autorin, und mit jedem Euro, den ich dadurch verdiene, wird mein inneres Poesievögelchen schwächer.

Es schluckt die Münzen gierig, bis es nicht mehr fliegen kann, weil sie so schwer sind, und so landet es Flügelschlag für Flügelschlag auf dem Boden der Realität, auf dem es keine Phantasie gibt, nur Hundekot, Energydrinks und Umsatzsteuern.

Mit jedem Satz, den ich für Bezahlung schreibe, erlischt in mir ein kleiner, lieber Stern. Lohnarbeit ist Demütigung, immer und ausnahmslos.

Ich möchte nicht arbeiten,
ich möchte meine Zeit mit Nichtstun verbringen,
ich bin eine Außerirdische,
ich bin der Mondmann,
ich will mir alles in Ruhe anschaun hier auf der Erde.

Ich möchte lieber Gelehrte sein, nur ohne die anstrengende Leserei oder ich möchte Asketin sein, aber ohne den ganzen Verzicht.

 

Zu erzählen habe ich auch nichts mehr außer:
‹Da muss ich noch das Schreiben und ein Formular ausfüllen,
Rechnungen heften,
Krankenkassa überweisen,
und dann kauf i ma des vom Iglo.
Des is guat. Das waam i ma auf.
Des Schlemmerfilet. Guad is des.›»:

 

Statusmeldungen
von Stefanie Sargnagel
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Rowohlt Verlag
ISBN-13: 978-3498064440
Gebundene Ausgabe EUR 19,95
gebraucht ab EUR 11,98 bei Amazon.de
E-Book EUR 16,99

 

Stefanie Sargnagel, geb. 1986, studierte in der von Daniel Richter angeleiteten Klasse der Akademie der Bildenden Künste Wien Malerei, verbrachte aber mehr Zeit bei ihrem Brotjob im Call-Center, denn: «Immer wenn mein Professor Daniel Richter auf Kunststudentenpartys auftaucht, verhalten sich plötzlich alle so, als würde Gott zu seinen Jüngern sprechen. Ich weiß nie, wie ich damit umgehen soll, weil ich ja Gott bin.»

Seit 2016 ist Stefanie Sargnagel freie Autorin – und verbringt seitdem mehr Zeit bei ihrem Steuerberater. Sie erhielt den BKS-Bank-Publikumspreis beim Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2016.

 

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Stefanie Sargnagel studiert in der Meisterklasse von Daniel Richter der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Erfahrungen als Angestellte eines Callcenters sind Grundlage ihres ersten Buches Binge Living – Callcenter-Monologe, das 2013 erschien. Sie schreibt für Vice und den Bayerischen Rundfunk, für die sie unter anderem Berichte über den Bachmannpreis, den Wiener Opernball und das FPÖ-Oktoberfest verfasste.

Ihr Kennzeichen ist eine rote Baskenmütze. Ihr 2015 erschienenes Buch Fitness, eine Zusammenstellung von Facebook-Beiträgen, wurde von Lars Weisbrod als geniale Kombination von „Ekelfeminismus und Größenwahn“ bezeichnet.

Sie selbst sagt von sich, sie ziehe „das Untergründige mehr an als das Glamouröse“ und sei da im Literaturfeld am ehesten ähnlich mit Tex Rubinowitz.

Auf Einladung von Jurorin Sandra Kegel nahm sie am Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 teil, wo sie den mit 7000 Euro dotierten BKS-Bank-Publikumspreis erhielt. Außerdem wurde sie damit von Mai bis September 2017 Klagenfurter Stadtschreiberin.

Sie gehört zur „Burschenschaft Hysteria“, einer feministischen Gruppe, die Burschenschaften persifliert und u. a. durch Aktionen auf dem Wiener Akademikerball auf sich aufmerksam machte.

Auszeichnungen

2017: Österreichischer Kabarettpreis – Sonderpreis
2016: Publikumspreis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2016

Werke

Binge Living: Callcenter Monologe. redelsteiner dahimène edition, Wien 2013, ISBN 978-3-9503359-6-5
In der Zukunft sind wir alle tot. Neue Callcenter-Monologe. mikrotext, Berlin 2014, ISBN 978-3-944543-37-6 (Print) / ISBN 978-3-944543-13-0 (E-Book)
Fitness. redelsteiner dahimène edition, Wien 2015, ISBN 978-3-9503359-8-9.
Statusmeldungen, Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-06444-0.
Der allerletzte Tag der Menschheit: Jetzt ist wirklich Schluss!, Illustrationen zum Buch von Hosea Ratschiller, Holzbaum Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-902980-66-3

 

Stefanie Sargnagel liest aus „Statusmeldungen“ (Video)

 

 

Zitat: Am 1. Januar 2018 war Stefanie Sargnagel im FM4 Doppelzimmer bei Elisabeth Scharang zu Gast.

 

Statusmeldungen von Stefanie Sargnagel