28. November 2021

Schwarzweißdenken: Was es heißt, ehrlich über Rassismus zu sprechen von Sara Maria Behbehani. Anti-Rassismus ist kein Lifestyleprodukt: Wahrnehmung und Realität in Deutschland

Die junge Journalistin Sara Maria Behbehani schreibt mit genauso viel Wut wie Einfühlungsvermögen, mit Verve und persönlichem Engagement, wie das gesellschaftliche Gespräch über und der tägliche Einsatz gegen Rassismus gelingen kann. Ihre Botschaft:

Es ist alles viel komplizierter als wir denken. Und trotzdem kann es so viel einfacher werden, wenn wir anfangen, einander zuzuhören:

Schwarzweißdenken:
Was es heißt, ehrlich über Rassismus zu sprechen
von Sara Maria Behbehani
Droemer HC
(2. November 2021)
Gebundene Ausgabe: ‎ 288 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3426278598
Gebundenes Buch 18,00 €
E-Book 15,99 €

zur Verlagsinfo
Schwarzweißdenken von Sara Maria Behbehani

Buchzitat: Die Proteste im Rahmen von Black Lives Matter im Sommer 2020 waren lautstark in Deutschland, aber schnell wieder vorbei. Wenn es allerdings um strukturellen Rassismus im Alltag, um die Benachteiligung nicht-weißer Menschen in der eigenen Lebenswelt geht, dann herrscht oftmals dröhnendes Schweigen. Anti-Rassismus gerne, aber bitte nicht zu teuer – das scheint bis heute die Devise der stillen Mehrheit in Deutschland zu sein, wenn es um den Kampf gegen Diskriminierung jener Menschen geht, die noch immer viel zu oft als „Fremde“ gelesen werden.

Der blinde Fleck im Kampf gegen Rassismus: was die weiße Mehrheitsgesellschaft nicht sehen will.

Ein Ausweg aus den Polarisierungen

Persönlich, emphatisch, anschaulich: auf dem Weg zu einem neuen Diskurs

Warum Identitätspolitik nicht ohne Solidarität funktionieren kann

Die NSU-Morde, Halle und Hanau – der rechte Hass ist Alltag in Deutschland. Doch erst die Rassismusdebatte aus den USA führte dazu, dass große Teile der deutschen Zivilgesellschaft aktiv protestieren. Warum aber mobilisiert Black Lives Matter stärker als das, was vor der eigenen Haustür passiert?

Sara Behbehanis These: weil man sich Anti-Rassismus aus den USA wie den neuesten Sneaker an- und ausziehen kann. Aber für das, was hier passiert, ist jede*r verantwortlich. Behbehani fordert: Es ist an der Zeit, dass die Träger*innen weißer Privilegien sich ernsthaft mit den Lebenswelten der »Anderen« auseinandersetzen, es ist Zeit, dass ein neuer Dialog beginnt. Ihr Buch ist eine beeindruckende Anleitung fürs Zuhören in einer polarisierten Migrationsgesellschaft. Mit ihrem energischen Plädoyer für ein besseres Miteinander weitet sie den Blick in einer verengten Debatte und zeigt neue Wege, um aufeinander zuzugehen.

Sara Maria Behbehanis politisches Sachbuch ist eine beeindruckende Anleitung fürs Zuhören in einer polarisierten Migrationsgesellschaft. Mit ihrem energischen Plädoyer für ein besseres Miteinander weitet sie den Blick in einer verengten Rassismus-Debatte und zeigt neue Wege, um aufeinander zuzugehen.

Der rechte Hass ist Alltag in Deutschland. Rechte Straftaten erreichten im Jahr 2020 ihren höchsten Stand seit Erfassungsbeginn vor 20 Jahren. Insbesondere antisemitische Straftaten mit rechtsextremen Hintergründen häufen sich. Bundesinnenminister Seehofer bezeichnete diese Entwicklung im Rahmen einer Pressekonferenz im Mai 2021 als „sehr besorgniserregend“ und „zutiefst beschämend“. Viel passiert ist seitdem nicht.

Auch die Proteste im Rahmen von Black Lives Matter im Sommer 2020 waren lautstark, aber nicht von Dauer. Warum fand diese Bewegung aus den USA so viel mehr Anklang in Deutschland? Warum bewegte diese Gesellschaft das Schicksal Floyds mehr als das Enver Şimşeks, des ersten Opfers des NSU?

Wenn es um strukturellen Rassismus im Alltag, um die Benachteiligung nicht-weißer Menschen in der eigenen Lebenswelt geht, dann herrscht oftmals Schweigen.

   In ihrem Debattenbuch Schwarzweißdenken – Was es heißt, ehrlich über Rassismus zu sprechen schreibt die Deutsche Sara Maria Behbehani darüber, warum es schwerfällt, das Fremde zu verstehen und wie es gelingen kann, in einer polarisierten Migrationsgesellschaft wieder aufeinander zuzugehen.

Sara Behbehani stellt sich und ihr Buch in diesem Video vor:

Wie aktuell Sara Behbehanis Appell ist, zeigt nicht zuletzt der Auftritt von Elke Heidenreich bei Markus Lanz am 12. Oktober. Ihr Auftritt verdeutlicht, dass es Zeit wird für die Träger*innen weißer Privilegien sich ernsthaft mit den Lebenswelten der „Anderen“ auseinandersetzen, damit ein neuer Dialog beginnt. Wie dieser gelingen kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen sein müssen, erklärt Sara Behbehani in ihrem Buch.

Sara Maria Behbehani, geboren 1992 in Bremen, ist Journalistin und lebt in München. Nach ihrem Französisch- und Literaturwissenschaftsstudium arbeitet sie seit 2019 bei der Süddeutschen Zeitung.