Salzbergwerk Berchtesgaden: Das Salzbergwerk Berchtesgaden ist das älteste aktive Salzbergwerk Deutschlands

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Salzbergwerk Berchtesgaden

Das Salzbergwerk Berchtesgaden ist das älteste aktive Salzbergwerk Deutschlands, in dem hauptsächlich im nassen Abbau Salz gewonnen wird, und zugleich ein Schaubergwerk in der Gemarkung Salzberg in Berchtesgaden.

Der Salzbergbau in Berchtesgaden bildete spätestens ab dem 13. Jahrhundert das wirtschaftliche Rückgrat des Klosterstifts Berchtesgaden, das nicht zuletzt auch deshalb immer größere politische Eigenständigkeit erlangen sollte – ab 1380 als Reichsprälatur und ab 1559 als Fürstpropstei.

Gleichzeitig war er auch Ursache für Begehrlichkeiten des benachbarten Fürsterzbistums Salzburg, die sogar mehrfach in kriegerische Auseinandersetzungen („Salzirrungen“) mündeten.

Das „Salzbergwerk Berchtesgaden“ wurde schließlich 1517 westlich „der weiteren Umgebung“ des Reviers Gollenbach während der Amtszeit des Stiftspropsts und Reichsprälaten Gregor Rainer aufgefahren. Der erste Stollen war der „Petersberg-Stollen“.

Als Saline diente bei Betriebsaufnahme bis 1805 die Schellenberger Saline („Sulzrin nach Schelnberg“), ab 1564 auch die Saline Frauenreuth in Berchtesgaden.

Nach Eingliederung der Fürstpropstei Berchtesgaden in das Königreich Bayern im Jahr 1810 erhielt Georg Friedrich von Reichenbach 1816 den Auftrag, eine Soleleitung nach Reichenhall   der ältesten Saline Deutschlands – zu errichten, da aufgrund der jahrhundertelangen intensiven Waldnutzung und des eingeschränkten Einzugsgebietes in Berchtesgaden die Brennstoffversorgung schwierig war.

Die Soleleitung war von 1817 bis 1927 in Betrieb und gilt aufgrund der Länge von 29 Kilometern und erheblichen Höhenunterschieden (z. B. 360 m Höhenunterschied Ilsank–Söldenköpfl) als technische Meisterleistung.

Sie führte von Berchtesgaden durch Ramsau über den Pass Schwarzbachwacht nach Reichenhall. Der niedrigere Übergang nach Reichenhall am Hallthurm lag damals noch auf Österreichischem Gebiet und schied daher für die Trassenführung aus.

Der historischen Soleleitung folgte eine neue Soleleitung mit teils geänderter Streckenführung, aber ebenfalls über den Pass Schwarzbachwacht nach Bad Reichenhall führend. Die heutige dritte Soleleitung führt über den Hallthurm.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Salinenbetrieb in Berchtesgaden komplett eingestellt, seither wird die Sole aus Berchtesgaden ausschließlich in die 18 Kilometer entfernte Saline in Bad Reichenhall gepumpt und dort zu Speisesalz und Streusalz gesiedet bzw. verarbeitet.

Einrichtung als Schaubergwerk

Bereits in der fürstpröpstlichen Zeit wurde das Salzbergwerk parallel als Schaubergwerk für Besuchereinfahrten von Touristen genutzt. Von Herbst 2006 bis Pfingsten 2007 wurde der Besucherbereich über und unter Tage, bei weiterlaufendem Besuchereinfahrtsbetrieb, grundlegend umgestaltet.

Seit 1517 ununterbrochen in Betrieb – und damit das älteste aktive Salzbergwerk Deutschlands –, wird in Berchtesgaden seit jeher im nassen Abbau gearbeitet. Über Jahrhunderte wurde die Sole in Sinkwerken gewonnen, jetzt erfolgt der nasse Abbau in Bohrspülwerken. Der Salzgehalt des Haselgebirges beträgt durchschnittlich 50 Prozent, jährlich werden daraus ca. 850.000 m³ Sole gefördert.

Heute arbeiten ca. 100 Mitarbeiter im Bergwerk, davon 50 unter Tage. Es ist damit einer der größten Arbeitgeber in Berchtesgaden.

Besuchereinfahrt, Salzheilstollen

Eine Besuchereinfahrtstrecke des Bergwerks ist für Touristen geöffnet und wird jährlich von ca. 350.000 Besuchern genutzt. Die Streckenlänge der Besuchergrubenbahn beträgt 1400 Meter, ihre Spurweite 56 Zentimeter. Der Betrieb der Bahn erfolgt mit Gleichstrom von 400 Volt, der über eine seitliche Stromschiene zugeführt wird. Die aktuell zum Personentransport eingesetzten Fahrzeuge stammen aus dem Jahr 1995.

Die Besucherstrecke wurde 2007 modernisiert und in Form einer Multimedia-Edutainment-Show unter der Bezeichnung SalzZeitReise – Erlebnisbergwerk Berchtesgaden neu eröffnet. Eine Fahrt durch das Bergwerk zeigt die Entwicklung der Abbaumethoden sowie die weiteren Verarbeitungsschritte des Salzes an Ort und Stelle sowie multimediale Vorführungen zum Thema.

Die Einfahrt mit der Bergwerksbahn erfolgt nach Einkleidung der Gäste in Overalls. (Bis Anfang 2000 wurden die Gäste in traditioneller Bergmannskluft aus schwarzer Hose, weißer Jacke und Kappe eingekleidet, ergänzt um einen Lederschurz.)

Anschließend werden die Besucher wahlweise über Treppen oder Bergmannsrutschen tiefer in die Grube bis zu einem Salzsee geführt. Nach der Fahrt mit einer Zugseilfähre über den Salzsee geht es mit der Bahn wieder nach oben zum Ausgang. Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Im Bergwerk werden auch Sonderveranstaltungen wie Konzerte und das Dinner de Sole durchgeführt. Seit 1990 gibt es im Bergwerk zudem einen 850 m² großen „Salzheilstollen“, der für „Gesundheitseinfahrten“, jedoch nicht für Speläotherapien genutzt wird.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Salzbergwerk_Berchtesgaden
Webseite: Salzheilstollen Berchtesgaden

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