Quitten: Früchte, Vitamine der Quittenfrucht, Verwendung der Quitte, Quittenlehrpfad bei Astheim/Volkach

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Die Quitte ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zur Untertribus der Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie wird als Obstbaum kultiviert.

Das Wort „Quitte“ (althochdeutsch qitina und kutinna, mittelhochdeutsch auch kutin) stammt von griech.-lateinisch (malum) cydonium (Quittenapfel, „Kydonischer Apfel“) und beruht auf griech. (melon) kydónion.

Die Quitte ist außerdem indirekt Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch marmelo für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“).

Ältere Synonyme in der deutschen Sprache sind Kretischer Apfel, Kydonischer Apfel, Hesperiden-Apfel, Venus- oder Adonis-Apfel, Baumwollapfel und Schmeckbirne.

Die ursprüngliche Heimat der Quitte liegt im östlichen Kaukasus und im Transkaukasus. Populationen in der Türkei, in Iran, Turkmenistan, Syrien und Afghanistan könnten durch die schon lange zurückliegende Verbreitung durch Menschen entstanden sein.

Erste Nachweise über kultivierte Quitten aus dem Kaukasus reichen 4000 Jahre zurück, in Griechenland findet man sie ab 600 v. Chr., bei den Römern ab 200 v. Chr.

In Mitteleuropa wird sie erst seit dem 9. Jahrhundert angebaut, als wärmeliebende Pflanze dort bevorzugt in Weinbaugebieten.

Heute werden die Sorten vor allem in Asien und Europa angepflanzt. In West- und Mitteleuropa spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Der erwerbsmäßige Anbau ist in Deutschland selten. In Baden-Württemberg, in der Pfalz und im Rheinland werden gute Fruchtqualitäten erzielt.

Blütezeit der Quitte

Die Quitte blüht nur in einem kurzen Zeitraum im Mai und Juni. Da die Quitte selbstfruchtbar ist, wird kein zweiter Baum zur Bestäubung benötigt.

Der wollig behaarte Fruchtstiel ist etwa 5 Millimeter lang. Die gelbe, duftende, kurz behaarte, vielsamige Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von 3 cm bis 5 cm auf, kultivierte Sorten können deutlich größere Früchte bilden. Die zurückgeschlagenen Kelchblätter sind auch noch bei Reife deutlich zu erkennen.

Die Früchte der Quitte

Die Früchte enthalten viele Samen. Auch die Frucht heißt Quitte. Es ist eine Sammelbalgfrucht – genauer eine Apfelfrucht; eine Scheinfrucht –, die im Aufbau Äpfeln oder Birnen ähnelt.

Nach der äußeren Form der Früchte werden als Sortengruppen Apfelquitten (Cydonia oblonga var. maliformis) und Birnenquitten (Cydonia oblonga var. oblonga) unterschieden. Sie gehört zu den letzten Früchten im Saisonkalender und wird im Spätherbst, also normalerweise im Oktober bis hinein in den November, geerntet.

Inhaltsstoffe der Quitte

Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftige cyanogene Glycoside und Öl. Die Quittenfrucht selber enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine (Catechin und Epicatechin), Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe.

Blüten der Quitte

Die Blüten sind große, vorweibliche, intensiv duftende „Nektar führende Scheibenblumen“. In jedem der fünf Fruchtfächer befinden sich 8 bis 16, in zwei Reihen angeordnete Samenanlagen. Der Nektar wird am Grunde der Kronblätter abgegeben.

Bestäuber sind vor allem kleine Hummeln und andere Bienenverwandte. Die meisten Sorten sind zwar selbstfertil, doch fördert die Fremdbestäubung den Fruchtansatz meist beträchtlich.

Blütezeit der Quitte

Blütezeit ist von Mai bis Juni.

:Baum-Magie am Ufer der Volkach

Die Früchte sind große, apfel- oder birnenähnliche Früchte, die von den bleibenden, sich zur Fruchtzeit vergrößernden Kelchblättern gekrönt werden. Das Fruchtfleisch besitzt zahlreiche Steinzellen. Der angenehm empfundene Duft beruht auf einem Gemisch von mindestens 80 Duftstoffen, vor allem von Estern.

Die bekannte goldgelbe Färbung der Früchte, das sogenannte „quittegelb“ geht hauptsächlich auf das Flavon Quercetin zurück. Die Ausbreitung der Früchte erfolgt bevorzugt durch den Siebenschläfer. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Verwendung der Quitte

Quittenbäume tragen bis in den späten Sommer hellgelbe Früchte, die sogar noch im November gepflückt werden können. Bei der Ernte ist auf der Frucht meist ein leichter Flaum enthalten.

Die Quitte trägt vier bis acht Jahre nach ihrer Pflanzung die ersten Früchte. Die Vermehrung der Kultursorten aus Stecklingen oder Abrissen gelingt nur manchmal. Die im Handel erhältlichen Pflanzen sind meist durch Aufpfropfen veredelt.

Verwendung der Quitte als Heilpflanze

Als Heildroge dienen die reifen Quittensamen.

Wirkstoffe: Etwa 20 % Schleimstoffe (überwiegend Pentosane), bis 1,5 % Amygdalin und fettes Öl.

Anwendung der Quitte

Quittensamen werden (unzerkleinert, da sonst Blausäure aus Amygdalin frei wird) in der Volksheilkunde noch gelegentlich zur Bereitung eines Schleimes verwendet, der als Hustenreiz linderndes und mild abführendes Mittel gilt.

Äußerlich kommt er in Salben oder Cremes unter anderem bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, wunden Brustwarzen, Verbrennungen, Wundliegen oder Hämorrhoiden zum Einsatz, auch als fettfreie, reizlose Salbengrundlage in der Kosmetik.

Der Saft der ganzen Früchte, der neben Schleim auch reichlich Gerbstoffe enthält, kann bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Darmstörungen nützlich sein.

Quitten-Symbolik, -Mythologie, -Kunst

Seit jeher gelten die Quitten als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit, Beständigkeit und Unvergänglichkeit.

Max Goldt beschäftigt sich in seinem Buch Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau mit dem von ihm kreierten raren Genre des Quittenwitzes.

Vintagebuch Info:

Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau
von Max Goldt
Gebundene Ausgabe: 302 Seiten
Haffmans Verlag
(1. Januar 1993)
ISBN-13: 978-3251300082
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Buchzitat: Aus Onkel Max’ Kulturtagebuch – unter diesem Titel veröffentlicht Max Goldt seit 1989 im Monatsmagazin “Titanic” eine umfangreiche Kolumne, über die gebetsmühlenartig behauptet wird, sie genieße Kultstatus, ein Begriff, den der bescheidene Autor selbst lachend von sich weist. Wahr ist aber, daß die Texte von Menschen, die ein gepflegtes Durcheinander zu schätzen wissen, gern gelesen werden.

Satirisch hechelnde Fußnoten zur offiziellen Geschichtsschreibung bietet diese Sammlung seiner ersten 47 Kolumnen nicht, dafür aber hübschen Charme, netten Humor, Herzensbildung und irritierende Sprachgespinste. Dieses Buch ist ein Muß für die Verehrer des liebenswerten Pfiffikus und Zweiflers.

Texte aus den in die Vergriffenheit entlassenen Büchern “Quitten” und “Kugeln”:

1990 – 1994
von Max Goldt
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
(1. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499252075
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Buchzitat: 33 Prosatexte aus den frühen neunziger Jahren, darunter:
Üble Beläge
Ich beeindruckte durch ein seltenes KZ
Okay Mutter, ich nehme die Mittagsmaschine
Hyppytyyny huomiseksi
Dank Bügelhilfe fühlt man sich
wie ein geisteskranker König
Die Mittwochsmemmen
Ein Flugzeug voller Nashi-Birnen,
ein Jesus voller Amseln
Quitten für die Menschen
zwischen Emden und Zittau
und
Der Unterschied zwischen Wäwäwäwäwä
und Wäwäwäwäwäwäwä

Quittenlehrpfad – zurück zum Ausgangspunkt

Blick zur Wallfahrtskirche Maria im Weingarten

Was Bäume erzählen: Sagen und Legenden von stummen Riesen von Margareta Fuchs. Gebundenes Buch 27,50 €, Kindle 14,99 €. Verlag: Edition Raetia; ISBN-13: 978-8872837177. Buchzitat: Von Ahorn bis Zypresse Sie raunen, flüstern, ächzen und singen: Auf der ganzen Welt sind Bäume von unzähligen Sagen, Märchen und Legenden umwoben. Bäume gelten als Wohnorte von Gottheiten, sind Gesundheitsspender und Gerichtsstätte. Manchen Mythen zufolge sind sogar die ersten Menschen aus ihnen entstanden. Margareta Fuchs erzählt vom trostspendenden Schutz der Trauerweide oder wie ein Mädchen durch eine Quitte zum Liebesschwur überlistet wird und weshalb die Lärche ein wunderbar zartgrünes Nadelkleid trägt.

Quittenlehrpfad bei Astheim

Im unterfränkischen Astheim führt ein von der Firma Mustea betriebener Quittenlehrpfad durch teilweise 100 Jahre alte Anbauflächen. Eine kooperierende Baumschule besitzt mit über 100 Sorten die wahrscheinlich größte Sammlung an Quittensorten in Deutschland.
Textquelle: de.wikipedia.org/wiki/Quitte
Webseite: www.mustea.de

Der Quittenlehrpfad wurde als Deutschlands erster Lehrpfad für die Pflanzen der Gattung Cydonia gegründet. In Astheim befinden sich die ältesten angebauten Quittenkulturen Deutschlands, die auf das 18. Jahrhundert datiert werden.

Vermutlich stammten die Quittenpflanzen aus der Baumschule der Chartreuse de Vauvert in Paris, die von den Kartäusermönchen betrieben wurde. Durch den ordensinternen Austausch der Nutzpflanzen gelangten sie im 17. Jahrhundert nach Franken.

Mit dem Niedergang des Weinbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Obstbau in Astheim weiter gefördert. Die sogenannten Rangenstreifen, Obstbauparzellen am Nordhang des Vogelsberges, wurden mit Quitten bestellt.

Mit dem Wiedererstarken des Weinbaus in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts geriet der Quittenanbau weitgehend in Vergessenheit. In den Jahren 2003 bis 2006 erfolgte die Konzeption des Quittenlehrpfades, 2007 wurde der Pfad eingeweiht.

Der Quittenlehrpfad Astheim beginnt am Ortsfriedhof nördlich der Staatsstraße 2260. Er enthält zwölf Stationen mit Themenschildern auf einer Länge von vier Kilometern an einem Wanderweg.

Die Schilder behandeln die Geschichte des Quittenanbaus an der Mainschleife, beleuchten die regionale Quittensorte Astheimer Perlquitte und gehen auf einige kulturhistorische Aspekte der Quittenzucht ein. Es werden auch seltene Quittensorten neu gepflanzt.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Astheim_(Volkach)#Quittenlehrpfad
Webseite: www.quittenlehrpfad.de

Der Astheimer Quittenlehrpfad: Mit 100 jährigen Baumgreisen stehen dort in der Gemarkung der Holzmorgen die deutschlandweit ältesten, obstbaulich kultivierten Quittengehölze…
Webseite: www.derquittenladen.de/wir/der-astheimer-quittenlehrpfad
Astheimer Quittenlehrpfad (4 km): Zeitraum von Führungen: Ende April – Mitte Mai (Quittenblüte), Juni, Juli, August (Fruchtentwicklung), ab Mitte September (Fruchtreife)! Termine für Quittenblüte (Ende April – Anfang Mai) und Fruchtreife (September).
Webseite: www.fraenkisches-weinland.de/poi/astheimer_quittenlehrpfad
Der Astheimer Quittenlehrpfad: Das gelbe Gold vom Main. Die Quitten aus Astheim: Quitten leuchten goldgelb und sind reich an Vitamin C. Am Astheimer Quittenlehrpfad gibt es noch heute die alten Rangenteile und uralte, vergessene Quittenbäume.
Webseite: www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zeit-fuer-bayern

Aufnahmen Quittenlehrpfad am 2. Juni 2020

Verwendung der Quitte als Lebensmittel

Quitten werden zum Verzehr gekocht, gedünstet, gedämpft oder gebacken. Aus Quitten kann man Marmelade, Kompott, Mus, Chutney, Quittensuppe, Quittenbrot, Saft und daraus Gelee (Quittenkäs), Likör, Wein, Schnaps sowie Secco („Perlwein“) herstellen.

Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der Apfelwein- oder -saftherstellung. Gebacken eignen sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch.

Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2–3 cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird.

Quittenbrot ist heutzutage im deutschsprachigen Raum im Handel fast nicht mehr erhältlich, in spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern ist Dulce de membrillo eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit.

Das fruchtig-herbe Aroma der Quitte kann im süßlichen Bereich ideal mit Zimt, Ingwer, Orangenschale, Rosinen, Mandeln und Vanille kombiniert werden. Auch mit Muskat, Szechuan-Pfeffer, Koriander oder Kardamom harmoniert die Frucht.

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Quitten Konfitüre / Quittengelee / Quittenmarmelade

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Der Quittenladen
Obst-, Wein- und Tresterbrände, Weine, Liköre, Wein- und Quittenessig-Sorten sowie reiner Quittensaft
Am Kloster 24
97332 Volkach
Webseite: www.derquittenladen.de

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Die alten Obstsorten:  Von Ananasrenette bis Zitronenbirne. Geschichten, Rezepte und Anbautipps von Sofia Blind (Autor) und Staatsbibliothek zu Berlin. Zitat: Von der Kirsche, für die Friedrich der Große einen halben Monatslohn zahlte. Von dem Apfel, der Newton zu seiner Gravitationstheorie inspirierte.

Über fünfzig heimische alte Obstsorten werden in diesem Band in historischen Illustrationen und unterhaltsamen Texten vorgestellt: Äpfel und Birnen, Kirschen und Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche, Beeren und Nüsse – darunter Klassiker wie ›Gravensteiner‹ oder ›Schattenmorelle‹, Raritäten wie der ›Weiße Winterkalvill‹ und außergewöhnliche Arten wie Maulbeere, Quitte oder Mispel.

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