Paris, 1919-1939: Den Frauen gehört die Nacht. In glamourösen Pariser Music-Halls, zwielichtigen Kabaretts und Tanzlokalen verkehrten die Stars der französischen Varieté- und Tanzszene. TV-Tipp & Literatur

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Tanz auf dem Vulkan: In glamourösen Pariser Music-Halls, zwielichtigen Kabaretts und Tanzlokalen verkehrten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen die Stars der französischen Varieté- und Tanzszene.

Namen wie Josephine Baker, Mistinguett, Gaby Deslys, Marianne Oswald und Suzy Solidor stehen für das Lebensgefühl im Paris der wilden Zwanziger, für eine Zeit, die von Lebenslust und Lebensgier beflügelt war.

Man tanzte in Paris (1919-1939) Charleston und Swing, bis sich in den beginnenden 30er Jahren die nächste Katastrophe abzeichnete.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wollten sich die Menschen vor allem amüsieren, um die Schrecken des Krieges zu vergessen.

In Music-Halls wie dem Moulin Rouge, dem Casino de Paris oder den Folies Bergère präsentierten Gaby Deslys, Mistinguett und Josephine Baker ihre verschwenderisch aufgemachten Revuen.

Die federgeschmückten „Königinnen der Nacht“ stehen für jenes flirrende Pariser Nachtleben und hedonistische Treiben, dem noch heute unzählige Touristen im Pariser Pigalle‑Viertel nachzuspüren versuchen.

Auch nach Ausbruch der Wirtschaftskrise ab 1929 wollte man in Paris nicht auf ausgelassenes Amüsement verzichten. Die Vergnügungen verlagerten sich in die Kabaretts, die einem erleseneren Publikum vorbehalten waren.

In deren gediegener Atmosphäre zeigte sich auch die Emanzipation der Frauen, die Kurzhaarschnitte, Hosen und Krawatten trugen.

Doch die 1930er Jahre warfen bereits ihre Schatten voraus, und die nächtliche Vergnügungslust täuschte nur für kurze Zeit über die Angst vor einem erneuten Krieg hinweg.

In legendären Etablissements wie dem „Boeuf sur le Toit“, dem „Chaland qui passe“ oder den „Borgias“ fanden Marianne Oswald, Suzy Solidor, Lucienne Boyer, Cora Madou und Lys Gauty den perfekten Rahmen für ihre verstörend intimen Darbietungen, mit denen sie Tabus brachen. Sie wurden zu den unvergessenen weiblichen Stars eines zeitlos gewordenen Repertoires.

Genre: Dokumentarfilm
Regie: Carole Wrona
Dauer: 91 Minuten
Herkunft: ARTE F
Land: Frankreich
Jahr: 2018

TV Tipp:

Die wilden Zwanziger
Den Frauen gehört die Nacht, Paris 1919-1939
QuelleArte.TV, ab Januar / Februar 2020

Vintagebuch Tipp:

Paris 1919-1939
Kunst, Leben & Kultur
(Die Metropolen & ihre Belle Époque)
von Vincent Bouvet (Autor)
Gérard Curozoi (Autor)
Monik Kalitzke (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Brandstätter Verlag
(15. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3850333238
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Buchzitat: Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald machten die Pariser Nächte unsicher, die Bohemien-Atmosphäre von Montparnasse mit ihren Bars und Cafés – wie dem berühmten La Coupole – wirkte auf Marc Chagall und Alberto Giacometti ebenso anziehend wie auf Joan Miró und Alexander Calder.

Pablo Picasso experimentierte in Paris mit dem Surrealismus, die ‘école de Paris’ versammelte so unterschiedliche Maler wie Chaim Soutine oder Kees van Dongen, die abstrakte Kunst fand hier mit Piet Mondrian und Wassily Kandinsky ihren ersten Höhepunkt.

Ganz zu schweigen von der Haute Couture oder den intellektuellen Disputen der Literaten, André Gide, Paul Valéry, François Mauriac und André Malraux schrieben für ein internationales Publikum.

Nach dem Börsenkrach von 1929 blieb Paris als kulturelles Zentrum aktiv, jedoch reflektierten Architektur und Kunst nun die wachsende politische Instabilität. Das urbane Gefüge wurde in den Fotos von Kertész und Brassaï für die Ewigkeit gebannt.

Jazz in Paris (1918-1923)

Horizontal Collaboration:
The Erotic World of Paris, 1920-1946

When Paris Sizzled

Lebensgefühl der Wilden Zwanziger:
ThemenDer große Gatsby
Coco Chanel, die Revolution der Eleganz
George Gershwin, der amerikanische Klassiker
Charlie Chaplin – Der Zirkus
Charlie Chaplin – Lichter der Großstadt: Ein Tramp verliebt sich in ein blindes Blumenmädchen, das ihn für einen reichen Mann hält. Um wieder sehen zu können, benötigt sie eine teure Augenoperation. Als der Tramp durch Zufall einem Millionär begegnet und ihm das Leben rettet, erhält er zum Dank eine Menge Geld. Er erkennt seine Chance, dem Mädchen zu helfen. Doch noch bevor sie ihm danken kann, gerät der Tramp durch ein unglückliches Missverständnis ins Gefängnis. Erst Monate später, als er wieder frei ist, begegnen sie sich wieder, doch das nun sehende Mädchen erkennt den zerlumpten Tramp nicht …

Lichter der Großstadt” ist der erste Film Chaplins, für den er selbst die Musik schrieb, eine Aufgabe, die er für die meisten seiner weiteren Filme übernahm. Chaplin wählte für die Rolle des Blumenmädchens Virginia Cherrill, die aufgrund ihrer starken Kurzsichtigkeit und ihres unscharfen Blicks das blinde Blumenmädchen am besten verkörpern konnte. „Lichter der Großstadt“ erhielt 1931 den National Board of Review Award, wurde 1991 ins National Film Registry aufgenommen und 2005 in die Film Hall of Fame der Online Film and Television Association. Info-Link: Lichter der Großstadt

Charlie Chaplin – Der Komponist: Charlie Chaplin ist immer noch eine der bekanntesten Figuren der Filmgeschichte, vor wie hinter der Kamera. Der Spazierstock schwingende Tramp mit den verbeulten Hosen und der Melone auf dem Kopf ist eine Ikone des Kinos.Ein Aspekt von Chaplins künstlerischem Schaffen ist allerdings nur wenig bekannt: sein Werk als Filmkomponist. Dominik Wessely zeigt diese Seite des genialen Allroundtalents in originalen Bild- und Tondokumenten aus den Chaplin-Archiven, Statements von Zeitgenossen, Ausschnitten aus Chaplins Filmklassikern und neu produzierten Musikaufnahmen.

Als Filmemacher nutzte der ausgewiesene Kontrollfreak seine erstaunliche musikalische Begabung nicht nur dazu, die passende Musik akribisch auszuwählen, er kreierte sich schließlich seine Filmmusik selbst: “City Lights” wurde sein erster Film, für den er den gesamten Soundtrack selbst geschaffen hatte.

Dominik Wessely verknüpft das exklusive Archivmaterial aus den Chaplin-Archiven mit heutigen Bildern von Chaplins Villa am Genfer See, von der Spurensuche in London, Hollywood und New York – und mit Ausschnitten aus einer Aufführung von „Modern Times (Moderne Zeiten)“, wie sie Chaplin geliebt hätte: mit seiner originalen Filmmusik, live gespielt von den Hamburger Symphonikern unter der Leitung von Stefanos Tsialis.
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Den Frauen gehört die Nacht: Paris, 1919 – 1939
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