Panzerkreuzer Potemkin. Mobilisierung der Träume. Stummfilm-Klassiker. Uraufführung am 21. Dezember 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater

Panzerkreuzer Potemkin. Mobilisierung der Träume. Stummfilm-Klassiker. Uraufführung am 21. Dezember 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater. TV-Filmtipp: ARTE, am 8. November, 22:40 bis 1:00 Uhr.

Der große Dokumentarfilm verfolgt die technischen und politischen Utopien der letzten 100 Jahre, die das vergangene Jahrhundert in seiner wechselvollen Geschichte begleitet haben. Seltenes Archivmaterial von fast 200 Filmen erzählt von diesem rasenden Fortschritt und seiner Dystopien. Eine Exkursion in die Geschichte von Film, Funk und Fernsehen.

Zitat: Der Dokumentarfilm schlägt den großen Bogen von den ersten Ideen, die um 1880 mit Thomas Edisons Sprechmaschinen laut wurden, über Radio und Film bis hin zu den Visionen multimedialer Maschinenbauer.

Parallel zur Ton- und Bildaufzeichnung über den Phono- und Kinematografen beschäftigte die Pioniere schon früh die Idee des Funks, der drahtlosen Übertragung von Bild und Ton. Eine grenzenlose Freiheit haben die Pioniere erahnt, die politische Praxis war fast immer gegenläufig.

Anhand von zahlreichen Filmausschnitten lädt „Mobilisierung der Träume“ zu einer Exkursion in die Geschichte von Film, Funk und Fernsehen ein, das sich fast zeitgleich zum Film entwickelt und eine ungeheure Produktivität aufseiten der technischen Erfindungen freigesetzt hat.

Um auch nach der politischen Praxis zu fragen: Wer hat Zugang zu den Informationsmedien und wer kontrolliert diejenigen, die den Zugang zu diesen Medien haben? Eine Frage, die in der heutigen Diskussion mehr denn je aktuell ist und zeigt, wie eng technischer und gesellschaftlicher Fortschritt – oder Rückschritt – miteinander verbunden sind.

ARTE Kino – Stummfilme, 136 Min.

Besetzung & Stab

Autor: Sergej M. Eisenstein
Kamera: Eduard Tissé, Martin Putz
Schnitt: Oliver Neumann, Sergej M. Eisenstein
Musik: Edmund Meisel, Siegfried Friedrich
Produktion: Goskino, Filmmuseum Berlin, Filmmuseum Wien, Amour Fou Vienna, Bildschön Filmproduktion, Ambient Information Systems
Produzent/-in: Wilhelm Karl Gerst, Alexander Dumreicher-Ivancenau, Bady Minick
Regie: Sergej M. Eisenstein, Manu Luksch, Martin Reinhart, Thomas Tode
Drehbuch: Nina Agadschanowa, Sergej M. Eisenstein, Manu Luksch, Mukul Patel

Mit: Alexsander Antonow (Grigory Vakulinchuk)
Wladimir Barski (Kommandant Golikov)
Grigori Alexandrow (Erster Nautischer Offizier Giliarovsky)
Mikhail Gomorrow (Militanter Seemann)
Dörte Lyssewski (Erzählstimme)
Land: Russland, Deutschland, Österreich
Jahr: 1930
Herkunft: ZDF

Panzerkreuzer Potemkin ist ein Stummfilm des Regisseurs Sergei Eisenstein aus dem Jahr 1925. Er wurde am 21. Dezember 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater als offizieller Jubiläumsfilm zur Feier der Revolution des Jahres 1905 uraufgeführt.

Die bekannteste Szene ist das Massaker auf der Treppe zum Hafen von Odessa: Zaristische Soldaten marschieren in rhythmischem, maschinenhaftem Schritt eine endlos lang erscheinende Treppe hinunter, während sie in eine Menschenmenge feuern, die die Treppe nach unten zu fliehen versucht.

Diese Szene wurde später unzählige Male in Filmen imitiert. Eine der berühmtesten Hommagen findet sich in Brian De Palmas Version von The Untouchables – Die Unbestechlichen (1987). Auch Woody Allen spielte auf diese Szene in seinem Film Bananas an; ebenso Terry Gilliam in Brazil, wo der Kinderwagen durch einen Bodenreiniger mit Schläuchen ersetzt wird.

Originalszenen des Massakers auf der Treppe wurden für das Video zum Song Intervention (2007) der Indie-Band Arcade Fire benutzt.

Schließlich fand sie sogar Eingang in die von Frank Castorf verantwortete Inszenierung von Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen 2013, wo in der Götterdämmerung ein mit einem Kartoffelsack beladener Kinderwagen über eine lange Treppe hinunterfährt. Obwohl die Szene in dieser Form fiktiv ist, machte sie die Potemkinsche Treppe von Odessa berühmt.

1957 malte Francis Bacon sein Bild Study for the Nurse in the Battleship Potemkin, das im Frankfurter Städel hängt. Er war vom Schrei der Kinderschwester auf der Treppe, der ins Auge geschossen wird, so beeindruckt, dass er ihn zu seinem berühmten Gemälde Papst Innozenz X. inspirierte.

Panzerkreuzer Potemkin wurde als einer der einflussreichsten Filme „aller Zeiten“ bezeichnet und mehrfach, unter anderem in den 1950er-Jahren vom britischen Kinomagazin Sight & Sound und 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel, zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt.

 

Bücher & Filme zum Thema Panzerkreuzer Potemkin finden Sie hier

 

   

 

Panzerkreuzer Potemkin – Treppenszene (ohne Musik)