26. Oktober 2021

Norbert Groeben: Sterbenswille. Verteidigung des rationalen Suizids und Sterbebeistands. Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben

Näher als heute werde ich dem Leben nicht mehr kommen. Es gibt keinen Sinn, der es lohnen würde, die Schmerzen, die Verzweiflung auszuhalten, den Kampf immer wieder neu aufzunehmen. Es gibt nur noch die eine Konsequenz, die Sinn macht. Hannelore Kohl

„Sterbenswille. Verteidigung des rationalen Suizids und Sterbebeistands“ von Norbert Groeben, neu bei wbg Academic

2020 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass aus dem Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung und der Menschenwürde (Artikel 1 und 2) folgt, dass jeder Mensch das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben hat.

In »Sterbenswille. Verteidigung des rationalen Suizids und Sterbebeistands« beleuchtet Norbert Groeben, weshalb dieses Recht nicht auf die Situation eines unerträglichen, zum Tode führenden Leidens beschränkt werden darf, und weshalb der Präventiv-, Bilanz- und Symbiose-Suizid ebenfalls zu den Möglichkeiten eines rationalen Suizids gehören sollten.

Rational, weil in freiem Willensentschluss dem eigenen Leben ein Ende gesetzt wird, das von den existenziellen Werthaltungen der Person aus keinen Sinn mehr besitzt.

Neben historisch-biographischen Beispielen für diese vier Suizid-Formen lässt sich zeigen, dass die Warnungen vor negativen Folgen einer Legalisierung der Sterbehilfe empirisch unbegründet sind.

Das eröffnet die Möglichkeit des ärztlich-assistierten Sterbebeistands, für den sich aus der Willensfreiheit des rationalen Suizids konkrete Verfahrensregeln ableiten lassen.

Norbert Groeben:
Sterbenswille.
Verteidigung des rationalen Suizids und Sterbebeistands
wbg Academic
212 Seiten
24,00 EUR.
ISBN: 978-3-534-40513-8

Video: Zur Diskussion der anstehenden Gesetzgebung ‚Sterbehilfe‘
– Lesung mit Prof. Groeben (Sterbenswille)