Anerkennung des Naumburger Doms als UNESCO-Welterbe

Anerkennung des Naumburger Doms als UNESCO-Welterbe

 

Am 21. Oktober überreicht Staatsministerin Michelle Müntefering die Urkunde zur Auszeichnung des Naumburger Doms als UNESCO-Welterbe an Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff. Im Juli 2018 hatte das Welterbekomitee den Dom als 44. UNESCO-Welterbestätte in Deutschland ausgezeichnet.

Im Rahmen des Festakts diskutiert die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer gemeinsam mit dem Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt Rainer Robra, Bundesminister a.D. Sigmar Gabriel, dem Ständigen Vertreter Deutschlands bei der UNESCO Stefan Krawielicki und der Beauftragten der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe Dr. Birgitta Ringbeck über den Weg zum Welterbe.

Moderiert wird die Diskussion von Landrat Götz Ulrich.

 

UNESCO-Welterbe Naumburger Dom

 

Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Das Welterbekomitee würdigte bei der Aufnahme in die Welterbeliste die künstlerischen Qualitäten des Doms, die Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit geben.

Mit dem Kreuzgang, der Doppelstruktur, dem Domgarten und den umliegenden Kuriengebäuden ist der Naumburger Dom ein herausragendes Denkmal der Spätromanik und Frühgotik.

Weltbekannt ist er für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der die beeindruckenden Stifterfiguren des Westchores, darunter Uta von Naumburg, und den Westlettner mit den Passionsreliefs schuf.

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Hintergrundinformationen

 

Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit 1.092 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Deutschland verzeichnet 44 Welterbestätten.

Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für aktuelle und zukünftige Generationen sicherstellt.

Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und ihren Wert der Gesellschaft zu vermitteln.

 

 

VinTageBuch Tipp

 

Der Naumburger Meister:
Von seinen Anfängen in Sachsen über Frankreich und Mainz nach Naumburg

(Die Blauen Bücher)
von Gerhard Straehle
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Verlag: Langewiesche
(1. Juni 2018)
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Zitat: Als ,die originellste Schöpfung der ganzen Epoche’ bezeichnete der französische Kunsthistoriker Emile Mâle die vor der Mitte des 13. Jh. geschaffenen Naumburger Stifterfiguren bei seinem Vergleich der französischen und deutschen Kunst während des Ersten Weltkriegs.

Dabei stellte er der großen idealistischen Kunst französischer Kathedralskulptur die rauhe Wirklichkeit der Stifterfiguren im Naumburger Dom entgegen, die niemals, so Mâle, in Frankreich gearbeitet noch von einem französischen Bildhauer jemals gemeißelt worden sein könnten.

Anders die Forschung im Ausstellungskatalog zum ‘Naumburger Meister’ von 2011. Die Autoren nehmen dort einen französischen Werktrupp als Schöpfer des Naumburger Westchors und seiner Skulpturen an, dessen Weg von der Île de France, der Picardie und der Champagne über die Grenzen Frankreichs hinaus nach Mainz, Naumburg und Meißen geführt habe.

Auch in unserem Band wird die Skulptur dieser Orte ausführlich besprochen. Ein Vergleich der Naumburger Stifterfiguren mit den in bedeutenden Fragmenten erhaltenen Grabmälern im Zisterzienserkloster Altzelle vermag jedoch zu zeigen, dass die Ursprünge des Naumburger Meisters in der sächsischen Grabmalskunst liegen.

Bildhauer von Altzelle oder einer anderen sächsischen Werkstatt haben – wahrscheinlich im Auftrag des Meißner Markgrafen Heinrich des Erlauchten – eine Zeitlang in Frankreich gelernt und gearbeitet, und so wird in vorliegendem Band die Skulptur im Naumburger Dom als sächsische Kunst unter französischem Einfluss beschrieben.

 

 

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