Musik im frühen deutschen Stummfilmkino: Eine Untersuchung der zeitgenössischen Rezeption … von Carolin Beinroth

Filmfachzeitschriften wie der Kinematograph und die LichtBildBühne stellten bereits ab 1907  & somit deutlich vor der Musikfachpresse – ein wichtiges Medium für den Austausch von Ideen, Gedanken & Erfahrungen für Kinomusiker dar:

 

Musik im frühen deutschen Stummfilmkino:
Eine Untersuchung der zeitgenössischen Rezeption
in ausgewählten Fachzeitschriften der Jahre 1907-1925
von Carolin Beinroth
[Print Replica]
Taschenbuch: 208 Seiten
Tectum Wissenschaftsverlag
(11. Juni 2019)
ISBN-13: 978-3828842090
Taschenbuch EUR 24,95
E-Book EUR 19,99

 

Zur Verlagsinfo
Musik im frühen deutschen Stummfilmkino
von Carolin Beinroth

 

Musik im frühen deutschen Stummfilmkino von Carolin Beinroth
bewerte ich wie folgt (maximal 10 Punkte):
Handlung, Thema: 10 Punkte
Ratgeber (Musikgeschichte und Filmgeschichte): 10 (+) Punkte
Schreibstil: 10 Punkte
Fazit: Das Ziel der deutschen Filmfachpresse war es, musikalische Begleitmethoden zu Stummfilmen zu standardisieren und somit die Qualität der begleitenden Musik deutschlandweit zu steigern.

 

Buchzitat: Neben Erläuterungen zu den verschiedenen musikalischen Begleitungsmethoden, von Improvisation bis hin zur Originalkomposition, wurden hier auch die alltäglichen Belange der Kapellmeister und Musiker diskutiert.

Zu einer Zeit, in der die Filmindustrie noch wenig Interesse an der musikalischen Untermalung des bewegten Bildes zeigte, unterstützte die Filmfachpresse ihre Leser bereits durch

praktische Ratschläge und Illustrationsvorschläge

in beispielsweise

speziellen Filmmusikführern,
Werbung für Instrumente und Notensammlungen

sowie Stellenanzeigen und bietet damit zugleich Einblicke in die zeitgenössischen musikalischen Aufführungspraktiken und deren Rezeption in den ersten Jahren des Mediums Film.

Zudem wird der Einfluss der Filmfachzeitschriften auf eine Standardisierung von Filmmusik deutlich.

 

Musik im frühen deutschen Stummfilmkino von Carolin Beinroth
(© Cover & Inhaltsverzeichnis: Nomos Verlag). Das Werk ist Teil der Reihe Systematische Musikwissenschaft und Musikkulturen, Band 6.

 

Wikipedia Anmerkung

Der erste experimentelle Tonfilm wurde bereits 1894 oder 1895 von William K. L. Dickson, einem Techniker von Thomas Alva Edison erstellt. Wenn die Notwendigkeit bestand, Handlungen zu erklären, wurden bis 1908 unsystematisch Filmerklärer eingesetzt, danach meistens Texttafeln mit erklärenden Zwischentiteln.

Im japanischen Kino gab es ab etwa 1908 einen oder mehrere Benshi, die die Filme erklärten und alle Rollen live während der Vorführung sprachen. Zu allen Stummfilmen lief Musik, entweder in Form einer für den Film geschriebenen Partitur oder als Improvisation eines Musikers.

Gespielt wurde meistens am Klavier. Klavierspieler in den Kinos wurden auch Tappeure genannt. Der Umfang und die Qualität der musikalischen Begleitung hingen vom Kino ab, für Galaveranstaltungen und Premieren großer, aufwendiger Filme, die ab Mitte der 1910er Jahre allmählich entstanden, wurden teilweise ganze Orchester zur Begleitung engagiert.

Einige Kinos verfügten über eigens konstruierte Kinoorgeln, die auch Geräuscheffekte ermöglichten. Als Deutschlands bekanntester Stummfilmpianist gilt Willy Sommerfeld, in Österreich ist Gerhard Gruber der bedeutendste Stummfilmbegleiter am Klavier.

Von Beginn der Filmprojektion an bestand der Wunsch, die stummen Filme mit Ton auszustatten. Zeitungskritiken zu den ersten Filmvorführungen sprachen, bei aller Bewunderung für die „Lebende Photographie“, den Mangel der stummen Bilder deutlich aus.

Zu den ersten Filmvorführungen z. B. in Ostfriesland wurde durch den Wanderkinopionier als Hintergrundvertonung Militärmusik mittels des Phonographen gespielt. Von 1904 an führten die Wanderkinos auf den Jahrmärkten mittels Nadeltonverfahren die sog. „Tonbilder“, mit speziell für die Filme produzierten Schallplatten, auf.

Diese Tonbilder konnten sich noch bis in die Frühzeit der ersten Ladenkinos im Programm jedes Kinos halten. Die Qualität war schlecht und die Platten liefen fast nie synchron zu den Bildern; für die von etwa 1915 an üblichen längeren Filme hatten die damaligen Schallplatten auch eine viel zu kurze Laufzeit, so dass die „Tonbilder“ bald wieder verschwanden.
Tonfilm Geschichte