Mata Hari war der Künstlername der niederländischen Tänzerin Margaretha Geertruida Zelle. Als Spionin für den deutschen Geheimdienst führte sie den Decknamen H 21

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Mata Hari

Mata Hari (indonesisch, „Sonne“, wörtlich „Auge des Tages“) war der Künstlername der niederländischen Tänzerin Margaretha Geertruida Zelle (* 7. August 1876 in Leeuwarden; † 15. Oktober 1917 in Vincennes, Frankreich).

Während ihrer Ehe verwendete sie auch die Namen Marguerite Campbell und Lady Gretha MacLeod. Als Spionin für den deutschen Geheimdienst führte sie den Decknamen H 21.

Mata Hari war in der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges als exotische Nackttänzerin und exzentrische Künstlerin berühmt. Daneben wurde sie als deutsche Spionin bekannt.

Mata Hari wurde am 25. Juli 1917 wegen Doppelspionage und Hochverrats von den Richtern eines französischen Militärgerichts zum Tode verurteilt und am 15. Oktober 1917 in Vincennes bei Paris hingerichtet.

Mata Hari war nie die raffinierte Doppelagentin, wie in dem Urteil von 1917 und späteren Darstellungen stilisiert – eher ein willkommenes Bauernopfer des französischen Militärgerichts, weil die Kriegsbegeisterung merklich nachließ und ein Sündenbock für die Niederlagen und Verluste hilfreich schien.

Möglicherweise könnten die französischen Gerichtsakten, die bis 2017 – einhundert Jahre nach ihrem Tod – nicht geöffnet werden durften, weitere Hinweise geben.

Mata Hari trat im Spätherbst 1915 in den Dienst des deutschen Geheimdienstes III b und wurde im Folgejahr zusätzlich durch den französischen Geheimdienst für Aktivitäten gegen Deutschland angeworben.

Aus den zeitgenössischen Akten des britischen Geheimdienstes MI5, die am 21. Januar 1999 freigegeben wurden und nun im Britischen Nationalarchiv öffentlich zugänglich sind, geht jedoch hervor, dass sie keine wesentlichen Geheimnisse, weder an die Deutschen, noch die Franzosen verraten hat – sie verfügte nicht über die Kontakte in neuralgische militärische oder kriegswichtige Bereiche.

Aus der gegenwärtigen Quellenlage scheint es, als habe Mata Hari am Ende ihrer Tanzkarriere mit einer kläglich-naiven, bedeutungslosen Informationstätigkeit ihr drohendes Schicksal, als Künstlerin in Vergessenheit zu geraten und unter akuter Geldnot leidend, abzuwenden versucht und dabei die Gefährlichkeit ihres Handelns nicht erkannt.

Die deutsche Kriegspropaganda, die den Fall auszunutzen gedachte, bezeichnete sie als „Opfer des französischen Kriegswahns“ und läutete mit dem politischen Finale des Idols seine dramatisch-romantische Verklärung ein. Bislang war ihre Lebensgeschichte Stoff für über 250 Bücher und ein Dutzend Filme. Die Quellenlage ist jedoch nach wie vor dünn, basiert doch nur ein Bruchteil dieser Bücher und Filme auf verlässlichen Quellen oder ist geneigt, sich den tatsächlich historischen Abläufen zu stellen.

Künstlername Mata Hari

Der Künstlername Mata Hari stammt aus der indonesischen Sprache und bedeutet „Sonne“ bzw. wörtlich übersetzt „Auge“ (mata) des „Tages“ (hari). Nach anfänglichen Erfolgen als Tänzerin legte sich Margaretha Geerdruida MacLeod diesen Namen 1905 zu und unterstützte damit indirekt in der Presse verbreitete Gerüchte, dass sie die Tochter eines orientalischen Herrschers sei.

Quellenlage (Auszug)

Die diversen Versionen ihres Lebenslaufes, aus denen schließlich ein dicht gewobenes Netz aus Sagen und Legenden entstand, sind zum einen darauf zurückzuführen, dass Mata Hari selbst zahlreiche Geschichten erfand, mit denen sie Tatsachen ihres Lebens besser darstellen wollte als die Wirklichkeit war.

Andererseits wurden aber auch von ihren Biographen die tatsächlichen Lebensdaten mit willkürlich erfundenen Geschichten, umstrittenen Anekdoten und einseitigen Darstellungen der Spionagevorwürfe vermischt und oft genug als „authentisches Quellenmaterial“ dargestellt. Der Erfindungsreichtum manches Autors stand Mata Haris eigenem Reichtum an Fantasie kaum nach.

So schrieb bereits Friedrich Wencker-Wildberg in den Quellennachweisen seiner 1936 erstmals erschienenen Biografie:

Über Mata Hari hat sich im Laufe der letzten zwanzig Jahre eine ziemlich umfangreiche Literatur angesammelt. Unterzieht man die einzelnen Schriften einer kritischen Untersuchung, so bleibt sehr viel Spreu und herzlich wenig Weizen übrig, ja man wundert sich geradezu…,

dass über eine Frau, die immerhin eine Zeitlang im hellen Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden und Behörden, Presse und Literatur beschäftigt hat, die widerspruchvollsten und unwahrscheinlichsten Geschichten verbreitet wurden …“ (Friedrich Wencker-Wildberg: Mata Hari. Roman ihres Lebens. MATA HARI. “Kurtisane – meinetwegen! Aber Spionin – niemals!“)

Sam Waagenaar / Greta Garbo / 1930

Hinsichtlich der Recherchen zu Mata Haris Spionagetätigkeit und Kontakt mit den deutschen, britischen und französischen Nachrichtendiensten gilt Sam Waagenaar (1908–1997) unter ihren Biographen als die verlässlichste Quelle.

Mata Hari: Ou la danse macabre
(French Edition) Kindle Ausgabe
von Sam Waagenaar (Autor)
Verlag: Fayard
(14. September 1987)
Sprache: Französisch
ISBN-13: 978-2213015323
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Sam Waagenaar arbeitete in den 1930er Jahren für MGM und war an der Recherche zu dem mit Greta Garbo 1930 gedrehten Film Mata Hari beteiligt.

Mata Hari mit Greta Garbo
EU Import mit deutscher Tonspur
Greta Garbo (Darsteller)
George Fitzmaurice (Regisseur)
Alterseinstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Format: DVD
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 90.00 Minuten
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Drei Jahrzehnte später sichtete Sam Waagenaar das alte Material, recherchierte weiter und schrieb seine erste Biografie, die 1963 erschien; eine zweite, überarbeitete Fassung erschien 1976.

In seinem Vorwort zur deutschen Erstausgabe des Buches Mata Hari. Der erste wahre Bericht über die legendäre Spionin behauptet Sam Waagenaar, nur „zwei Außenstehende“ hätten die Akte je gesehen: „Alain Presles, ein französischer Journalist, der durch einen blinden Glückszufall Teile dieser Akte kopieren durfte … und ich.“

Nach weiteren Recherchen legte Sam Waagenaar 1976 ein zweites Buch vor, das allerdings schon im Titel ein radikal verändertes Bild vermittelte: Mata Hari: niet zo onschuldig („Mata Hari, [doch] nicht so unschuldig“). Die deutsche Fassung trägt den unverfänglichen Titel: Sie nannte sich Mata Hari. Bild eines Lebens, Dokument einer Zeit.

Gemeindearchiv Leeuwarden (Niederlande)

Informationen findet man auch im Gemeindearchiv Leeuwarden, im Historisches Centrum Leeuwarden, im Leeuwarder Fries Museum und der offiziellen Biografie des Instituut voor Nederlandse Geschiedenis (Institut für niederländische Geschichte) und den jeweils aktuellen Erkenntnissen der Leeuwarder Mata-Hari-Arbeitsgruppe.

Historisches Zentrum Leeuwarden (HCL)
Groeneweg 1
8911 EH Leeuwarden
Webseite: historischcentrumleeuwarden.nl
Twitter: HistorischcentrumLwd @HistorischCLwd

Fries Museum
Wilhelminaplein 92
8911 BS Leeuwarden, Niederlande
Webseite: www.friesmuseum.nl

Tanzkarriere der Mata Hari / Legendenbildung

In den Jahren 1903 bis 1905 entwarf Margaretha MacLeod ihren Schleiertanz sowie Kostüm und Legende einer indischen Tempeltänzerin (Indischer Tanz), die bei ihrem Publikum auf fruchtbaren Boden fielen. Da es wenig Fachleute für indische oder javanische Tänze und Kultur gab, musste sie eine Entlarvung ihrer Fantasiegeschichten, Lügen und Flunkereien kaum befürchten.

 

Paris der Belle Époque

Das Paris der Belle Époque war fremdländische und frivole Tänzerinnen zwar gewohnt; eine indische Bajadere, die mit einer geheimnisvollen Geschichte und exotischer Herkunft aufwarten konnte, war jedoch etwas Neues. Die „bessere Gesellschaft“ von Paris war stets auf der Suche nach Sensationen und interessanter Unterhaltung.

 

Die Geschichte und der Tanz von Mata Hari faszinierten das reiche und gelangweilte Publikum. Hinzu kam, dass Margaretha „die Kunst der erotischen Entkleidung“ perfekt beherrschte.

„So etwas hatte Paris noch nicht gesehen … aus anmutigen Gesten wurden leidenschaftliche Windungen – und am Ende stand vor den entrückten Damen und Herren der Gesellschaft eine nackte Schönheit.“ DER SPIEGEL Zeitgeschichten

Mata Haris Schleiertanz / Tempeltänze

Ein Journalist schrieb als Zeitzeuge im Courrier français: „Eine große dunkle Gestalt schwebt herein. Kräftig, braun, heißblütig. Ihr dunkler Teint, ihre vollen Lippen und glänzenden Augen zeugen von weit entfernten Landen, von sengender Sonne und tropischem Regen. Sie wiegt sich unter den Schleiern (Schleiertanz-Kostüme), die sie zugleich verhüllen und enthüllen. […] Abb.: Indische Tanz Performance-Kleidung von MSemis (Amazon-Shop)

Das Schauspiel läßt sich mit nichts vergleichen, was wir je gesehen haben. Ihre Brüste heben sich schmachtend, die Augen glänzen feucht. Die Hände recken sich und sinken wieder herab, als seien sie erschlafft vor Sonne und Hitze. […] Ihr weltlicher Tanz ist ein Gebet; die Wollust wird zur Anbetung. Was sie erfleht, können wir nur ahnen […] Der schöne Leib fleht, windet sich und gibt sich hin: es ist gleichsam die Auflösung des Begehrens im Begehren.“ Marcel Lami im „Courrier français

Von nun an gab sich Margaretha als Exotin aus, wobei sie behauptete, sie stamme aus dem Süden Indiens, von der Küste von Malabar, aus der heiligen Stadt Jaffnapatam (die aber gar nicht an der Malabarküste, sondern auf Ceylon liegt), und ihre Familie bestehe aus Mitgliedern der oberen Kaste der Brahmanen.

Sie sei in der unterirdischen Halle des Gottes Shiva aufgewachsen und von Kindesbeinen an in den rituellen Tempeltänzen unterrichtet worden, die sie zu Ehren der Götter Tag für Tag getanzt habe. Sie habe sich in herrlichen Gärten ergangen, sei mit Girlanden aus Jasmin bekränzt worden und habe die Altäre der Götter dekoriert.

Sie hätte wohl ihr ganzes Leben an diesem Ort zugebracht, wenn nicht ein bildschöner, junger britischer Offizier sie einmal bei einem solchen Tanz gesehen, sich unsterblich in sie verliebt, sie entführt und geheiratet hätte.

Ihm habe sie sodann einen Sohn geboren, Norman, den eine fanatische Dienerin grundlos vergiftet habe. Sie wiederum habe daraufhin – nach indischem Brauch – die Dienerin mit ihren eigenen Händen erdrosselt.

Mata Haris Kindheit auf Java

Diese Legende wandelte sie gelegentlich ab. Häufig siedelte sie ihre Kindheit auf Java an. Oft behauptete sie, die Enkelin eines javanischen Sultans zu sein, dessen Tochter einen niederländischen Offizier geheiratet habe. Mit zwei Jahren sei sie nach Deutschland in ein Internat gekommen und habe, mit 16 Jahren, den britischen Offizier MacLeod geheiratet.

Mata Haris exotische Herkunft

Mata Haris exotische Herkunft galt im übrigen noch bis zum Ende der 1920er Jahre als Tatsache. Obwohl bereits früh partielle Zweifel an ihrer Lebensgeschichte aufkamen, unter anderem durch die französische Schriftstellerin und Tänzerin Colette, wurde Mata Haris Legende ihrer indischen beziehungsweise indonesischen Herkunft erst 1930 durch den Journalisten Charles S. Heymans enthüllt.

 

Colette (DVD)
Darsteller: Klaus Maria Brandauer, Mathilda May, Virginia Madsen, Jean Pierre Aumont
Regisseur(e): Danny Huston
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Laser Paradise/DVD
Erscheinungstermin: 22. November 2005
Produktionsjahr: 1991
Spieldauer: 92 Minuten
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Zitat: Als Colette Paris erreicht, war sie jung und unschuldig. Doch unter dem Mantel der Jungfräulichkeit steckt eine attraktive und aufregende Frau, die nur darauf wartet, von den Männern entdeckt zu werden.
Neugierig gab sie sich den Lüsten der Begierde hin. Eine Welt der Sinnlichkeit und Erotik öffnete sich ihr, und aus der Knospe wurde eine prachtvolle Blüte. Zitatende

Der Geburtsort von Mata Hari, ihre Eltern und die Umstände, die Mata Hari zur Tänzerin machten, blieben übrigens bis dahin ihr wohlgehütetes Geheimnis, das nur wenige kannten: Leeuwarden, Grote Kerkstraat, Hausnummer 212. Hier hat Mata Hari den Großteil ihrer Kindheit verbracht. In Kelders 33, nur wenige Straßen weiter, steht das Geburtshaus von Mata Hari. An der Brücke finden Sie das Denkmal von Mata Hari, das 1976 zu Ehren ihres 100. Geburtstags aufgestellt wurde.

Mata Haris Indonesienaufenthalt

Mata Hari hatte zwar einige Jahre in Indonesien verbracht, jedoch weder indische Tänze gelernt noch sich mit ihnen intensiver beschäftigt. Was sie von indischen Tänzen und Liebeskünsten wusste, hat sie wahrscheinlich einer Übersetzung des Kamasutra entnommen und für ihre Zwecke abgeändert:

Margaretha hatte keine Gelegenheit gehabt, einen unmittelbaren Einblick in die Welt des Hinduismus zu nehmen, innerhalb dessen sich die Tradition des Tempeltanzes entwickelt hatte. Sie war nie in Indien gewesen, und in Indonesien ist diese Tradition unbekannt.

Mata Haris Siegeszug als gefeierte Tänzerin begann

Aber sie konnte erzählen, was sie wollte, man glaubte ihr vorbehaltlos; gerade diese geheimnisvoll-exotische Note wirkte auf ihr erlebnishungriges Publikum und bahnte ihr den Weg zum Erfolg. Sie wurde zur Sensation.

Die Zeitungen schrieben über sie, die Kritiker überschlugen sich geradezu mit ihren Komplimenten, sie war in aller Munde, tout Paris (ganz Paris) wollte sie sehen. Mata Haris Siegeszug als gefeierte Tänzerin begann.

Die Tänzerin Mata Hari

Nach einer Recherche von Jan Brokken tanzte sie zur Zeit ihres zweiten Aufenthalts in Paris einen Schlangentanz in einem Lokal am Montmartre, wo man auf sie aufmerksam geworden sei und sie anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung zu einem Auftritt in den renommierten Salon der Madame Kiréevsky eingeladen habe:

Der Auftritt fand Ende Januar 1905 statt, angekündigt war sie als Lady MacLeod. Durch Pressemitteilungen, die „eine Frau aus dem Fernen Osten“ ankündigten, „die mit Parfüm und Juwelen beladen nach Europa kam, um sich mit Schleiern zu verhüllen und enthüllen“, interessierten sich weitere Mäzene für Lady MacLeod.

Diner de faveur

Lady Mac Leod, deren Namen man bald in ganz Paris kennen wird, hat aus Indien, wo sie mit einem hohen Offizier verheiratet war, auf recht eigenwilligen Legenden basierende Tempeltänze mitgebracht.

Beim Diner de faveur bei Julien unter dem Vorsitz von Marthe Régnier aus dem Vaudeville sowie von Monsieur Tauride, dem Direktor des Odéon, verlas unser Kollege Georges Visinet mit seiner kraftvollen Stimme die Anrufung des Gottes Shiwa. […] Shiva Figuren bei Amazon.de:

   

Mit bemerkenswerter Geschmeidigkeit bietet Lady Mac Leod diese wirklich sehenswerten Tänze dar, die in Klubs und Salons begeistert aufgenommen werden. Die getanzte Legende von der Prinzessin und der bezaubernden Blume fand großen Beifall.“ Le Courrier français vom 9. Februar 1905

Mata Haris Nachempfindungen indischer Tempeltänze

Auf Einladung des Industriellen Émile Guimet, der ihre Vorstellung im Salon Kiréevsky verfolgt hatte, tanzte sie am 13. März 1905 in seinem Museum Guimet vor einem ausgesuchten Publikum und präsentierte dort Nachempfindungen indischer Tempeltänze.

Er stellte ihr passende Tanzbekleidung, einen Sarong und ein besticktes Bustier, Schleier und Schmuck zur Verfügung und riet ihr, einen Künstlernamen anzunehmen.

Obwohl sie noch als Lady Mac Leod in den Zeitungen angekündigt wurde, legte sie an jenem Tag ihren endgültigen Künstlernamen fest – Mata Hari. Matahari bedeutet auf malaiisch „Sonne“ (wörtlich „Auge des Tages“).

Mata Haris unbekleideter Tanz war Sensation und Skandal zugleich

Die Szene, in der sie zuletzt nahezu unbekleidet tanzte, war Sensation und Skandal zugleich. Es folgten Auftritte auf den Soirées von Bankier Baron Henri de Rothschild (1872–1946), der Theaterschauspielerin Cécile Sorel (1873–1966), Gaston Menier, dem Erben der Schokoladendynastie Menier, Natalie Clifford Barney und vielen anderen.

Mata Hari Filmtrailer

Zitat: Mata Hari: the name breathes mystery, intrigue and sexual allure. Who better to play the notorious World War I spy than Greta Garbo, the enigmatic, exquisite screen icon called The Swedish Sphinx?

Garbo is mesmerizing as the dancer-turned-German secret agent in a wartime Paris seething with secrets and betrayal. The notable supporting cast includes Lionel Barrymore as a Russian general besotted with her, Lewis Stone as an icy master spy, and Ramon Novarro as a handsome aviator who wins the heart Mata Hari did not know she possessed. With the world at war, love was her weapon. And the only men she couldn’t seduce were the 12 in the firing squad that ended her tragic and tumultuous life. Zitatende

Mata Hari erfolgreichstes Jahr war 1905

Das Jahr 1905 war wahrscheinlich das erfolgreichste für Mata Hari. Sie gab 35 Vorstellungen, verdiente pro Abend rund 10.000 französische Francs, verkehrte in den teuersten Hotels und bewohnte eine eigene Wohnung in der vornehmen Rue Balzac Nummer 3 im 8. Pariser Arrondissement.

Im Mai glückte ihr ein Auftritt im Théâtre du Trocadéro, den sie im Juni und Juli wiederholte. Zudem wurde sie von dem Zeitungsherausgeber und Impresario Gabriel Astruc kontaktiert, der ein Varietéprogramm für das Olympia-Theater vorbereitete und sie dazu als Hauptattraktion einlud.

Mata Hari gezielt platzierte Falschmeldung

Ende des Jahres kündigte sie einem holländischen Journalisten an, sie werde das Tanzen aufgeben und einen osteuropäischen Fürsten heiraten. Solche und ähnliche, augenscheinlich von Mata Hari gezielt platzierten Falschmeldungen sorgten dafür, dass ein Interesse der Öffentlichkeit an der geheimnisvollen Tänzerin nicht nachließ. Trotzdem hatte sie bereits nach kurzer Zeit mit Konkurrenz zu kämpfen.

Folies Bergère / Suzy Deguez

Suzy Deguez, Tänzerin in den Folies Bergère, kopierte ihre „Tempeltänze“, bald gefolgt von weiteren Tänzerinnen. Mata Hari reagierte äußerlich gelassen und versprach außergewöhnliche Sensationen, die sie in Kürze auf die Bühne bringe.

 

Das Interesse an ihr, vor allem als Werbeikone, blieb ungeachtet der aufkeimenden Konkurrenz ungebrochen. Die großen Varietés buchten sie, ein Engagement jagte das andere, ihr Bild erschien auf Postkarten, Zigarettenschachteln und Keksdosen.

Folies Bergère
32 Rue Richer
75009 Paris, Frankreich
Webseite: www.foliesbergere.com

Pariser Theater Olympia / Monte Carlo

Im Pariser Theater Olympia erschien sie 1906 vor großem Publikum im Rahmen eines Varietéprogramms. In Monte Carlo sah man sie im dritten Akt von Jules Massenets Oper Le Roi de Lahore als Salomé neben der Ballerina Carlotta Zambelli (1875–1968).

Music Hall Olympia
28 Boulevard des Capucines
75009 Paris, Frankreich
Webseite: www.olympiahall.com

26. April 1906 erging das Scheidungsurteil für ihre Ehe

Mata Hari wurde aufgrund von Nacktaufnahmen, die sie für einen Bildhauer anfertigen ließ und die aus ungeklärten Gründen an Liebhaber verkauft wurden und so in der Öffentlichkeit kursierten, schuldig geschieden. Ihr Publikum erfuhr nichts von diesem Vorgang, sie gab sich weiter als geheimnisumwitterte indische Tempelbajadere Mata Hari aus, über deren romantische Herkunft sich die Zeitungen gegenseitig mit fantastischen Geschichten übertrumpften.

Mata Haris Reise nach Wien

Nach ihrem triumphalen Auftritt in Monte Carlo reiste Mata Hari nach Wien zu Auftritten im Apollo-Theater, (Das Apollo-Theater war eine Theater- und Varieté-Institution im Wiener Stadtteil Mariahilf, die als Uraufführungsstätte einer Reihe von Operetten von Ralph Benatzky Bedeutung erlangte) wo sie ebenfalls große Erfolge feierte. Die Zeitungen waren voll mit begeisterter Kritik:

Isadora Duncan ist tot, es lebe Mata Hari

Isadora Duncan ist tot, es lebe Mata Hari! Die Barfußtänzerin ist vieux jeu, die Künstlerin up to date zeigt mehr […] Isadora Duncan bei Amazon.de:

 

I’ve only danced my life:
Die Autobiografie der Isadora Duncan
von Isadora Duncan
Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Parthas Verlag Berlin
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3869640983
gebraucht bei Amazon.de kaufen

Buchzitat: Die Autobiografie einer noch heute faszinierenden Pionierin des modernen Tanzes: Isadora Duncan gilt als Wegbereiterin des modernen Tanzes und machte im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts vor allem in Europa und der Sowjetunion Karriere. Sie tanzte auf völlig neue Art unter Rückbesinnung auf die Antike zu den großen klassischen Werken der Musik und schockierte ihr Publikum mit entblößten Armen und Beinen.

Die unkonventionelle und bildschöne Künstlerin lehnte sich gegen die bürgerlichen Konventionen auf und engagierte sich für die Rechte der Frauen. In ihren Tanzschulen förderte sie junge Mädchen und ermutigte sie zu einem eigenständigen Leben, während sie mit ihrer Tanzgruppe, den Isadorables, Triumphe vor ausverkauften Häusern feierte. Zitatende

Mata Haris Tänze seien ein Gebet … der Inder tanzt, wenn er die Götter ehrt. Mata Hari selbst tritt gemessenen Schrittes ein.

Eine junonische Erscheinung. Große, feurige Augen verleihen ihrem edel geschnittenen Gesicht besonderen Ausdruck. Der dunkle Teint – offenbar Erbstück von Großpapa Regent – kleidet sie prächtig, eine exotische Schönheit ersten Ranges.

Ein weißes faltiges Tuch hüllt sie ein, eine rote Rose schmückt das tiefschwarze Haar. Und Mata Hari tanzt […] Das heißt: sie tanzt nicht. Sie verrichtet ein Gebet vor dem Götzenbild, wie ein Priester den Gottesdienst. […]

Unter dem Schleier trägt die schöne Tänzerin Mata Hari auf dem Oberkörper einen Brustschmuck und einen Goldgürtel … sonst nichts. Die Kühnheit des Kostüms bildet eine kleine Sensation.

Doch nicht der leiseste Schein der Indezenz… Das, was die Künstlerin im Tanze verrät, ist reinste Kunst. Der Tanz schließt mit dem Sieg der Liebe über die Zurückhaltung […] der Schleier fällt. Mächtiger Beifall ertönt. Schon aber ist Mata Hari verschwunden.“ Neues Wiener Journal vom 15. Dezember 1906

Mata Haris Berlin-Aufenthalt

Nach Berlin kam sie zum ersten Mal 1907 zu einem Auftritt im Varieté Wintergarten an der Friedrichstraße und wurde auch hier zur Sensation. Anschließend soll Mata Hari in Berlin mehrere Monate mit dem Marienfelder Rittergutsbesitzer Alfred Kiepert, einem vermögenden Leutnant des „Elften Husarenregiments von Westfalen“, in der Nachodstraße 18 zusammengelebt haben.

Wintergarten Varieté in Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
Webseite: www.wintergarten-berlin.de

Mittlerweile tauchten erste Gerüchte über ihre wahre Identität auf, und Mata Hari wehrte sich in der Presse mit einer veränderten Lebensgeschichte: „Er (der Vater von Mata Hari) war Berufsoffizier. Er hat mich auf Java aufwachsen lassen und dann in ein aristokratisches Internat nach Wiesbaden geschickt.“

Mata Hari tanzt für den Deutschen Kaiser Wilhelm II.

In Berlin gab sie auch eine Vorstellung für den Deutschen Kaiser Wilhelm II. und dessen Familie. Ein weiteres Gerücht berichtete von einem Verhältnis der Tänzerin mit dem Sohn des Kaisers. Dieses wurde von ihr nicht dementiert, was ihr in ihrem Prozess negativ ausgelegt werden sollte.

Gefälschte Lebensgeschichte meiner Tochter Mata Hari

Sie kehrte 1907 nach Paris zurück. Im selben Jahr erschien das von ihrem Vater Adam verfasste Buch Mata-Hari – Mevr. M.G. Mac Leod-Zelle. De levensgeschiedenis mijner dochter en mijne grieven tegen haar vroegeren echtgenoot. Met portretten, documenten, fac-simile’s en bijlagen.

Diese „Lebensgeschichte“ enthielt neben gefälschten Dokumenten, mit denen der Vater eine adelige Abstammung seiner Tochter belegen wollte, vor allem Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann.

Mata Haris Reise nach Ägypten

Im Winter 1907 begab sie sich – eventuell zusammen mit Alfred Kiepert – auf eine Reise nach Ägypten und blieb für ihre europäische Anhängerschaft verschwunden. Gerüchteweise verlautete, sie halte sich „im Nillande auf, um die alten Mysterien zu studieren“.

Mata Hari in Rom

Am 30. März 1907 befand sich Mata Hari in Rom und telegrafierte an ihren Manager, ob inzwischen neue Engagements für sie eingetroffen seien. Sie schrieb auch an Richard Strauss, um sich für seine neue Inszenierung als Salome vorzuschlagen: „Nur ich kann die Salome tanzen.“ Als sie keine Antwort erhielt, reiste sie nach Paris zurück.

Karrierebruch der Mata Hari

In Frankreich angekommen, musste Mata Hari feststellen, dass man sie als Künstlerin schon fast vergessen hatte und es in Paris von Kopien ihrer Tänze geradezu wimmelte.

Die Tänzerin Colette war fast nackt in Der Ägyptische Traum im Moulin Rouge zu sehen, in Berlin zeigte die marokkanische Tänzerin Sulamith Raha im „Evakostüm“ ihren Schwerttanz, den Schleiertanz und einen Bauchtanz, und Maud Allan tourte mit ihren Visions of Salome erfolgreich durch Europa.

Moulin Rouge
82 boulevard de Clichy
Montmartre – La Chapelle, 18e Bezirk
75018 Paris
Webseite: www.moulinrouge.fr

Orientalische Tänzerinnen

Als Reaktion kündigte Mata Hari in der Ausgabe der britischen The Era vom 20. September 1908, einer Wochenzeitung für Kunst und Kultur, ihren Rücktritt von der Bühne an und beklagte sich über ihre Konkurrentinnen: „Seither nehmen einige Damen den Titel einer orientalischen Tänzerin für sich in Anspruch.

Ich würde mich vielleicht durch solche Beweise der Aufmerksamkeit geschmeichelt fühlen, wenn die Darbietungen dieser Damen einen gewissen wissenschaftlichen und ästhetischen Wert besäßen, aber das ist nicht der Fall.“

Mata Haris Affäre mit dem verheirateten Bankier Xavier Rousseau

Nach einer Affäre mit dem verheirateten Bankier Xavier Rousseau, dessen Mätresse sie war, musste sie erneut für ihren eigenen Unterhalt sorgen und suchte wieder vermehrt den Kontakt zu Astruc, der ihr in der Tat eine Reihe neuer Engagements verschaffen konnte, unter anderem den Auftritt, der später als der Höhepunkt ihrer Karriere verstanden wurde:

Mata Haris Tanz in der Mailänder Scala

Am 7. Dezember 1911 tanzte sie in der Mailänder Scala Die Prinzessin und die Zauberblume im fünften Akt von Christoph Willibald Glucks Oper Armide, und im Januar 1912 verkörperte sie die Venus in Antonio Marcenos Ballett Bacchus und Gambrinus.

Während die Venus ansonsten von Künstlerinnen mit blondem Haar dargestellt wurde, trat Mata Hari mit ihrem eigenen dunklen Haar als viel gelobte „Schwarze Venus“ auf.

Mailänder Scala
Teatro alla Scala in Mailand
Via Filodrammatici, 2
20121 Milano MI, Italien
Webseite: www.teatroallascala.org

Mata Haris Tänze in den privaten Salons der italienischen Oberschicht

Auch in den privaten Salons der italienischen Oberschicht tanzte sie die Salome. Im März 1912 versuchte sie, ein Engagement von Sergej Djagilew zu erhalten, der mit seinem Ensemble märchenhafte Erfolge in Europa feierte, wurde jedoch brüsk abgewiesen.

Mata Haris orientalische Tänze

Hin und wieder konnte sie ihre orientalischen Tänze noch vor einem größeren Publikum zeigen. So war sie am 14. Dezember 1912 in der Vorstellung Indische Kunst in der Université des Annales zu sehen. Doch auch ihr Manager Astruc, der inzwischen Direktor des Théâtre des Champs Elysées geworden war, wandte sich von ihr ab.

Théâtre des Champs-Élysées
15 Avenue Montaigne
75008 Paris, Frankreich
Webseite: www.theatrechampselysees.fr

Mata Haris Auftritte als spanische Tänzerin

Am 28. Juni 1913 trat sie als spanische Tänzerin in La Revue en Chemise in den Folies Bergère auf. Im Kino Gaumont zeigte sie ein letztes Mal ihren Tanz für den Gott Shiva.

Der Zenit ihrer Tanzkarriere war bereits überschritten. Nach drei Auftritten im Musée Galliera im Januar 1914 berichtete sie einem Journalisten der Vogue, sie bereite ein sensationelles Comeback vor.

Sie reiste wieder nach Berlin und telegrafierte Ende Februar an Émile Guimet, ob sie ihren Erfolg nicht mit ägyptischen Tänzen wiederherstellen könne. Seine Antwort vom 9. März 1914 war bezeichnend: „Teuerste, ägyptisches Ballett zu machen ist eine ausgezeichnete Idee, vorausgesetzt, es ist wirklich ägyptisch.“

Kriegsausbruch / Berliner Metropol-Theater

Im Mai 1914 war es Mata Hari gelungen, einen Kontakt zum Berliner Metropol-Theater herzustellen, wo sie ab September desselben Jahres sechs Monate lang in der Oper Der Millionendieb auftreten sollte. Dieses Engagement kam indes nicht mehr zustande, da am 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach.

Engagements blieben nun fast völlig aus – im Kriegsjahr 1914 war sie lediglich noch einmal im Königlichen Theater von Den Haag im Ballett Les Folies Françaises zu sehen – denn in den Hauptstädten war das Massensterben der Soldaten im Krieg Hauptthema, und kaum jemand hatte in dieser Phase des Schocks Interesse, sich eine indische Nackttänzerin anzusehen.

Metropol-Theater Berlin
jetzt: Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin
Webseite: www.admiralspalast.theater

Royal Theater
Koninklijke Schouwburg
Königliche Schauspielhaus
Korte Voorhout 3
2511 CW Den Haag, Niederlande
Webseite: www.hnt.nl

Vorwurf der Spionagetätigkeit

Mata Hari kam zunehmend mit Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft in Kontakt. Diese Kontakte und Informationen, mit denen Mata Hari beabsichtigt oder unwissentlich kokettierte oder den Anschein erweckte, wesentlich mehr zu wissen oder in Erfahrung bringen zu können, wurden ihr letztlich zum Verhängnis.

Mata Haris Agententätigkeit

Nachdem sie lange Zeit jede Agententätigkeit abgestritten hatte, räumte Mata Hari in einem der Verhöre nach ihrer Verhaftung schließlich ein, der deutsche Konsul in Amsterdam, Carl H. Cramer, habe ihr im Mai 1916 die Summe von 20.000 Francs geboten, wenn sie Deutschland Informationen zukommen ließe. Sie habe das Geld angenommen, aber nie eine Gegenleistung erbracht.

Der Spionagevorwurf wurde später durch den deutschen Generalmajor a. D. Friedrich Gempp entkräftet. Gempp, der während des Ersten Weltkriegs Stellvertreter von Walter Nicolai und von 1921 bis 1927 Leiter der Heeres-Abwehr im Reichswehrministerium war, soll selbst nichts von Mata Hari als Spionin gewusst haben.

Gempp-Bericht über Mata Hari

Im Gegensatz dazu steht der erst in den 1970er Jahren öffentlich gemachte sogenannte Gempp-Bericht. Dieser unter der Leitung von Generalmajor Gempp erstellte 14-teilige Erfahrungsbericht über den deutschen militärischen Nachrichtendienst im Ersten Weltkrieg wurde von der US-amerikanischen Besatzungsmacht zunächst nach Washington, D.C. in die „National Archives and Records Administration“ verbracht.

Der Gempp-Bericht kam Mitte der 1970er Jahre nach Deutschland zurück und ist im Freiburger Militärarchiv als Maschinenskript und Mikrofilm einsehbar.

Mata Hari – Agentin H 21 / Verhaftung

Am Morgen des 13. Februar 1917 wurde sie von Polizeikommissar Priolet in ihrem Hotelzimmer festgenommen und dem Untersuchungsrichter des Kriegsgerichts, Hauptmann Pierre Bouchardon, vorgeführt. Sie wurde als Untersuchungshäftling in das Frauengefängnis Saint-Lazare gebracht.

Prozess

Erst am 24. Juli 1917, fünf Monate nach Mata Haris Verhaftung, war die Anklageschrift fertiggestellt. Der Prozess begann am selben Tag im Pariser Justizpalast und sollte nur eineinhalb Tage dauern. Der Termin war nicht publik gemacht worden, dennoch erschienen rund 150 Personen als Zuhörer.

Nach Eröffnung des Verfahrens wurde auf Antrag des Staatsanwalts, wegen Gefahr für die Sicherheit des Landes, der Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen und der Saal geräumt.

Mata Hari – Deutschlandbewunderin

Mata Hari wurde im Prozess vorgeworfen, eine Deutschlandbewunderin zu sein, weil sie – was für eine Niederländerin nicht ungewöhnlich war – Deutsch sprach und ihre Flitterwochen in Wiesbaden statt in Paris oder Venedig verbracht hatte.

Erschwerend kam hinzu, dass sie vor Diplomaten und Offizieren tanzte, diese in ihre Stadtvilla in Paris einlud, gerne Geldgeschenke annahm und gute Kontakte zur Presse unterhielt.

Die damalige Moralvorstellung

Gemäß den damals herrschenden Moralvorstellungen war eine geschiedene Frau, die darüber hinaus noch entkleidet vor Publikum tanzte, als unsittlich einzustufen. Der Urteilsverkündung ging dann auch ein Plädoyer Bouchardons voraus, der Mata Hari als äußerst zwielichtige Person darstellte.

„…deren Sprachkenntnisse, zahllose Verbindungen, beachtliche Intelligenz und angeborene oder erworbene Sittenlosigkeit nur dazu beitragen, sie verdächtig zu machen. Ohne Skrupel und daran gewöhnt, sich der Männer zu bedienen, ist sie der Typ einer Frau, die zur Spionin prädestiniert ist.“ Hauptmann Pierre Bouchardon, Untersuchungsrichter des Kriegsgerichts

Mata Hari wurde zum Tode verurteilt

Das Militärgericht befand Mata Hari der Spionage für Deutschland und somit des Hochverrats für schuldig. Am 25. Juli wurde sie wegen Doppelspionage und Hochverrats zum Tode verurteilt.

Die Hinrichtung der Mata Hari

Am 15. Oktober 1917, um 6:15 Uhr morgens, wurde Margaretha Geertruida MacLeod in den Befestigungsanlagen von Schloss Vincennes nahe Paris von einem zwölfköpfigen Exekutionskommando erschossen.

Wie in Frankreich damals üblich, wurden die zum Tode Verurteilten vorab nicht über den Termin ihrer Hinrichtung informiert. So erfuhr auch Mata Hari erst eine Stunde vor dem angesetzten Hinrichtungstermin von ihrem Schicksal.

Nachgeschichte

Da niemand auf die Leiche von Mata Hari Anspruch erhob oder sich dazu bereitfand, die Kosten für eine Beerdigung zu übernehmen, wurde ihr Körper der medizinischen Fakultät der Sorbonne zur Verfügung gestellt.

Angeblich wurde ihr Kopf präpariert und im Pariser Museum der Anatomie (Musée d’Anatomie Delmas-Orfila-Rouvière, meist kurz Orfila-Museum genannt) ausgestellt, aus dem er jedoch in den 1950er Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden sei.

Musee Orfila
Musée d’Anatomie Delmas-Orfila-Rouviere
Universität Paris V René Descartes
45 Rue des Saints-Pères
75006 Paris, Frankreich

Kopf der Mata Hari im Pariser Museum der Anatomie

Als das Museum im Jahr 2000 von seiner Schließung bedroht war, veröffentlichte Le Figaro eine Liste aller jemals im Museum ausgestellten Schädel, auf der auch Mata Haris Name auftauchte.

Die Geschichte des gestohlenen Kopfes basiert weitgehend auf einer Mitteilung des französischen Professors Paul de Saint-Maur, der sich erinnern will, als junger Medizinstudent das Präparat eines rothaarigen Frauenkopfes in der Fakultät gesehen zu haben, der von jedem als Mata Haris Kopf bezeichnet worden sei.

Jedoch ließ sich durch Dokumente aus jener Zeit lediglich die Aufnahme der Leiche belegen. Dass Mata Hari schwarzhaarig war und zu keiner Zeit rote Haare hatte, hinterlässt weitere Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Geschichte.

Der Mythos Mata Hari

Schon kurz nach ihrem Tod wurde Mata Hari zu einem Mythos. Ihre Person galt geradezu als Verkörperung einer Kurtisane oder der Femme fatale. Andere sehen in ihr die indische Tempelbajadere und schamlose Nackttänzerin.

Diese Verzerrung ihrer Person basiert nicht zuletzt auf den zahlreichen Versionen ihrer Lebensgeschichte und der Diskussion über deren Wahrheitsgehalt.

Der Umstand, dass sie zum Ende ihrer Tänze nahezu nackt vor dem Publikum erschien, förderte nicht nur ihren Erfolg, sondern auch Vermutungen über ihre „Sittenlosigkeit“. Es gab viele Spekulationen über Affären mit prominenten Männern. Rückblickend kann Mata Hari jedoch weder als „Meisterspionin“ noch als „ruchlose Kurtisane“ oder gar „Bajadere“ bezeichnet werden.

Mata Hari-Biografien – Fakten und Fiktion

So wie Mata Hari selbst sich zeitlebens ständig neu erfand, überschritten auch ihre Biografen häufig die Grenze zwischen Fakten und Fiktion. Die vielleicht absurdeste Geschichte erfand Kurt D. Singer (Spies who changed history), als er kolportierte, Mata Haris Tochter Non sei 1950 während des Koreakrieges von Nordkoreanern auf dem Rückzug als eine von vielen Geiseln mitgenommen worden.

Man habe sie beschuldigt, in Diensten der Vereinigten Staaten für die Truppen der Vereinten Nationen Spionage getrieben zu haben, und sie zum Tode verurteilt.

Mata Hari erzählt ihre Geschichte selbst

Der Autor Paulo Coelho hat in einem (biografischen) Roman Mata Hari ihre Geschichte selbst erzählen lassen, in einem fiktiven Brief an ihren Rechtsanwalt Clunet, der dann darauf antwortet. Mit den darin enthaltenen Hinweisen auf die französische und britische Aktenlage zum Beispiel ist dieser Roman eher geeignet, dem Mythos zu begegnen, rund 100 Jahre nach der Hinrichtung Mata Haris.

Mata Haris Heimatstadt

Im Leeuwarder Fries Museum (Friesisches Museum) existiert eine Mata-Hari-Kollektion mit einer Dauerausstellung, weiterhin eine Mata-Hari-Stiftung, die sich die Rehabilitation von Mata Hari zum Ziel gesetzt hat. Auch das Historisch Centrum Leeuwarden ist im Besitz diverser Dokumente.

Fries Museum
Wilhelminaplein 92
8911 BS Leeuwarden, Niederlande
Webseitewww.friesmuseum.nl

Historisches Zentrum Leeuwarden (HCL)
Groeneweg 1
8911 EH Leeuwarden
Webseitehistorischcentrumleeuwarden.nl
Twitter: HistorischcentrumLwd @HistorischCLwd

Geplant war, die Mata-Hari-Kollektion in dem Haus an der Grote Kerkstraat unterzubringen, in dem Mata Hari aufwuchs. Leeuwardens Parlamentarier Albert Oostland plädierte indes gegen die Pläne der Stadt Leeuwarden, ein Mata-Hari-Museum einzurichten.

Geburtshaus der Mata Hari

Seit 1976 ist in Leeuwarden unweit ihres Geburtshauses an der Korfmakerspijp ein überlebensgroßes Standbild aufgestellt. 2001 wurde der Platz gegenüber dem Leeuwarder Theater De Harmonie in Mata Hariplein benannt.

Mata Hari-Stiftung in Leeuwarden

Die Mata-Hari-Stiftung und ihre niederländische Heimatstadt Leeuwarden bemühen sich intensiv um die Rehabilitation von Margaretha Geertruida. Am 15. Oktober 2001, dem Jahrestag ihrer Hinrichtung, reichte ein Anwalt beim französischen Justizministerium eine Revision des Todesurteils des französischen Militärgerichts von 1917 ein.

Im Oktober 2013 wurde ihr Geburtshaus durch einen größeren Brand zerstört.

Verfilmungen

Mata Haris bewegte Lebensgeschichte wurde mehrfach verfilmt, allerdings durchgehend als freie Erzählung. Die weitaus bekannteste Umsetzung des Themas stammt aus dem Jahr 1931, mit Greta Garbo in der Hauptrolle unter der Regie von George Fitzmaurice:

Die Vorlage zum Film lieferte Thomas Coulson mit seinem Buch Mata Hari, courtesan and spy.

1920: Mata Hari, Deutschland, Regie: Ludwig Wolff, Hauptrolle: Asta Nielsen
1927: Mata Hari, die rote Tänzerin, Deutschland, Regie: Friedrich Fehér, Hauptrolle: Magda Sonja
1931: Mata Hari, USA, Regie: George Fitzmaurice, Hauptrolle: Greta Garbo – verlegt von Warner Home Video, Hamburg als VHS (2001, 85 Min.) und DVD (2005, 89 Min.)
1964: Mata Hari, Agent H. 21, Frankreich/Italien, Regie: Jean-Louis Richard, Hauptrolle: Jeanne Moreau

 

 

1966: Der Fall Mata Hari (TV-Produktion), Deutschland, Regie: Paul Verhoeven, Hauptrolle: Louise Martini, Buch: Sam Waagenaar (Mata Haris Biograph)
1981: Mata Hari (TV-Miniserie), Niederlande, Buch und Regie: John van de Rest, Hauptrolle: Josine van Dalsum
1985: Mata Hari, USA, Regie: Curtis Harrington, Hauptrolle: Sylvia Kristel

2003: Mata Hari, la vraie histoire (TV Produktion), Frankreich, Regie: Alain Tasmam, Hauptrolle: Maruschka Detmers

2017: Mata Hari – Tanz mit dem Tod, Deutschland, Regie: Kai Christiansen, Buch: Kai Christiansen, Heike Brückner von Grumbkow, Jochen von Grumbkow, Hauptrolle: Natalia Wörner

Populärkultur

Unzählige Produktionen oder Projekte aus Film, Musik, Unterhaltung und Kitsch nahmen und nehmen sich bis heute Mata Haris Lebensgeschichte an, spielen auf sie an oder verwenden ihren Namen:

Film und Fernsehen

In der James-Bond-Verfilmung Casino Royale aus dem Jahr 1967 wurde die Rolle einer Mata Bond eingearbeitet, der Tochter von Mata Hari und James Bond und Tänzerin wie ihre Mutter. Mata Bond wurde dargestellt von Joanna Pettet.

 

Im Film Asterix und Obelix: Mission Kleopatra aus dem Jahr 2002 taucht eine Figur namens Mataharis auf, die eine Spionin darstellt:

In der amerikanischen Serie Charmed – Zauberhafte Hexen ergreift der Geist von Mata Hari Besitz von Phoebe (Alyssa Milano).

In der amerikanischen Serie The Young Indiana Jones Chronicles wird Indiana Jones von Mata Hari entjungfert und verliebt sich in sie.

 

Musik

In dem Song Like It Or Not aus dem Album Confessions On A Dance Floor von Madonna kommt folgender Text vor: „Cleopatra had her way, Mata Hari too. Whether they were good or bad, is strictly up to you.

 

 

Im Song From One Jesus To Another von The Mission heißt es: „And anyway, if it came to a choice, I’d take Mata Hari for my bride.

Mata Hari taucht auf in dem Song Shake Your Bon Bon von Ricky Martin: „You’re a Mata Hari, I wanna know your story.

Auch der Song Genius von Warren Zevon thematisiert sie: „Mata Hari had a house in France, where she worked on all her secret plans; men were falling for her sight unseen, she was a genius.

 

 

Mata Hari wird im Song Besserwisserboy der Band Die Ärzte erwähnt: „Wer genau war Mata Hari?

Die Band Dschinghis Khan veröffentlichte einen Song namens Mata Hari.

Die israelische Sängerin Ofra Haza sang ein Lied über Mata Hari.

Von der Ska-Band Kingpins gibt es ein Lied namens Mata Hari.

Hari Mata Hari ist eine Band aus Bosnien und Herzegowina.

Die norwegische Sängerin Anne-Karine Strøm trat mit dem Song Mata Hari für ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest 1976 im niederländischen Den Haag auf. In der Gesamtwertung belegte sie mit 7 Punkten den letzten Platz.

Der Song Eye of the Day auf Frank Turners Album No Man’s Land (2019) behandelt das Leben Mata Haris.

Sonstiges

Ein Absinth trägt den Namen Mata Hari. (Bezug über Amazon.de)

Einige Szene-Bars und Restaurants mit dem Namen Mata Hari:

Restaurant Mata Hari Amsterdam
Oudezijds Achterburgwal 22
1012 DM Amsterdam, Niederlande
Webseite: matahari-amsterdam.nl

Restaurant Mata Hari
Limburgerstraße 19
50672 Köln
Webseite: www.matahari-restaurant.de

Mata Hari Bar
Weißgerbergasse 31
90403 Nürnberg
Webseite: mataharibar.de

Mata Hari Restaurant
Geißstraße 3
70173 Stuttgart
Webseite: www.facebook.com/matahari0711

Literatur (Auswahl)

Anne Bragance: Mata-Hari, la poudre aux yeux. Éditions Belfond, Paris 1995, ISBN 2-7144-3299-9 (französisch), gebraucht bei Amzon.de:

 

Jan Brokken: Mata Hari. De waarheid achter een legende. Wetenschappelijke Uitgeverij, Amsterdam 1975, ISBN 90-214-2901-2 (niederländisch)

 

Philippe Collas: Mata-Hari. Sa véritable histoire. Plon, Paris 2003, ISBN 2-259-19872-4 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

Thomas Coulson: Mata Hari, courtesan and spy. Hutchinson, London 1930 (englisch), gebraucht bei Amazon.de:

Lionel Dumarcet: L’affaire Mata-Hari. De Vecchi, Paris 2006, ISBN 2-7328-4870-0 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

Charles S. Heymans: La vraie Mata Hari. Courtisane et Espionne. Édition Prométhée, Paris 1930 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

Russel Warren Howe: Mata-Hari. The true story. Editions de l’Archipel, Paris 2007, ISBN 978-2-84187-577-1 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

 

Marijke Huisman: Mata Hari (1876–1917), de levende legende. Uitgeverij Verloren, Hilversum 1998, ISBN 90-6550-442-7 (niederländisch), Online-Version, gebraucht bei Amazon.de:

Fred Kupferman: Mata Hari. Träume und Lügen („Mata Hari. Songes et mensonges“). Aufbau-Taschenbuchverlag, Berlin 1999, ISBN 3-7466-1575-5, gebraucht bei Amazon.de:

 

Michel Leblanc: L’ennemie de Mata-Hari. France-Empire, Paris 1974 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

Christine Lüders: Apropos Mata Hari (Apropos; Bd. 8). Verlag Neue Kritik, Frankfurt/M. 1997, ISBN 3-8015-0304-6, gebraucht bei Amazon.de:

Ute Maucher, Gabi Pfeiffer: Codewort: Seidenstrumpf, Die größten Spioninnen des 19. und 20. Jahrhunderts. Ars Vivendi, Cadolzburg 2010, ISBN 978-3-89716-999-9, gebraucht bei Amazon.de:

Brygida M. Ochaim, Claudia Balk: Varieté-Tänzerinnen um 1900. Vom Sinnenrausch zur Tanzmoderne, Ausstellung des Deutschen Theatermuseums München 23.10.1998–17.1.1999. Verlag Stroemfeld, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-87877-745-0, gebraucht bei Amazon.de:

Diane Samuels: The true life fiction of Mata Hari. Hern Books, London 2002, ISBN 1-85459-672-1 (englisch), gebraucht bei Amazon.de:

Léon Schirmann: Mata-Hari. Autopsie d’une machination. Éditions Italiques, Paris 2001, ISBN 2-910536-18-1 (französisch), gebraucht bei Amazon.de:

Pat Shipman: Femme Fatale: A Biography of Mata Hari: Love, Lies and the Unknown Life of Mata Hari. Weidenfels & Nicolson, London 2007, ISBN 978-0-297-85074-8 (englisch), gebraucht bei Amazon.de:

Sam Waagenaar: Mata Hari. Der erste wahre Bericht über die legendäre Spionin („The murder of Mata Hari“). Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1985, ISBN 3-404-61071-7 (früherer Titel: Sie nannte sich Mata Hari. Bild eines Lebens, Dokument einer Zeit)

Friedrich Wencker-Wildberg: Mata Hari. Roman ihres Lebens. Weltbild-Verlag, Augsburg 2004, gebraucht bei Amazon.de:

Julie Wheelwright: The Fatal Lover. Mata Hari and the Myth of Women in Espionage. Collins & Brown, London 1992, ISBN 1-85585-105-9, gebraucht bei Amazon.de:

Paulo Coelho: Die Spionin. Diogenes, Zürich 2016, ISBN 978-3-257-24410-6, gebraucht bei Amazon.de kaufen. Diogenes Verlag, Buchzitat: Wer ist die Frau hinter dem schillernden Mythos? Paulo Coelho schlüpft in ihre Haut und lässt sie in einem fiktiven, allerletzten Brief aus dem Gefängnis ihr außergewöhnliches Leben selbst erzählen:

vom Mädchen Margaretha Zelle aus der holländischen Provinz zur exotischen Tänzerin Mata Hari, die nach ihren eigenen Vorstellungen lebte und liebte und so auf ihre Art zu einer der ersten Feministinnen wurde. Doch als der Erste Weltkrieg ausbricht, lässt sie sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Mata_Hari

Mata Hari – Tanz mit dem Tod

Mata Hari – Tanz mit dem Tod ist ein deutscher Fernsehfilm, der erstmals am 18. Juni 2017 im Ersten gesendet wurde.

Handlung

Die Offizierin des deutschen Geheimdienstes Elsbeth Schragmüller schult 1916 im Ersten Weltkrieg die Nackttänzerin „Mata Hari“ als Geheimagentin, um sie in den einflussreichen Kreisen in Paris spionieren zu lassen.

Hintergrund

Der Film wurde unter dem Arbeitstitel „Mata Hari und Mademoiselle Docteur“ vom 3. November 2016 bis zum 26. November 2016 in Bückeburg (Landkreis Schaumburg) im dortigen Schloss Bückeburg und in Berlin gedreht. Die Premiere fand am 11. Juni 2017 in der Französischen Botschaft in Berlin statt.

Zitat: Mata Hari im Schloss. In Hausschuhen zum Dreh. Schaumburger Nachrichten, 11. November 2016, abgerufen am 10. Mai 2019: „Natalia Wörner, Nora von Waldstätten und Regisseur Kai Christiansen sind sich einig: Einen besseren Drehort für den TV-Film ’Mata Hari und Mademoiselle Docteur’ als Schloss Bückeburg gibt es nicht.

Kritiken

„Die Wahrheit, wenn sich zwischen den Frauen noch Platz findet, ist bitter: Natalia Wörners dilettierende Spionin zeigt kaum etwas von der legendären Verruchtheit, es wird nicht so ganz klar, wovon ihr männermordender Reiz rühren soll. Frau Wörner ist als Mata Hari zu sehr die schwäbische Hausfrau, die donnerstags in Rottweil zur Bauchtanzgruppe geht; im Fernen Osten, in Sumatra und bei Shiva war die niemals, aber so geht Fernsehen.“ Willi Winkler: Süddeutsche Zeitung

Das Dokudrama bemüht sich, einen nüchternen Blick auf die historischen Ereignisse zu werfen. Anstelle reißerischer Sexszenen, die das Leben der bis heute bekannten Agentin hergeben würde, interessiert sich ‘Mata Hari’ für eine möglichst faktengetreue Einordnung der Geschehnisse. Für zwischendurch eingestreute Kriegsszenen verwendet die ARD-Produktion Archivaufnahmen, und auch sonst hat sich Regisseur und Autor Kai Christiansen um historische Akkuratesse bemüht.“ Carsten Heidböhmer: Stern

Einschaltquote

Die Erstausstrahlung von Mata Hari – Tanz mit dem Tod am 18. Juni 2017 (100. Todesjahr Mata Haris) erreichte einen Marktanteil von 10,7 % für Das Erste.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Mata_Hari_Tanz_mit_dem_Tod

Filmdaten

Originaltitel: Mata Hari – Tanz mit dem Tod
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2017
Länge: 93 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12[1]

Stab

Regie: Kai Christiansen
Drehbuch: Kai Christiansen
Produktion: Matthias Martens
Musik: Nils Kacirek
Kamera: Jan Kerhart
Schnitt: Barbara Toennieshen

Besetzung

Natalia Wörner: Mata Hari
Nora Waldstätten: Dr. Elsbeth Schragmüller
Robert Schupp: Major Walter Nicolai
Patrick Joswig: Hauptmann Paul von Roepell
Francis Fulton-Smith: Georges Ladoux
Vladimir Burlakov: Wladimir „Vadime“ de Masloff
Hendrik von Bültzingslöwen: Jean Hallauré
Michael Brandner: Pierre Bouchardon
Doris Gallart: Madame de Dangville
Thomas Ziesch: Hauptmann Kalle
Heike Hanold-Lynch: Ordensschwester Leonie
Ursula Hobmair: Anna
Jackob Benkhofer: AK-330

Mata Hari – Tanz mit dem Tod auf DVD

Mata Hari – Tanz mit dem Tod (Inkl. Making-of)
Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren
Format: DVD
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 29. September 2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 90 Minuten
Amazon Werbung:
Prime Video 3,99 EUR — 9,99 EUR
Blu-ray 12,99 EUR
DVD 12,99 EUR
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Zitat: Doppelportrait zweier Frauen in einer von Männern dominierten Welt.

1916 begegnet die berühmte Tänzerin Mata Hari einer jungen Frau, die dem französischen Geheimdienst nur als “Mademoiselle Docteur” bekannt ist. Elisabeth Schragmüller, die Chefin der deutschen Spionageabwehr, soll Mata Hari, Ikone der untergehenden Belle Epoque, als Spionin ausbilden.

Zwei Frauenbilder, zwei Lebensentwürfe prallen aufeinander. Elisabeth Schragmüller ist eine Vorläuferin der emanzipierten Frau, Mata Hari ordnet ihr Leben den Männern unter. Das kann keine Freundschaft werden.

Schließlich gibt Schragmüller höchstpersönlich den Befehl, Mata Hari alias H21 zu enttarnen – um ihre eigene Identität zu schützen. Mata Hari hat mit ihrer Hinrichtung 1917 bei Paris einen letzten unvergessenen Auftritt. Elisabeth Schragmüller ging in den Annalen des Geheimdienstes unter.
Bonus: Making Of (ca. 15 Min)

Mata Hari – Agentin H21
Blaue Serie Edition Nr. 2
Darsteller: Jeanne Moreau, Jean-Louis Trintignant, Claude Rich, Franck Villard, Albert Remy
Regisseur: Jean-Louis Richard
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.66:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: M-Square Classics / daredo (Soulfood)
Erscheinungstermin: 6. Dezember 2019
Produktionsjahr: 1964
Spieldauer: 95 Minuten
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Zitat: Paris 1917 im Ersten Weltkrieg: Im Auftrag des Deutschen Geheimdienstes soll die gebürtige Holländerin Margaretha Zelle (Jeanne Moreau), die ihren Lebensunterhalt unter ihrem Künstlernamen Mata Hari als erotische Nackttänzerin in Pariser Kabaretts verdient, den französischen Hauptmann Francoise Lasalle (Jean-Louis Trintignant) verführen und ausspionieren.

So schafft sie es auch Geheimdokumente, die François bei sich trägt, über Nacht einem Kontaktmann zukommen zu lassen. Als sie sich jedoch in François verliebt, nimmt sie nur unter Druck den nächsten Auftrag an. Ihre Auftraggeber wissen jedoch von der Liaison mit François. Man droht ihr, François würde etwas zustoßen, wenn sie die Zusammenarbeit mit den Deutschen zukünftig ablehnen würde. Sie soll nun nur noch die Pläne eines französischen Munitionslagers aus einem Safe stehlen…

Basierend auf der wahren Lebensgeschichte der niederländischen Tänzerin, die als Spionin für den deutschen Geheimdienst unter dem Decknamen H 21 arbeitete. Jeanne Moreau und Jean-Louis Richard waren kurz verheiratet (1949-1951), sie haben einen gemeinsamen Sohn, Jérôme Richard.

Mata Hari
Darsteller: Sylvia Kristel, Christopher Cazenove, Oliver Tobias, Gaye Brown, Gottfried John
Regisseur: Curtis Harrington
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Koch Media GmbH – DVD
Erscheinungstermin: 5. August 2011
Produktionsjahr: 1984
Spieldauer: 105 Minuten
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Zitat: Sylvia Kristel spielt die legendäre Agentin Mata Hari, die im ersten Weltkrieg in einen Strudel von Manipulation, erotischem Verlangen und geheimnisvollen Doppelagenten gezogen wird.

Basierend auf der wahren Geschichte der “Königin der Spione” begibt sich Mata Hari auf einen abenteuervollen und gefährlichen Streifzug durch das Nazibesetzte Deutschland und kämpft sich über Spanien nach Frankreich, um die Liebe ihres Lebens aus den Fängen der Nationalsozialisten zu befreien. Doch je tiefer die Agentin in das Netzwerk der Macht eindringt, desto vehementer bringt sie sich auch selbst in Lebensgefahr.

Mata Hari – Exotik und Erotik
Genre: Dokumentation
Regie: Jobst Knigge
Hauptdarsteller: Nick Benjamin
Produzent: Jasmin Gravenhorst
Studio: doc.station GmbH
Video leihen oder kaufen bei prime video (Amazon)

Zitat: Als Nackttänzerin machte sie Karriere, als Kurtisane lagen ihr die Männer zu Füßen. Am Ende des Ersten Weltkrieges wurde Mata Hari als Spionin hingerichtet. War sie wirklich schuldig? Mata Hari steht für weibliche Verführung. Doch eine Frage ist seit 100 Jahren offen: Hat sie den Deutschen wirklich verraten, was ihre Liebhaber in schwachen Stunden erzählt haben?

Mata Hari wurde als Spionin zum Tode verurteilt und im Oktober 1917 hingerichtet. Doch ihr eigentlicher Siegeszug begann erst danach. Aus dem Star wurde ein Mythos – die berühmteste, schönste Spionin aller Zeiten.

Mata Haris Lebensgeschichte war übrigens bisher Stoff für über 250 Bücher und ein Dutzend Filme!

Femme Fatale: Love, Lies, and the Unknown Life of Mata Hari
von Pat Shipman
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Harper Perennial
Reprint (5. August 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-13: 978-0060817312
bei Amazon.de gebraucht kaufen

Buchzitat: In 1917, the notorious Oriental dancer Mata Hari was arrested on the charge of espionage; less than one year later, she was tried and executed, charged with the deaths of at least 50,000 gallant French soldiers.

The mistress of many senior Allied officers and government officials, even the French minister of war, she had a sharp intellect and a golden tongue fluent in several languages; she also traveled widely throughout war-torn Europe, with seeming disregard for the political and strategic alliances and borders.

But was she actually a spy? In this persuasive new biography, Pat Shipman explores the life and times of the mythic and deeply misunderstood dark-eyed siren to find the truth.

Le crime ne paie pas mata-hari suivi de mademoiselle docteur
Taschenbuch
Sprache: Französisch
ISBN-13: 978-2711726110
Taschenbuch ab 6,64 EUR
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Pinnwand Mata Hari