Karl Dall (†79): Komiker und Schauspieler ist tot. Sein Leben. Seine Musik. Seine Filme. Sein letztes Video. Tochter Janina Dall Nenadic nimmt auf Instagram Abschied. Mit ihm geht ein großer Künstler von uns

Von | November 25, 2020

Karl Bernhard Dall (* 1. Februar 1941 in Emden; † 23. November 2020 in Hamburg) war ein deutscher Fernsehmoderator, Sänger, Schauspieler und Komiker.

Seine Musik

Karl Dall nahm immer wieder Singles auf, von denen einige erfolgreich in die Hitparade einstiegen. Das Stück Diese Scheibe ist ein Hit kann als Parodie auf das schnelllebige Popmusikgeschäft verstanden werden („Diese Scheibe ist ein Hit – wann kriegt ihr das endlich mit? Diese Scheibe müsst ihr koofen, das ist ’ne Scheibe für die Doofen“):

.Amazon Link: Diese Scheibe ist ein Hit

  

Das Stück Diese Scheibe ist ein Hit wurde von Dall alleine eingesungen, aber unter Mitwirkung von Insterburg & Co. eingespielt.

Weitere Erfolgstitel waren Millionen Frauen lieben mich, Heute schütte ich mich zu und Der älteste Popper der Stadt. Dall sprach meist mehr als er sang und nahm sich und seine Umwelt ironisch „auf die Schippe“; oftmals kokettierte er mit Figuren, die sich selbst für attraktiv und erfolgreich halten, es aber in Wahrheit nicht sind.

Stilistisch sind seine Plattenaufnahmen überwiegend dem Genre „Blödel-Schlager“ zuzuordnen. Eine Ausnahme war das Album Hoppla, jetzt komm ich, auf dem er alte Seemanns- und Heimatlieder aus Hamburg, darunter Stücke von Hans Albers, interpretierte. Ab 2005 trat er auch wieder zusammen mit Ingo Insterburg auf.

Insterburg & Co. Diese Scheibe ist ein Hit

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Karl Dall / Seine Filme

1963: Winnetou 1. Teil
1964: Freddy und das Lied der Prärie
1967: Pension Clausewitz
1968: Quartett im Bett
1969: Charley’s Onkel
1969: Königin einer Nacht
1969: Der Bettenstudent oder: Was mach’ ich mit den Mädchen?
1970: Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald
1971: Die Computer-Show
1972: Die Autozentauren
1974: Chapeau claque
1979: Noch ’ne Oper
1980: Erben will gelernt sein!
1980: Panische Zeiten
1983: Gib Gas – Ich will Spaß
1983: Das verrückte Strandhotel / Dirndljagd am Kilimandscharo
1983: Sunshine Reggae auf Ibiza
1984: Helga und die Nordlichter (Gastauftritt als Fahrkartenverkäufer)
1984: Ein irres Feeling
1985: Drei und eine halbe Portion
1988: Starke Zeiten
1988: Die Senkrechtstarter
1999: Hans im Glück
2001: König der Winde
2003: Suche impotenten Mann fürs Leben
2008: African Race – Die verrückte Jagd nach dem Marakunda (Fernsehfilm), RTL
2011: Gegengerade
2015: Der Liebling des Himmels (Gastauftritt als Patient)

Karl Dall / Shows und Serien

1970: Humor ist, wenn man trotzdem singt (TV)
1970: Berlin-Geflüster (TV)
1971: Wir sind verlauste Affen – Ein Stück deutscher Geschichte (TV)
1972: Insterburg & Co. (TV)
1976–1979: Am laufenden Band, 3 Folgen, WDR / Radio Bremen
1977: Nur Engel singen schöner… als Insterburg & Co. (TV)
1983–2004: Verstehen Sie Spaß?, 30 Folgen, Das Erste
1985–1991: Dall-As, RTL
1987: Hals über Kopf (Gastauftritt als Chirurg)
1987–2006: Wetten, dass..?, ZDF, 5 Folgen
1989: Meister Eder und sein Pumuckl (Staffel 2 Folge 23), Das Erste / Bayerischer Rundfunk
1991 Koffer Hoffer (Spielshow), Tele 5
1992–1994: Jux & Dallerei, Sat.1
1994: RTL Samstag Nacht (1. Staffel Folge 15)
1994: Heinz Erhardt Gala (TV)
1994–1995: Clever & Smart (Synchronstimme)
1995: RTL Samstag Nacht (3. Staffel Folge 5)
1995: Alfredissimo! – Kochen mit Bio
1996: Sylter Geschichten (Staffel 2 Folge 7)
1996–1999: Die Harald Schmidt Show, 5 Folgen, Sat.1
1996–1997: 7 Tage, 7 Köpfe, RTL
1997: Karls Kneipe, RTL
1997: RTL Samstag Nacht (4. Staffel Folge 30), RTL
1999: Die Karl Dall-Show, RTL
2001: 60 Jahre Karl Dall (TV), Das Erste
2003–2004: Genial daneben, 5 Folgen (TV), Sat 1
2005: Teufels Küche (TV), RTL (mit Christian Rach)
2006: Die Pro 7-Märchenstunde: Rotkäppchen – Wege zum Glück, Pro 7
2007: Hausmeister Krause (Staffel 7 Folge 4), Sat.1
2007: Lafer! Lichter! Lecker! (TV), ZDF
2007: Das perfekte Promi-Dinner (TV), Vox
2008: Pension Schmidt
2008: Krömer – Die Internationale Show (Staffel 2 Folge 7) (TV), rbb
2010: Nena! Die große Geburtstagsshow (TV)
2010: Die große Geburtstagsshow – 60 Jahre ARD, Das Erste
2011: Großstadtrevier (Staffel 24 Folge 6), Das Erste
2012: neoParadise (Staffel 2 Folge 7) (TV), ZDFneo
2012–2014: Notruf Hafenkante, 7 Folgen, ZDF
2013: TV total (Staffel 15 Folge 1841) (TV), ProSieben
2013: Großstadtrevier, (Staffel 27 Folge 3), Das Erste
2015: Der Klügere kippt nach, (Staffel 2 Folge 2), Tele 5 (Gast)
2015: Otto: Geboren um zu blödeln, ZDF (Gast)
2016: Old Guys on Tour, Tele 5 (Moderator), 12 Folgen
2017: Wir lieben Fernsehen: Unsere größten Spaßvögel, ZDF (Gast)
2017: Wer weiß denn sowas?, (Folge 248), Das Erste (Gast, mit Mike Krüger)
2018: NDR Talk Show, (Folge 815), NDR, Gast
2018: Mensch Jürgen! von der Lippe wird 70!, Das Erste (Gast)
2018: Neo Magazin Royale, Folge 134, ZDFneo (Cameo)
2018–2019: Mord mit Ansage, 2 Folgen Sat.1
2019: Die Florian Schroeder Satire Show, Radioeins (Gast)
2019: Käpt’ns Dinner, 1 Folge, NDR
2019: Sketch History 1 Folge, ZDF (Cameo)
2020: Senil daneben – Happy Birthday, Hugo, Sat.1 (Gast)
2020: Verstehen Sie Spaß? 40 Geburtstagsshow, Das Erste (Gast)

Karl Dall /  Seine Werke

Schau mir in das Auge, Kleines: der verrückte Ratgeber für alle Lebenslagen, Verlag Tomus, München 1991, ISBN 3-8231-0813-1.
Auge zu und durch, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-50000-5.

Amazon: Auge zu und durch (Buchinfo)

    

Am 1. Februar 1941 ging Emden in die Geschichte ein, als englische Bomber den Kriegshafen als erstes deutsches Ziel unter Beschuss nahmen. Weitgehend unbemerkt vom Weltgeschehen erblickte im Bombenhagel jener Schreckensnacht ein Schrecken ganz anderer Art das Licht der Welt. Zumindest mit dem einen, nicht verklebten Auge.

Jahre später, als der Bursche als humoristische Allzweckwaffe volle Wirksamkeit erlangte, sollte dieses traurig hängende Triefauge zu seinem hervorstechendsten Merkmal werden. Gewohnt geschmackfreie Einleitung, dazu rührend dämliche Momentaufnahmen aus dem Familienalbum.

Es war klar. Wenn Karl Dall eine „Autobiografie“ vorlegt, steigt die nach oben offene Brüllerskala in schwindelerregende Höhen!
Versteht sich, dass bei einem Individuum, dem selbst das Begräbnis des eigenen Vaters zum Glucksen Anlass gibt, seriöse Reflexionen nicht wirklich zu erwarten sind.

Krieg und Nachkriegszeit, Schule und Beruf, hier rauscht ein Leben als permanente Nummernrevue vorüber. Die spannendsten Kapitel führen in die Tage der 68er, als Insterburg & Co., die legendäre Blödel- und Kampftrinkertruppe, die Republik dadaistisch aufmischte. Politisch ideologisch völlig unbeleckt, was sie auch den Linken verdächtig machte, zementierte Dall in jener Zeit seine eigene Kunstform.

Kein Konzept, keine Ahnung, Hänger fast schon Pflicht, Improvisation ist alles, Beleidigungen gabs gratis. Welches Hochsicherheitsrisiko der Mann sein konnte, durfte 1980 im „Musikladen“ bestaunt werden, als Dall Konzertveranstaltern bei Heino und Peter Alexander-Auftritten Kotztüten und abwaschbares Gestühl ans Herz legte. Live, versteht sich!

Insterburg & Co. waren tot, Dall schlug die Zeit der Neuorientierung mit Bädertourneen und Filmrollen der peinlichen Art tot (allein die Kapitelüberschrift “Der Untergang des deutschen Films“ beschreibt seinen Anteil daran recht präzise).

Anders als die Öffentlich-Rechtlichen erkannten die aufkommenden Privaten das Ätzpotential des Nordmanns. Mit der mobbingartien Talkshow „Dall-As“ hatte der notorische Unruhestifter endlich seine tiefere Bestimmung gefunden. Die Beleidigungen gingen weiter.

Und Deutschland liebte ihn! Auch wir lieben diesen wandelnden Giftpfeil. Wenig Tiefgang. Kaum was erfahren. Trotzdem mächtig abgelacht. Quelle: Amazon.de

Anfang November sollte Karl Dall eine Rolle in „Rote Rosen“ spielen. Der Komiker sollte als Rocker Richie Sky vor der Kamera stehen. Für Ende Januar waren 15 Folgen geplant. Während der Dreharbeiten erlitt der 79-Jährige einen Schlaganfall mit Hirnblutung.

Seine Webseite
www.karldall.de/

Video:
Karl Dall (†79) … im letzten BUNTE.de-Interview plauderte er aus dem Nähkästchen

Zitat: Mit ihm geht ein ganz Großer von uns. Am 23. November 2020 verstirbt der Kult-Komiker Karl Dall im Alter von 79 Jahren. Er erlag den Folgen eines Schlaganfalls.

Video:
Zu Ehren von Karl Dall – wir werden dich nie vergessen

Zitat: „Friedlich eingeschlafen“

Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er heute friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Er hinterlässt eine Ehefrau, Tochter und Enkelin“, hieß es in dem Schreiben der Familie. „Er war nicht nur ein beliebter Komiker und Entertainer, sondern vor allem ein außergewöhnlich liebenswerter und netter Mensch.“

Dall hatte seit Anfang November die Rolle des Alt-Rockstars Richie Sky in der täglichen ARD-Serie „Rote Rosen“ übernommen. In Lüneburg, wo die Telenovela gedreht wird, erlitt er dann am 11. November einen Schlaganfall mit Hirnblutungen.

Karl Dall: Schauspieler, Sänger und Kalauerkönig

Dall hatte seine Karriere mit der Gruppe „Insterburg & Co“ begonnen. Später moderierte er als Blödelbarde und Kalauer-König im Fernsehen Talkshows, platzierte sich mit Schlagern wie „Diese Scheibe ist ein Hit“ und „Millionen Frauen lieben mich“ in den Charts und stand als Schauspieler in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera.

Eine eigene TV-Sendung wie einst die Formate „Dall-As“, das von 1985 bis 1991 auf RTL zu sehen war, und „Jux und Dallerei“, 1992 bis 1994 auf Sat.1, hatte der Entertainer seit längerem nicht mehr.
Wolfgang Hildebrandt

Original Song von Andreas Gabalier
Kölsche Version von Wolfgang Hildebrandt

Das letzte Video von Karl Dall

Zitat: Karl Dall über seine Gastrolle bei „Rote Rosen“ Niemand konnte wissen, dass das Karl Dalls (†79) letzter öffentlicher Auftritt werden würde. In einer Videobotschaft spricht er über seine Gastrolle, die er zuletzt bei der ARD-Serie „Rote Rosen“ hatte. Nur kurze Zeit später verstirbt der 79-Jährige an den Folgen eines Schlaganfalls.

Der beunruhigende Zufall: der Kultkomiker äußerte eine Vorahnung in seinem letzten Video, die sich bewahrheiten sollte. Welche das ist, das sehen Sie in unserem Video. Schlaganfall bei Dreharbeiten Das Set von der in Lüneburg spielenden Serie „Rote Rosen“ sollte das letzte sein, das Komiker Karl Dall zu Gesicht bekommen würde.

Am 11. November erlitt der Schauspieler bei den Dreharbeiten einen Schlaganfall, verlor das Bewusstsein und erlag 12 Tage später seinen Hirnblutungen. Das teilte seine Familie mit. Große Trauer um Kultkomiker Karl Dall Karl Dall war einer DER Comedians in Deutschland und dementsprechend groß ist auch die Anteilnahme an seinem Tod.

Kollegen wie Oliver Pocher, Weggefährten und Freunde betonen nicht nur sein komisches Talent, sondern auch seine feine Art.

 

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Tochter Janina Dall Nenadic nimmt auf Instagram Abschied von ihrem Papa, auch wenn ihr dafür die Worte fehlen: „Ich finde die richtigen Worte nicht und es tut weh, wenn dir klar wird, dass du ihn nie wieder sehen und umarmen kannst“. Fox News Today