Jurek Becker: Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten. Herausgegeben von Christine Becker. Jeder Postkarte in diesem Buch ist eine eigene Seite gewidmet

Jurek Becker: Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten. Herausgegeben von Christine Becker. Jeder Postkarte in diesem Buch ist eine eigene Seite gewidmet

Zitat: Jurek Becker hat sich im Laufe seines Schriftstellerlebens vielen Genres gewidmet. Er schrieb Texte fürs Kabarett, verfasste Drehbücher, wurde mit seinem ersten Roman weltberühmt, veröffentlichte Erzählungen und Essays.

 

In seinem Nachlass fanden sich für die meisten seiner Werke Entwürfe, die er in Schulhefte geschrieben hatte – zumindest für die Texte, die nach der Übersiedlung aus der DDR nach Westberlin entstanden waren.

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Selbst Briefe und Postkarten schrieb Becker im Konzept, wurden häufig korrigiert, wonach die Postkarte sich bei der Abschrift ein weiteres Mal zum Original wandelte.

 

An der gesteigerten Zahl der Postkarten, die Jurek in erster Linie in seinen letzten Lebensjahren schrieb, lässt sich ablesen, dass es ihm nicht darum ging, dem Freund, der Freundin, dem Familienmitglied eine Freude zu bereiten.

Um Mitteilungen des Autors über sich selbst ging es dabei nur nachrangig. In allererster Linie lag Jurek Becker daran, den Leser für Minuten zu unterhalten.

Zunehmend wurde die Postkarte eine Textform, in der sich auszudrücken dem Autor Freude bereitete. War es doch eine Form, die ihm einerseits Sprachspielerei und Albernheiten erlaubte – und ihm andererseits die Möglichkeit gab, Zuwendung zu zeigen, ohne allzu viel von sich selbst preisgeben zu müssen.

In chronologische Reihenfolge und in Zusammenhang gebracht, erzählen Jurek Beckers Postkarten letztendlich, ob gewollt oder nicht, viel über seine Persönlichkeit und sein Leben, geben Auskunft über Vorlieben und Leidenschaften, ganz besonders aber über die ihm sehr eigene Art, die Liebsten aufzuheitern und sie über Trennungen hinwegzutrösten:

»Am Strand von Bochum ist allerhand los«: Postkarten
Jurek Becker
Christine Becker (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe: 398 Seiten
Suhrkamp Verlag
(25. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518428160
ISBN-13: 978-3518428160
Gebundene Ausgabe EUR 32,00

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Verlagsinfo / Shop zum Buch
Jurek Becker:
Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten
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Leseprobe
Jurek Becker:
Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten

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Jurek Becker: Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten
bewerte ich wie folgt: sehr zufrieden = 9 Punkte:
Handlung, Thema: 9 Punkte
Schreibstil: 9 Punkte
Thema – sorgfältig ausgewählte Postkartentexte: 9 Punkte
Fotos / Postkarten zum Thema: 9 Punkte

 

Zitat: Die neunhundertfünfzig erhaltenen Postkarten waren zu einem Großteil adressiert an die Freunde Ottilie und Manfred Krug (über zweihundert), an den Sohn Jonathan (etwa einhundertzwanzig) und etwa vierhundert an die Herausgeberin… (Seite 397).

 

Jurek Becker (* vermutlich 30. September 1937 in Łódź, Polen, als Jerzy Bekker; † 14. März 1997 in Sieseby, Schleswig-Holstein) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und DDR-Dissident.

1960 begann er ein kurzes Film-Szenarium-Studium im DDR-Filmzentrum Babelsberg und schrieb mehrere Kabarett-Texte. 1962 war er festangestellter Drehbuchautor bei der DEFA und schrieb einige Fernsehspiele und Drehbücher.

Als 1968 sein Drehbuch Jakob der Lügner abgelehnt wurde, arbeitete er es zu seinem ersten Roman um, der 1969 erschien und 1974 doch noch verfilmt wurde. 1971 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis und den Charles-Veillon-Preis.

Sein berühmtestes Buch, Jakob der Lügner, wurde bisher zweimal verfilmt. Die Verfilmung durch die DEFA war für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert (1974, DEFA-Studio der DDR, Regie: Frank Beyer, Darsteller: Vlastimil Brodský, Erwin Geschonneck, Henry Hübchen).

1972 starb sein Vater.

1973 erschien sein zweiter Roman, Irreführung der Behörden. Außerdem wurde er in den Vorstand des Schriftstellerverbandes gewählt.

1974 erhielt er für Irreführung der Behörden den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen und

1975 den Nationalpreis der DDR für Literatur II. Klasse.

1976 unterzeichnete der politisch engagierte Jurek Becker mit elf weiteren Schriftstellern einen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, was mit dem Ausschluss aus der SED und aus dem Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR bestraft wurde. Der Roman Der Boxer erschien.

Von 1978 bis 1984 erschienen zwei weitere Romane (Schlaflose Tage 1978 und Aller Welt Freund 1982) und eine Sammlung von Erzählungen (Nach der ersten Zukunft 1980). Jurek Becker war Gastprofessor an Universitäten und hielt mehrere programmatische Vorträge.

1986 erschien der Roman Bronsteins Kinder. Außerdem schrieb er in diesem Jahr das Drehbuch für die erfolgreiche Fernsehserie Liebling Kreuzberg, für die er

1987 zusammen mit Manfred Krug und Heinz Schirk mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Gold und

1988 mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Silber ausgezeichnet wurde.

1992 erschien Beckers letzter Roman Amanda herzlos.

Jurek Becker hat drei Söhne. Zwei mit seiner ersten Frau Erika, mit der er von 1961 bis 1977 verheiratet war, einen weiteren mit seiner zweiten Frau.

Zwischenzeitlich war Becker von 1978 bis 1983 mit einer 1959 geborenen Studentin aus den USA liiert, mit der er jahrelang in einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg zusammenlebte, während er – weiter ausgestattet mit einem DDR-Dauervisum – fester Bestandteil der West-Berliner Künstlerszene wurde.

1983 lernte Becker, ausgezeichnet als „Stadtschreiber von Bergen-Enkheim“, seine zweite Frau Christine bei einer Lesung kennen. Er war damals 45, sie 22 Jahre alt. Drei Jahre später heiratete das Paar. Aus dieser Ehe, die bis zu Beckers Tod hielt, ging 1990 der dritte Sohn Jonathan hervor.

Becker starb 1997 an Darmkrebs, der im Dezember 1995 im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden war. Sein Grab befindet sich auf seinen eigenen Wunsch auf dem Friedhof in Sieseby.

 

Jurek Becker
Werke (Übersicht)

 

Jakob der Lügner. Roman. Aufbau, Berlin 1969; Suhrkamp, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-46809-8.
Irreführung der Behörden. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-36771-4.
Der Boxer. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-37026-X.
Schlaflose Tage. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-518-37126-6.
Nach der ersten Zukunft. Erzählungen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-02110-9.
Aller Welt Freund. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-02120-6.
Bronsteins Kinder. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-02577-5.
Warnung vor dem Schriftsteller. Drei Vorlesungen in Frankfurt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-11601-0.
Amanda herzlos. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-40474-1.
Ende des Größenwahns. Aufsätze, Vorträge. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40757-0.
Jurek Beckers Neuigkeiten an Manfred Krug & Otti. Postkarten an das Ehepaar Krug, hrsg. von Manfred Krug. Econ, Düsseldorf 1997, ISBN 3-430-11213-3.
Ihr Unvergleichlichen. Briefe. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-41643-X.
Lieber Johnny. Postkarten an seinen Sohn Jonathan. Ullstein, Berlin 2004, ISBN 3-550-07600-2.
Mein Vater, die Deutschen und ich. Aufsätze, Vorträge, Interviews (hrsg. v. Christine Becker). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-41946-5.
„Am Strand von Bochum ist allerhand los“: Postkarten. (hrsg. v. Christine Becker). Suhrkamp, Frankfurt am Main 20018, ISBN 978-3518428160.
Jurek-Becker-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

 

Jurek Becker:
Auszeichnungen

 

1971: Heinrich-Mann-Preis und Charles-Veillon-Preis
1974: Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen
1975: Nationalpreis der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur
1982/83: Stadtschreiber von Bergen-Enkheim
1987: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für die 3. Folge von Liebling Kreuzberg (zusammen mit Heinz Schirk und Manfred Krug)
1988: Adolf-Grimme-Preis mit Silber für die gesamte Serie Liebling Kreuzberg (zusammen mit Heinz Schirk und Manfred Krug)
1988: Telestar
1988: Goldener Gong für Liebling Kreuzberg
1990: Bayerischer Fernsehpreis für Liebling Kreuzberg zusammen mit Werner Masten und Manfred Krug
1990: Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster
1991: Bundesfilmpreis – Filmband in Gold
1992: Bundesverdienstkreuz

 

Suhrkamp / Insel Verlag: Jurek Becker (Veröffentlichungen)

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VinTageBuch Tipp

 

Jurek Becker
Jakob der Lügner – Roman

Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

Jakob der Lügner – Roman bei Suhrkamp

 

Jurek Becker: Am Strand von Bochum ist allerhand los: Postkarten