28. November 2021

„Industrielles Welterbe. Chance und Verantwortung“: Stiftung Zollverein und Deutsche UNESCO-Kommission eröffnen internationalen Kongress

Auf Einladung der Stiftung Zollverein und der Deutschen UNESCO-Kommission diskutieren am 14. und 15. Oktober 2021 internationale Expertinnen und Experten aus Kultur- und Umweltbranche, Politik, Stadtplanung, Architektur und Wissenschaft über Zukunftsperspektiven des industriellen Welterbes. Anlass der hybriden Tagung ist das zwanzigjährige Jubiläum der Ernennung der Zeche Zollverein zum UNESCO-Welterbe.

Essen. Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer betont zur Eröffnung des Kongresses: „Weltweit spiegelt sich im industriellen Erbe der Menschheit, in den monumentalen Zeugnissen technischen Erfindungsreichtums, unsere jüngste, von globalen Umbrüchen geprägte Geschichte.

In Deutschland zeugen Industrieerbestätten von technologischem Fortschritt und wirtschaftlichem Aufschwung, von Migration und Wandel, aber auch von Rüstung und Zwangsarbeit. Sie sind Orte, an denen sich unsere Gesellschaft neu erfunden hat und von denen wir heute lernen können, wie wir uns weiter neu erfinden müssen, wenn die Nachhaltigkeitswende gelingen soll.“

Prof. Dr. Hans-Peter Noll, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Zollverein, erklärt: „Die Neunutzung und Umnutzung industrieller Welterbestätten birgt zahlreiche Herausforderungen, da sich ökonomische, ökologische und soziale Erhaltungsaspekte nicht selten in die Quere kommen.

Deshalb ist es wichtig, den Erhalt und die Transformation industriellen Erbes in der Gemeinschaft der Welterbestätten zu diskutieren und eine internationale Plattform für dessen Reflexion zu schaffen.“

Im Mittelpunkt des ersten Kongresstages stehen Erhaltungsstrategien für das Industrieerbe sowie Transformationsprozesse und Widerstandsfähigkeit industrieller Welterbestätten.

Der zweite Tag steht im Zeichen von Vernetzung und Globalisierung, gemeinschaftlichem Engagement und nachhaltigem Tourismus. Eine Gesprächsrunde u.a. mit Ina Scharrenbach, Ministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, und Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, widmet sich der Frage, wie identitätsstiftend industrielles Erbe ist und inwieweit es unser Leben und Denken prägt.

Ein Abschlusspanel richtet den Blick in die Zukunft und fasst den Kongress zusammen. Neben Vertretern der Veranstalterinnen diskutieren u.a. Dr. Birgitta Ringbeck, Leiterin der Koordinierungsstelle Welterbe beim Auswärtigen Amt, Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer der E.ON Stiftung, und Prof. Dr. Oliver Scheytt, Professor für Kulturpolitik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Webseiten: www.unesco.dewww.kulturweit.de

Vintagebuch Tipp

Die Zeche Zollverein
(Sutton Arbeitswelten)
von Zeche Zollverein E.V.

Buchzitat: Dieser Band erschließt erstmals die Geschichte des UNESCO-Welterbes Zeche Zollverein in historischen Fotografien.

Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich im Essener Nordosten aus einer kaum erschlossenen Agrarlandschaft ein Zentrum der Montan-Industrie. Ausschließlich aufgrund von Bohrungen von mehr als 100 Metern Tiefe begann Mitte des 19. Jahrhunderts die Zeche Zollverein mit dem Abbau der Lagerstätte.

Noch vor der Jahrhundertwende förderten die drei Einzelschachtanlagen eine Million Tonnen Kohle im Jahr. Der 1932 in Betrieb genommene Zentralförderschacht 12 war gar für 12.000 Tonnen pro Tag ausgelegt, der dreifachen Menge eines normalen einzelnen Schachts.

Die um den Schacht gruppierten Neubauten, entworfen von den berühmten Architekten Schupp und Kremmer, setzten für Jahrzehnte weltweit Maßstäbe für optimale Industriearchitektur.

Ulrich Bode war von 1963 bis 1978 auf Zollverein für den Bereich Bewetterung, Ausgasung und Klimatisierung zuständig und engagiert sich seit seiner Pensionierung als Vorsitzender der Geschichtswerkstatt „Zeche Zollverein e V.“.

Aus dem Bildarchiv des Vereins sowie aus privaten Sammlungen hat er über 150 bisher weitgehend unveröffentlichte Fotografien ausgewählt, die einen Überblick über die Entwicklung des Bergwerks und der umliegenden Stadtteile geben. Die eindrucksvollen Bilder zeigen den Alltag in den Bergarbeitersiedlungen und das kulturelle Leben der Bergleute.

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