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Hexenverfolgung und Hexenprozesse in Deutschland N/Q

25/08/2018

Nalbach / Saarland

Nalbach ist eine Gemeinde mit vier Ortsteilen im Landkreis Saarlouis im Saarland. Mit dem Beginn der frühen Neuzeit breitete sich auch im Nalbacher Tal der Hexenwahn aus, der besonders in den Jahren zwischen 1570 und 1634 stark wütete.

Besonders der herzoglich lothringische Oberrichter Nikolaus Remigius gelangte bei der Ausrottung der vermeintlichen Hexen und Teufelsanbeter zu trauriger Berühmtheit.

Die Hexenprozesse des Nalbacher Tales wurden in Dillingen geführt, die Hinrichtungen allerdings dann in Nalbach vollstreckt (1575 sowie 1591/1592 mehrere Personen des Nalbacher Tales (unbekannter Ausgang des Verfahrens.

Weitere Hexenprozesse: 1595 ein Mann aus Diefflen, 1595 eine Frau aus Piesbach, 1602 ein Mann aus Körprich, ca. 1605 jeweils ein Mann aus Piesbach und Körprich, 1609 ein Mann aus Diefflen, der angeblich mit seinem Pferd sexuell verkehrt haben soll und deshalb auch zusammen mit seinem Pferd hingerichtet wurde.

1611 ein Mann und eine Frau aus Körprich (unbekannter Ausgang des Verfahrens sowie mehrere Anschuldigungen in den Jahren 1602 und 1611). Nach einer öffentlichen Verlesung des Urteils wurde der Delinquent zum Nalbacher Galgenberg geführt und dort getötet.

Die Nalbacher Straße “Am Gälgesberg” erinnert bis heute an die Hinrichtungsstätte. Den Vollzug der Hinrichtungen (Verbrennung bei lebendigem Leibe bzw. nach vorheriger Tötung) besorgte jeweils ein Henker (Nachrichter) aus Roden.

Neustadt am Rübenberge / Niedersachsen

Für die Menschen in der Frühen Neuzeit stand fest, dass „Hexen“ durch den Teufel dazu gebracht werden konnten, anderen Schaden zuzufügen. Auch in den Hexenverfolgungen in Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen ging die strafrechtliche Verfolgung der Zauberer und Hexen von dem Delikt der schadenstiftenden Zauberei aus.

In diesen Verfahren wird zugleich deutlich, wie Hexenverfolgung von den Mächtigen als persönliches und politisches Instrument missbraucht werden konnte. Opfer der Hexenverfolgung wurden zumeist einfache Menschen aus der Bevölkerung, während Mitglieder von adligen Familien durch einflussreiche Fürsprecher mehr Chancen hatten, einer Hinrichtung zu gehen.

Auseinandersetzungen zwischen Herzog Erich und Herzogin Sidonie: Schwester von Dr. Burkhardt, die Badelensche, die Kuckerin und die Dunkertin. Verfahren gegen Frauen aus höherem gesellschaftlichen Stand: die Simonsche, die Warnische, Barbara Hartleb und Margarethe Knigge.

Hexenprozesse in der Stadt Eldagsen: Der Herzog hatte gegen Sidonie von Sachsen einen Hexenprozess initiiert und veranlasste die Aufnahme von Hexenprozessen in der Stadt Eldagsen.

Zunächst wurden einfache Menschen aus der Bevölkerung angeklagt: Gesche Role, die Ölsin, Annecke Lange und ihr Mann Hans Lange. Die Lange, Gesche Herbst und Annecke Rotschroeder wurden am 28. März 1572 zum Feuertode verurteilt.

Niedergründau / Hessen

In Niedergründau kam es in einer ersten Phase zu Hexenverfolgungen zwischen 1591–1606. Belegt sind die Hexenprozesse gegen 1595 Margaretha Weigel, Witwe von Kuntz Henkell, die zum Tode verurteilt wurde, und der gegen Martha Schlegell und ihrer Tochter Lena Schlegell wegen bewiesener Zauberei (auf Grund eines Geständnisses!).

Die beiden mussten ein Jahr lang im Hexenturm von Büdingen verbringen. Nach einer Klage beim gräflichen Hofgericht kamen sie frei, die Gemeinde Niedergründau wurde zu 1000 fl. (Gulden) Schadenersatz verurteilt. Der Volkszorn sei aber so groß gewesen, dass Henn Schlegell flüchten musste und die beiden Frauen 1597 doch als Hexen verbrannt worden seien.

Allein 1596 fanden weitere drei Frauen, 1597 acht Frauen aus dem Gericht Gründau auf der Richtstätte, dem Herzberg in Lieblos, den Tod, 52 wurden gebrandmarkt.

Eine weitere Phase folgte in den Pestjahren 1632–1635 im Dreißigjährigen Krieg (wo in ganz Deutschland die Pest wütete, mit prominenten Todesopfern, u. a. Friedrich Spee, aufklärerischer Hexentheoretiker).

Dort wurde Jost Pleins Frau am 7. März 1633 durch Feuer und Christine Weigel, Fischers Frau, am 26. Oktober 1633 durch das Schwert wegen bewiesener Zauberei (auf Grund eines Geständnisses) hingerichtet.

Die nicht namentlich in den Urkunden als Hexen Benannten (nur die Anzahl ist mitgeteilt worden), sei so hoch, dass es sich um die Mehrheit aller Frauen im Gericht Gründau gehandelt haben müsse.

Nördlingen / Bayern

Die Geschichte der Hexenverfolgung in Nördlingen ist gut dokumentiert. Zwischen 1589 und 1598 wurden 34 Frauen und ein Mann wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, die mitangeklagte Hebamme Barbara Lierheimer starb bereits in der Haft. Besonders bekannt wurden die Hexenprozesse gegen Maria Holl und Rebecca Lemp.

1589 hielt Pfarrer Wilhelm Friedrich Lutz Predigten gegen die radikale Hexenverfolgung des Nördlinger Rates, ehe der Nördlinger Rat im Mai 1590 die ersten angeblichen Hexen hinrichten ließ.

Eine dieser drei Frauen war die Fuhrmannstochter Ursula Haider († 1590), die am 8. November 1589 in Haft genommen und am 15. Mai 1590 verbrannt wurde.

Der Prozess gegen Ursula Haider wurde von Ulrike Haß in ihrem Jugendbuch Teufelstanz. Eine Geschichte aus der Zeit der Hexenverfolgungen (1982) literarisch verarbeitet.

Nürnberg / Bayern

Dorothea Flock (auch die Flockin genannt) (* 1608 in Nürnberg; † 17. Mai 1630 in Bamberg) war ein Opfer der Hexenverfolgung unter der Regierung von Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim.

Dorothea Flock stammte aus dem Patriziergeschlecht Hofmann aus Nürnberg. Ihr Bruder war in kaiserlichen Diensten. Sie heiratete 1629 den wohlhabenden Bamberger Ratsherrn Georg Heinrich Flock, wohnhaft in der Langenstraße 32.

Sie trat dabei vom protestantischen zum katholischen Glauben über. Sie besaß weiterhin das Nürnberger Bürgerrecht. Die erste Ehefrau des Georg Heinrich Flock, Apolonia, war bereits 1628 in einem Hexenprozess in Bamberg hingerichtet worden.

Dorothea Flock wurde Ende 1629 anonym als Ehebrecherin angeklagt, doch sie konnte aus der Haft entfliehen. Später stellte sie sich, weil sie im sechsten Monat schwanger war. Wieder inhaftiert wurde sie wegen Hexerei angeklagt, und sie wurde im Bamberger Drudenhaus in schwere Ketten gelegt.

Ihr Mann versuchte mit Hilfe eines Nürnberger Notars gegen ihre Verhaftung vorzugehen. Trotz ihrer Schwangerschaft wurde sie gefoltert, entgegen den Bestimmungen der kaiserlichen Constitutio Criminalis Carolina.

Das Gerücht ging, „der Flockin geschehe alles, weil sie konvertiert sei“. Ein Bittschreiben des Rats der Stadt Nürnberg an den Bamberger Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim war erfolglos.

Unter der Folter legte die Flockin ein Geständnis der Hexerei ab: Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, Hostienfrevel u. a. Am 14. Mai wurde sie zum Tode verurteilt. Inzwischen hatte sich ihr Ehemann Flock beim Papst für sie eingesetzt.

Papst Urban VIII. hatte in Rom am 20. April 1630 ein Dekret zu ihrer Rettung verfügt. Doch vor dem Eintreffen des päpstlichen Schreibens ließ der Bamberger Fürstbischof Dorothea Flock am 17. Mai 1630 hinrichten – gnadenhalber mit dem Schwert – und nicht wie üblich öffentlich, sondern geheim. Ihre Leiche wurde verbrannt.

Roman von Sabine Weigand: Die Seelen im Feuer. Roman. 2008, ISBN 978-3-8105-2663-2.

Der ZDF Spielfilm Die Seelen im Feuer von 2014 nach dem gleichnamigen Roman von Sabine Weigand greift die Zeit der Hexenverfolgungen im Bamberg auf.

 

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Oberderdingen (Hexenturm) Baden-Württemberg

Der sogenannte Hexenturm in Oberderdingen, einer Gemeinde im Landkreis Karlsruhe, ist ein Turm der ehemaligen Befestigungsanlage des Amthofs Oberderdingen. Das Gebäude ist ein geschütztes Baudenkmal.

Von den ursprünglich vier Türmen des Amthofs in Oberderdingen ist nur noch der sogenannte Hexenturm erhalten. Er wurde wohl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut und besteht aus Buckelquadern. Da hier zur Zeit der Hexenverfolgungen verdächtige Personen eingesperrt waren, wurde der Name Hexenturm gebräuchlich.

Oberkirchen / Nordrhein-Westfalen

Zwischen 1595 und 1685 fielen den Hexenprozessen in Oberkirchen 75 Personen zum Opfer. Allein 1630 wurden in Oberkirchen im Patrimonialgericht der Freiherren von Fürstenberg, die das Gericht von den Kurfürsten von Köln als Landesherrn in Pfandbesitz hatten, 65 Personen verbrannt.

Besonders bekannt wurde der Hexenprozess gegen das 9-jährige Kind Christine Teipel, die am 7. März 1630 verhört wurde. Sie benannte die Namen von 15 Menschen, die angeblich nachts am Teufelstanz teilgenommen hatten: 8 Männer, 6 Frauen und ein kleines Mädchen.

So starben in sieben Prozesswellen in den drei Monaten April bis Juni 58 Personen auf dem Scheiterhaufen, darunter 22 Männer und 2 Kinder.

Christine Teipel wurde am 4. Mai 1630 in der 3. von insgesamt sieben Prozesswellen hingerichtet. In der Lüttmecke bei Oberkirchen am „Hexenplatz“ erinnern Tafeln an die Hexenverfolgungen und den Prozess gegen Christine Teipel.

Obermarchtal (Kloster) Baden-Württemberg

Es lassen sich drei Verfolgungswellen unterscheiden: zwischen 1586 und 1596, um 1627/1628 und zwischen 1745 und 1757. Die Besonderheit an den Marchtaler Hexenprozessen ist die Verfolgungspanik noch Mitte des 18. Jahrhunderts, der 7 Frauen zum Opfer fielen.

Mindestens 60 Todesurteile gegen vermeintliche magische Delinquenten lassen sich insgesamt aus den Marchtaler Hexenprozessakten nachweisen.

Oberpfalz / Bayern

Im 15. Jahrhundert gab es in Regensburg mehrere Prozesse gegen Frauen wegen Zauberei, normalerweise wurden sie im Fall einer Verurteilung der Stadt verwiesen. Unmittelbar nach dem Erscheinen des Buches De praestigiis daemonum des Kritikers der Hexenverfolgung Johann Weyer (1515/1588) im Jahre 1563 lehnte Kurfürst Friedrich III. die weitere Tortur und Anwendung der Todesstrafe für angebliche Hexen ab.

Unter den pfälzischen Kurfürsten ereignete sich in der Oberpfalz kein einziger dokumentierter Fall einer Hexenverbrennung, genauso wenig im Stiftland.

Doch das aufgeheizte religiöse Klima zeigte durchaus Folgen, so forderten die Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin offen zur Tötung von Hexen auf, dabei beriefen sie sich auf entsprechende Passagen aus der Bibel.

Eine Hochburg des Hexenwahns war aber das katholische Hochstift Eichstätt, dort wurden in der Zeit von 1582 bis 1723 mindestens 241 Menschen, darunter 211 Frauen (88 %) und 30 Männer (12 %), wegen des Verdachts auf sogenannte Hexerei angeklagt und verhaftet.

222 Menschen (195 Frauen, 27 Männer) davon wurden dort nachweislich in einem Hexenprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. Diese Zustände färbten in die südliche Oberpfalz ab, genauer gesagt in das gerade rekatholisierte Pfalz-Neuburg, so geriet 1617 in Laaber eine Frau auf den Scheiterhaufen, in Hemau sogar fünf Frauen, drei davon bei lebendigem Leib.

Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts sollen in Reichertshofen 50 Menschen dem Wahn zum Opfer gefallen sein. 1655 gibt es einen weiteren dokumentierten Fall einer Hexenverbrennung in Amberg, jetzt unter kurbayerischer Herrschaft. Erst im 18. Jahrhundert kommt der Wahn in ganz Bayern zum Erliegen.

Olpe / Nordrhein-Westfalen

Nachdem Olpe im Jahre 1311 zur Stadt erhoben wurde, entstand spätestens um 1373 die befestigte Stadtmauer. Heute existieren nur noch die Überreste der Stadtmauer im Weierhohl mit dem Hexen- und dem Engelsturm sowie den Portalen eines großen und kleinen Stadttors.

Der Hexenturm aus dem 14. Jahrhundert ist das älteste erhaltene profane Gebäude der Stadt. Der Name könnte auf die Hexenverfolgung hinweisen, bei der er als Gefängnis gedient haben könnte. Allerdings gibt es dafür keine Beweise.

Nachweisbar sind Hexenprozesse und die letzte Hinrichtung 1696 auf dem Bratzkopf. Der Olper Heimatforscher Manfred Schöne ging davon aus, dass sich der Name von „Hessenturm“ herleitet.

Osnabrück / Niedersachsen

Schwerpunkte der Hexenverfolgungen in Osnabrück lagen zwischen 1561 und 1639. 1582, in der Regierungszeit des Bürgermeisters Hammacher (1565–1588), wurden 163 Frauen als angebliche Hexen hingerichtet, die meisten verbrannt.

Unter der Regierungszeit des Bürgermeisters Pelster fanden 1636–1639 mehr als 40 Frauen als Hexen den Tod. Insgesamt wurden 276 Frauen und zwei Männer in Hexenprozessen wegen Zauberei hingerichtet.

Der Einsatz des evangelischen Pfarrers von St. Marien und Stadtsuperintendenten Gerhard Grave gegen die vom evangelisch dominierten Stadtrat durchgeführten Hexenprozesse hatte seine spätere Vertreibung aus der Stadt zur Folge.
(Rat der Stadt Osnabrück: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

 

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Padberg / Nordrhein-Westfalen

Während der Zeit der Hexenverfolgungen sind für Padberg im Zeitraum von 1588 bis 1590 neun und von 1593 bis 1602 vier Hexenprozesse belegt.

Paderborn (Cautio Criminalis) Nordrhein-Westfalen

1630 schrieb Friedrich von Spee im Paderborner Jesuitenkolleg die Cautio Criminalis gegen den Hexenwahn. Nach Abschluss des Theologiestudiums in Mainz 1619–1623 erhielt Friedrich am 28. März 1623 die Priesterweihe im Mainzer Dom. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er 1623–1626 als Dozent an der Jesuiten-Universität in Paderborn und war in Paderborn Domprediger.

Etwa zur gleichen Zeit wie Johann Matthäus Meyfarts Christliche Erinnerung im Luthertum und 30 Jahre nach dem „Gründlichen Bericht von Zauberey und Zauberern“ von Anton Praetorius erschien Spees Schrift Cautio Criminalis im Mai 1631 anonym, die im katholischen Bereich erste Einwendungen gegen Folter und Hexenglauben vortrug.

Ein deutlicherer Titel wie etwa „Wider den Hexenwahn“ wäre ein klarer Verstoß gegen allgemein herrschende Überzeugungen gewesen. Schon die Bezeichnung cautio – Vorsicht war geeignet, den Verfasser (sowie Drucker und Verleger) noch in Verdacht zu bringen, Hexen in Schutz zu nehmen und so die Partei des Satans zu stärken, weshalb die Schrift nur anonym erscheinen konnte.

Nach neueren Forschungen (Franz 2001, S. 122f) ist es nicht sicher, ob Spee als Beichtvater der „Hexerei“ angeklagte Frauen betreute oder zum Scheiterhaufen begleitete. Gewiss aber hat er während seines Aufenthalts in Zentren der Hexenverfolgung (Köln, Trier, Würzburg, Mainz, Speyer und Paderborn) Hexenprozesse beobachtet.

Die juristische Umsetzung der Ansichten Spees erfolgte später vor allem durch Christian Thomasius, der wesentlich zur Abschaffung der Hexenprozesse beitrug. Eine Tante von Friedrich Spee, Anna Spee von Langenfeld, wurde am 20. September 1631 als „Hexenkönigin von Bruchhausen“ hingerichtet.

Penzlin / Mecklenburg-Vorpommern

Die Alte Burg Penzlin liegt in der Stadt Penzlin, südwestlich von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Hexenmuseum Penzlin: Im Jahr 1941 wurde die Alte Burg Penzlin von den Freiherren von Massenbach an die Stadt Penzlin verkauft, die die Burg in der Folgezeit für Wohnzwecke und als Museum (über die Hexenverfolgung in Mecklenburg) nutzte.

Ab 1990 wurde die Alte Burg Penzlin umfassend saniert. Sie kann ungeführt besichtigt werden; die Innenräume und der Hexenkeller nur in Verbindung mit einem Museumsbesuch.

Die Innenräume des Museums widmen sich den Themen Alltagsmagie mit mecklenburgischem Schwerpunkt sowie Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit. Zudem verfügt der Burghof über einen Kräutergarten mit Gewächsen, denen magische Kraft nachgesagt wird.

Im Keller befindet sich das einzige frühneuzeitliche “Hexen”-Verlies Europas, das exakt den Regeln des “Hexenhammers” entsprach und bis heute weitestgehend in solchem Zustand erhalten ist.

Weiterhin sind in der Burg verschiedene Exponate zu den Themen Magie und Hexenverfolgung zu sehen. Der in Penzlin geführte Hexenprozess um Benigna Schultzen hat überregionale Bedeutung erlangt, da er zu den längsten der Hexenverfolgung gehört. Ihr Inquisitions- und Revisionsprozess erstreckte sich über 12 Jahre von 1699 bis 1711.
Webseite: alte-burg.amt-penzliner-land.de

 

Die Hexenbrenner von Franken:
Die Geschichte eines vertuschten Massenmordes (Heimatarchiv)
von Ralph Kloos und Thomas Göltl
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: Sutton
ISBN-13: 978-3954001095
Gebundenes Buch EUR 19,95

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Zitat: Den schlimmsten Hexenverfolgungen Europas fielen im Herzen Frankens über 2.000 Menschen zum Opfer. Vier Fürstbischöfe aus Bamberg und Würzburg folterten und verbrannten die Unschuldigen zwischen 1571 und 1633 im Namen der Heiligen Inquisition.

Das reich illustrierte Buch zeigt drastisch, wie sich das Phänomen des Hexenwahns mit Hilfe kirchlicher und weltlicher Mächte ausbreitete.

Das berüchtigte Bamberger Foltergefängnis, das Malefizhaus, haben die bekannten Autoren Ralph Kloos und Thomas Göltl aufwendig grafisch rekonstruiert.

 

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