Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst von Tim Pröse. Als Didi hat er Generationen von Fernsehzuschauern zum Lachen gebracht

Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst von Tim Pröse. Als Didi hat er Generationen von Fernsehzuschauern zum Lachen gebracht

 

»Ich bin privat ein scheuer Mensch. Der Autor Tim Pröse hat es geschafft, mich zu öffnen. Manche Dinge, nach denen er mich gefragt hat, überraschten mich. Nicht nur seine Fragen, sondern auch meine Antworten. Einiges, was ich im Leben tat, und vor allem warum ich es tat, war mir zuvor selber nicht so klar.« (Dieter Hallervorden)

 

»Palim, palim!«

 

als Didi hat er Generationen von Fernsehzuschauern zum Lachen gebracht. Und sich jahrzehntelang danach gesehnt, mehr als “nur” Komiker sein zu dürfen.

Mit über 70 Jahren, wenn die meisten Menschen längst in Rente sind, übernahm Dieter Hallervorden das Schlosspark Theater in Berlin. Und in den letzten Jahren überraschte er viele Millionen Kinozuschauer als Charakterdarsteller in »Sein letztes Rennen« oder »Honig im Kopf«.

Tim Pröse hat sich auf die Spuren dieses Werdegangs begeben. Für sein biographisches Porträt hat er Hallervorden lange begleitet und zahlreiche Gespräche mit ihm geführt – ebenso mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn, mit Weggefährten, Freunden und prominenten Kollegen.

 

Er hat Hallervorden auf dessen privater Insel in der Bretagne besucht, auf die sich der Künstler seit Jahren regelmäßig zurückzieht.

 

Entstanden ist eine stark erzählte und persönliche Annäherung an den empfindsamen und selbstkritischen Menschen Hallervorden.

 

Ein besonderer Blick auf einen außergewöhnlichen Lebensweg und ein Buch, das eine der größten Fragen beantwortet:
Wie wird man einfach nur man selbst?

 

Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst
von Tim Pröse
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Hoffmann und Campe Verlag
ISBN-13: 978-3455001594
Gebundene Ausgabe EUR 20,00

 

Verlagsinfo zum Buch
Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst von Tim Pröse

 

Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst von Tim Pröse
bewerte ich wie folgt: sehr zufrieden = 9 Punkte:
Thema: 9 Punkte
Schreibstil: 9 Punkte
Pröse kann einfach gut schreiben: 9 Punkte

 

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, lebt als Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und Redakteur des Magazins Focus. Eines seiner einfühlsamen Porträts wurde beim Katholischen Medienpreis ausgezeichnet. 2016 erschien sein Buch Jahrhundertzeugen. Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler.

 

VinTageBuch Info

 

Dieter Jürgen „Didi“ Hallervorden (* 5. September 1935 in Dessau, Freistaat Anhalt) ist ein deutscher Komiker, Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher, Moderator und Theaterleiter.

Erste Erfahrungen als Schauspieler sammelte er an der Berliner Tribüne und an der Vaganten Bühne. Schon bald nach Gründung der Wühlmäuse folgten Fernseh- und Filmauftritte, unter anderem im Fernsehfilm Das Millionenspiel, in dem er den Gangsterboss Köhler spielte.

1974 sah man ihn neben Arno Assmann in dem Fernseh-Thriller Der Springteufel als einen aus der Irrenanstalt entflohenen Anhalter. In den Serien Abramakabra, Grand Gala und Das Läster-Lexikon profilierte er sich als Satiriker und Komiker.

Der Durchbruch folgte 1975 mit der Slapstick-Reihe Nonstop Nonsens des Süddeutschen Rundfunks. Zu den bekanntesten Nonstop Nonsens-Sketchen zählen der Zumsel, Palim-Palim und Die Kuh Elsa. Zudem gab es einen Vorabfilm zu der Serie mit dem Titel Herr S. kommt nicht zum Zuge.

Dieter Hallervorden veröffentlichte eine Reihe von Musiktiteln: Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne (1976), Du, die Wanne ist voll (1978, Duett mit Helga Feddersen, eine Parodie auf You’re the One That I Want), Fatima – heut ist Ramadan (1979), Super-Dudler (1980, Parodie auf Super Trouper von ABBA), Punker Maria (1981, eine Parodie auf Santa Maria von Oliver Onions), Tierischer Tango (1981) und Der Würger vom Finanzamt (1982). Amazon Musikkatalog: Hallervorden.

Ab 1980 widmete sich Hallervorden als Drehbuchautor und Schauspieler hauptsächlich dem Kino und entwickelte dort die tollpatschige Figur Didi weiter, die durch Nonstop Nonsens zu seinem Markenzeichen geworden war.

1992 kehrte er zum politischen Kabarett zurück, zunächst auf Sat.1 mit 21 Folgen der Sendung Spottschau und von 1994 bis 2003 im Ersten mit Hallervordens Spott-Light.

Für die ARD moderierte er von 1996 bis 1997 die Sendung Verstehen Sie Spaß? und produzierte 2000 zwölf Folgen der von Frank Lüdecke geschriebenen Familien-Komödie Zebralla. 2005 bis 2010 gehörte er zum Team der Comedy-Falle auf Sat.1.

In der 2011 auf ProSieben erstausgestrahlten zweiten Staffel des Comedyformates Old Ass Bastards war Hallervorden mit anderen prominenten Gaststars wie Erika Berger und Ingrid van Bergen zu sehen.

Mit seinem musikalischen Solo-Programm Mit dem Gesicht sowie mit den Boulevard-Komödien Dinner für Spinner und Die Nervensäge feierte er große Erfolge in seinem Theater Die Wühlmäuse in Berlin und im Anhaltischen Theater in seiner Heimatstadt Dessau.

Seit 2001 veranstaltet das Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ in jedem Jahr Das große Kleinkunstfestival unter Leitung von Dieter Hallervorden. An zwei aufeinander folgenden Abenden treten fünf Künstler gegeneinander an, um den Jury- und den Publikumspreis für sich zu gewinnen.

Der Berlin-Preis und der Ehren-Preis gehen an gestandene Comedians und Kabarettisten. Weitere Künstler und „handverlesene“ Nachwuchstalente tragen zur Abendunterhaltung durch Gastauftritte bei. Als Moderator fungiert Dieter Nuhr.

Seine Autobiografie Wer immer schmunzelnd sich bemüht… erschien zu seinem 70. Geburtstag Anfang September 2005. Sein autobiografisches Kabarettprogramm Stationen eines Komödianten, das er gemeinsam mit Harald Effenberg aufführt, hatte am 8. Februar 2008 in Berlin Premiere.

Ende 2008 vergab die Stadt Berlin das Schlosspark Theater nach einer Ausschreibung an Hallervorden, der einen zehnjährigen Mietvertrag unterschrieb und mit privatem Geld Umbauarbeiten am Theater durchführen ließ. Ihm wurden fünf Jahre Mietbefreiung gewährt.

Am 1. September 2009 nahm die Spielstätte ihren vollen Spielbetrieb wieder auf. Neben zahlreichen Gastspielen von prominenten Kollegen steht Dieter Hallervorden auch selber in Stücken, inszeniert unter anderem von Bettina Rehm und Adelheid Müther, auf der Bühne.

Ende 2011/Anfang 2012 gab es Rassismus-Vorwürfe seitens Bühnenwatch gegen Dieter Hallervorden und Joachim Bliese, da in dem Theaterstück „Ich bin nicht Rappaport“, die Figur des schwarzen Midge Carter mit Bliese als Blackface besetzt worden war.

Im Januar 2015 geriet Hallervorden in ähnlicher Thematik in die Schlagzeilen. Die Berliner BVG hatte Prominente Durchsagen der U-Bahnhöfe machen lassen.

Dieter Hallervorden kündigte die Mohrenstraße an, für dessen Umbenennung sich der Verein „Berlin Postkolonial“ seit Längerem einsetzt und dementsprechend angesichts der Blackfacing-Debatte von 2012 protestierte.

Ab 2010 übernahm der bislang überwiegend als Komiker bekannte Hallervorden verstärkt ernsthafte Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen, für die er auch Auszeichnungen erhielt.

So war er 2012 als Kinderschänder in dem Thriller Das Kind zu sehen, spielte 2013 die Hauptrolle in dem Filmdrama Sein letztes Rennen und 2014 einen schwer an Alzheimer erkrankten Mann in Honig im Kopf.

 

Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst von Tim Pröse