Wanderungen und Bergbaugeschichten von Herbert Gschwendtner. Der Erzweg: Durch das Land der tausend Feuer

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Der ca. 150 km lange Erzweg östlich von Nürnberg besticht durch seine landschaftliche und kulturhistorische Vielfalt:

Auf einzigartige Weise verbinden sich Natur mit Kultur und Montangeschichte zu einem virtuos inszenierten Wandererlebnis.

Bereits in vorchristlicher Zeit wurde in der Region nach Erzen geschürft. Im Mittelalter gab es im „Land der tausend Feuer“ unzählige Verhüttungs- und Schmelzstätten, Schmieden und Kohlenmeiler. Nicht umsonst lag das “Ruhrgebiet des Mittelalters” in der Oberpfalz.

Mit der Luitpoldhütte und der Maxhütte wurden im 19. und 20. Jahrhundert Maßstäbe in der Stahlproduktion gesetzt. Mit der Schließung des Eisenerzbergwerks Leonie 1987 und der Maxhütte 2002 wurde ein Kapitel der über tausendjährigen Wirtschafts- und Montangeschichte geschlossen. Bis heute jedoch ist die bergmännische Tradition fest in der Region verwurzelt.

Wanderer auf dem Erzweg begeben sich auf die Spuren der Bergbau– und Industriegeschichte. Doch die Natur hat sich vieles wieder zurückerobert, von einer Bergbau- oder Industrielandschaft kann keine Rede sein.

Weite Wälder und mediterran anmutende Karstlandschaften, steile Felsgrate und tiefe Täler, groteske Felsformationen und mystische Höhlen – Wanderer schätzen die naturräumliche Vielfalt entlang des Erzwegs sowie den großen Anteil naturbelassener Wege.

Der Erzweg windet sich durch verwirrende Felslandschaften und Reste von Jurariffen. Unzählige Höhlen, Felsnadeln und Kalkblöcke liegen am Weg. Die Steinerne Stadt unweit von Auerbach, das Felslabyrinth von Sackdilling und die Königsteiner Steinberge sind beeindruckende Komplexe aus hoch aufragenden Felssäulen und –wänden.

Der Erzweg führt auch durch die schier unendlichen Wälder des Hirschwalds und durch den Veldensteiner und Freihölser Forst. Im Gegensatz dazu stehen die lichtdurchfluteten Magerrasen und Wacholderheiden. Jedes Tal entlang des Erzwegs hat seinen eigenen Charakter.

Das entlegene Flembachtal mit seinen felsenbestandenen Ufern bietet ein gänzlich anderes Bild als die Täler von Pegnitz und Vils, die sich teilweise durch breite Auen schlängeln.

Eingebettet in diese Landschaften sind zahlreiche kulturhistorische Highlights. Hammerschlösser, alte Bergwerke und Industriedenkmäler liegen ebenso am Weg wie mittelalterliche Städte und verträumte Burgruinen.

Die Erzstädte Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Auerbach atmen Geschichte. Kaiser und Könige waren – nicht zuletzt wegen des Erzreichtums – hier und bauten sich ihre Residenzen. Dass die Oberpfalz ein richtiges Burgenland ist, wird auch beim Wandern auf dem Erzweg klar.

Die Burg Veldenstein, die Ruinen Lichtenegg und Poppberg und der Bergfried in Ebermannsdorf sind nur einige Beispiele alter Herrschaft. Hinzukommen noch zahlreiche Schlösser wie Neidstein, Ebermannsdorf und das Kurfürstliche Schloss in Amberg.

Eine Besonderheit der Region stellen die Hammerschlösser dar, die wie Perlen an einer Schnur an den Flüssen stehen. Das imposanteste Hammerschloss der Oberpfalz steht in Theuern an den Ufern der Vils. Der prächtige Barockbau zeugt noch heute vom Reichtum der Hammerherren, die als frühe Industrieunternehmer gelten.

Bedeutend sind auch zahlreiche Kirchen, die wie das Asamkloster in Michelfeld oder die romanische Klosterburg in Kastl zahlreiche Kunstschätze bergen. Die Gotteshäuser auf dem Gottvaterberg bei Auerbach, dem Amberger Mariahilfberg sowie dem Annaberg bei Sulzbach-Rosenberg sind bedeutende Wallfahrtskirchen. Und immer wieder stößt man auf die Zeugnisse des Bergbaus.

Die Maffeischächte, die Maxhütte, die Grube Luxemburg, der Haidweiher – sie alle sind Stätten bergmännischen Arbeitens.

Da es auch abseits der Erzweg-Haupttrasse viel Natur zu erleben und Kultur zu sehen gibt, sind neun Schlaufenwege angegliedert. Mit diesen ergibt sich eine Vielzahl von Streckenvariationen, Rundwanderungen und Tourenalternativen.

Jeder dieser Schlaufenwege hat seine eigene Charakteristik. Die Königsteiner Schlaufe beispielsweise führt recht anspruchsvoll durch die zentrale Kuppenalb. Dunkle Wälder, weite Ausblicke, bucklige Karstberge und die verwirrende Felslandschaft machen die Tour zu einem landschaftlichen Glanzlicht.

Die Högener Schlaufe verläuft an der Goldenen Straße, dem alten Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag, durch die Kuppenalb, kleine Flusstäler und sanft gewelltes Hügelland. Oder wie wäre es mit der Erkundung des kleinsten Hopfenanbaugebiets der Welt auf der Illschwanger Schlaufe? Aufgrund zahlreicher Bahnhöfe in der Region sind viele Tageswanderungen auf dem Erzweg und seinen Schlaufen mit dem Zug möglich. Quelle: (lifePR)

Tourist-Info Amberg-Sulzbacher Land
Hallplatz 2
92224 Amberg
tourist@amberg-sulzbach.de
www.erzweg.de

 

Glück auf! Erzweg Kupfer:
Wanderungen und Bergbaugeschichten
von Herbert Gschwendtner
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag Anton Pustet Salzburg
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3702509019
Gebundenes Buch 22,00 EUR
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Buchzitat: Wandern auf den Spuren des Bergbaus

Herbert Gschwendtner widmet seine Aufmerksamkeit dieses Mal der 5 000-jährigen Kupferbergbaugeschichte des Pongaus. Diese gilt es auf dem „Erzweg Kupfer“ zu erwandern und dabei Schaubergwerke, Bergbaumuseen und so manche Mineralienschau zu erleben.

Historisch Interessantes, erzählte Geschichten und Legenden sowie Wegbeschreibungen und Fotos bringen den Lesern die beeindruckende Natur- und Berglandschaft am Hochkönigmassiv mit ihrer wechselvollen Bergbaugeschichte näher.

Darüber hinaus gibt Herbert Gschwendtner, der selbst in seiner Jugend im Bergbau tätig war, Einblicke in die Bergmannssprache und die Abläufe unter Tage.

Der „Erzweg Kupfer“ führt von Hüttau über den Fritzerberg und Buchberg nach Bischofshofen und weiter entlang des Knappensteigs zum Mitterberg.

An den Abstieg nach Mühlbach am Hochkönig schließt sich der Übergang über die St. Veiter Höhe nach St. Veit an.

An diesen insgesamt fünf Etappen liegen vier Schaustollen, Bergbau- und Heimatmuseen, sowie ein begehbarer historischer Eisenerz-Schurfbau.