Georges Simenon: Das Haus am Kanal, Die großen Romane, Band 5, Nachwort von Karl-Heinz Ott

Georges Simenon: Das Haus am Kanal, Die großen Romane, Band 5, Nachwort von Karl-Heinz Ott

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Eine junge Frau zwischen zwei Männern

 

Georges Simenon
Das Haus am Kanal
(Die großen Romane)
von Georges Simenon
Aus dem Französischen von Ursula Vogel
Georges Simenon: Das Haus am Kanal, Die großen Romane, Band 5.
Mit einem Nachwort von Karl-Heinz Ott
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Atlantik
(4. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3455006872
Taschenbuch EUR 12,00
E-Book EUR 8,99
Audio-CD EUR 12,45

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Georges Simenon Das Haus am Kanal
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Schreibstil: 10 Punkte

 

Buchzitat: Die sechzehnjährige Edmée muss nach dem Tod des Vaters Brüssel verlassen und zu ihren Verwandten in die flämische Provinz ziehen. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen aus der Stadt andere Vorstellungen vom Leben hat als die konservativen Familienangehörigen. Edmée ist dominant, verwöhnt und sich ihrer Wirkung auf Männer sehr bewusst. Gleich zwei ihrer Cousins erliegen ihren Reizen und glauben, sie gehöre ihnen allein.

Das führt zu Unmut unter den Männern der Familie. Als Edmée sich für einen der Cousins entscheidet, kann sie nicht ahnen, welche brutalen Folgen diese Entscheidung nach sich zieht.

 

Georges Simenon: Das Haus am Kanal
(© Cover & Inhaltsangaben: Atlantik Verlag) Hoffmann und Campe Verlag

 

Nachdem Georges Simenon in den Jahren 1931 und 1932 mit den Romanen um den Kriminalkommissar Maigret bekannt geworden war und insgesamt 17 Romane der Reihe geschrieben hatte, beschloss er im Herbst 1932 – im Anschluss an eine ausgedehnte Europareise –, die Maigret-Reihe zu beenden und „richtige Romane“ zu schreiben, mit denen er sich das Ansehen eines „ernsthaften Schriftstellers“ erwerben wollte.

In den folgenden Monaten entstanden seine ersten drei so genannten „romans durs“ (harte Romane): Die Verlobung des Monsieur HireTropenkoller und Das Haus am Kanal. Insbesondere letzteren bezeichnete Simenon rückblickend als seinen „ersten Roman“:

Nach einer Vorabveröffentlichung in vier Folgen der Zeitschrift La Revue de France vom 1. April bis 15. Mai des Jahres erschien die Buchausgabe Das Haus am Kanal im Mai 1933 beim französischen Verlag Fayard als einer von Simenons ersten Non-Maigret-Romanen.

Die erste deutsche Übersetzung von Walter Jonas brachte die Schlesische Verlagsanstalt 1935 unter dem Titel Die Hexe heraus. Im Jahr 1986 veröffentlichte der Diogenes Verlag eine Neuübersetzung von Ursula Vogel unter dem Titel Das Haus am Kanal.

Eine 16-jährige Waise aus Brüssel kommt zu Verwandten nach Flandern auf einen einsamen Gutshof. Dem Stadtkind, das kein Wort Flämisch spricht, fällt der Wechsel in die ländliche Umgebung nicht leicht.

Doch schon bald wird sich das pubertierende Mädchen ihrer Wirkung auf die beiden Cousins bewusst. Während sie ihre Macht gegenüber dem jüngeren auszuspielen beginnt, tritt der ältere in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters und führt die Geschäfte im Haus am Kanal.

In der Gestalt eines „Großstadtluderchens“ tritt Edmée laut Ehing als fremdes Element in den gleichförmigen Ablauf des Lebens einer flämischen Bauernfamilie. Dabei entdeckt sie, dass gerade ihre Andersartigkeit ihr eine unbekannte Macht über ihre Cousins verleiht.

Stanley G. Eskin charakterisiert Fred als „ländlichen Playboy“ und „lüsterne[n] Prasser“, Jef hingegen als einen „Quasimodo-Typ“, der in seinem Werben um das Mädchen gerade an seiner gewaltigen Naivität scheitert.

Während Jef dem Mädchen laut Peter Kaiser sofort bedingungslos hörig wird, braucht es eine Weile, bis auch sein Bruder „dem anämischen Stadtkind“ mit seiner aufreizenden Arroganz und Unnahbarkeit verfällt. In ihrem „pubertierenden Machtrausch“ bringt Edmée die gesamte Familie durcheinander.

Im Jahr 1988 verfilmte Josef Rusnak den Roman als deutsch-französischen Fernsehfilm im Rahmen der TV-Serie L’heure Simenon. Es spielten unter anderem Mathilda May, Tobias Hoesl, Ralph Grobel, Christiane zu Salm und John Van Dreelen.

2003 folgte ein belgischer Fernsehfilm von Alain Berliner mit Isild Le Besco, Corentin Lobet, Nicolas Buysse und Jean-Pierre Cassel.

Im Jahr 2007 produzierte der WDR ein Hörspiel unter der Regie von Uwe Schareck. Die Hauptrollen sprachen Katharina Schüttler, Serdar Somuncu, Christian Friedel, Claude De Demo und Thierry van Werveke.

 

Klassiker, Georges Simenon, Roman, Das Haus am Kanal