Florence Nightingale. Die Frau hinter der Legende. Portrait einer Vorkämpferin für Gesundheitswesen, Krankenpflege und Frauenrechte vor dem historischen Hintergrund des viktorianischen Zeitalters

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Weder Engel noch Emanze:
Portrait einer kontroversen Persönlichkeit

Reformerin, Gesundheitsexpertin oder
psychisch labile Intrigantin –
wer war Florence Nightingale wirklich?

Schon zu Lebzeiten begannen Heroisierung und Mythenbildung, gleichzeitig musste sie sich auch immer wieder scharfe Kritik gefallen lassen:

Florence Nightingale
Die Frau hinter der Legende

Portrait einer Vorkämpferin für Gesundheitswesen, Krankenpflege und
Frauenrechte vor dem historischen Hintergrund des viktorianischen Zeitalters
von Hedwig Herold-Schmidt
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Ver­lag: wbg Theiss
(12. März 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3806240559
Gebundenes Buch 30,00 EUR

zur Verlagsinfo
Florence Nightingale
von Hedwig Herold-Schmidt

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Florence Nightingale
von Hedwig Herold-Schmidt

Aus dem Inhalt:

Eine viktorianische Familie:
Die Nightingales

(1820-1839)
Eine komplizierte Kindheit und Jugend

(1839-1847)
Das Ringen um ein sinnvolles Leben

(1847-1850)
Auf Reisen

(1850-1854)
Pflege als Lebensaufgabe

(1854-1856)
Der Krimkrieg

(1856-1870)
Reformerin und Invalidin

Einflüsse, Prägungen, Entwicklungen
Religion und Theologie

(1856-1870)
Krankenhauser und offentliches Gesundheitswesen

(1857-1895)
Indien, die “Perle des Empire”

Viktorianische Familie
Frauenfrage und Frauenrechte

(1870-1900)
Die Nightingale School

(1870-1895)
Neue Projekte in der Pflege

(1895-1910)
Die Legende lebt
Ikone, Mythos, Zerrbild
Literaturverzeichnis

Buchzitat: Die Historikerin Hedwig Herold-Schmidt hat sich auf Spurensuche begeben und zeichnet das Bild einer faszinierenden Frau, die oft mit den Beschränkungen ihrer Zeit kämpfte:

♦ Kindheit und Jugend: Eine ausgezeichnete Ausbildung, aber wenig Raum zur Entfaltung
♦ Ausgedehnte Reisen und erste Überlegungen zur Krankenpflege
♦ Krimkrieg: Konflikte mit Militärführung und Verehrung durch einfache Soldaten
♦ Wieder Zuhause: Einsatz als Expertin für öffentliche Gesundheitsfürsorge trotz Invalidität

Eine mutige Vorkämpferin für Gesundheitswesen, Krankenpflege und Frauenrechte …

Florence Nightingale war weit mehr als die gütige “Lady with the Lamp” im Kriegslazarett. Wieder aus dem Krimkrieg zurückgekehrt, setzte sie ihre Bekanntheit Zeit ihres Lebens für Reformen in Gesundheits- und Sanitätswesen ein.

Sie war die Begründerin der weltlichen Krankenpflege durch Frauen, beschäftigte sich mit Kolonialfragen in Indien und gilt als Pionierin der Statistik.

Ihr Eintreten für Sozialreformen und der Kampf für Frauenrechte brachten ihr nicht nur Freunde ein.

Die Autorin setzt Lob und Kritik an dieser vielschichtigen Persönlichkeit in Bezug zu den Möglichkeiten und Grenzen für Frauen im 19. Jahrhundert.

Das Ergebnis ist ein faszinierendes Leseerlebnis über die Geschichte der persönlichen Emanzipation einer Frau, die mehr sein wollte als schmückende Gesellschaft in einem Salon.

Fazit: Eine fesselnde Biografie, die interessante Anekdoten mit einem spannenden Gesellschaftsportrait des 19. Jahrhunderts verbindet.

Dr. Hedwig Herold-Schmidt studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Völkerkunde und Politikwissenschaften in Köln und München. Seit 2005 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Kulturgeschichte des Seminars für Volkskunde/Kulturgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig.

Forschungsschwerpunkte sind das 19. und 20. Jahrhundert, Kultur- und Sozialgeschichte von Gesundheit und Krankheit, Adels- und Pressegeschichte, Festkulturen und Religiosität in der Moderne.

Verlagsinformation: 

In der Biographie »Florence Nightingale« von Hedwig Herold-Schmidt wird ein vielschichtiges Porträt der Begründerin der modernen Krankenpflege entworfen. Im Krimkrieg entstand das noch heute gegenwärtige Bild der engagierten jungen Frau, die sich selbstlos der Pflege widmete.

Dieses Jahr feiern wir ihren 200. Geburtstag.
Doch wer war die Person hinter diesem Mythos?
Welche Motivation bestimmte ihr Handeln?

Denn Florence Nightingale auf die Pflege zu reduzieren hieße, viele bedeutende Felder ihres Schaffens zu vernachlässigen. So war sie auch Reformerin und Statistikerin.

Anhand verschiedener Stationen im Leben der Protagonistin erklärt Herold-Schmidt ihr Denken und Handeln aus Nightingales Zeit heraus. Zwischen Glorifizierung und Abwertung geht die Autorin systematisch auf das widersprüchliche Bild Florence Nightingales ein.

Dieses setzt sie aus der Betrachtung von Lebenswelt und Handlungsräumen, privatem Streben und öffentlichem Engagement zusammen. Dabei werden sowohl die bereits zu Lebzeiten beginnende Heroisierung als auch die kurz darauf einsetzende Ablehnung beleuchtet.

Vintagebuch Info:

Anmerkung: Bereits im Februar 1855 brachte die deutsche Illustrierte „Die Gartenlaube“ einen ersten – sehr wohlwollenden – Bericht über das Wirken von Nightingale während des Krimkrieges unter dem Titel Hospital-Scenen vom Kriegsschauplatze, der drastisch und unverblümt die katastrophale Situation der Kriegsverwundeten schildert.

Die erste Biographie Nightingales erschien bereits 1855. Das dünne, 16-seitige Heftchen, das einen Penny kostete, beschrieb ihre frühen Jahre in einer Weise, die sich auch in anderen Biografien wiederholten, die zu ihren Lebzeiten erschienen: ihr schon früh bewiesenes Mitgefühl mit den Kranken, ihre Fürsorge für Arme und ihre freiwillige Selbstbeschränkung trotz des privilegierten Familienhintergrunds. 1893 wurde ein Teil ihrer Schriften von L. Seymer herausgegeben.

1951 wurde Nightingales Leben mit Anna Neagle als The Lady With a Lamp erneut verfilmt. Julie Harris spielte die Rolle 1964 in The Holy Terror für das US-Fernsehen. Eine Version, die mehr die romantischen Verwicklungen im Hospital in den Vordergrund stellte, wurde 1985 mit Jaclyn Smith und Timothy Dalton ebenfalls für das Fernsehen produziert.

Die Evangelische Kirche in Deutschland ehrt Florence Nightingale mit einem Gedenktag im Evangelischen Namenkalender am 14. August. Ihr Gedenktag für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika und für die anglikanische Kirche ist ihr Todestag, der 13. August.

Museen

  • London. Das Florence Nightingale Museum in London befindet sich im St Thomas’ Hospital gegenüber dem Westminster-Palast an der Themse in Zentral-London. Webseite: www.florence-nightingale.co.uk/
  • Istanbul. In Üsküdar, in der ehemaligen Scutari-Kaserne (Selimiye Barracks Peace), die jetzt vom türkischen Militär genutzt wird, ist ein Florence-Nightingale-Museum eingerichtet. Das Museums Florence Nightingale Müzesi ist dauerhaft geschlossen.