21. Januar 2022

Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf. Spazieren gehen als Schmiermittel des Denkens oder auch als Schleichpfad zur Selbstfindung

Nach dem Homeoffice erstmal einen Spaziergang machen?

Diesem Hobby frönte schon Virginia Woolf …

Das Gehen dient ihr und anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern als Schmiermittel des Denkens oder auch als Schleichpfad zur Selbstfindung. Ob Esther Kinsky, Peter Handke, oder Samuel Beckett – sie alle berichten, dass die Bewegung zu Fuß entscheidend ist für ihr Schreiben. Quelle: deutschlandfunk

Ein Zimmer für sich allein
von Virginia Woolf (Autor)

Antje Rávik Strubel (Nachwort, Übersetzer)
Kampa Verlag
(23. Juli 2020)
Taschenbuch: 192 Seiten
ISBN-13: 978-3311150084

  

Buchzitat: Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen?

Welche Widerstände mussten Jane Austen oder die Brontë-Schwestern überwinden?

Im Oktober 1928 hielt Virginia Woolf zwei Vorträge am ersten Frauencollege Großbritanniens an der Universität Cambridge.

Ob ihnen bewusst sei, fragte Woolf ihre Zuhörerinnen, dass sie vielleicht »das am häufigsten abgehandelte Tier des Universums« seien?

Schließlich wurde Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern verfasst. Aus Woolfs Vorträgen entstand der Essay Ein Zimmer für sich allein, den sie ein Jahr später veröffentlichte.

Bereits zu Woolfs Lebzeiten gepriesen, wurde ihre Abhandlung über Frauen und Literatur zu einem der wegweisenden Texte der Frauenbewegung.

Engagiert,
poetisch,
erfahrungssatt und
ironisch analysiert Virginia Woolf
Geschlechterdifferenzen
und führt aus,
was Frauen brauchen,
um große Literatur zu produzieren:
finanzielle,
vor allem aber
geistige Unabhängigkeit,
im viktorianischen England
symbolisiert durch ein
eigenes Zimmer.

#Spaziergang #Flanieren

flanieren
ohne ein bestimmtes Ziel langsam umherschlendern
“ … um andere zu sehen und sich sehen zu lassen“

 

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Vintagebuch Info / Wikipedia

Virginia Woolf (* 25. Januar 1882 in London; † 28. März 1941 bei Rodmell nahe Lewes, Sussex; gebürtig Adeline Virginia Stephen) war eine britische Schriftstellerin und Verlegerin. Sie entstammte einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie, die zahlreiche Kontakte zu Literaten hatte.

Als Jugendliche erlebte sie die viktorianischen Beschränkungen für Mädchen und Frauen. Sie war früh als Literaturkritikerin und Essayistin tätig; ihre Karriere als Romanautorin begann im Jahr 1915 mit dem Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus).

Ende der 1920er Jahre war Virginia Woolf eine erfolgreiche und international bekannte Schriftstellerin. Virginia Woolf wurde in den 1970er Jahren wiederentdeckt, als ihr Essay A Room of One’s Own (Ein Zimmer für sich allein) aus dem Jahr 1929 zu einem der meistzitierten Texte der neuen Frauenbewegung wurde. Mit ihrem avantgardistischen Werk zählt Virginia Woolf neben Gertrude Stein zu den bedeutendsten Autorinnen der klassischen Moderne.

Der Essay A Room of One’s Own

(Ein Zimmer für sich allein bzw. Ein eigenes Zimmer) wurde im Oktober 1929 veröffentlicht. Die gescheite und witzige Abhandlung über die bedrückenden Bedingungen, unter denen Frauen in der Vergangenheit Literatur produzieren mussten, und in der Woolf Shakespeares fiktive dichtende Schwester Judith beschreibt, wurde zu einem der meist zitierten Texte der Frauenbewegung:

„[…] Und wenn jede von uns fünfhundert [Pfund] im Jahr hat und ein Zimmer für sich allein; wenn wir an die Freiheit gewöhnt sind und an den Mut, genau das zu schreiben, was wir denken; […] dann wird diese Gelegenheit kommen und die tote Dichterin, die Shakespeares Schwester war, wird den Körper annehmen, den sie so oft abgelegt hat.“

Das seien die materiellen Grundvoraussetzungen, unter denen Frauen genau so erfolgreich Literatur produzieren könnten wie Männer. Außerdem formulierte sie darin einige Ansichten über künstlerische Kreativität, die ihr eigenes Schreiben leiteten. Das Buch wurde ein Erfolg; innerhalb eines halben Jahres wurden in England und Amerika 22.000 Exemplare verkauft.

Die Komponistin und Suffragette Ethel Smyth bat im Januar 1930 anlässlich der Veröffentlichung von A Room of One’s Own um Virginias Mitwirkung bei einer BBC-Sendung mit dem Titel Point of Views und erklärte ihre Bewunderung für den Essay als wichtigen Beitrag zur Emanzipationsbewegung.

Es kam zu einer persönlichen Beziehung und ausgedehntem Briefwechsel mit der um 24 Jahre älteren Ethel Smyth. Zu diesem Zeitpunkt zog Vita Sackville-West nach Sissinghurst und widmete sich mit ihrem Mann Harold Nicolson der Ausgestaltung ihres später weltberühmten Gartens.

Erzählerisches Werk (Auswahl)

1915: The Voyage Out. Duckworth, London – Die Fahrt hinaus. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-10694-X.
1917: The Mark on the Wall. Hogarth Press, Richmond – Das Mal an der Wand. In: Erzählungen. Fischer, Frankfurt am Main 1965
1919: Kew Gardens. Hogarth Press, Richmond – Im Botanischen Garten. In: Erzählungen. Fischer, Frankfurt am Main 1965
1919: Night and Day. Duckworth, London – Nacht und Tag. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-10-092510-6.
1921: Monday or Tuesday. Hogarth Press, Richmond – Montag oder Dienstag. In: Erzählungen. Fischer, Frankfurt am Main 1965
1922: Jacob’s Room. Hogarth Press, Richmond – Jacobs Zimmer. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14578-3.
1925: Mrs Dalloway. Hogarth Press, London – Mrs Dalloway. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-14002-1.
1925: The Common Reader (1). Hogarth Press, London – Der gewöhnliche Leser (1). Essays. Fischer, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-10-092570-X.
1926: (Herausgeber zusammen mit Roger Fry) Julia Margaret Cameron. Victorian Photographs of Famous Men & Fair Women. New York: Harcourt, Brace
1927: To the Lighthouse. Hogarth Press, London – Zum Leuchtturm. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-12019-5.
1928: Orlando. Hogarth Press, London – Orlando – eine Biographie. Fischer, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-596-11331-8.
1929: A Room of One’s Own. Hogarth Press, London – Ein eigenes Zimmer. Essay. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-14939-8.
1929: Beau Brummel. Kurzgeschichte für BBC Radio.- Aus dem Englischen von Tanja Handels. L.S.D. Göttingen 2015, ISBN 978-3-86930-844-9.
1931: The Waves. Hogarth Press, London – Die Wellen. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-12184-1.
1932 The Common Reader (2) – Der gewöhnliche Leser (2). Essays. Fischer, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-13649-0.
1933: Flush. A Biography. Hogarth Press, London – Flush – Die Geschichte eines berühmten Hundes. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-12416-6.
1937: The Years. Hogarth Press, London – Die Jahre. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15521-5.
1938: Three Guineas. Hogarth Press London – Drei Guineen. In: Ein eigenes Zimmer / Drei Guineen. Zwei Essays. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-092573-4.
1940: Roger Fry. A Biography. Hogarth Press, London; Harcourt Publishers Ltd College Publishers 1976, ISBN 0-15-678520-X.
1941: Between the Acts. Hogarth Press, London (postum veröffentlicht im Juli 1941) – Zwischen den Akten. Roman. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14341-1.
The Essays of Virginia Woolf. 6 Bände. Hrsg. von Andrew McNeillie. Hogarth Press, London 1986–2011

Werke von Virginia Woolf im Projekt Gutenberg (DE)
Homepage der Internationalen Virginia-Woolf-Gesellschaft
(Toronto, englisch)