Ein Platz an der Sonne mit Elizabeth Taylor und Montgomery Clift. George Stevens Film gewann 1952 insgesamt sechs Oscars

Ein Platz an der Sonne mit Elizabeth Taylor und Montgomery Clift. George Stevens Film gewann 1952 insgesamt sechs Oscars

 

TV-Tipp: ARTE,
Montag, 23. April um 20:15 Uhr

 

Ein Platz an der Sonne (Originaltitel: A Place in the Sun) ist ein mehrfach preisgekröntes, US-amerikanisches Melodram des Regisseurs George Stevens aus dem Jahr 1951 mit Montgomery Clift und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen. Es ist die zweite Verfilmung des Romans Eine amerikanische Tragödie von Theodore Dreiser und schildert die Geschichte eines mittellosen jungen Mannes, der für den gesellschaftlichen Aufstieg sogar bereit ist, eine Straftat zu begehen.

Für Elizabeth Taylor waren die Dreharbeiten anstrengend, zumal Regisseur George Stevens sie einige Einstellungen sehr oft wiederholen ließ. Besonders eine Szene, in der sie im Badeanzug aus dem See steigt, wurde für die Schauspielerin zur Tortur. Die Aufnahmen fanden bei eisigen Außentemperaturen statt, und der Regisseur verlangte von Taylor immer und immer wieder eine Wiederholung.

Zwischen Elizabeth Taylor und Montgomery Clift entwickelte sich während der Dreharbeiten eine intensive Freundschaft, nachdem von Seiten der Schauspielerin zunächst romantischere Gefühle für ihren Co-Star vorhanden waren.

Besonders eine Szene macht diese Nuancen deutlich: Nachdem George und Angela sich leidenschaftlich geküsst haben – die Aufnahme wird vom Regisseur in einer enormen Großaufnahme gefilmt -, findet George nur schwer die passenden Worte, um seiner Liebe Ausdruck zu geben. Die junge Frau nimmt ihn in den Arm und flüstert in sein Ohr:

 

Tell Mama…tell Mama all

 

Der Filmkritiker Emanuel Levy bezeichnete einige Jahrzehnte später die Neuverfilmung als „übertrieben“, die Version von Josef von Sternberg sei weitaus besser gelungen, auch die Leistungen von Montgomery Clift und Elizabeth Taylor seien nicht überzeugend.

 

Die Darstellung der Romanze zwischen George & Angela sei aber in der US-amerikanischen Filmgeschichte ein Meilenstein, was die Darstellung von Erotik betreffe.

 

Levy berichtet von einem Brief, in dem der Romanautor Raymond Chandler den Film kurz nach der Veröffentlichung verriss. Chandler hielt den Film für selbstherrlich, er könne zu keinem Moment die Gefühle des Publikums erreichen, und die häufigen Großaufnahmen von Elizabeth Taylors naivem Blick hätten bei ihm beinahe Würgereflexe ausgelöst.

Die Vorstellung der Unterschicht vom Leben der Oberschicht sei so lächerlich, wie man es sich nur vorstellen könne. Letztlich sei der Film, so Chandler, von jemandem gemacht worden, der nie eine kreative Idee gehabt habe.

Woody Allen lieferte im Jahr 2005 mit seinem Film “Match Point” eine freie Bearbeitung des Stoffs vom sozialen Aufsteiger, der seine Ehefrau betrügt und um seines errungenen sozialen Status willen die schwangere Geliebte ermordet – freilich mit dem entscheidenden Unterschied, dass am Schluss von “Match Point” die Schuld des Mörders nicht erkannt wird, so dass dieser ungestraft davonkommt.

 

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Ein Platz an der Sonne

 

Ein Platz an der Sonne mit Elizabeth Taylor und Montgomery Clift

 

Zitat: Montgomery Clift spielt George Eastman, einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen, der nicht nur einen Platz an der Sonne, sondern auch im Herzen einer schönen jungen Frau aus besseren kreisen erobern will. Shelley Winters ist in der Rolle der Fabrikarbeiterin zu sehen, deren düsteres Geheimnis Eastmans berufliche und soziale Aspirationen gefährdet.