26. Oktober 2021

Die Vulkane des William Hamilton von Thomas Nehrlich und Oliver Lubrich. Ein dramatischer Reisebericht und eine spannende Naturreportage, ein überraschend aktueller Beitrag zum Klimawandel

Die Feuerberge ließen ihn nicht los. 58-mal bestieg Sir William Hamilton den Vesuv.

Heute zählt er zu den Gründervätern der Vulkanologie. Seine Naturbeobachtungen beschrieb Hamilton in mitreißenden Reportagen.

Jetzt erscheint sein Reisebericht zum ersten Mal vollständig in deutscher Sprache zusammen mit den prächtigen Originalabbildungen.

Die Vulkane des William Hamilton.
Naturreportagen von den Feuerbergen Ätna und Vesuv.
Die Entstehung der Vulkanologie:
vollständige Ausgabe der Feldforschungsberichte
mit Original-Illustrationen
Herausgegeben von Thomas Nehrlich und Oliver Lubrich
wbg Edition
(24. September 2021)
Gebundene Ausgabe: ‎ 272 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3534273546
Gebundenes Buch 75,00 €

Aus dem Inhalt

Verführung und Verhängnis. Die Vulkane des William Hamilton
William Hamilton, Campi Phlegraei
8 Einleitung
10 Der Freund des Thronfolgers
10 Am Hof des Königs beider Sizilien
11 Die Erfindung der Antike
13 Der Forscher und das Model
16 Der Rivale des Kriegshelden
16 Die Erzählungen der Vulkane
17 Die Entstehung der Erde
19 Der Liebhaber der Feuerberge
20 Das Erhabene der Natur
21 Von den Alpen bis zum Chimborazo
24 Der Vulkanismus der Revolution
25 Vulkanbilder
27 Vulkankunst
32 Die Zerstörung der Natur
33 Editorischer Bericht
William Hamilton, Campi Phlegraei
38 Band I
40 Karte
43 An Sir John Pringle
55 Brief I
65 Brief II
76 Brief III
81 Brief IV
99 Brief V
142 Band II
143 Tafeln I – LIV und Bilderläuterungen
216 Ergänzungsband
217 Tafeln I – V und Bilderläuterungen
227 An Joseph Banks

zur Verlagsinfo
Die Vulkane des William Hamilton
von Thomas Nehrlich und Oliver Lubrich

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Die Vulkane des William Hamilton
von Thomas Nehrlich und Oliver Lubrich

Buchzitat: Faszinierende Vulkane: ein Klassiker der Naturgeschichte neu entdeckt

Er beschrieb nicht nur die Zerstörungskraft von Vulkanausbrüchen, sondern erforschte auch die positiven Auswirkungen von Vulkanaktivität:

Der aus dem britischen Hochadel stammende Sir William Hamilton war von Vulkanen fasziniert. Als Diplomat am Hof des Königs von Neapel verband er seine Auslandstätigkeit für die britische Krone mit seinem Forscherdrang.

58-mal bestieg er den Vesuv, trotzte Staub, Hitze und gefährlichen Gasen und Lavaströmen.

Seine Beobachtungen veröffentlichte der Naturforscher William Hamilton in den drei Bänden der »Campi Phlegraei« (1776-1779), die vom Maler Pietro Fabris illustriert wurden.

Fast zweieinhalb Jahrhunderte nach seiner Erstveröffentlichung wird das Werk dieses Begründers der modernen Vulkanologie jetzt erstmals vollständig in deutscher Übersetzung zusammen mit den Originalabbildungen in einem beeindruckenden Bildband präsentiert.

  • Der führende Vulkanologe seiner Zeit: die Reportagen des William Hamilton

  • Vesuv, Ätna und Stromboli: Expeditionen zu den italienischen Vulkanen

  • Wie Vulkanausbrüche die Landschaft formen: die schöpferische Kraft der Naturkatastrophen

  • Forschungstätigkeit auf Jagdausflügen: Hamiltons Leben zwischen Wissenschaft und Diplomatie

  • Ein einzigartiges Zeugnis der Vulkanismus-Forschung: mit allen Original-Illustrationen

Ein Leben für die Feuerberge: Die historischen Reiseberichte in einem Band
Sir William Hamiltons Biografie war ebenso abenteuerlich wie seine Ausflüge zu aktiven Vulkanen.

Seine Frau war die Geliebte von Admiral Nelson, er selbst brachte Goethe italienische Altertümer näher und sammelte Kunstgegenstände für das British Museum.

Doch vor all seinen anderen Betätigungsfeldern waren ihm die Vulkane immer am wichtigsten.

Wissenschaftlich und künstlerisch setzte er sich mit Naturkatastrophen auseinander.

Einer der vielen Gründe, warum seine Schilderungen der Naturgewalten heute aktueller denn je sind!

Über die Herausgeber

Prof. Dr. Oliver Lubrich ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Universität Bern. Er ist Herausgeber bzw. Mitherausgeber mehrerer Werke Alexander von Humboldts: »Kosmos« (2004), »Ansichten der Kordilleren« (2004), »Ueber einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen« (2006), »Zentral-Asien« (2009), »Anthropologische und ethnographische Schriften« (2009), »Politische und historiographische Schriften« (2010), außerdem:

»Alexander von Humboldt in World Literature« (2012) und »Alexander von Humboldt in Cultural Criticism« (2012). Das von ihm geleitete Projekt einer Gesamtausgabe von Alexander von Humboldts Sämtlichen Schriften (Aufsätze, Artikel und Essays) wurde vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert (2013-2019).

Dr. Thomas Nehrlich studierte Literaturwissenschaft in Berlin und Paris. Er ist PostDoc an der Universität Bern, wo er mit einer Arbeit zu Alexander von Humboldt promoviert wurde. Zu seinen Forschungsinteressen gehören Wissenschaftsgeschichte, Heroismus, Editionsphilologie und Textmaterialität.

Er ist Mitherausgeber einer 10-bändigen Edition von Humboldts Schriften und veröffentlichte u. a. eine Monographie zu Typographie und Interpunktion bei Heinrich von Kleist, einen Reader zu Theorie und Geschichte der Superhelden sowie Aufsätze zur Buchgeschichte.

Wiki-Info: Die Vulkane des William Hamilton

Sir William Douglas Hamilton (* 13. Dezember 1730 in Henley-on-Thames; † 6. April 1803 in London) war ein schottischer Diplomat, Kunstsammler und Vulkanologe.

Von 1764 bis 1799 diente Hamilton als britischer Diplomat am Hof des Königreichs Neapel. Er nutzte diese Zeit unter anderem, um die lokalen vulkanischen Aktivitäten und Erdbeben zu untersuchen.

William Hamilton berichtete über seine Forschungen als korrespondierendes Mitglied an die Royal Society in London und verfasste außerdem jeweils ein Buch über die römische Stadt Pompeji, über etruskische, römische und griechische Antiquitäten sowie über den Vesuv.

Einen großen Teil seiner griechischen Vasen, die William Hamilton zuvor von Pierre-François Hugues d’Hancarville im Werk Collection Of Etruscan, Greek And Roman Antiquities From The Cabinet Of The Honble. Wm. Hamilton publizieren ließ und damit einen Antikenboom auslöste, verkaufte Hamilton 1772 an das British Museum in London. Später begann er eine zweite Sammlung, die ebenfalls an das British Museum verkauft wurde.

Für die Weimarer Klassik ist William Hamilton insofern von Bedeutung, als er in Rom und Neapel mit Johann Wolfgang von Goethe und Karl Philipp Moritz zusammentraf und wegen seines archäologischen Sachverstandes großen Einfluss auf deren beider Italienbild ausübte.

1765 lernte Fürst Leopold III. von Anhalt-Dessau ihn auf seiner Grand Tour kennen; die Begegnung hatte insbesondere auch Einfluss auf die Gestaltung der Insel Stein im Wörlitzer Park, wo Fürst Leopold neben einer Nachbildung des Vesuvs auch eine „Villa Hamilton“ errichten ließ.

1786 lernte William Hamilton Emma Lyon kennen, die die Geliebte eines seiner Neffen gewesen war. Hamilton war fasziniert von dieser Frau, die sich ihren Lebensunterhalt unter anderem durch erotische Tänze verdiente.

Goethe berichtete über seine Besuche bei Hamilton und die Darbietungen Emmas in der Italienischen Reise. Am 6. September 1791 heiratete Hamilton die 26-Jährige, was zu der damaligen Zeit einen größeren Skandal auslöste. Emma Hamilton wurde später die Geliebte von Horatio Nelson.

1792 wurde Hamilton in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.