Die Sünderin mit  Hildegard Knef. Marina ist schön und verführerisch. Mit 14 Jahren wird sie von den Eltern allein gelassen

Veröffentlicht von

Last Updated on

Die Sünderin ist ein deutscher Film aus dem Jahr 1951. Er war auch wegen des nachfolgenden Skandals der Durchbruch der Schauspielerin Hildegard Knef. Der Film feierte seine Erstaufführung am 18. Januar 1951.

Die Handlung dreht sich um das Zusammenleben der Prostituierten Marina mit ihrem Freund, dem Maler Alexander. Marinas Mutter betrügt im Zweiten Weltkrieg ihren Stiefvater, der von der Gestapo verhaftet und eine Zeit lang inhaftiert wird.

Marina wird vom Stiefbruder verführt, welcher daraufhin von ihrem Stiefvater offenbar erschlagen wird. Marina verliebt sich in den gescheiterten Maler Alexander, der an einem Gehirntumor erkrankt ist, der ihn erblinden lässt.

Beide reisen nach Italien, wo sie vorübergehend ein glückliches Leben führen. Um die Operation zu finanzieren, versucht Marina, wieder ihrem alten Gewerbe nachzugehen. Dies gelingt ihr nicht. Jedoch trifft sie auf den Operateur, der Alexander eine heilende Operation in Aussicht gestellt hat und nun bereit ist, diese gratis durchzuführen.

Die Operation stellt das Sehvermögen Alexanders wieder her und das Paar verbringt eine gute Zeit in Wien. Als Alexanders Sehvermögen nachlässt und eine Erblindung unabwendbar ist, beschließt Alexander, aus dem Leben zu scheiden.

Marina reicht dem lebensmüden Alexander mit dessen Wissen ein Glas mit einer Überdosis Schlafmittel (Veronal), welches er zu sich nimmt. Anschließend nimmt sich auch Marina das Leben.

Hintergrund

Ursprünglich wollte Willi Forst in Marina eine moderne, sündige Maria Magdalena präsentieren, verzichtete aber auf Anraten der kirchlichen Filmreferenten Anton Kochs (katholisch) und Werner Hess (evangelisch) auf den religiösen Aspekt und arbeitete das Drehbuch grundlegend um.

Die neue Fassung führte er im November 1950 Kochs und einem evangelischen Geistlichen vor. Beide waren auch davon nicht angetan, lehnten den Film aber nicht grundlegend ab.

Gedreht wurde Die Sünderin dann im Filmatelier Bendestorf, die Außenaufnahmen entstanden in Rom, Neapel und im Malerdorf Positano.

Entgegen verbreiteter Meinung war es nicht die Nacktszene Hildegard Knefs, gegen die sich der Protest richtete, sondern die Thematisierung von wilder Ehe, Prostitution, Vergewaltigung, Sterbehilfe und Selbstmord.

Jürgen Kniep schrieb dazu: „Die Annahme, dass die Kirchen gegen die wenige Sekunden lang zu sehenden Brüste der Schauspielerin zu Felde gezogen seien, ist zwar aus dem heutigen Mythos Sünderin nicht wegzudenken, entbehrt aber jeder Grundlage.

Erst Ende der 1960er Jahre wurde diese Verbindung hergestellt. So berichtete Bild am 26. Juni 1969, wegen der nur eine Sekunde nackt zu sehenden Hildegard Knef sei von Kirchenkanzeln gegen den Sittenverfall gewettert worden.

Am 21. Dezember 1954 entschied das Bundesverwaltungsgericht in dritter und letzter Instanz auf Grund der Klagen der Herzog-Filmverleih gegen ein lokal ausgesprochenes Aufführungsverbot, dass Die Sünderin als Spielfilm als Kunstwerk gelte und damit durch Art. 5 Abs. 3 GG, auch die Freiheit des Films durch das Grundgesetz geschützt sei.

Zwar könnten Grundrechte wie die Freiheit der Kunst dadurch eingeschränkt sein, dass ein anderes Grundrecht verletzt werde. „Moralische, religiöse und weltanschauliche Auffassungen einzelner Bevölkerungskreise […]“ habe das Grundgesetz aber „[…] nicht unter den besonderen Schutz der staatlichen Grundordnung gestellt“, so dass dies hier nicht zutreffe und das Aufführungsverbot daher keine rechtliche Grundlage gehabt habe.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Die_Sünderin

TV-Tipp:

Gesehen auf sky CINEMA Nostalgie
83 Minuten

DVD Tipp

Die Sünderin
Darsteller: Hildegard Knef, Gustav Fröhlich, Änne Bruck, Wera Frydtberg, Robert Meyn
Regisseur: Willi Forst
Sprache: Deutsch (DTS HD 2.0 Mono)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Filmjuwelen (Alive AG)
Erscheinungstermin: 22. Februar 2019
Produktionsjahr: 1951
Spieldauer: 87 Minuten
gebraucht günstig kaufen bei Amazon.de

Zitat: Marina ist schön und verführerisch. Mit 14 Jahren wird sie von den Eltern allein gelassen.

Ihr Halbbruder nimmt sich seine Schwester zur bezahlten Geliebten. Das ist der Anfang ihrer Karriere als Prostituierte. Marina gefällt das luxuriöse Leben – bis sie den Maler Alexander kennenlernt.

Zum ersten Mal erfährt sie die wahre Liebe. Doch Alexander droht zu erblinden. Nur eine teure Operation kann ihn retten.

Marina steht vor einer schweren Entscheidung …

Durch eine Nacktszene mit Hildegard Knef löste dieser Film den größten Skandal im deutschen Nachkriegsfilm aus.

Die Kirchen riefen zum Boykott des Films auf und auf den Straßen demonstrierten Tausende von Menschen für ein Verbot “Der Sünderin“.

Bonusmaterial:
Booklet mit vielen Hintergrundinformationen
Kinotrailer
Trailershow
Filmdokumentation