Die Puppenspieler. Die Puppenspieler ist ein 1993 veröffentlichter historischer Roman von Tanja Kinkel. Die Geschichte spielt im 15. Jahrhundert in Augsburg, Florenz und Rom

Die Puppenspieler

 

Die Puppenspieler ist ein 1993 veröffentlichter historischer Roman von Tanja Kinkel. In der im 15. Jahrhundert in Augsburg, Florenz und Rom spielenden Geschichte eines jungen Mannes geht es um Hexenverfolgung, Intrigen der Mächtigen und die Hochzeit der oberitalienischen Renaissance.

 

Deutschland im Jahre 1484

 

Papst Innozenz VIII. hat soeben die Bulle Summis desiderantes affectibus erlassen. Kurz darauf wird Zobeida Artzt, Sarazenin mit Tscherkessenblut, der Hexerei angeklagt und zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Durch dieses Urteil wird der zwölfjährige Richard Vollwaise. Die sterbende Mutter vor Augen hat er sich geschworen, eines Tages der Kirche ihren Irrtum zu widerlegen, da er fest davon überzeugt ist, dass es keine Hexen gibt.

Verwandtschaftsbande bringen den intelligenten Knaben nach Augsburg zu Jakob Fugger. So kommt Richard in ein weltoffenes und zukunftsorientiertes Haus, eines der aufregendsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Fuggers Handelsbeziehungen reichen in die ganze Welt.

Jakob Fugger wurde durch seine geschickte Geldpolitik zum Hausbankier des deutschen Königs und Kaisers Maximilian I. und beherrscht den europäischen Erzhandel und damit das Münzwesen. Richard lernt Sprachen und Naturwissenschaften und nimmt dank seiner raschen Auffassungsgabe auch vieles von den Vorgängen im Herzen des fuggerschen Handelsimperiums auf. Jakob Fugger, dem nicht nur seine Neider nachsagen, er betrachte Menschen nur als Investitionsgut…

… als Puppen, deren Fäden er fest in der Hand hält, prüft und fördert den Zögling gezielt. Und dann öffnet sich für Richard das entscheidende Tor: Jakob Fugger schickt ihn nach Italien, das Land, von dem der Handel mit dem Morgenland seinen Ausgang nimmt, das Land, in dem gerade die Geisteswelt der Antike und des Orients neu entdeckt wird, aber auch das Land, in dem die Kirche fast überall und mit allen Mitteln Einfluss nimmt.

Auf dem Weg dorthin rettet er der jungen Zigeunerin Saviya das Leben. Sie treten in Blutsbrüderschaft und verlieben sich ineinander, doch aufgrund ihrer völlig verschiedenen Ansichten – Saviya betrachtet sich selbst als Hexe – kommt es immer wieder zu ernsten Spannungen zwischen den beiden.

In Florenz lernt Richard Lorenzo de Medici kennen, den mächtigsten Mann in Florenz. Er trifft dort auch Mario Volterra, einen Augustinermönch, freundet sich mit ihm an und schreibt mit ihm ein Buch, das die Hexenprozesse verurteilt. Schließlich gelingt es Richard mit Jakobs Hilfe, sich am Mörder seiner Mutter, dem Inquisitor Heinrich Institoris, zu rächen, indem er ihn wegen Ablasshandels beim Papst anzeigt.

In Florenz ändern sich derweil die Zustände; Lorenzo stirbt und der fanatische Prediger Girolamo Savonarola hetzt die Bevölkerung gegen die Reichen auf. Im Zuge dieser „Kulturrevolution“ wird Mario schwer verwundet und stirbt, nachdem er sich von Richard verabschiedet hat. Dessen Trauer führt ihn endlich mit Saviya zusammen.

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Hauptfiguren

Richard Artzt – wissbegierig, verschlossen, besessen von dem Wunsch, den Tod seiner als Hexe verbrannten Mutter zu rächen
Jakob Fugger – kühl und genial, das Finanzgenie seiner Zeit, Richards Mentor
Sibylle Artzt – Richards Tante, Jakobs Ehefrau, intelligent und schön
Saviya – ein mysteriöses Zigeunermädchen, das sich in Richard verliebt
Mario – Richards bester Freund, ein Mönch aus Florenz
Zobeida – Richards Mutter, Hebamme und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt

Verfilmung

2017 wurde die Geschichte in zwei Teilen von der ARD verfilmt.

Die Puppenspieler – Aus dem Feuer (1)
Zweiteiliger Spielfilm Deutschland/Tschechien 2017

Zitat: Der Klosterschüler Richard wächst als unehelicher Spross der aufstrebenden Fugger-Familie fernab von Augsburg auf. Als seine Mutter, die zum Christentum konvertierte Sarazene Zobeida, wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, sticht er den Inquisitor Heinrich Institoris nieder. Jakob Fugger lässt ihn aus dem Kerker befreien.

Der mächtige Kaufmann beginnt, aus dem Jungen ein funktionierendes Rädchen in seinem Familienimperium zu machen. Den draufgängerischen Heranwachsenden lässt jedoch der Drang nach Gerechtigkeit nicht los: Er möchte jeden zur Rechenschaft ziehen, der Schuld am Tod seiner Mutter hat. Auch Jakob setzt alles daran, den mittelalterlichen Kräften in der Kirche endlich ein Ende zu setzen – allerdings aus anderen Motiven.

Um seine Investitionen in neue Geschäftsfelder zu schützen, plant er, den gefälligen Kardinal Sforza auf den Papstthron zu hieven. Fuggers kühle Machtpläne geraten aber in Gefahr, als der herangewachsene Richard wieder in das Visier der Inquisition kommt. Auch dessen Unbeherrschtheit macht ihn zu einem Sicherheitsrisiko. Um Fuggers Vertrauen wieder zurückzugewinnen, muss sich Richard unterwerfen und eine Bewährungsprobe bestehen.
Mi, 27.12.17 | 20:15 Uhr | Das Erste
Den Fortgang der Geschichte erzählt Das Erste am 29. Dezember: “Die Puppenspieler – Ans Licht”.

Die Puppenspieler – Ans Licht (2)

Zitat: Richard begleitet seinen Ziehvater Jakob Fugger nach Italien. Schon bald steht die Papstwahl an, für die der Augsburger Kaufmann den Kardinal Sforza durch horrende Bestechungsgelder in Stellung bringt. Nur mit der Unterstützung des mächtigen Kirchenfürsten Borgia besteht eine Chance, den raffinierten und erzkonservativen Kardinal della Rovere zu verhindern.

In Rom beginnt ein hochgefährliches Intrigenspiel, bei dem jeder Fehler tödlich sein kann. Richard hält sich dabei aber nicht an die Vorgaben seines Ziehvaters. Er entzieht sich der Aufsicht seines Begleiters Eberding und bringt sich durch die Liebe zu der Zigeunerin Saviya selbst in tödliche Gefahr. Denn Saviya gerät schon bald zwischen die Fronten: Ihre erotische Wirkung und die Fähigkeit, aus Karten zu lesen, könnte Inquisitor Heinrich Institoris für eine Anklage wegen Hexerei nutzen.

Richard möchte nicht noch einmal hilflos miterleben, wie die wichtigste Frau in seinem Leben auf den Scheiterhaufen kommt – und Jakob Fugger muss eine schwere Entscheidung treffen.

Besetzung und Stab
Rolle | Darsteller
Richard Samuel: Schneider
Abt Torrani: Bernhard Schütz
Bruder Ludwig: Johannes Allmayer
Abt Michael: Cestmir Gebousky
Kardinal Borgia: Ulrich Matthes
Cesare Borgia: Edin Hasanovic
Bischof Golser: Petr Motloch
Kardinal Gherardo: Ivo Niederle
Battista Nardini: Leonard Carow
Richard jung: Petr Cemper
Jakob Fugger: Herbert Knaup
Eberding: Sascha Alexander Gersak
Saviya: Helen Woigk
Zobeida: Veronika Strapková
Heinrich Institoris: Philipp Moog
Kardinal della Rovere: Rainer Bock
Kardinal Sforza: Jan Messutat

Funktionsbereich | Name des Stabmitglieds
Musik: Karim Sebastian Elias
Kamera: Klaus Eichhammer
Buch: Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof
Regie: Rainer Kaufmann

Literatur

Tanja Kinkel: Die Puppenspieler. Roman. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-45673-8.
Tanja Kinkel: Die Puppenspieler. Random House Audio, Köln 2003, ISBN 3-89830-493-0 (7 CDs, 530 Min.)
Wikipedia: Die Puppenspieler

 

 

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Die Puppenspieler: Historischer Roman
von Tanja Kinkel
Taschenbuch: 672 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2014)
ISBN-13: 978-3442481125

1484 gibt der Papst das Signal zur Hexenverfolgung. Und mitten in Deutschland muss ein Zwölfjähriger zusehen, wie seine Mutter auf dem Scheiterhaufen endet. Richard, Sohn eines schwäbischen Kaufmanns und einer Sarazenin, werden die Bilder für immer verfolgen. Bis ins Haus von Jakob Fugger, der den Neffen seiner Frau aufnimmt. Und später nach Florenz und Rom, wo Richard für seinen Onkel arbeiten wird. Im Italien der Medici und Borgia, der Bußpredigten eines Savonarola und der grenzsprengenden Kunst eines Michelangelo muss Richard sich entscheiden zwischen dem Wunsch nach Rache und einem freien Leben.