Die Geschichte der Gefühle. Emotionsgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Emotionen im historischen und kulturellen Kontext: Wie Gefühle Gesellschaften beeinflussten von Rob Boddice

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»Für mich liegt gerade in dem Verlorengegangenen das, was Geschichte lebendig werden lässt – vor allem, wenn es um Gefühle geht.« Rob Boddice

»Die Geschichte der Gefühle« von Rob Boddice ist die erste Darstellung des Gefühlslebens quer durch alle Epochen von der Antike bis zur Gegenwart hinweg. In verschiedenen Momentaufnahmen zeigt Boddice, wie sich die Bewertung, der Ausdruck und das Erleben von Emotionen im Laufe der Zeit verändert haben.

Denn unsere Gefühle
und der Ausdruck

ebendieser sind keineswegs naturgegeben, sondern stets durch den historischen und kulturellen Kontext bestimmt.

Die Geschichte der Gefühle. Emotionsgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Emotionen im historischen und kulturellen Kontext: Wie Gefühle Gesellschaften beeinflussten
von Rob Boddice
Aus dem Englischen von Mirjam Stiegel.
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
mit 19 s/w Abbildungen
ISBN-13 : 978-3806240115
wbg THEISS in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
(28. Februar 2020)
Gebundenes Buch 25,00 €
E-Book 19,99 €

zur Verlagsinfo
Die Geschichte der Gefühle
von Rob Boddice

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Die Geschichte der Gefühle
von Rob Boddice

Aus dem Inhalt:

Gefühle und Geschichte
1 Archaische und klassische Leidenschaften
2 Rhetorisch heraufbeschworene und körperliche Gefühle
3 Bewegungen und Machenschaften
4 Das Zeitalter der Unvernunft
5 Unverstand und Gefühllosigkeit
6 Die Herrschaft des Glücks
Epilog: Der Wert des Erlebens

Thema Politik & Geschichte der Frühen Neuzeit: 5 von 5 Punkten
Renaissance: 4 von 5 Punkten
Mittelalter Allgemein: 5 von 5 Punkten
Antike: 4 von 5 Punkten
Gegenwart: 5 von 5 Punkten

Wenn Gefühle Geschichte machen:
Emotionsgeschichte von der Antike bis heute

Fazit: Rob Boddice lehnt eine universelle Emotionstheorie ab und wählt stattdessen eine biokulturelle Herangehensweise. Hierdurch gelingt es ihm, allgemeine Annahmen über die emotionalen Stereotype der jeweiligen Epoche zu durchbrechen, was ihn zu neuen Erkenntnissen führt:

In der »Ilias« geht es entgegen allgemeiner Annahmen gar nicht um Wut, platonischer Ekel entpuppt sich als Verlangen und die Aufklärung, das vermeintliche »Zeitalter der Empfindsamkeit«, ist durch einen Mangel an Gefühl und unser eigenes höchst emotionales Zeitalter durch eine verordnete Unterwürfigkeit geprägt.

Buchzitat: Inwieweit wissen wir,
ob wir glücklich oder traurig sind
oder Schmerzen haben?
Was ist Glück?
Hätten unsere Vorfahren auf diese Fragen die gleichen Antworten gegeben wie wir?

Dabei wird klar, dass Gefühle nichts Objektives oder Zeitloses sind. Sie werden je nach historischem und kulturellem Kontext anders wahrgenommen und ausgedrückt.

Wir können sie heute nur durch die Schichten zeitgebundener kultureller Drehbücher hindurch verstehen und Rob Boddice unternimmt den Versuch, diese Drehbücher zu dekodieren:

Haben unsere Vorfahren so gefühlt wie wir? Emotionen im historischen und kulturellen Kontext
Was prägt unser Fühlen? Eine Zeitreise durch die Mentalitätsgeschichte
Gesten, Gefühle, Erleben: Was in traditionellen Darstellungen verschwiegen wird
Neuroplastizität, Mikroevolution und Epigenetik: ein erweiterter Blick auf die Gefühle der Vergangenheit
Impuls zur Selbstreflexion: Wie Emotionen unser Denken und Handeln prägen.

Die Macht der Gefühle
– eine faszinierende Entdeckungsreise

Rob Boddice zeigt, wie Gefühle über Jahrhunderte und über alle Kontinente hinweg Gesellschaften beeinflussten.

Wut und Unzufriedenheit waren immer schon der Antrieb für Revolution und Umsturz.

Das Streben nach Glück stellte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung die Vision einer besseren Zukunft dar.

Im Zeitalter der Aufklärung wurden zum ersten Mal irrationale Affekte von rationalen Gedanken strikt getrennt. Doch Gefühle haben bis heute die Geschichte mit geprägt. Es ist Zeit, ihre historische Bedeutung zu erforschen.

Das Buch Die Geschichte der Gefühle von Rob Boddice gibt den Lesern alle Werkzeuge an die Hand, Gefühle und ihre Geschichte zu verstehen und sich in historische Epochen und deren Akteure hineinzuversetzen. So kann die Vergangenheit neu interpretiert werden!

Anders als in Boddices »The History of Emotions« (2018), das sich auf die Theorien, Methoden und Herausforderungen der Emotionsgeschichte als Forschungsfeld konzentriert, stehen in »Die Geschichte der Gefühle« die Gefühle in ihrer historischen und kulturellen Diversität selbst im Vordergrund. Die hierdurch gewonnenen Erkenntnisse bieten zudem wichtige Anregungen für eine kritische Reflexion unseres eigenen Empfindens:

Welchen »moralische Ökonomien« sind unsere eigenen Gefühle unterworfen? Wie können wir affektive Vorschriften aufbrechen und zu einem authentischen Empfinden gelangen?

Das, was in traditionellen Narrationen der Vergangenheit meist unsichtbar bleibt – unsere Gesten, unsere Gefühle und unser Erleben – wird von Boddice in »Die Geschichte der Gefühle« an die Oberfläche geholt. Hierdurch wird die Architektur der vorherrschenden moralischen Ökonomien der jeweiligen Zeit enthüllt, wodurch wir unserer eigenen emotionalen Begrenzungen gewahr werden.

Rob Boddice rückt Gefühle, Leidenschaften und Stimmungen in den Fokus der Geschichtsschreibung.

Damit wagt er ein Mammutprojekt: die Darstellung des Gefühlslebens von den Griechen und Römern bis in die Gegenwart.

Rob Boddice arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin. Er ist Gastwissenschaftler im Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, und wirkte zuvor als Marie-Curie Cofund Fellow in Berlin, als Honorary Research Fellowship am Birkbeck Pain Project in London und als Postdoc Fellow am Department of the History of Science an der Harvard University.

Die Geschichte der Gefühle von Rob Boddice
© Copyright Buchcover und Inhaltsangaben: wbg THEISS Verlag

 

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Gepostet von Wolfgang Schmitt am Sonntag, 23. August 2020