Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht. Der Film thematisiert die Epoche des Vormärz in den Jahren 1842 bis 1845

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Die andere Heimat, 3sat, 22:00 Uhr

 

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht ist ein Kinofilm von Edgar Reitz aus dem Jahr 2013, der auf der ebenfalls von Edgar Reitz stammenden Filmreihe Heimat beruht. Der Film thematisiert die Epoche des Vormärz in den Jahren 1842 bis 1845 und die damalige Welle von Auswanderungen aus dem Hunsrück nach Brasilien.

Deutschlandpremiere war am 28. September 2013 in Simmern (Hunsrück).
Kinostart in Deutschland war der 3. Oktober 2013.

Jakob Simon ist ein romantisch veranlagter Bauernjunge im Hunsrück-Dorf „Schabbach“. Er träumt von einem Leben in den Urwäldern Brasiliens. Vorbild sind ihm die vielen Auswanderer seiner Zeit, die Deutschland in Richtung Amerika verlassen.

Jakob lernt sogar die Sprachen der Indianer Südamerikas. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Jettchen schmiedet er seinen neuen Lebensplan. Als aber Jakobs Bruder Gustav aus dem preußischen Militärdienst zurückkehrt, wird die Liebe zwischen Jakob und Jettchen erschüttert, und Jakobs Lebensweg entwickelt sich völlig anders, als er es geplant hat.

Nach seiner dreiteiligen Heimat-Saga wollte Edgar Reitz eine weitere Hunsrück-Geschichte verfilmen und entschied sich für die Zeit der Auswanderungswelle in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts. Als konkreten Auslöser für den neuen Film nannte Reitz einen Brief, den er während der Dreharbeiten zu Heimat 3 bekam; in dem Brief schrieb eine Krankenschwester aus Brasilien, sie habe Reitz im Fernsehen gesehen, und er habe große Ähnlichkeit mit ihrem Chef, der ebenfalls Reitz heiße.

Daraus habe sich ein längerer Kontakt ergeben, der schließlich in der Idee zu dem Film mündete. Allerdings spielt der Aspekt Brasilien auch schon in Heimat – Eine deutsche Chronik („Heimat 1“) eine Rolle: In der letzten Folge, in der die Hauptfigur Maria Simon stirbt, tauchen zwei Männer aus Brasilien auf, die ebenfalls Simon heißen und in Schabbach den Spuren ihrer Ahnen nachgehen.

Edgar Reitz wollte mit Die andere Heimat vor allem eine Geschichte über die Auswanderungswelle im Hunsrück des 19. Jahrhunderts erzählen. Der Rückgriff auf „Schabbach“ und auf die Familie Simon war für ihn eher Mittel und nicht Zweck. In einer Pressekonferenz im April 2012 brachte Reitz zum Ausdruck, dass er nicht zwingend die Vorgeschichte der Familie Simon erzählen wollte.

Reitz bezeichnete es gleichwohl als vorteilhaft, wenn Fans der Heimat-Trilogie allein schon deshalb ins Kino gehen, weil sie sich von dem Film erhoffen, die Vorfahren der Simons zu sehen.

Eine Vorgeschichte zum Dorf Schabbach erzählt der Film ohnehin nur noch zum Teil, da viele Orte und Plätze, die aus Heimat 1 bis 3 bekannt sind (z. B. die Kirche, das Wiegand-Haus, das Schirmer-Haus, der Saal und der Kolonialwaren-Laden), im Film nicht mehr auftauchen, weil sie in Woppenroth standen.

Reitz hatte sich entschlossen, Woppenroth für „Die andere Heimat“ nicht zu berücksichtigen und hauptsächlich im Nachbardorf Gehlweiler zu drehen. Das aus Heimat 1 bis 3 bekannte Schabbach ist in „Die andere Heimat“ deshalb nur noch in der Simon-Schmiede erkennbar.

Als Drehort wählte Reitz wieder die schon aus den anderen Heimat-Staffeln bekannte Schmiede im Hunsrück-Dorf Gehlweiler. Reitz entschied sich ganz bewusst, den Film wieder in einem echten Dorf zu drehen und nicht in einer reinen Kulisse. Er wollte eine historisch gewachsene Ortsstruktur und keine künstlich entstandene.

Gleichwohl wurden für die Dreharbeiten viele Kulissen in Gehlweiler errichtet und auch die Simon-Schmiede, die aus den anderen Heimat-Staffeln mit verputzter Hausfront bekannt ist, erhielt eine vorgestellte Fachwerkfassade.

Die Einwohner von Gehlweiler wurden vor Beginn der Dreharbeiten in den Entstehungsprozess des Films miteinbezogen und stimmten mit großer Mehrheit für die Umgestaltung ihres Dorfes als Drehort.

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht
Darsteller: Jan Schneider, Antonia Bill, Marita Breuer, Maximilian Scheidt, Barbara Philipp
Regisseur: Edgar Reitz
Format: Blu-ray
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 10. Juli 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 230 Minuten
ASIN: B00KDSBGIO
Blu-ray ab EUR 7,69

 

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