TV-Dokumentationen Mythos 1968: Ein wildes Jahr in Bayern und Mythos ´68: Ein wildes Jahr und seine Folgen

TV-Dokumentationen Mythos ’68: Ein wildes Jahr in Bayern und Mythos ´68: Ein wildes Jahr und seine Folgen

 

Die 68er scheinen in einer Zeitschleife gefangen zu sein

 

Seit 50 Jahren stürmen mit den immer gleichen Fernsehbildern zu den immer gleichen Rolling-Stones-Songs Studentinnen und Studenten voranmoderne Nachfolger des Sisyphos: Ihr Fluch hieß Nazi-Eltern, ihr Stein Beharrungskräfte und ihr Berg BRD. Und während einige meinen, sie hätten es geschafft, sie hätten den Stein hochgewuchtet und die Gesellschaft grundlegend verändert, liberalisiert, vom Fluch Faschismus befreit, behaupten andere, das wäre alles nur Einbildung und Deutschland wäre heute ein besserer Ort ohne die Revolte von 1968. Wie es scheint, ist auch 50 Jahre später 1968 noch nicht am Ende, noch nicht zu Ende erzählt. Martin Zeyn / BR Kultur

 

br.de Themenwoche
Die 68er. Ein Aufbruch und seine Folgen

Was ist von ’68 geblieben, ein halbes Jahrhundert später? Über eine Woche lang, vom 7. bis 17. April 2018, stehen die Programme des Bayerischen Rundfunks ganz im Zeichen der großen Themenwoche “Die 68er. Ein Aufbruch und seine Folgen“.

 

Mehr als 30 Fernseh- und Hörfunksendungen, darunter Dokumentationen, Spielfilme, Kulturfeatures, politische Essays und Gespräche, vermitteln ein facettenreiches und vielschichtiges Bild jenes Jahres, das die Welt veränderte und bis heute nachwirkt. Mit umfangreichem Originaltonmaterial aus dem BR-Archiv – und natürlich dem Sound der Zeit.

Die neu produzierten TV-Dokumentationen “Mythos ’68: Ein wildes Jahr in Bayern” und “Mythos ´68: Ein wildes Jahr und seine Folgen” erzählen die Geschichte eines der spannendsten Jahre des letzten Jahrhunderts aus einer neuen Perspektive.

 

 

Montag, 9. April, 22.00 Uhr
Lebenslinien

 

Hippie mit Hackbrett. Die Geschichte der Anna W.

Anna W. wächst am Walchensee auf, im legendären Café Bucherer, das ihre Familie seit 1924 betrieb. In den späten 60ern reist sie mit ihrer Schwester als Hippie mit einem Hackbrett nach Amerika, um zu musizieren.

Seitdem bewegt sie sich zwischen zwei entgegengesetzten Welten. In der einen gibt es das erdverbundene Leben mit ihrer Mutter und lange Zeit den Betrieb der Gastwirtschaft. In der anderen sucht sie eigene Wege und lebt als eine der Frauen des früheren Kommunarden Rainer Langhans.

 

Dienstag, 10. April 2018, 22.30 Uhr, BR Fernsehen
Mythos ’68: Ein wildes Jahr in Bayern

 

68 – Gab’s das in Bayern?

 

1968, das fand in der Frontstadt Berlin oder zumindest im roten Marburg statt, aber in Bayern, da war doch nichts. Ein Mythos? Oder doch die Wahrheit? Für seinen Film „Mythos 68: Ein wildes Jahr in Bayern“ hat Klaus Uhrig mit ehemaligen Studenten gesprochen, die wie die Franzosen im Roten Mai Seite an Seite mit Fabrikarbeitern demonstrieren wollten, aber auch mit einem Arbeiter, der nicht verstand, was die Studenten aus der Großstadt plötzlich vor ihren Fabriktoren zu suchen hatten. Zu sehen im BR Fernsehen am Dienstag um 22 Uhr 30.

Zeitzeugen aus der Mitte der bayerischen Gesellschaft, Arbeiter, Studenten oder Künstler, begeben sich auf eine Spurensuche in ihr ganz persönliches Jahr ’68 und die Zeit danach: Was hat ’68 bewirkt und verändert, im Guten wie im Schlechten?

Da sind Studenten wie Johannes Münder alias der “Rote Johnny” oder Walter Adam, die im Jahr `68 Seite an Seite mit Fabrikarbeitern demonstrieren. Da sind Arbeiter wie Hubertus Hierl, die überhaupt nicht verstehen, was die Studenten aus der Großstadt plötzlich vor ihren Fabriktoren zu suchen haben.

Da sind Künstler wie Horst W. Blome, die sich dem kreativen Protest verschrieben haben, oder Musiker wie die Cover-Band Beatstones, die auf der Straße als “Langhaarige” und “Gammler” beschimpft werden. Da sind aber auch Menschen wie Annemarie Biechl, vor allem in den ländlichen Gebieten, die mit der ganzen Aufregung und Aufbruchsstimmung ihrer Altersgenossen wenig anfangen können.

Es geht um den verklärten Mythos der “freien Liebe”, um die – angebliche – “sexuelle Befreiung der Frau”, aber auch um die Schattenseiten der 68er-Bewegung – zum Beispiel die Krawalle nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am Osterwochenende, bei dem in München zwei Menschen zu Tode kamen.

Das Jahr 1968: weltweite Proteste gegen den Vietnamkrieg. In Deutschland gehen Menschen gegen die Notstandsgesetze auf die Straße. Vor allem Studierende in den Großstädten sind es, die sich formieren, die protestieren, die mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung an den Universitäten fordern. Sie verlangen nach Aufklärung über die Verstrickungen ihrer Dekane und Professoren in die NSDAP. Sie wollen die Welt verändern.

In dieser Dokumentation wird erzählt vom “Aufbruchsjahr ’68” in Bayern. Zeitzeugen schildern ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse in diesem Jahr. Da sind Studenten wie Johannes Münder alias der “Rote Johnny” oder Walter Adam, die Seite an Seite mit Fabrikarbeitern demonstrieren.

Da sind Arbeiter wie Hubertus Hierl, die überhaupt nicht verstehen, was die Studenten aus der Großstadt plötzlich vor ihren Fabriktoren zu suchen haben.

Da sind Künstler wie Horst W. Blome, die sich dem kreativen Protest verschrieben haben, oder Musiker wie die Cover-Band Beatstones, die auf der Straße als “Langhaarige” und “Gammler” beschimpft werden.

Da sind aber auch Menschen, vor allem in den ländlichen Gebieten, die mit der ganzen Aufregung und Aufbruchsstimmung ihrer Altersgenossen wenig anfangen können, so wie etwa Annemarie Biechl.

Es geht um den verklärten Mythos der “freien Liebe”, und um die – angebliche – “sexuelle Befreiung der Frau”.

Im Film wird erzählt, welche Rolle die literarische “Gruppe ’47” in diesem Jahr spielt, und warum sie sich schließlich auflöst. Und auch die Schattenseiten der 68er-Bewegung sind Thema – zum Beispiel die Krawalle am Osterwochenende mit Toten in München.

Fernab der bekannten Ereignisse werden Geschichten aus einem der spannendsten Jahre des letzten Jahrhunderts erzählt.
2 Teile, wöchentlich. Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag, 10. April, 12:05 Uhr, Bayern 2, ARD-alpha
Tagesgespräch: “Die 68er – Ein Aufbruch und seine Folgen”
Gast: Reinhard Mohr, Journalist und Autor diverser Bücher u.a. “Der diskrete Charme der Rebellion. Ein Leben mit den 68ern”
Moderation: Stefan Parrisius

Dienstag, 10. April, 22:30 Uhr, BR Fernsehen
“Mythos 68: Ein wildes Jahr in Bayern”
Von Klaus Uhrig

 

Dienstag, 10. bis Donnerstag, 12. April, 19.30 Uhr
Dahoam is Dahoam
68er-Festival in Lansing

 

Kathi würde ihrem Cousin Bela gerne helfen, das 68er Revival Festival nach Lansing zu bringen, aber es scheinen sich immer neue Hürden aufzutun, die es zu überwinden gilt. Wird Kathi im Sinne der 68er weiterhin für das Vorhaben kämpfen?

Die tägliche Serie erzählt mit typisch bayerischen Charakteren liebevolle Geschichten aus dem Leben rund um das fiktive Dorf Lansing.

 

nacht:sicht
Der 5. Beatle: Klaus Voormann und seine 68er

In der nacht:sicht spricht Andreas Bönte mit Klaus Voormann über seine Beziehung zu den “Beatles“, und wie er die Zeit der 68er Bewegung erlebt hat.

Im Jahr 1967 protestierten tausende Studenten auf den Straßen gegen starre politische Strukturen, den Vietnamkrieg, die rigide Sexualmoral und die Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus – die Revolten hielten ein Jahr an.

Die Beatles wurden zu Identifikationsfiguren einer ganzen Jugendbewegung – und Klaus Voormann kannte sie nicht nur sehr gut, sondern wurde fast der fünfte Beatle.

Klaus Voormann studierte an der Hamburger Meisterschule für Gestaltung und arbeitete als Grafiker und Illustrator. 1960 hörte er im Hamburger Kaiserkeller zum ersten Mal die damals noch völlig unbekannten „Beatles“, lernte sie privat kennen und wurde ein enger Freund der Liverpooler. 1966 entwarf er das Cover des Beatles Albums “Revolver” und erhielt dafür den Grammy.

 

Als Musiker spielte er mit zahlreichen namhaften Musikern wie John Lennon, in Soloprojekten von George Harrison & Ringo Starr, arbeitete mit Lou Reed, B. B. King, Eric Clapton, James Taylor,  Art Garfunkel und produzierte neben einem Soloalbum u. a. den Deutsche Welle Hit “Da Da Da”.

 

Andreas Bönte begrüßt in “nacht:sicht” seine Gesprächsgäste bei Dunkelheit in einem Restaurant.
BR Fernsehen, 10.04.2018, 23:15 bis 23:45 Uhr

 

Mittwoch, 11. April, 21.00 Uhr
Kontrovers. Die Story

 

Fünf Tage nach dem Attentat auf Rudi Dutschke, am Ostermontag 1968, kommt es in München zu Unruhen, bei denen ein Pressefotograf und ein Student sterben. Die Todesursache des Studenten ist bis heute ungeklärt. “Kontrovers” begibt sich auf Spurensuche.

 

Mittwoch, 11. April, 22.45 Uhr
Bist du Beatles oder Stones?
Dokumentarfilm von Wolfgang Ettlich (2016)

 

50 Jahre nach ’68 besucht der Filmemacher Wolfgang Ettlich seine alten Freunde und zeichnet mit der Kamera ein Generationenbild: Lebensgeschichten zwischen Kommunenleben, Depression und Lehrerkarriere.

 

Deutschland 2016

 

Atze, Henne, Henny, Lutze und Wolle waren seit ihrer Kindheit beste Freunde in ihrem Berliner Kiez. Zuerst kickten sie zusammen auf der Straße, dann kamen die ersten Mädchen, und dann die Zeit der Revolution.

Bands wie die Beatles und die Rolling Stones sorgten nicht nur für den Soundtrack zum gesellschaftlichen Umbruch, sondern wurden auch zu Rollenmodellen des neuen Lebensgefühls. Die fünf Kumpels aus Neukölln ließen sich die Haare im Beatles-Stil wachsen und die meisten stürzten sich nach dem Tod Benno Ohnesorgs in den politische Protest.

Henny, Henne und Lutze versuchten zusammen mit den Freundinnen sogar den Traum vom Kommunenleben und einer Kneipe als Kollektivbetrieb in München zu verwirklichen. Atze hingegen beendete sein Studium mit Bestnote und kämpfte dennoch zeitlebens gegen das, was sein autoritärer Vater ihm in der Kindheit angetan hatte. Die langen Haare von damals sind heute längst schütter geworden.

Gut 50 Jahre nach ’68 besucht Filmemacher Wolle Ettlich seine alten Freunde und zeichnet mit der Kamera ein Generationenbild: Lebensgeschichten zwischen Kommunenleben, Depression und Lehrerkarriere.

Der nostalgische Titel “Bist du Beatles oder Stones?” greift die Bekenntnisfrage der 68er-Generation auf, die sich damals noch Beatgeneration nannte. “Die Frage war schnell beantwortet mit Stones. Die waren einfach rockiger. Die haben auch unsere Weltsicht gerockt. Die haben uns in dem Zeitabschnitt maßgeblich beeinflusst, auch die Sicht auf Autoritäten, was die Elterngeneration angeht“, erklärt Henne.

 

 

Mittwoch, 11. April, 00.20 Uhr
The Music Never Stopped
Spielfilm (USA, 2011), Regie: Jim Kohlberg

 

Der Ingenieur Henry (J. K. Simmons) teilte mit seinem Sohn Gabriel (Lou Taylor Pucci) eine große Leidenschaft für Musik. Doch als in den 60er-Jahren die Hippie-Bewegung aufkommt, wendet sich Gabriel Musikern wie den Beatles, Bob Dylan und Grateful Dead zu, die sein Vater verabscheut.

Gabriel bricht den Kontakt zu seinen Eltern ab. Als sie sich 20 Jahre später wiedersehen, leidet Gabriel an einem Gehirntumor. Henry erkennt, dass er seinem Sohn nur mit Rockmusik helfen kann.

VinTageBuch Info: Nach 20 Jahren erhalten Henry und Hellen endlich wieder ein Lebenszeichen von ihrem Sohn Gabriel – er hat einen Gehirntumor und muss sofort operiert werden. Doch sein Erinnerungsvermögen ist bereits schwer geschädigt, das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr.

Mit Hilfe des legendären Beatles Hits “All You Need is Love” findet die Therapeutin Dr. Daly Zugang zu Gabriel und seiner Welt. Musik scheint das einzige zu sein was ihm hilft, aktuelle Ereignisse im Gedächtnis zu behalten und der einzige Weg für Vater und Sohn, sich nach all den Jahren wieder näher zu kommen?
Darsteller: Julia Ormond, Mia Maestro, Cara Seymour, Tammy Blanchard, Lou Taylor Pucci
Regisseur: Julia Kohlberg
Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Senator Home Entertainment (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 3. August 2012
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 105 Minuten
Amazon Video EUR 3,99 — EUR 9,99
Blu-ray EUR 8,11
gebraucht ab EUR 4,14
DVD EUR 8,49
Preisvergleich bei Amazon.de

 

Die Bücher und wissenschaftlichen Aufsätze des britischen Neurologen Oliver Sacks lieferten mehrfach die Basis für packende Kinofilme, etwa für das Oscar-nominierte Drama “Zeit des Erwachens” aus dem Jahr 1990.

Auch das Kinodebüt des US-amerikanischen Regisseurs Jim Kohlberg nimmt einen Fall, mit dem sich Sacks im realen Leben beschäftigte und den er später unter dem Titel “The Last Hippie” veröffentlichte, als Grundlage.

The Music Never Stopped” schildert nicht nur eine zu Herzen gehende Vater-Sohn-Geschichte, sondern widmet sich dem gesellschaftlichen Wandel in den 1960er-Jahren, der die Vereinigten Staaten nachhaltig veränderte. Letztlich ist das berührende Familiendrama auch eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Rock-Musik dieser Ära.

 

Freitag, 13. April, 23.30 Uhr
Zur Sache Schätzchen
Spielfilm (Deutschland, 1967), Regie: May Spils

 

Der Debütfilm der jungen Regisseurin May Spils wurde als Ausdruck des Lebensgefühls einer ganzen Generation bejubelt, die Sprachschöpfungen des Hauptdarstellers Werner Enke wurden zum Allgemeingut. Uschi Glas startete mit ihrer Rolle des “Schätzchens“ ihre Karriere.

    

VinTageBuch Info: Zur Sache Schätzchen: Der Kultfilm “Zur Sache Schätzchen” war 1968 der Überraschungshit an den Kinokassen. Mit 26 Jahren präsentierte May Spils dem staunend-amüsierten Publikum als erste deutsche Regisseurin der Nachkriegsgeneration eine Komödie, die frech und frisch den Zeitgeist traf und lange mitbestimmte.

Werner Enke verkörpert sein Alter Ego, den verschlafen-dynamischen Nichtstuer Martin, der die Welt mit pseudophilosophischen Sprüchen beglückt und in den Tag hinein lebt, wenn nicht gerade Polizisten und andere Zeitgenossen verärgert werden. “Es wird böse enden…” ist Martins Devise.

Aber dann wirbelt die Begegnung mit Barbara (Uschi Glas), knackige und wohlbehütete Tochter aus gutbürgerlichem Hause, mit der man so schön fummeln kann, sein Leben fröhlich durcheinander.

Der Film erzählt eine Geschichte aus dem Schwabinger Sommer 1967, so wie sie sich tagtäglich links und rechts des “Boulevard Leopold” in den Straßen, Wohnungen und Kneipen ereignet.

Das sorglose, ein wenig gammlerische Leben in dieser Gegend Münchens trägt – wie ein letztes Aufbäumen vor dem unvermeidlichen Establishment – die charakteristischen Züge des Provisoriums: bedingt durch die Jugend der Leute, bedingt aber auch durch einen bewussten oder unbewussten – oft nur zu gewollten – Hang zum Außenseitertum.
Darsteller: Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck
Regisseur(e): May Spils
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 6. August 2013
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: 77 Minuten
Blu-ray Standard Blu-ray EUR 6,89
gebraucht ab EUR 2,89
DVD EUR 6,79
gebraucht ab EUR 4,90
Preisvergleich bei Amazon.de

 

Dienstag, 17. April 2018, 22.30 Uhr
BR Fernsehen
Mythos ’68: Ein wildes Jahr und seine Folgen

 

Die Dokumentation beginnt mit dem Ende von 1968: Die Sprechchöre sind verstummt, die Studentenbewegung zersplittert. Zeitzeugen schildern ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse aus der Folgezeit bis in die Mitte der 1970er-Jahre.

Mit der Forderung nach einer Politisierung des Privaten und einer Veränderung der Gesellschaft geht auch in Bayern die Entstehung von sozialistischen “Kinderläden” einher, wie dem von Ingrid Schadinger in Nürnberg.

In den späten 60er- und frühen 70er-Jahren entsteht das, was unter “Frauenbewegung” zusammengefasst wird. Legendär ist die Aktion prominenter Frauen, die in der Öffentlichkeit erklären: “Ich habe abgetrieben“. Auch in Bayern formieren sich die Frauen – und das wird nicht von allen gerne gesehen.

Eine weitere Idee der 68er-Generation, das Leben in einer Kommune, findet gerade in Bayern ihren Höhepunkt in den Jahren nach 1968. Von den Vorteilen, aber auch den Schattenseiten des Lebens in einer Landkommune erzählen die Mitglieder der bayerischen Subkultur-Kombo Sparifankal.

 

Weitere Sendungen (Auswahl)
BR-Hörfunkprogramme

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Samstag, 7. April, 8.05 Uhr
Bayern 2: Bayerisches Feuilleton

 

Das Knastcamp von Ebrach – Die APO in der bayerischen Provinz
Demonstranten, darunter der Kommunarde Fritz Teufel und spätere Terroristen wie Gudrun Ensslin, kämpfen im Juli 1969 im fränkischen Ebrach um die Freilassung eines inhaftierten Studenten. Am Ende müssen sie von der Polizei auf ihrer Zeltwiese vor Attacken einer selbsternannten Bürgerwehr geschützt werden.

Bayern 2, Das Knastcamp von Ebrach
Die APO in der bayerischen Provinz
Von Daniel Guthmann und Joachim Palutzki
DLF/BR 2018
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr, Bayern 2

Im Juli 1969 stellt die APO eine bayerische Marktgemeinde auf den Kopf. Mit Demos und Diskussionen soll für die Freilassung eines Studenten gekämpft werden, der im fränkischen Ebrach im Gefängnis sitzt. Doch das Knastcamp gerät zum Fiasko.

Reinhard Wetter verbüßte wegen Schwarzfahrens, unerlaubten Tragens einer Polizeiuniform und diversen Demonstrationsdelikten eine Jugendstrafe von acht Monaten in der Justizvollzugsanstalt Ebrach.

Die Münchner “Wacker-Einstein-Kommune” um Fritz Teufel veranlasste, dass sich Subversive aus München und Berlin in der fränkischen Provinz zu einem Knastcamp versammelten, um auf Wetters Fall aufmerksam zu machen und dessen Freilassung zu fordern.

Die schon äußerlich aus einer anderen Welt stammenden Demonstranten stoßen auf das komplette Unverständnis der Landbevölkerung und der lokalen Behörden. Der damalige CSU-Chef Franz Josef Strauß bezeichnet die ungebetenen Besucher als “Tiere, auf die die Anwendung der für Menschen gemachten Gesetze nicht möglich ist”.

Am Ende muss die Polizei die Studenten auf ihrer Zeltwiese vor nächtlichen Attacken einer selbsternannten Bürgerwehr schützen.

 

Unter den Teilnehmern sind Gudrun Ensslin, Fritz Teufel, Irmgard Möller und viele andere, die unmittelbar danach als Linksterroristen in den Untergrund gehen.

 

In Begegnungen mit Reinhard Wetter, dem damals inhaftierten Studenten, um dessen Freilassung es ging, und dem Filmemacher Gerd Conradt, der 1969 vor Ort war und mit seiner Kamera das Geschehen festhielt, rekonstruiert das Feature das legendäre “Knastcamp von Ebrach“. Hinzu kommen Interviews mit weiteren Zeitzeugen, sowohl aus den Reihen der APO als auch der fränkischen Landbevölkerung.

 

   

 

Samstag, 7. April, 13.05 Uhr
Bayern 2: radioFeature

 

Ein Toter auf Urlaub

Seine Markenzeichen: der selbstgestrickte Ringelpullover und die gestanzten Sätze, die klangen, als ob er vorlesen würde – Rudi Dutschke, das Sprachrohr und der Fernsehkopf der Studentenrevolte. Er wurde Opfer eines brutalen Medienkriegs gegen die Außerparlamentarische Opposition. Am 11. April 1968 schoss ihm ein Attentäter in den Kopf. Dutschke lebte noch 11 Jahre weiter, als „Toter auf Urlaub“. Sein Biograph Ulrich Chaussy (Chaussy bei Amazon.de) hatte ihn noch kurz vorher kennengelernt. Im radioFeature erinnert er sich an Dutschke, Samstag 13:05 Uhr auf Bayern 2.

Rudi Dutschke revisited – 50 Jahre nach Ende der antiautoritären Revolte. Am 11. April 1968 wird in Berlin ein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke verübt, bei dem dieser lebensgefährlich verletzt wird.

Recherchen des BR-Redakteurs Ulrich Chaussy werfen ein neues Licht auf den rechtsextremen Hintergrund des Mordanschlages, an dessen genauer Ausleuchtung damals weder die Behörden noch Dutschkes Genossen interessiert waren.

 

Samstag, 7. und 14. April, 19.05 Uhr
Bayern 2, Zündfunk: The Sound of 1968

 

Soul (7.4.)

 

Soul ist 1968 die Musik, zu der die westliche Welt tanzt. Labels wie Motown, Stax und Atlantic liefern den Sound für die überall entstehenden Diskotheken. Otis Redding wird mit “Dock of the Bay” zum Star des Jahres, Aretha Franklin macht sich mit “Think” und “Respect” zum Sprachrohr der afro-amerikanischen Frauen.

Sly and the Family Stone crossovern mit “Everyday People” in Richtung Rock. Marvin Gaye wird mit “I heard it through the Grapevine” zum Superstar, und die weiße Britin Dusty Springfield nimmt in Memphis auf und feiert mit “Son of a Preacher Man” den größten Erfolg ihrer Karriere. Wiederholung vom 05.01.2018

 

und Progressive Rock am (14.4.)

 

1968 wird die Rockmusik vom Entertainment zur Kunstform. Jedenfalls sehen sich viele Bands jetzt als ernsthafte Artisten und veröffentlichen monumentale Alben mit langen Stücken: Pink Floyd erforschen “A Saucerful of Secrets”, Jimi Hendrix erweitert den Blues im “Electric Ladyland”.

Os Mutantes aus Brasilien lassen den Süden psychedelisch erscheinen, The Velvet Underground und Nico gehen jeweils eigene Wege, Cream wählen die britische Variante mit dem Album “Wheels of Fire” und The United States of America veröffentlichen ihr einziges, aber monumentales Album und kokettieren mit der klassischen Musik. Nur Frank Zappa ist “In it for the Money”. Wiederholung vom 6. Januar 2018

 

Montag, 9. April, 9.05 Uhr
Bayern 2: radioWissen
1968 – Das Ausnahmejahr

 

Von Michael Zametzer: Die Notstandsgesetze waren das heiß umstrittene Reizthema in den neuralgischen Monaten, die das Jahr 1968 zum Mythos werden ließen. Die Gesetze weiteten die Gesetzgebungs-Kompetenz des Bundes bei inneren Unruhen und Naturkatastrophen aus. Das löste in einem Teil der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit große Befürchtungen aus.

Es kam zu einer breiten Welle des Widerstands. Die aus Bürgerinitiativen entstandene “Außerparlamentarische Opposition” (APO) rief zu Protesten und Massenkundgebungen auf. Die Notstandsgesetze wurden trotz der Proteste am 30. Mai 1968 verabschiedet. Die Befürchtungen, die Gesetze könnten zu einer Gefährdung der Demokratie in der Bundesrepublik werden, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht.

 

 

Mittwoch, 11. April, 9.05 Uhr
Bayern 2: radioWissen

 

Den theoretischen Hintergrund der 68er-Bewegung erläutern die Beiträge “Die Frankfurter Schule – Denken als Kulturkritik” und “Max Horkheimer – Dialektik der Aufklärung”.

Frankfurter Schule – Denken als Kulturkritik
Autor: Michael Reitz / Regie: Eva Demmelhuber

Kaum eine Denkrichtung des 20. Jahrhunderts war so einflussreich wie die sogenannte kritische Theorie des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, kurz Frankfurter Schule. Forscher und Denker unterschiedlicher Disziplinen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno oder Erich Fromm formulierten ab den 1920er Jahren bahnbrechende soziologische und philosophische Theorien.

Historisch neu war dabei die Erweiterung des marxistischen Denkens durch die Psychoanalyse Sigmund Freuds und die Methoden der modernen Sozialforschung.

Dabei grenzte sich die Frankfurter Schule ebenso vom autoritären Sowjetmarxismus ab wie von der bürgerlichen Soziologie. Ihr ging es vor allem darum aufzuzeigen, wie autoritäre Strukturen nicht mehr nur durch Zwang wirksam werden, sondern auch durch die Zustimmung derjenigen, die eigentlich gegen sie aufbegehren müssten.

Nicht nur ökonomische Ungleichheit, so die kritische Theorie, sondern auch die Kulturindustrie sei verantwortlich für die Maschinerie der Entmündigung des modernen Menschen.

Max Horkheimer – Dialektik der Aufklärung
Autor: Fabian Mader / Regie: Irene Schuck

Max Horkheimer war Gründer der Frankfurter Schule – heute würde man ihn wohl als “Teamplayer” bezeichnen. Er holte sich einige der wichtigsten Denker der Zeit zur Seite: Theodor W. Adorno, Erich Fromm, Herbert Marcuse.

Mit ihnen gemeinsam wollte er vor allem eine zentrale Frage beantworten: Wie konnte gerade das hochentwickelte Europa in den 30er Jahren in eine “neue Art der Barbarei” zurückfallen?

Oder anders gefragt: Was ist die Dialektik der Aufklärung? Er glaubte dabei nicht nur an philosophisches Denken, sondern nutzte auch Erkenntnisse aus der empirischen Sozialwissenschaft und der Psychologie.
Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

 

Mittwoch, 11. April, 21.05 Uhr
Bayern 2: Dossier Politik

 

Zwischen Liebe und Hass – Das politische Vermächtnis der 68erKaum eine Generation hat die Gesellschaft in Deutschland derart gespalten wie die sogenannten 68er. Revoluzzer gegen Spießer – wie hat das die Demokratie geprägt und was ist davon noch übrig?, fragt das Dossier Politik in Bayern2.

Die 68er: Spontanbewegte Revolutionäre standen reaktionären Spießern gegenüber – so zumindest sahen es die jugendbewegten Revoluzzer. Das Establishment sprach da lieber vom Terror der Jungroten, vom kriminellen Kampf langhaariger Affen. Bilder, die sich inzwischen ein halbes Jahrhundert lang hartnäckig halten.

Weniger eindeutig ist die Antwort auf die Frage, was eigentlich das politische Vermächtnis der 68er-Generation ist, die in Deutschland auch Studentenbewegung heißt.

Wie sehr haben die außerparlamentarische Opposition und ihre Protagonisten, die im Mai 1968 aus Protest gegen die Notstandsgesetze der damaligen Großen Koalition erstmals ein Gesicht bekamen, in den folgenden Jahrzehnten das politische System in Deutschland beeinflusst, gar verändert?

 

Freitag, 13. April, 14.05 Uhr
Bayern 2: radioSpitzen

 

“Wie Sie das nennen, ist uns scheißegal!”
Vom Wohlstandskabarett zur Spaßguerilla – das Kabarett der 68er.

Mitte der 1960er-Jahre war das Kabarett in Deutschland zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden. Die Damen gingen vorher zum Frisör und legten ihre Abendgarderobe an. Die Herren streiften ihr Jackett über den Wirtschaftswunderbauch, ließen sich edle Weine kredenzen und steckten sich dicke Zigarren an.

Mochten die Nummern frech, teilweise brillant, manchmal sogar subversiv daherkommen, stets saßen bei den Fernsehaufzeichnungen in vorderster Reihe Politiker und klopften sich die Schenkel. Kein Wunder, dass sich die junge Generation von den etablierten, zahnlosen Ensembles nicht mehr angesprochen fühlte. 

An den Unis landauf, landab entstanden Mitte der 60er-Jahre neue Kabarettgruppen wie “Die Hammersänger”, das “Faule Ei” oder “Trampelmuse”.

 

Wolfgang Neuss, der “Mann mit der Pauke”, vollzog den Wechsel von der Symptomkritik zur fundamentalen Systemkritik und wurde zu einer Art satirischer Gallionsfigur der Studentenbewegung.

Das Berliner “Reichskabarett” rund um die Schauspielerin Renate Küster widmete sich dem Vietnamkrieg und den Notstandsgesetzen und traf damit den Nerv der Zeit. Das Münchner “Rationaltheater” arbeitete mit dokumentarischen Elementen, Tonband- und Filmeinspielungen und näherte sich den Lebenswelten und Gefühlslagen der 68er.

 

Nicht nur in den Hochburgen Berlin und München, an vielen Orten der Bundesrepublik entstanden neue Kabaretts mit betont linkem Anspruch.

Vielleicht war es keine Zäsur, die diese Gruppen hinterlassen haben. In jedem Falle aber war es eine Bereicherung. In der Rückschau fällt die ungeheure Vielfalt neu entstandener Formen und Facetten auf.

Von der unterhaltenden Systemkritik des “Reichskabaretts” über den dokumentarischen Anspruch des “Rationaltheaters”, vom grenzüberschreitenden Rock-Kabarett des “Floh de Cologne” bis zum sinnlosen Nonsens à la “Insterburg & Co”. Es war einiges ins Rollen gekommen im Schlepptau der 68er-Bewegung.

 

Samstag, 14. April, 8.05 Uhr
Bayern 2: Bayerisches Feuilleton
“The art of protest”
Revolte an der Münchner Kunstakademie

 

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke und der geplanten Notstandsgesetzgebung der Großen Koalition kommt der Lehrbetrieb an der Münchner Kunstakademie zum Erliegen, die Akademie wird zu einem Aktionszentrum der Außerparlamentarischen Opposition.

Zu einem Brennpunkt des politisch-gesellschaftlich Aufbruchs wurde die Münchner Kunstakademie um das Jahr 1968. Sichtbares Zeichen dafür war die Verwandlung des altehrwürdigen Gebäudes in einen Ort pulsierender Begegnungen und Diskussionen, der Happenings und Feste.

Was mit einem Teach-In von Studierenden gegen professorale Privilegien begonnen hatte, weitete sich nach dem Attentat auf Rudi Dutschke und der geplanten Notstandsgesetzgebung der Großen Koalition zu umfassenden Protesten aus. Der Lehrbetrieb kam nahezu zum Erliegen, die Akademie wurde zu einem Aktionszentrum der Außerparlamentarischen Opposition.

Der Protest an der Akademie war freilich auch von einer Art Dauerpartystimmung geprägt. Fast täglich fanden Konzerte, Theater- und Filmvorführungen statt, wurden neue künstlerische Formen ausprobiert.

 

Neue Pop-Gruppen wie “Amon Düül” oder “Embryo” spielten auf in dieser Phase des Experiments, der gelebten Utopie.

 

Eine flüchtige, bald vergangene Episode: aufgrund chaotischer Zustände infolge studentischer Stör- und Zerstöraktionen verfügte das Bayerische Kultusministerium Anfang 1969 die vorübergehende Schließung der Akademie: The art of protest war in Gewalt und Vandalismus umgekippt; die Party war vorbei. Und wirkte dennoch lange nach

 

radioFeature
“Ich muss Revolution machen“
Bayern 2, Samstag, 14.04.2018
13:05 bis 14:00 Uhr

 

Ein Spaziergang mit Gretchen Dutschke: Am Gründonnerstag 1968 sitzt Gretchen Dutschke-Klotz bei den Gollwitzers in Berlin-Dahlem. Das Theologen-Ehepaar hat Rudi Dutschke, Gretchen und ihrem kleinen Sohn Hosea Che ein Zuhause gegeben.

Kurz vor 17 Uhr klingelt das Telefon. Es gab ein Attentat auf den Studentenführer und deutschen Che-Guevara. Zunächst teilt die Polizei mit, dass Rudi tot ist. Später erfahrt Gretchen jedoch, dass er noch lebt. Sie eilt zum Krankenhaus.

Vier Jahre zuvor: Im Sommer 1964 besucht die amerikanische Theologie-Studentin Gretchen Klotz Berlin. Im Café am Steinplatz lernt sie Rudi Dutschke kennen. 1966 heiraten die beiden – zur Entrüstung der Freunde.

50 Jahre nach dem Attentat, begeben wir uns auf einen Spaziergang mit Gretchen Dutschke-Klotz. Er führt an die neuralgischen Punkte, wo sich Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Geschichte verschränken:

Zum Cosimaplatz, dem letzten Domizil ihres Mannes; zur ersten gemeinsamen Berliner Wohnung; zum Kuhdamm 140, wo der SDS sein Hauptquartier besaß; zu den Orten, an denen Benno Ohnesorg erschossen und das Attentat auf ihren Mann verübt wurde.

Dabei reden wir mit Gretchen Dutschke-Klotz über ihre Sicht auf Deutschland – über Wiedervereinigung und Europa; über Neoliberalismus und die antiautoritäre Bewegung; über Utopien und Egalitarismus; über die autoritäre Revolte von AfD, Pegida und der Neuen Rechten.

Und wir reden über ihren Kampf für Gleichberechtigung, ihre Träume, ihre Enttäuschungen. In Gretchen Dutschke-Klotz ist ein Teil der Biographie Deutschlands leibhaftig geworden.

 

 

Sonntag, 15. April, 15.05 Uhr
Bayern 2: Eins zu Eins. Der Talk

 

Ursula Heller im Gespräch mit Rainer Langhans, 68er-Legende. Runde Brille, wallende Lockenmähne und schlichte weiße Kleidung – Rainer Langhans ist sich treu geblieben und lebt den Geist der 68er noch immer. Zur BR-Themenwoche “Die 68er – Ein Aufbruch und seine Folgen” wiederholen wir ein Gespräch mit ihm aus dem Jahr 2012. 

Kommune I und Dschungelcamp: Ob mit oder ohne seine einstige Partnerin Uschi ObermaierRainer Langhans war und ist bis heute eine Ikone der 68er. Jahrzehnte später wurde er von einem Werbespot für einen Internetversandhandel parodiert.

Ein Jahr zuvor ging er ins RTL-Dschungelcamp, nicht ohne vorher abzusichern, dass er als Veganer keine Tiere essen musste. In seinem Leben hat er keine Möglichkeit der Selbsterfahrung ausgelassen:

Kommunen-Leben, freie Liebe, Drogenkonsum und spirituelle Experimente. Ansonsten lebt der 77-Jährige bis heute einen asketischen Stil, getreu dem Motto “Das Private ist politisch”.

Protest damals und heute: In „Eins zu Eins. Der Talk“ unterhielt sich Ursula Heller mit Rainer Langhans 2012 über sein Leben in Kommunen und Internet-Communities, über Protestbewegungen damals und heute, über die Bewusstseinsarbeit und Dschungelmaden – kurzum: über “Lieben, Leiden und Lesungen”.

 

VinTageBuch Tipp

 

1968: Protest, Revolte, Gegenkultur
von Detlef Siegfried
Gebundene Ausgabe: 299 Seiten
Reclam Verlag
(9. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3150111498
ISBN-13: 978-3150111499
Kindle Edition EUR 23,99
Gebundene Ausgabe EUR 28,00

 

Amazon Buchtipp:
1968: Protest. Revolte. Gegenkultur
von Detlef Siegfried

 

Zitat: Hinter der Zeitenwende von 1968 steckt mehr als nur eine politische Revolte: Männer ließen sich die Haare lang wachsen, Frauen wollten endlich die Pille nehmen dürfen, Drogen wurden konsumiert, Musikfestivals, Kommunen und neue Zeitschriften stellten das vorhandene Weltbild auf den Kopf.

So unterschiedliche Heldenfiguren wie Twiggy, Rudi Dutschke, Che Guevara, Jimi Hendrix und Mao Tse-Tung traten auf den Plan, während die deutsche Politik noch mit dem Vermächtnis der NS-Zeit zu kämpfen hatte.

Es wäre jedoch ein Irrtum zu glauben, alles habe erst 1968 begonnen. Detlef Siegfried zeigt, welche gesellschaftlichen Veränderungen und politischen Ereignisse schon im Vorfeld nötig waren, damit die Revolte der Schüler, Studenten und Lehrlinge Fahrt aufnehmen konnte.

Dabei lässt er nicht nur die Gegenkultur in Großstädten wie Berlin oder Frankfurt am Main wieder aufleben, sondern rückt auch Schauplätze aus der bundesrepublikanischen Provinz ins Rampenlicht. Doch wie viel revolutionäre Dynamik ließ sich in die »roten« Siebzigerjahre hinüberretten? Und was wurde eigentlich aus all den Linken?

 

   

VinTageBuch: Deutschland 1968. Achtundsechzig in der Literatur, in der Musik und im Film.

 

VinTageBuch Seite: Deutschland 1968. Achtundsechzig in der Literatur, in der Musik und im Film.

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Zündfunk extra
Popkultur am Feiertag
Freitag, 30.03.2018
19:05 bis 21:00 Uhr, Bayern 2

19.05 Die Stimme des Soul
Erinnerungen an Otis Redding

Mit Roderich Fabian
20.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr

20.05 The Sound of 1968
Folge 1: Pop
Mit Roderich Fabian

 

Die Stimme des Soul
– Erinnerungen an Otis Redding

 

Vor gut 50 Jahren starb Otis Redding bei einem Flugzeugabsturz in den USA. Zu diesem Zeitpunkt galt er wie kein Zweiter als Repräsentant der Soul-Musik. Der auf Balladen spezialisierte Mann aus Macon, Georgia, war nach seinem Auftritt beim Monterey Festival 1967 auch beim weißen Publikum bekannt.

Anders als James Brown hielt er sich politisch zurück, überzeugte nur durch seine Stimme. Hits wie “The Dock of the Bay”, “Respect” und “Try a little Tenderness” sind längst Klassiker der Popkultur.

Wir fragen uns in dieser Sendung, was das Besondere dieses Sängers ausgemacht hat, hören einige seiner größten Songs und auch ein paar Verehrer wie Kanye West und Okkervil River. Wiederholung vom 09.12.2017

 

The Sound of 1968 – Folge 1: Pop

Die Pop-Hits des Jahres 1968 sind oft inspirierende Kleinode, psychedelisch-angehauchte Perlen, nur selten eingängige Schlager. Die Beatles landen mit “Hey Jude” ihre erfolgreichste Single, die Stones rocken sich durch “Jumpin Jack Flash”. Love aus San Francisco haben ihre große Stunde, und Simon und Garfunkel denken laut über das Sexleben einer “Mrs. Robinson” nach.

Donovan wird mit “Hurdy Gurdy Man” vom Folkie zum Hippie. The Band erfinden mit “The Weight” das Genre Americana und die Zombies erleben ihre “Time of the Season”.

Dazu kommen der erste große Reggae-Hit “Israelites” vom Jamaikaner Desmond Dekker und die Beschwörung des Müßiggangs durch die Small Faces unter dem Motto “Lazy Sunday”. Wiederholung vom 04.01.2018

 

SWR2 Lesenswert Kritik
Bücher aus dem Jahr 1968

Lesenswert Kritik stellt in der „Schwerpunktwoche 1968“ fünf Bücher vor, die vor 50 Jahren erschienen und einflussreich gewesen sind.

Christa Wolf: Nachdenken über Christa T.
Suhrkamp Verlag
219 Seiten

Klaus Steinbuch: Falsch programmiert
DVA
174 Seiten

Johannes Mario Simmel: Alle Menschen werden Brüder
Droemer Knaur Verlag
692 Seiten

Rainer Langhans, Fritz Teufel: Klau mich
Edition Voltaire
104 Seiten

Siegfried Lenz: Deutschstunde
Zuletzt erschienen Als Band 7 der Hamburger Werkausgabe
bei Hoffmann & Campe
758 Seiten

SWR2 Musikstunde | Die 68er
Blumen und Pflastersteine – 1968 und die musikalische Verjüngung der Welt

Mit Michael Struck-Schloen
SWR2 Musikstunde | Die 68er
Blumen und Pflastersteine – 1968 und die musikalische Verjüngung der Welt

Der Aufstand der Jugend gegen die politischen Nachkriegssysteme brach in vielen Ländern der Welt in den 70er-Jahren aus; in Deutschland war er vor allem mit den Attentaten auf Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke und dem “Vietnam-Kongress” in Berlin verbunden.

Musikalisch löste die Protestbewegung Sympathien der damaligen Avantgarde um Stockhausen, Henze oder Kagel aus, vor allem aber wurde die Rockmusik und das Repertoire der Liedermacher zu ihrem akustischen Markenzeichen.

Dabei ist die westdeutsche Musik um 1968 nicht abzukoppeln von der politischen Musik in der DDR (Stichwort Wolf Biermann), in Italien, den Niederlanden oder den Vereinigten Staaten. In jedem Land gab es andere Schwerpunkte des Protests von der sexuellen Befreiung über Arbeiterkämpfe bis zur Bürgerrechtsbewegung, die in Deutschland aufmerksam beobachtet wurden und auch die Musik jeder Couleur umkrempelte. So war 1968 nicht nur eine politisch-soziale, sondern auch eine musikalische Revolte.

Musiktitel:

Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)

Nina Simone:
„Mississippi Goddam“
Nina Simone (Gesang & Klavier)
Ensemble

Luciano Berio:
Sinfonia
„O King“
New Swingle Singers
Leitung: Pierre Boulez

Bob Dylan:
„Like a Rolling Stone“
Jimi Hendrix (Gesang & E-Gitarre)
Noel Redding (E-Bass)
Mitch Mitchell (Drums)

Pete Seeger:
„Waist Deep in The Big Muddy“
Pete Seeger (Gesang & Gitarre)

Luigi Nono:
„A floresta é jovem e cheja de vida“
Liliana Poli (Sopran)
Ensemble
Leitung: Bruno Canino

Alfredo Bandelli:
„La violenza“
Pino Masi (Gesang & Gitarre)

Luigi Nono:
„La fabbrica illuminata“ für Stimme und Tonband
Luisa Castellani (Sopran)

Hanns Eisler:
„Der anachronistische Zug“
Ernst Busch (Gesang)
Ensemble

Dieter Süverkrüp:
Kirschen auf Sahne
Dieter Süverkrüp (Gesang & Gitarre)

Hans Werner Henze:
Nachtstücke und Arien – Aria II
Michaela Kaune (Sopran)
NDR Sinfonieorchester
Leitung: Peter Ruzicka

Musiktitel:

Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)

John Lennon / Yoko Ono /
George Harrison:
Revolution 9
Collage

John Lennon:
Revolution (erste Version)
The Beatles

Hanns Dieter Hüsch:
Reihenfolge
Hanns Dieter Hüsch (Gesang & Klavier)

Theodor W. Adorno:
Zwei Propagandagedichte
Brecht
Das Lied von der Stange
Frieder Lang (Tenor)
Christian de Bruyn (Klavier)

Cornelius Cardew:
Thälmann Variations
Frederic Rzewski (Klavier)
Hans Werner Henze:
Voices
Keiner oder alle
Frieder Lang (Tenor)
musikFabrik
Leitung: Johannes Kalitzke

Nicolaus A. Huber:
Banlieue
Schauplätze der Revolution
Ja, wie weiß ist dein Kragen
Reinhold Ohngemach (Stimme)
Hans Gräf (Gitarre)
Pál Keló (Schlagzeug)

Eric Burdon:
San Franciscan Nights
Eric Burdon & The Animals

Amon Düül:
Freakout Requiem III
Amon Düül II

Hans Werner Henze:
Voices
Das Blumenfest
Gudrun Pelker (Sopran)
Frieder Lang (Tenor)
musikFabrik
Leitung: Johannes Kalitzke

 

rbb | Dienstag 10.04.2018 | 20:15 | Doku & Reportage:

 

Die 60er Jahre in Berlin
Mauerkinder

 

Die 60er Jahre in Berlin sind Mauerbau und Studentenrevolte, Beatmusik und Singebewegung, Minirock und Lange Haare, freie Liebe und Drogen. Ein wildes Jahrzehnt im Schatten des Kalten Kriegs. Berliner aus Ost und West, die damals Kinder und Jugendliche waren, erzählen, was sie trotz trennender Mauer verband, wie politische Ereignisse sie prägten und wie sie ihren Weg fanden in eine neue Zeit.

In kaum einem Jahrzehnt hat sich so viel verändert wie in den 60er Jahren. Kinder, die damals zu Jugendlichen im geteilten Berlin heranwachsen, wollen nicht werden, wie ihre Eltern, in deren Köpfen noch Gedankengut von gestern spukt, und sie haben von der Kalten Kriegs Mentalität die Nase voll. In “Mauerkinder” erzählen Zeitzeugen von ihrer Kindheit und Jugend in Ost und West Berlin in den 60er Jahren.

Monika Joost-Liebich, die im Wedding aufgewachsen ist, erinnert sich an Tante Lotte, die im Ostteil der Bernauer Straße wohnte und nicht flüchten wollte, weil sie glaubte, dass die Mauer nur von kurzer Dauer ist.

Florian Havemann, wohnte in der Stalinallee (jetzt Karl-Marx-Allee). Als Kind wunderte er sich, warum die Straße plötzlich nicht mehr Stalins Namen tragen durfte. Als Sohn kommunistischer Eltern (Sohn von Robert Havemann) war er von der Idee des Sozialismus überzeugt bis man ihn wegen seines Protests gegen die Zerschlagung des “Prager Frühlings” verhaftete.

Roland Stelter, aufgewachsen im Berliner Wedding, erinnert sich, wie es wegen seiner langen Haare großen Ärger mit seinem Vater gab. Schon als 15-jähriger Oberschüler engagierte er sich gegen den Vietnam-Krieg und sympathisierte 1968 mit den rebellischen Studenten. Bewusstseinserweiternde Drogen lähmten später seinen revolutionären Elan.

Elke Bitterhof lebte in Ost-Berlin und schockte ihre prowestlich eingestellten Eltern als sie in die FDJ eintrat und Mitglied im “Oktoberklub” wurde.

Sabine Korsukéwitz, in West-Berlin aufgewachsen, wollte nicht werden wie ihre Mutter. Abhängig vom Mann zu sein, kam für sie nicht in Frage. Die wilden 60er haben die Zeitzeugen bis heute geprägt. Gerne erinnern sie sich an jene Jahre ihrer Kindheit und Jugend, die eine Abkehr von Autoritätshörigkeit und ein Aufbruch in eine neue Zeit gewesen sind.
Film von Karin Reiss
Erstausstrahlung am 10.04.2018 /rbb

 

Die verrückten 68er
Ein Jahr stellt die Welt auf den Kopf

Die verrückten 68er | 14. April 2018, 20.15 bis 21.45 Uhr | WDR: Ach was?! Schon 50 Jahre her?
Und die 68er leben noch immer?

Ja, tun sie – im Großen und Ganzen. Und klar denkt man bei “68” zuerst an Rudi, Daniel, Uschi und Co. – an die Studentenrevolte gegen verkrustete Strukturen, gegen Vietnamkrieg und Notstandsgesetze und für demokratischen Sozialismus für Frieden und für die freie Liebe.

Doch 1968 war noch viel mehr. Dieses eine Jahr verändert die Welt. Große Persönlichkeiten wie Martin Luther King oder Robert Kennedy, die Hoffnung und Fortschritt versprechen, werden erschossen.

In Vietnam eskaliert ein an sich schon schrecklicher Krieg und erstmals probiert sich die US-Army mit Taktiken wie “Search and Destroy” und “Body-Count”, mit Napalm und “Agent Orange” an der totalen Zerstörung eines Landes und seiner Bevölkerung.

In der CSSR zeigen die Menschen den sozialistischen Brüdern, wie demokratischer Sozialismus funktionieren könnte, bis die Brüder das Experiment beenden.

Aber 1968 steht auch für Schönes, und für Fortschritt: Der Staat denkt sich mit der Mehrwertsteuer eine neue Abgabe aus, über die sich Regierende auch 50 Jahre später noch freuen. Ehebruch wird in Deutschland nicht mehr geahndet.

Erstmals verlässt ein Mensch nach einer Herztransplantation das Krankenhaus – lebend. Twiggy, das erste Supermodel, belebt und verkürzt den Minirock. Oswalt Kolle zeigt einem verklemmten deutschen Bürgertum, was man im Schlafzimmer außer Schnarchen alles machen kann.

In den USA wird die erste, riesige Computermaus präsentiert und Apollo 8 lässt den Mond ins Blickfeld der Menschen rücken.

 

 

Erlebte Geschichten mit Uschi Nerke

 

Sie trug die knappsten Miniröcke, schneiderte sich ihre Kleider selbst und hatte zwei kleine Zöpfchen – Uschi Nerke, die in den 60er Jahren bei ihren Auftritten im “Beat-Club“, der ersten Sendung im deutschen Fernsehen für die Jugend, am Samstag Nachmittag Eltern in Panik und Schrecken versetzten, weil zur ungewohnten Beat-Musik auch noch die angesagte Mode gezeigt wurde.

 

Elternschreck

 

Uschi Nerke gehörte zum Team um Regisseur Mike Leckebusch, der mit dem “Beat-Club” deutsche Fernsehgeschichte schrieb.

Die Stars am Beat- und Pop-Himmel kamen wie selbstverständlich nach Bremen, um aufzutreten, zum Beispiel Jimi Hendrix, The Who, Chicago – und Uschi Nerke sagte sie mit Begeisterung und Emphase an.

1944 geboren, war sie 21, als der “Beat-Club” startete, studierte neben dem “Ansagen” Architektur und anschließend Hochbauingenieur. Heute moderiert Uschi Nerke bei Radio Bremen eine eigene Radiosendung.

 

1968 – Westberlin

 

1968 ist ein Jahr, nach dem eine ganze Generation benannt wurde – eine Generation, die unsere Gesellschaft grundlegend verändert haben soll. Mit dem Ruf “Unter den Talaren der Muff von 1.000 Jahren” machten Studenten in den Universitäten mobil gegen erstarrte gesellschaftliche Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland.

Es war ein Aufbegehren gegen die Etablierten, gegen überholte Werte und für mehr Freiheit und Gerechtigkeit. In vorderster Front standen die Studenten der Freien Universität in Berlin. Ihr Kampf für veränderte Lebens- und Denkformen hat die westdeutsche Alltagskultur nachhaltig beeinflusst. Wohngemeinschaften, freiere Kinder- und Sexualerziehung, ein neues Rollenverständnis der Frau sowie nicht-eheliche Beziehungen erscheinen uns heute selbstverständlich.

Vor 1968 sah die Republik etwas anders aus. Und die Mehrheit der West-Berliner hatte keine Lust, von ein paar Studenten “befreit” zu werden. Man trägt stolz die Speckringe der Fresswelle, will das Leben genießen und glaubt an den in Beton gegossenen Fortschritt wie die Stadtautobahn und die neuen Trabantenstädte Gropiusstadt und Märkisches Viertel.

Man sucht sein persönliches Glück in Familienleben und Berufskarriere. Die Gesellschaft ist polarisiert. Die Studenten stellen die Grundwerte ihrer Eltern in Frage. Gleichzeitig geht das bürgerliche Berliner Leben seinen Gang.

Anhand von Archivmaterial und privaten Schmalfilmaufnahmen zeichnet der Film ein Stimmungsbild dieser Zeit nach. Dabei erzählen zahlreiche Akteure ‘ihr 1968’. Einer von ihnen ist Gaston Salvatore. Der damalige Student aus Chile war ein enger Freund von Rudi Dutschke und auf den Demos immer in der ersten Reihe zu finden. Oder der Taxifahrer Heinz Peter, der sagt: ‘Berliner Taxifahrer waren noch nie links’.
14. April 2018 / 20:15 – 21:00 / Tagesschau24
Dokumentation / D 2008