Das Deutsche Spionagemuseum in Berlin bringt Ihnen die Geschichte und die Welt der Spionage auf einmalige Art und Weise näher. Buchtipp: Die Stasi und der Westen: Der Kurras-Komplex

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Das Deutsche Spionagemuseum in Berlin bringt Ihnen die Geschichte und die Welt der Spionage auf einmalige Art und Weise näher…

Deutsches Spionagemuseum

Das Deutsche Spionagemuseum (auch: German Spy Museum; früher: Spy Museum Berlin) ist ein privates Museum im Berliner Ortsteil Mitte, das am 19. September 2015 zunächst als Spy Museum Berlin eröffnet wurde.

Es befindet sich im Gebäude Leipziger Platz 9, direkt am U-Bahnhof Potsdamer Platz. Das Deutsche Spionagemuseum zeigt in einer interaktiven und multimedialen Ausstellung die Geschichte der Spionage und der Geheimdienste weltweit.

Besondere Schwerpunkte bilden die Geschichte der Spionage in Berlin während des Kalten Krieges sowie die aktuellen Entwicklungen der Gegenwart.

Auf rund 3000 m² zeigt das Museum mehr als 500 Exponate aus dem eigenen, mehr als 1200 Sammlungsstücke umfassenden Bestand sowie Leihgaben.

Zu den Exponaten gehören beispielsweise zwei originale
Enigma-Maschinen,
seltene CIA- und
KGB-Kameras
sowie Requisiten aus
James-Bond-Filmen.

Die Ausstellungsstücke sind größtenteils original und werden durch Repliken ergänzt. Die Präsentation der Exponate wird von multimedialen Installationen unterstützt.

Die meisten Exponate sind über Touchscreens 360° erfahrbar und bei einem Großteil der Ausstellungsvitrinen werden transparente, mit Informationen bespielte LC-Displays eingesetzt. Zusätzlich bieten interaktive Stationen den Besuchern die Möglichkeit, Spionagetechniken selbst auszuprobieren.

Die Ausstellung beinhaltet folgende thematische Schwerpunkte:

Die Geschichte der Spionage von der Antike bis in die Neuzeit
Erster Weltkrieg
Zweiter Weltkrieg
Kryptologie
Kalter Krieg (Geheimdienste in Ost- und Westdeutschland)
Agentenausstattung
Tote Briefkästen und Container
Abhöreinrichtungen
Reproduktionsgeräte
Kameraverstecke
Spionagekameras
Tiere als Spione
Verschwörungstheorien und Spionage
Glienicker Brücke (Agentenaustausch)
Geheimdienste und Liebe („Honigfallen“)
Waffen und Gift
Spionage in der Fiktion
Doppelagenten
Geheimdienstoperationen
Spionage in Gegenwart und Zukunft

Hinzu kommen folgende Installationen:

Spywatch (simulierte Überwachung im Eingangsbereich)
Agentenportraits
„Zeitzeugenstelen“ (hängende Elemente mit Zeitzeugeninterviews)
Lügendetektor
Tresor knacken
Alte Verschlüsselungstechniken (Skytale, Chiffrierscheibe)
Interaktive Nachrichtenverschlüsselungsstation
Passwort-Hacker
„Observations-Trabant“ (Fahrzeug mit Infrarotkamera)
Morse­station
Modell der Glienicker Brücke
Spy Map (digitale Karte zur Verortung von Spionagetätigkeiten in Berlin während des Kalten Krieges)
Laserparcours (ein aus Laserstrahlen bestehender Hindernisparcours)
Wanzen­suche
Geheimschrift-Labor
„Hacker-Station“ (Simulation von Webseiten-Hacks)
Kugelbahn (interaktive Installation zur Auswertung von Big Data)
Im Ausgangsbereich befinden sich ein Shop, ein Café und ein Kino.

Nach vorausgehenden Planungen wurde das ursprüngliche Spy Museum Berlin im bestehenden Gebäude am Leipziger Platz ab Jahresbeginn 2015 eingerichtet und am 19. September 2015 eröffnet.

Nach Insolvenz der Betreiberfirma Welt der Spione GmbH im April 2016 wurde das Museum schließlich im Juli 2016 durch eine neue Betreiberfirma unter Leitung von Robert Rückel, Gründer des DDR-Museums Berlin, übernommen und in Deutsches Spionagemuseum umbenannt.

2018 wurde damit begonnen, die Dauerausstellung vollständig zu überarbeiten und neue interaktive Installationen, seltene Exponate und Medieninhalte hinzuzufügen. Am 14. August 2019 empfing das Museum seinen ein-millionsten Besucher.

Die Überarbeitung der Ausstellung wurde im November 2019 abgeschlossen.
Insgesamt verfügt das Museum nun über mehr als 30 interaktive Installationen.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Spionagemuseum
Webseite des Deutschen Spionagemuseums

Deutsches Spionagemuseum / German Spy Museum Berlin
Leipziger Platz 9
10117 Berlin
Öffnungszeiten: Montag–Sonntag 10–20 Uhr

Kurras‘ SED-Ausweis kommt ins Museum
Bedeutendes Dokument der Zeitgeschichte erstmals ausgestellt

Berlin, 22.01.2020. Der SED-Mitgliedsausweis von Karl-Heinz Kurras ist im Deutschen Spionagemuseum zu sehen. Vor 53 Jahren erschoss der Westberliner Polizist den Studenten Benno Ohnesorg und sorgte für die Radikalisierung der Studentenbewegung.

Der Täter war Stasi-IM und Mitglied der SED, wie sein Ausweis belegt. Das Stasi-Unterlagen-Archiv hat den Ausweis ans Deutsche Spionagemuseum ausgeliehen, wo er erstmals öffentlich ausgestellt wird.

Zur Erinnerung: 2009 veröffentlichten die Stasi-Archiv-Forscher Cornelia Jabs und Helmut Müller-Enbergs einen sensationellen Akten-Fund: Der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras arbeitete unter dem Decknamen »Otto Bohl« jahrelang für die Staatssicherheit der DDR.

1964 trat er der SED in Ost-Berlin bei. Stasi-Spitzel war er auch 1967, als er den Studenten Benno Ohnesorg erschoss.

17 Aktenbände über Kurras wurden im Stasi-Unterlagen-Archiv gefunden. Darunter die Aufforderung des Ministeriums an Kurras, nach dem tödlichen Schuss sein gesamtes Material über Verbindungen zum MfS zu vernichten.
Weitere Informationen: de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Kurras

Video: Deutsches Spionagemuseum 2019

Zitat: Imagefilm nach dem Umbau der Dauerausstellung des Deutschen Spionagemuseum Berlin.  Twitter Datenschutzrichtlinie

Vintagebuch Tipp:

Die Stasi und der Westen:
Der Kurras-Komplex (Zeitgeschichte)
16. März 2010
von Sven Felix Kellerhoff
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
HOFFMANN UND CAMPE VERLAG
(16. März 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455501452
Werbung: Gebundenes Buch 15,00 EUR
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Buchzitat: Ein eher zufälliger Aktenfund aus dem Frühjahr 2009 zeigt: Die deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte birgt noch viele Geheimnisse. Ein Buch über die verschwigenen Ostspitzel im Westen, einen verhängnisvollen Todesschuss und den stillen Krieg der DDR gegen die Bonner Republik.

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