26. Oktober 2021

Deutsch-türkisches Kino: Eine Kategorie wird gemacht von Muriel Schindler. Die Autorin untersucht und hinterfragt das deutsch-türkische Kino als Kategorie und beginnt Ende der 1990er Jahre mit einer Gruppe junger Filmemacher*innen

Der neueste Titel aus der Reihe Marburger Schriften zur Medienforschung befasst sich mit dem deutsch-türkischen Kino als Kategorie und beginnt Ende der 1990er Jahre mit einer Gruppe junger Filmemacher*innen, die zwar größtenteils in Deutschland geboren wurden, deren Eltern oder Großeltern jedoch aus der Türkei eingewandert sind und daher über eine erweiterte familiäre Migrationsbiographie verfügen.

Deutsch-türkisches Kino:
Eine Kategorie wird gemacht
von Muriel Schindler

(Marburger Schriften zur Medienforschung)
Schüren Verlag
(17. Juli 2021)
Taschenbuch: ‎ 336 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3741003783
Taschenbuch 34,00 €
E-Book 26,99 €

zur Verlagsinfo
Deutsch-türkisches Kino
von Muriel Schindler

Buchzitat: Als Leitfigur dieser Gruppe junger Filmemacher*innen kann Fatih Akin gelten.

  Insgesamt erschließt die Arbeit von Muriel Schindler ein ›deutsch-türkisches Kino‹ als kategoriales Konstrukt, das verschiedene Interessen bedient und das im Kontext seiner Produktions-, Distributions- und Rezeptionspraxis hindurch.

Die Autorin untersucht und hinterfragt das deutsch-türkische Kino als Kategorie und beginnt Ende der 1990er Jahre mit einer Gruppe junger Filmemacher*innen, die zwar größtenteils in Deutschland geboren wurden, deren Eltern oder Großeltern jedoch aus der Türkei eingewandert sind und daher über eine erweiterte familiäre Migrationsbiographie verfügen.

Als Leitfigur dieser Gruppe kann Fatih Akin gelten.

Die Autorin begreift unter Rückgriff auf die Actor-Network-Theory (ANT) ein ›deutsch-türkisches Kino‹ als „Quasi-Objekt“, das durch zahlreiche menschliche (Personen) als auch nicht menschliche AkteurInnen (Artefakte, Zeichen) geformt und verhandelt wird.

Insgesamt erschließt die Arbeit ein ›deutsch-türkisches Kino‹ als kategoriales Konstrukt, das verschiedene Interessen bedient und das im Kontext seiner Produktions-, Distributions- und Rezeptionspraxis hindurch.

Bezogen auf bisherige Forschungen wird hierbei ein differenziertes Bild dessen gezeichnet, was die Kategorie – und sei es auch in der Vergangenheit – zu leisten vermochte.

In ihrer gegenwärtigen Auflösung eröffnet diese Untersuchung aber auch Zugang zu neuen, zeitgemäßen Konzepten und Verständnisweisen des Phänomens.

Muriel Schindler, Dr. phil., wurde in Bonneville, Frankreich geboren. Sie wuchs am Bodensee auf.

Ihr Magisterstudium der Philosophie, Sprach-, Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft absolvierte sie in Heidelberg, Berlin, Konstanz und Vitoria-Gasteiz.

In ihrer Dissertation, die sie im Internationalen Promotionsprogramm „Kulturbegegnungen“ der Universität Bayreuth abschloss, beschäftigt sie sich mit einem „deutsch-türkischen Kino“ als Ausdruck eines „transkulturellen“ und „postmigrantischen Kinos“ in Deutschland.

Muriel Schindler war an unterschiedlichen Hochschulen beschäftigt (Universität Konstanz, Universität St. Gallen, Universität Bayreuth, Tongji-Universität Shanghai, PH Ludwigsburg).

Parallel dazu hat sie für verschiedene Filmfestivals gearbeitet (Berlinale, Zurich Filmfestival, Konstanzer Kurzfilmspiele, Dokumentarfilmfestival überMacht) und in unterschiedlichen Positionen für den Europäischen Kulturkanal Arte in Straßburg.

Derzeit ist Muriel Schindler als freie Wissenschaftlerin, Autorin und Filmemacherin tätig. Sie schreibt u.a. für das Kunst- und Architekturmagazin Entree – Leben und Wohnen am See.

Ihr Dokumentarfilm Bilder einer Klangschöpfung – Eine musikalische Reise durch das Leben und Werk des New Yorker Komponisten Paul Amrod feierte im Dezember 2016 seine Weltpremiere im Zebra Kino Konstanz.

Zu ihren Forschungsschwerpunkte zählen: Film Festival Research, World Cinema, Migration im Film, Deutscher Film, Kulturkontakt, Narratologie und Reiseliteratur.

Wissenschaftliche Publikationen sind: „Das Filmfestival Türkei/Deutschland als Plattform für den multikulturellen Dialog“, in: Ozil, Seyda/Hofmann, Michael/Dayioglu-Yücel, Yasemin: Jugendbilder – Repräsentation von Jugend in Medien und Politik, Türkisch-Deutsche Studien Band 4, Göttingen 2013, S. 169-172; „Zwei Bestsellerautoren im Spiegel des gegenwärtigen Schweizer Buchmarktes – Interviews mit Lukas Hartmann und Rolf Dobelli“, in: Haug, Christine/Kaufmann, Vincent (Hg.): Bestseller und Bestsellerforschung, Kodex – Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft, Band 2, Wiesbaden 2012, S. 199-210; Versuch über Chile – Eine Darstellung in der Empfindsamkeit des Autors Hubert Fichte, München 2008.

Im Schüren Verlag bereits erschienen ist auch die Publikation: „Laboratorium Filmfestival Türkei/Deutschland – Eine Szenarisierung des deutsch-türkischen Kinos auf Grundlage der Akteur-Netzwerk-Theorie“, in: Klung, Katharina/Trenka, Susie/Tuch, Geesa (Hg.): Film- und Fernsichten. Beiträge des 24. Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquiums, Marburg 2013, S. 51-61.

Mehr über das deutsch-türkische Kino

Hierzu gleich noch ein Veranstaltungshinweis: Vom 18.- 25. Juli findet das 25. Filmfestival Türkei Deutschland in Nürnberg statt.

Das Festival präsentiert jedes Jahr Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus beiden Ländern, die dem Publikum einen einzigartigen Überblick über das aktuelle Filmschaffen in Deutschland und der Türkei bieten.
Webseite: www.fftd.net/

Zitat: Über Filme zu schreiben, ist ein verdammter Job…

Zitat: Das Zusammenspiel zwischen Theater und Film ist für mich ein osmotischer Prozess…

Zitat: Die Kunst erst links, dann die zweite rechts…

Zitat: Güzel bir fikri bulmak cenneti bulmak gibidi…

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