Das Nazi-Geheimnis vom Toplitzsee. SS-Offiziere sollen dort Unmengen von Raubgold versenkt haben

Das Nazi-Geheimnis vom Toplitzsee. SS-Offiziere sollen dort Unmengen von Raubgold versenkt haben

In der Steiermark liegt der Toplitzsee, einer der tiefsten Seen Österreichs. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges erhält eine Gruppe von SS-Offizieren den Befehl, dort Kisten zu versenken.

Schon bald ranken sich zahlreiche Legenden um diese Nacht-und-Nebel-Aktion: Angeblich handele es sich um Unmengen von Raubgold. 1959 initiiert der deutsche Journalist Wolfgang Löhde eine Tauchexpedition auf den Grund des Sees – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Mythen-Jäger
Das Nazi-Geheimnis vom Toplitzsee
Doku | ZDFinfo Doku
Beitragslänge: 44 min. Datum: 06.11.2017
Großbritannien 2014

Der Toplitzsee ist ein kleiner See im Salzkammergut in der Steiermark (Österreich). Er liegt im Gemeindegebiet von Grundlsee.

Schatzsuche am Toplitzsee

Zwischen 1943 und 1945 wurden am See zahlreiche waffentechnische Versuche der deutschen Kriegsmarine durchgeführt; hier existierte eine Außenstelle der TVA Eckernförde. Zu Kriegsende wurden Kisten mit gefälschten britischen Pfund-Banknoten der Operation Bernhard im See versenkt, mit denen die britische Wirtschaft hätte geschwächt werden sollen.

Gerüchteweise seien im See zu Kriegsende Goldreserven des Dritten Reichs, Hinweise für Nummernkonten sowie Kunstgegenstände versenkt worden. Zahlreiche Tauchgänge, auch mit Klein-U-Booten, so zum Beispiel durch Hans Fricke und Mitarbeiter aus Deutschland mit dem GEO-Tauchboot fanden bisher nur Falschgeldkisten und Kriegsrelikte sowie den genannten Toplitzseewurm.

Im August 1959 brachten Taucher auf Initiative des Stern-Journalisten Wolfgang Loehde erste Kisten mit Falschgeld (50-Pfund-Noten mit einem damaligen Gegenwert von 380 Millionen Schilling, das entspricht einem heutigen Wert von etwa 175 Millionen Euro) an das Tageslicht zurück.

Ebenfalls 1959 wurde der Film Der Schatz vom Toplitzsee mit Gert Fröbe gedreht. Auch im Film Goldfinger (mit Sean Connery als James Bond, Gert Fröbe als Auric Goldfinger und Honor Blackman als Pussy Galore) aus dem Jahr 1964 findet der See mit dem Hinweis auf den dort angeblich verborgenen Schatz Erwähnung.

Die vielen Baumstämme, die im See nicht verrotten, machen Tauchgänge extrem schwierig und gefährlich. Am 6. Oktober 1963 ertrank ein Taucher im See während einer nicht genehmigten Schatzsuche.

Das Tauchunternehmen war unter anderem von einem rechtsextremistischen ehemaligen Mitglied des Nachrichtendienstes von Wilhelm Canaris (Wilhelm Franz Canaris, * 1. Januar 1887 in Aplerbeck bei Dortmund; † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg) war ein deutscher Admiral und während der Zeit des Nationalsozialismus von 1935 bis 1944 Leiter der Abwehr, des militärischen Geheimdienstes der Wehrmacht) betrieben worden und hatte in erster Linie politische Hintergründe.Im Zuge der vier Wochen in Anspruch nehmenden Suche bzw. Bergung der Leiche des Tauchers wurde der See kartiert.

Raubgold oder auch Nazigold

Als Raubgold oder auch Nazigold werden Wert- und Vermögensgegenstände bezeichnet, die von den Nationalsozialisten vor und während des Zweiten Weltkriegs geraubt wurden. Gemeint sind also nicht nur Gegenstände aus Gold.

Das Raubgold stammt hauptsächlich aus dem „arisierten“ Besitz von Personen, die deportiert oder in Konzentrationslagern eingesperrt und dort zum Großteil ermordet wurden. Der Verbleib des Raubgolds nach dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute weitgehend ungeklärt. Etwa zwei Drittel der geraubten Goldreserven konnten bis 1996 durch die damit beauftragte Tripartite Gold Commission an die Ursprungsländer zurückgegeben werden.

Literatur & Filme zum Thema Nazigold finden Sie hier

Raubgold & Spekulationen

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und danach begann die Suche der Alliierten nach Raubkunst und anderen versteckten Werten. Im Frühjahr 1945 stellte die 3. US-Armee unter George S. Patton wahrscheinlich den Großteil des Golds der Reichsbank sicher: einige 100 Tonnen Gold zunächst in vermauerten Stollen der Kaligrube in Merkers/Thüringen, später auch in Verstecken in Bayern und in verschiedenen Filialen der Reichsbank.

Rund sechs Tonnen Gold aus Fonds des Auswärtigen Amts, die in Österreich zunächst auf Schloss Fuschl angehäuft waren, wurden gegen Kriegsende in Bad Gastein und Hintersee versteckt und offenbar auch von Amerikanern gefunden. Viele Amerikaner bemühten sich allerdings nicht, sichergestellte Nazibeute den ursprünglichen Besitzern zurückzugeben, sondern bereicherten sich ähnlich wie einige Schatzverstecker und zufällige Zeugen.

So erbrachte im Juni 1948 eine Versteigerung der Wertgegenstände aus ungarischem Regierungsbesitz vom „Goldzug“, den die US-Streitkräfte im Mai 1945 im Tauerntunnel beschlagnahmt hatten, nur 1,8 Mio Dollar zugunsten jüdischer Flüchtlinge.

Der Zug soll vor der Plünderung durch Bewacher und Bevölkerung Wertgegenstände (auch Raubgold) im Wert von rund 206 Mio. Dollar geladen haben. In Österreich florierte der illegale Goldhandel. Selbst der Verbleib der in Merkers gefundenen Werte ist nicht zur Gänze geklärt.

Derartige lang nicht veröffentlichte Vorgänge begünstigten eine Legendenbildung. Spekulationen setzen bei heimlichen Goldvorräten der Reichsbank schon bei Kriegsbeginn an und weisen darauf hin, dass letzte Entnahmen im April 1945 nicht ordentlich verbucht wurden.

Wenn zwischen der Kalimine in Merkers und dem Federal Exchange Deposit (FED) in Frankfurt trotz aller Überwachung wirklich ein Lastwagen abgezweigt wäre, ließe sich das nachweisen. Später lag die Verantwortung bei OMGUS, Treasury und Tripartite.

Nach Argentinien soll Raubgold selbst mit U-Booten gebracht worden sein. Tatsächlich waren zwei deutsche U-Boote Anfang Mai 1945 Richtung Argentinien geflohen und dort im Juli bzw. August angekommen. Prominente Nationalsozialisten oder Gold waren aber wohl nicht an Bord.

Dennoch flüchteten viele 1945 nach Argentinien und hatten dort große Geldsummen zur Verfügung. Beispielsweise Ante Pavelić, der kroatische Nazigünstling, oder der SS-Mann Johannes Bernhardt. Hubert von Blücher, in dessen Garten in Garmisch-Partenkirchen Geld der Reichsbank vergraben war, hatte in Argentinien nichts mehr, und hatte etwa im Gegensatz zu Adolf Eichmann nichts an Horst Carlos Fuldners Hilfsorganisation.

Gerüchten über Gold im Garten und Reichtum im Ausland hatte der notorische Hochstapler von Blücher nichts entgegenzusetzen als die Fotokopie einer Quittung über beschlagnahmte 404.840 Dollar und 405 Pfund Sterling.

Bis in die letzten Kriegsmonate hat die Reichsbank Raubgold veräußert, etwa an die Schweizerische Nationalbank. Trotz internationalem Boykott kam belgisches Gold, in der Reichsbank umgeschmolzen und auf 1938 rückdatiert, so als scheinbares Gold der Schweiz nach Spanien und Portugal.

 

Literatur & Filme zum Thema Nazigold finden Sie hier

 

VinTageBuch Buchauswahl zum Thema Nazigold / Toplitzsee:

Schatzräuber:
Die Suche der Staatssicherheit nach dem Nazigold Taschenbuch
von Andreas Förster
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: edition berolina
Auflage 1 (27. Juni 2016)
ISBN-13: 978-3958410503
Buchprreise
neu ab EUR 9,99
gebraucht ab EUR 7,00

An einem Januarwochenende 1962 wurden in der ganzen DDR seit Kriegsende verschlossene Firmensafes, Tresore und Bankschließfächer aufgebrochen und ausgeräumt. Für die geraubten Schmuck– und Wertgegenstände, Kunstgüter, Sammlungen und Wertpapiere erzielte die Stasi im Westen mehreren Millionen D-Mark.

Diese »Aktion Licht« war der Beginn eines organisierten Raubes von fremdem Eigentum, der bis zum Ende der DDR anhielt. Auch das Erbe vieler Holocaustopfer musste dazu herhalten, den Devisenmangel der ineffizienten Planwirtschaft auszugleichen.

In der Folgezeit wurden Bergwerksstollen und Schlosskeller durchstöbert, Seen abgesucht, Rittergüter umgepflügt, Archive und Museumsdepots geplündert.

Andreas Förster hat die unbekannte Geschichte der Stasi-Schatzräuber recherchiert und dokumentiert erstmalig die als »streng geheim« eingestuften Aktionen. Er stellt zugleich die Frage, warum die Bundesrepublik seit der deutschen Vereinigung so wenig unternommen hat, um diese Vorgänge aufzuklären.

Geheimakte Toplitzsee
von Gerold van Rijk
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 470 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 179 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B073ZQ844Q

Krisentreffen der britischen Regierung 13. August 1961
Willbur Manor, südlich Bletchely Park

„Byford, was steht in diesen “Führer”-Papieren?“, fragte der britische Premierminister.
„Ich habe mir die alten Akten heraussuchen lassen. Wir wissen es nicht genau, aber die Hyphotese der damaligen Aufklärung bezüglich des Inhalts der Papiere steht hier“, antwortete Byford. Er zog ein Blatt Papier aus einer Mappe. Das gequälte Gesicht des MI6 Direktors sprach Bände. Dann reichte er das Papier dem Premierminister.
Es war komplett still in dem Raum. Nicht einmal die Krähe im Garten des Landsitzes schien es zu wagen einen Laut von sich zu geben.
Nach etwa einer halben Minute blickte der Premierminister auf. Sein Gesicht zeigte den Ausdruck blanken Entsetzens.
Dann murmelte er nur in die Stille des Raumes:
„Mein Gott“

Ost-Berlin 1961
Der Kalte Krieg erreicht seinen Höhepunkt

1945. Einen Monat nach Hitlers Selbstmord dringt ein britisches SISSpezialkommando in den Führerbunker ein und erbeutet eine eingemauerte, geheimnisvolle Kiste. Doch auf der Flucht durch die russische Zone kommen die Kommandos der Operation „The Führer Papers“ ums Leben und das Beutestück verschwindet auf mysteriöse Weise. In den folgenden Jahren legt sich der Mantel der Zeit über die Affäre…

1961. Ein ukrainischer Arbeiter liegt im Sterben. In seiner letzten Stunde vertraut er seinem Arzt das Versteck der verschollenen Kiste jener Mission aus dem Jahre 1945 an. Der nutzt die Gunst der Stunde und bietet diese Information meistbietend sowohl im Westen als auch im Osten an. Vor der Kulisse der erhitzen Atmosphäre des Mauerbaus 1961 kommt es bei Falkensee zu einem dramatischen Showdown zwischen den Agenten des MI6 und dem MfS-Hauptmann Rechnow

Doch was die Papiere enthüllen, lässt die Jagd erst richtig losgehen. Eines ist dabei gewiss. Die Staatssicherheit wird nicht lockerlassen, bis sie das dunkle Geheimnis des „Führers“ enthüllt hat. Doch von den Kontrahenten unbemerkt hat längst eine weitere Organisation, die für alle nur ein Mythos ist, die Fährte aufgenommen…

Mendoza, Argentinien am 22. August 1961

v. Geisendorf schaute von der Veranda seines Anwesens auf die ausgetrockneten Felder der Pampa. Der englische Agent fuhr mit seiner Kaiser Carabella Limousine unter Zurücklassung einer großen Staubwolke davon.
Nachdenklich ging der Deutsche zurück zu seinem massiven Eichenschreibtisch. Er hob den Hörer des schwarzen Telefons ab:
„Néstor, versuchen Sie Martin Bormann zu erreichen. Es eilt. Wir haben ein Problem…“

Verschollene Schätze im Salzkammergut: Die Suche nach dem Nazi-Gold von Gerhard Zauner
Verlag: L. Stocker, ISBN-13: 978-3702009854

 

Literatur & Filme zum Thema Nazigold finden Sie hier