Bob Dylan: Live 1962 – 1966: Rare Performances From The Copyright Collections

Eine historische Livekollektion der Folklegende Bob Dylan: Hier ist »Live 1962–1966 – Rare Performances From The Copyright Collections«:

 

Disk 1 von 2

mit Hörprobe
1: Blowin’ in the Wind (Gerdes Folk City – April 16, 1962)
2: Corinna, Corrina (Gerdes Folk City – April 16, 1962)
3: John Brown (New York Town Hall – April 12, 1963)
4: Don’t Think Twice, It’s All Right (New York Town Hall – April 12, 1963)
5: Bob Dylan’s Dream (New York Town Hall – April 12, 1963)
6: Seven Curses (New York Town Hall – April 12, 1963)
7: Boots of Spanish Leather (New York Town Hall – April 12, 1963)
8: Masters of War (Carnegie Hall – October 26, 1963)
9: The Lonesome Death of Hattie Carroll (Carnegie Hall – October 26, 1963)
10: When the Ship Comes In (March on Washington – August 28, 1963)
11: The Times They Are A-Changin’ (Royal Festival Hall – May 17, 1964)
12: Girl From the North Country (Royal Festival Hall – May 17, 1964)
13: Mr. Tambourine Man (Royal Festival Hall – May 17, 1964)
14: It Ain’t Me, Babe (Royal Festival Hall – May 17, 1964)
15: To Ramona (Newport Folk Festival – July 26, 1964)
16: Chimes of Freedom (Royal Festival Hall – May 17, 1964)

Disk 2 von 2

1: One Too Many Mornings (BBC TV – June 1, 1965)
2: It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding) (City Hall, Sheffield, England – April 30, 1965)
3: Love Minus Zero/No Limit (Liverpool Odeon, England – May 1, 1965)
4: Gates of Eden (Manchester Free Trade Hall, England – May 7, 1965)
5: It’s All Over Now, Baby Blue (Liverpool Odeon, England – May 1, 1965)
6: She Belongs to Me (Royal Albert Hall, London, England – May 10, 1965)
7: Maggie’s Farm (Hollywood Bowl – September 3, 1965)
8: It Takes a Lot to Laugh, It Takes a Train to Cry (Newport Folk Festival – July 25, 1965)
9: Desolation Row (Sydney Stadium, Australia – 13, 1966)
10: Baby, Let Me Follow You Down (Capitol Theatre, Cardiff, Wales – May 11, 1966)
11: I Don’t Believe You (She Acts Like We Never Have Met) (Capitol Theatre, Cardiff, Wales – May 11, 1966)
12: Ballad of a Thin Man (Odeon Theatre, Glasgow, Scotland – May 20, 1966)
13: Visions of Johanna (ABC, Belfast, N. Ireland – May 6, 1966)

 

Wie schon der Name der Platte verrät: Es handelt sich dabei um seltene Liveaufnahmen aus den Jahren 1962 bis 1966. Die Aufnahmen wurden zwar bereits veröffentlicht, sind jedoch bislang nur sehr schwer zu finden gewesen:

 

 

Bob Dylan: Live 1962 – 1966:
Rare Performances From The Copyright Collections

 

Eine historische Sammlung: Mit »Live 1962–1966 – Rare Performances From The Copyright Collections« gibt es 2018 ein weiteres spannendes Zeugnis des frühen Schaffens von Bob Dylan.

 

Anbieter-Info
jpc-Kategorie: Pop/Rock: Folk & Americana. Bob Dylan: Live 1962 – 1966: Rare Performances From The Copyright Collections auf 2 CDs. Zum Anbieter-Klick: jpc

 

Bob Dylan
Live 1962 – 1966
Rare Performances From The Copyright Collections
2 CDs
Label: Columbia
Bestellnummer: 8615069
Erscheinungstermin: 27.7.2018
ab EUR 9,99 bei jpc

Weitere Ausgabe:
Live 1962 – 1966
Rare Performances From The Copyright Collections
Bob Dylan: Live 1962 – 1966: Rare Performances From The Copyright Collections (2 BLU-SPEC CD2) 2 CDs, (2 BLU-SPEC CD2), Japan-Import
ab EUR 32,99 bei jpc

 

Bob Dylan
Live 1962 – 1966
Rare Performances From The Copyright Collections

 

Insgesamt 29 Stücke umfasst die Doppel-CD. Mit dabei sind Liveversionen von Klassikern wie »Maggie’s Farm«, »Don’t Think Twice, It’s All Right«, »Blowin’ In The Wind«, »Mr. Tambourine Man«, »It Ain’t Me, Babe« und vielen mehr

 

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1961 – 1965
Bob Dylan als Folksänger

 

Über Umwege gelangte Dylan im Januar 1961 in den New Yorker Stadtteil Greenwich Village, der sich zu einem Anlaufpunkt für Künstler entwickelt hatte. Niedrige Mieten sorgten seit den 1940er Jahren für einen Zulauf von Musikern, zu denen in den 1950ern Vertreter der Beat Generation, die Beatniks kamen.

Diese wurden in ihren Werken zunehmend politisch und sorgten für einen steten Zustrom von Besuchern aus allen US-Bundesstaaten. Ihre Auftritte in den sogenannten Coffeehouses waren so gut besucht, dass die Bürgersteige rund um den zentral gelegenen Washington Square Park an den Wochenenden überfüllt waren und für den Verkehr gesperrt werden mussten.

Anfang der 1960er Jahre wurde die Beatnik-Bewegung durch die Folk-Musik ergänzt, und Musiker wie Fred Neil, Phil Ochs und Tom Paxton hatten ihren ersten Auftritt im Village.

Der Gitarrist und Sänger Dave Van Ronk und die Sängerin Odetta Holmes übten auf Dylan, der nur über das Zuhören viele Stilrichtungen aufsaugen konnte, eine starke Wirkung aus.

Dylan lernte dort auch seine erste große Liebe kennen, Suze Rotolo, die ihn nicht nur künstlerisch inspirierte, sondern auch seinen gesellschaftskritischen Blick schärfte. Sie machte ihn mit den Büchern der französischen Symbolisten Arthur Rimbaud, Paul Verlaine und Charles Baudelaire bekannt.

Die wechselvolle Beziehung inspirierte ihn zu den sogenannten Love/Hate-Songs wie Don’t Think Twice, It’s All Right, Boots of Spanish Leather und Ballad in Plain D, mit denen er die damals übliche Form des romantisch verklärten Lovesongs um eine bittere Variante erweiterte.

Er besuchte auch sein Idol Woody Guthrie im Krankenhaus, der sich bereits im Endstadium der unheilbaren Nervenkrankheit Chorea Huntington befand und ans Bett gefesselt war. Da eine Unterhaltung mit ihm sehr mühselig gewesen wäre, spielte Dylan ihm stattdessen Guthrie-Songs vor. Seine Bewunderung für ihn und die Eindrücke von diesen Besuchen verarbeitete er später in Song to Woody, eine seiner ersten Eigenkompositionen.

 

Seinen ersten professionellen Auftritt absolvierte Dylan am 11. April 1961 im Gerde’s Folk City im Vorprogramm von John Lee Hooker.

 

Nachdem er mit Erfolg in kleinen Clubs aufgetreten war, machte er erste Schallplattenaufnahmen als Mundharmonikaspieler auf einem Album von Harry Belafonte.

 

Am 29. September 1961 erschien in der New York Times ein sehr wohlwollender Artikel von Robert Shelton, der später zu einem seiner Biographen wurde.

 

Der legendäre Impresario John Hammond wurde auf ihn aufmerksam und nahm Dylan am 25. Oktober 1961 für das Major-Label Columbia unter Vertrag.

 

Nach den Konditionen des Vertrages, der zunächst auf fünf Jahre angesetzt war, standen ihm ein kleiner Vorschuss und lediglich fünf Prozent der Einnahmen aus den Plattenverkäufen zu. Dies kümmerte Dylan aber nicht, da er froh war, überhaupt einen Plattenvertrag erhalten zu haben.

 

Während sein erstes, 1962 erschienenes Album noch vornehmlich Fremdkompositionen enthielt & wenig Aufmerksamkeit erntete, brachten seine folgenden Alben The Freewheelin’ Bob Dylan & The Times They Are a-Changin’ den Durchbruch.

 

Sie enthielten neben einfachen, aber umso eindringlicheren Liebesliedern vor allem sozialkritische Songs. Blowin’ in the Wind auf The Freewheelin’ Bob Dylan traf den Nerv der Zeit und wurde – wenn auch zunächst in der Interpretation von Peter, Paul and Mary – zur pazifistischen Hymne einer ganzen Generation:

 

 

In dem wütend-eindringlichen Masters of War verfluchte Dylan den militärisch-industriellen Komplex, einige Lieder wie das apokalyptische A Hard Rain’s A-Gonna Fall deuteten bereits auf sein außergewöhnliches literarisches Talent hin. Die Arm in Arm mit Dylan auf dem Cover der LP abgebildete Frau ist seine damalige Freundin Suze Rotolo:

Als Gastsänger von Joan Baez (* 9. Januar 1941 als Joan Chandos Báez in Staten Island, New York City, ist eine US-amerikanische Folk-Sängerin und -Gitarristin, Bürgerrechtlerin und Pazifistin, die ab Ende der 1950er vor allem durch ihre klare Gesangsstimme und ihr politisches Engagement gegen den Vietnamkrieg und die Rassentrennung bekannt geworden ist) die bereits zu jener Zeit ein Star war, der leicht größere Hallen füllen konnte – ging Dylan ab dem 3. August 1963 auf seine erste große Tournee durch die Vereinigten Staaten.

Dylan sang auf diesen Konzerten, wo sie ihn voller Begeisterung dem Publikum vorstellte, einige Duette mit Joan Baez, mit der er dann auch eine Liebesbeziehung hatte.

Für ihn bedeutete diese Tour und die Verbindung mit Baez eine enorme Steigerung seiner Bekanntheit. Auch finanziell lohnte sich die Tour – sein Manager Albert Grossman hatte für ihn eine größere Beteiligung an den Einnahmen als für Joan Baez ausgehandelt, obwohl sie der Star der Tour war.

 

Am 28. August 1963 trat er gemeinsam mit Baez und anderen Folksängern bei der Abschlusskundgebung des Civil Rights March nach Washington auf, bei der Martin Luther King seine berühmte Rede I Have a Dream hielt.

 

Dylans Erfolg Anfang der 1960er Jahre fiel in eine Periode des politischen und gesellschaftlichen Wandels in Amerika. 1960 wurde John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt.

Die Zeit war geprägt vom Kalten Krieg, von Rassenunruhen, aber auch von bedeutenden sozialen Reformen. Die Jugend wurde zunehmend politischer, und die Bürgerrechtsbewegung trat immer selbstbewusster auf.

Bob Dylan wurde mit nicht einmal 25 Jahren eine Symbolfigur dieser emanzipatorischen Bewegung, die Rolle eines Idols behagte ihm jedoch nicht und er lehnte diese Rollenzuweisung strikt ab.

Im Laufe seiner weiteren Karriere versuchte Bob Dylan immer wieder, sich der Vereinnahmung durch seine Fans zu entziehen, am deutlichsten vielleicht im Wedding Song aus dem Jahr 1974: „It’s never been my duty to remake the world at large, / nor is it my intention to sound a battle charge“ („Nie war es meine Pflicht, die Welt im Ganzen neu zu erschaffen, / noch ist es meine Absicht, einen Schlachtruf erklingen zu lassen“).

 

1965 – 1966
Bob Dylan als Rockmusiker

 

 

Ab Mitte der 1960er Jahre ließ Dylan seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch verstärken und hatte jetzt auch eine Begleitband.

 

Ein Meilenstein dieses Wechsels war 1965 sein Auftritt beim Newport Folk Festival mit der Paul Butterfield Blues Band, der bei den puristischen Freunden der Folkmusik heftige Kritik auslöste. Ein Teil des Publikums reagierte mit Buhrufen auf die elektrische Version von Maggie’s Farm.

 

Auch hinter der Bühne spielten sich dramatische Szenen zwischen den Vertretern der klassischen Folktradition und der neuen elektronischen Musik ab.

 

So soll Dylans Vorbild Pete Seeger damit gedroht haben, die Verkabelung der Band mit einer Axt zu durchtrennen. Nach drei Stücken ging Dylan mit der Band von der Bühne ab, wurde aber von Moderator Peter Yarrow zurückgebeten; er spielte dann noch zwei Stücke in gewohnter Manier solo mit Akustikgitarre und Mundharmonika.

Diese Ereignisse werden in der 2005 erschienenen Dokumentation No Direction Home – Bob Dylan von Martin Scorsese aufgearbeitet, in der unter anderem seine Jugendliebe Suze Rotolo zu Wort kommt, die sich über ihre Beziehung zu Dylan lange nicht öffentlich äußerte.

Auch auf der anschließenden Europatournee, bei der er sich von den Musikern begleiten ließ, die später unter dem Namen The Band bekannt wurden, stieß seine elektrisch verstärkte Musik teils auf heftige Ablehnung, vor allem in England.

 

1966 wurde er bei einem Konzert für seinen vermeintlichen „Verrat“ an der Folkmusik gar als „Judas“ beschimpft

 

(zu hören auf The Bootleg Series Vol. 4: Live 1966 (1998)). Während dieser Tournee wurde es beinahe zu einem Ritual, dass das Publikum Dylan und seine Band ausbuhte. Dylan selbst forderte bei dem besagten Konzert seine Band dazu auf, besonders laut zu spielen.

 

Dylan wurde zum Rockstar, der Millionen von Schallplatten verkaufte und von Teilen der sich zunehmend politisierenden Gegenkultur als Sprachrohr betrachtet wurde.

 

Er litt nun jedoch zunehmend unter dem Erfolgsdruck. Viele seiner alten Fans nahmen ihm seine Hinwendung zur Rockmusik übel und reagierten geradezu feindselig. Andere versuchten, ihn für sich zu vereinnahmen.

 

Die Presse begann einerseits, Bob Dylan auf die Rolle des Idols einer Generation festzulegen, andererseits des Verrats an den Idealen der Folkbewegung zu bezichtigen.

 

Wenn Journalisten ihn auf Pressekonferenzen durch suggestive Fragen in die Enge zu treiben versuchten, gab Dylan meist schlagfertig und leicht arrogant wirkende, absurde Antworten und ließ sie ins Leere laufen.

Gleichwohl war ihm die Anspannung aufgrund der Belastung durch das Tourneeleben und die Reaktion von Presse und Publikum deutlich anzumerken. Kurioserweise werden viele der spontanen Aussagen Dylans aus jener Zeit (etwa seine ironisch gemeinte Selbsteinschätzung als „Song and Dance Man“) bis heute angeführt.

 

Seinen Wandel vom Folksänger zum Rockmusiker vollzog er auf drei Alben, die er in kurzer Abfolge Mitte der 1960er Jahre veröffentlichte und die heute als Klassiker der Rockmusik gelten.

 

Auf der zweiten Seite der LP Bringing It All Back Home befinden sich ausschließlich akustisch eingespielte Songs, die A-Seite der LP bestritt Dylan aber bereits mit einer Band.

 

Die zwei folgenden Alben Highway 61 Revisited und die Doppel-LP Blonde on Blonde enthalten fast nur elektrisch verstärkte Rocksongs.

 

Like a Rolling Stone von Highway 61 Revisited schaffte es 1965 auf Platz 2 der Billboard-Single-Charts.

 

 

Like a Rolling Stone wurde später von der Zeitschrift Rolling Stone zum „Greatest Song of All Time“ gekürt & Greil Marcus schrieb 2005 ein Buch über dessen Entstehung.

 

Vor allem sprachlich erreichten seine Lieder auf diesen Platten eine bis dahin in der populären Musik unerreichte Komplexität. Seine Texte waren gespickt mit Metaphern und literarischen Verweisen, außerdem tauchten Anspielungen auf Drogenerfahrungen auf.

Typisch für diese Periode waren auch ausufernde, surrealistisch anmutende Wortspielereien, die Dylan in der Art des Stream of Consciousness verfasste.

Solches dominiert auch das 1965 geschriebene und erst 1971 erschienene Buch Tarantula sowie die längeren Texte und Prosagedichte, die er gelegentlich auf den Rückseiten seiner LP-Cover veröffentlichte.

 

Die berühmtesten davon sind die Eleven Outlined Epitaphs von 1964, die in den 1980er Jahren in deutscher Übersetzung von Carl Weissner auch in Buchform erschienen.

 

Dylan wurde damals stark von den Dichtern der Beat Generation wie Jack Kerouac beeinflusst, mit Allen Ginsberg verband ihn ein freundschaftliches Verhältnis.

Ende 1965 heiratete er das Fotomodell Sara Lowndes. Die Hochzeit wurde vor der Öffentlichkeit geheimgehalten. Lowndes brachte eine Tochter aus erster Ehe in die Verbindung mit. So wurde Dylan im Alter von 24 Jahren plötzlich Familienvater. Nun schirmte er sein Privatleben erst recht strikt vor der Öffentlichkeit ab.

 

Einer der bekanntesten der zahlreichen Songs, die er von seiner Beziehung zu Sara inspiriert schrieb, ist Sad-Eyed Lady of the Lowlands, der auf der Doppel-LP Blonde on Blonde eine der vier Plattenseiten einnimmt.

 

Dies bekannte er nach der Trennung von seiner Frau 1975 quasi öffentlich mit dem Song Sara auf dem Album Desire. Dylan war und ist auch ansonsten äußerst zurückhaltend, was Angaben zu möglichen Adressaten seiner Lieder und Interpretationen der Inhalte seiner Texte betrifft.

 

Nach einem Motorradunfall nahe Woodstock am 29. Juli 1966 zog sich Dylan für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück.

 

Das Ausmaß des Unfalls liegt bis heute im Unklaren. Er ermöglichte Dylan jedoch die radikale Abkehr von einem Lebensstil, der bei ihm – diktiert von einem übervollen und kräftezehrenden Terminkalender und seiner damals außerordentlichen künstlerischen Produktivität – nahezu eine komplette gesundheitliche und mentale Erschöpfung provoziert hatte.

Bob Dylan lebte nun in Bearsville in der Nähe des kleinen Ortes Woodstock unweit von New York und widmete sich vornehmlich seiner Frau Sara und den gemeinsamen Kindern. Er trat in den folgenden Jahren nur vereinzelt auf, so auch nicht beim legendären Woodstock-Festival in Bethel.

Im ersten Teil seiner Autobiografie „Chronicles“ sagt er, dass er sich damals ein einfaches Leben mit einem Job von 9 bis 17 Uhr wünschte. Musikalisch orientierte er sich in dieser Zeit an der Country-Musik.

 

Es entstanden zwei Alben, die er teilweise in Nashville aufnahm – das spartanisch instrumentierte John Wesley Harding und das für seine Verhältnisse sehr gefällige Nashville Skyline, auf dem er auch mit dem Country-Musiker Johnny Cash zusammenarbeitete.

 

Die LP wurde zu Dylans bis dahin größtem kommerziellen Erfolg. Dylan bereitete so der Akzeptanz der bislang als reaktionär verpönten Country-Musik im Rocklager den Boden und wurde – neben Buffalo Springfield / Neil Young, den Byrds und Gram Parsons – zu einem Wegbereiter des Country-Rock.

 

Mit den Musikern der Band nahm er im Keller eines alten Hauses in Woodstock ein Sammelsurium teils fast vergessener Songs der US-amerikanischen Rootsmusik (Blues, Folk und Country) auf, die jahrelang als Bootlegs kursierten,

 

bevor sie 1975 offiziell und stark gekürzt unter dem Titel The Basement Tapes veröffentlicht wurden. Häufig werden die Lieder jener Zeit als Dylans Bekenntnis zu den Freuden des einfachen Lebens als Familienvater gedeutet. Von vielen seiner alten Fans wurde ihm dafür jedoch erneut Verrat an den Idealen der Gegenkultur vorgeworfen.

Im Jahr 1969 wurde sein Sohn Jakob geboren, der mittlerweile selbst als Musiker arbeitet

 

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