21. Januar 2022
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Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger und Das Berlin der 1920er Jahre, die grellen Lichter der Großstadt. TV-Tipp & Literatur

Das Berlin der Goldenen 1920er ist eine Erfolgsstory, die das 20. Jahrhundert seinen Kindern und jetzt auch Kindeskindern immer wieder gerne erzählt: so viel Rasanz, Theatralik, Drama, Lichter der Großstadt, Verkehrschaos, Leben, das laut auf sich aufmerksam macht, will es nicht in Hinterhöfen und Mietskasernen verkümmern:

Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger
von Boris Pofalla (Autor)
Robert Nippoldt (Autor)
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: TASCHEN
(28. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3836563192
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Buchzitat: Cabaret, Theater, Funk, Film, Reklame, Bubikopf und Monokel, queere Kieze, Charleston und der „Onkel Bumba aus Kalumba“; alles rennt, rast und schwoft, jeden Tag breaking news, Sensationen und Spektakel:

An dieser Geschichte, deren Strahlkraft heller leuchtet als fünf Millionen Osram-Birnen (Werk Berlin-Friedrichshain), haben viele mitgestrickt,

Kunstschaffende, City Girls, Gigolos, Bohemiens, Intellektuelle, Koksbarone, Ringvereine und Politgangster, Wissenschaftler, Sportskanonen und Spekulanten, Dr. Mabuse, Mackie Messer, Maria, der schöne Maschinenmensch und eine endlose Parade von tanzwütigen Nachtschwärmern:

 

Nach den Bestsellern Hollywood in the 30s und Jazz:

Buchzitat: Wir schreiben die wilden Zwanziger, und in New York grassiert das Jazz-Fieber. Die Menschen strömen in die Nachtclubs und Tanzsäle von Harlem, um Größen wie Louis Armstrong zu sehen, der mit dem Fletcher Henderson Orchestra im Kentucky Club spielt, oder Duke Ellington, der im Roseland Ballroom oder dem weltberühmten Cotton Club auftritt.

Entworfen, illustriert und herausgegeben von Robert Nippoldt, huldigt dieses preisgekrönte Werk einer glanzvollen Ära mit einer spannenden Mischung aus virtuoser Zeichenkunst, historischen Fakten und amüsanten Anekdoten. Das Buch stellt 24 herausragende Persönlichkeiten der New Yorker Jazz-Szene in den Roaring Twenties vor und wird durch eine CD mit Originalaufnahmen abgerundet. Autor Hans-Jürgen Schaal schildert in seinen Texten eindrücklich die Clubszene, die Bandwettbewerbe sowie legendäre Aufnahmesessions.

Wie schon erwähnt, nach New York in the Roaring Twenties hat sich Illustrator Robert Nippoldt diesmal mit dem Schriftsteller Boris Pofalla zusammengetan, um den Geist dieses Jahrzehnts in einem atmosphärisch dichten Album einzufangen.

Nippoldt stellt nicht nur bekannte Figuren wie Lotte Reiniger, Christopher Isherwood, Albert Einstein, Kurt Weill, Marlene Dietrich und George Grosz vor, sondern auch Thea Alba, „die Frau mit zehn Gehirnen“, Magnus Hirschfeld, den „Einstein des Sex“, und den berühmt-berüchtigten Ganoven Adolf Leib.

Bevor Weltwirtschaftskrise und Naziherrschaft Berlin das Licht ausknipsen, zeigt uns Nippoldt noch einmal alles: die grellen Lichter der Großstadt und das Grau der Fabriken, Hinterhöfe und Mietskasernen, das Geschrei der Sporthallen und die Stille der Theatersäle, den Gesang der Comedian Harmonists und Marlene Dietrich, die sich zylinderbehütet eine Zigarette anzündet und dann ‒ kluge Frau ‒ ein Dampferticket nach Hollywood kauft.

TV Tipp:

Das Berlin der 20er Jahre ist groß, jung und anonym. So grau die politische Wirklichkeit der Weimarer Republik ist, so glanzvoll sind ihre Kunst, Kultur und Wissenschaft. Vor allem die Kunst dient als Sprachrohr, um die Missstände der Zeit anzuprangern, was sie aufs Engste mit der Politik verknüpft.

In diesen Jahren zählt Kurt Tucholsky zu den bedeutendsten Publizisten. Die Dokumentation gibt Einblicke in das Leben und Wirken des Journalisten, Satirikers und Lyrikers. Die Reihe „Die wilden Zwanziger“ führt außerdem nach Paris und Wien.

Berlin erlebte in den 20er Jahren einen Rauschzustand aus Freiheit und Vergnügungssucht, aus Gesellschaftskritik und Freizügigkeit, gepaart mit einer vorher nie gekannten kulturellen Vielfalt. Die pulsierende Metropole zog Talente aus ganz Europa geradezu magisch an. In dieser Zeit erlebte Kurt Tucholsky einen Höhepunkt seiner Karriere.

Der gebürtige Berliner gilt als einer der bedeutendsten Journalisten und Gesellschaftskritiker der Weimarer Republik. Als Publizist polarisierte er auch weit über seinen Tod hinaus. Sein Zitat „Soldaten sind Mörder“ sorgt noch heute für geteilte Reaktionen.

Aufwendige Spielszenen, kombiniert mit Originalaufnahmen aus der Zeit, machen die Dokumentation von Christoph Weinert zu einer filmischen Zeitreise in das Berlin der 20er Jahre. Aus der Sicht Kurt Tucholskys wird das Lebensgefühl der „wilden Zwanziger“ lebendig.

Ein turbulenter Unterhaltungsbetrieb aus Tanzlokalen und Bordellen, Varietés und Kabaretts sorgte in der deutschen Hauptstadt für ein rastloses Nachtleben, an dem auch Kurt Tucholsky teilnahm. Seine kess-erotischen Chansons machten ihn zum Star in der Berliner Kabarettszene.

Tucholskys oftmals lockerer und heiterer Stil steht jedoch in starkem Kontrast zu seinem rastlosen Leben. Selbstmordgedanken plagen ihn, seine Ehen halten nicht lange und seine unzähligen Liebesaffären sind legendär.

Als Tucholsky für kurze Zeit als Korrespondent der „Weltbühne“ nach Paris geht, wird er in seiner Heimatstadt Berlin als „dreckiger Jude“ und „Vaterlandsverräter“ verunglimpft und mit Drohbriefen bombardiert.

Die wilden Zwanziger
Berlin und Tucholsky
Quelle: Arte.TV
(52 Minuten, Januar 2020)
Genre: Dokumentationsreihe
Regie: Christoph Weinert
Herkunft: NDR
Land: Deutschland
Jahr: 2014

Vintagebuch Tipp:

Tucholsky in Berlin:
Gesammelte Feuilletons 1912-1930
von Kurt Tucholsky (Autor)
Ignaz Wrobel (Autor)
Peter Panther (Autor)
Kaspar Hauser (Autor)
Nele Lenze (Hg.) (Autor)
Nele Lenze (Herausgeber)
Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Berlin Story
(15. Oktober 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3929829716
Broschiert ab 2,99 EUR bei Amazon.de

Buchzitat: Berlin und Provinzstadt – was konnte er kratzbürstig sein, der Ignaz: Tucholskys »ganz und gar abscheuliches« Alter Ego warf den Berlinern publizistisch so manche Gehässigkeit vor die Füße. Ignaz Wrobel war jedoch bei weitem nicht der Einzige, der für den begnadeten Berliner Schriftsteller den Kopf hinhalten musste.

Nur durch die Vielzahl seiner Pseudonyme konnte sein übersprudelndes, meist satirisches Schaffen überhaupt in den Zeitungen untergebracht werden, ohne diese auf »Tucholsky« zu reduzieren. Dieses Buch vereint ironische und kritische Artikel und Gedichte aus Feuilletons verschiedener Zeitungen von 1912 bis 1930.

Geschehnisse, Wörter und Dinge, die Tucholsky in seiner Umgebung auffallen, nimmt er unter die Lupe: Straßenbahnfahrer, Varieté, Tanzbälle, die Öffentlichkeit.

Auch die Sozialkritik kommt nicht zu kurz Ignaz Wrobel prangert die Politik an. Von satirisch bis süffisant,von kritisch bis kratzbürstig: Die besten Texte Tucholskys aus seiner Berliner Zeit.

Tucholsky in Berlin

Germany? Germany!

Das Kurt Tucholsky-Chanson-Buch: Texte und Noten

Lebensgefühl der Wilden Zwanziger:
Themen: Der große Gatsby
Coco Chanel, die Revolution der Eleganz
George Gershwin, der amerikanische Klassiker
Charlie Chaplin – Der Zirkus
Charlie Chaplin – Lichter der Großstadt: Ein Tramp verliebt sich in ein blindes Blumenmädchen, das ihn für einen reichen Mann hält. Um wieder sehen zu können, benötigt sie eine teure Augenoperation. Als der Tramp durch Zufall einem Millionär begegnet und ihm das Leben rettet, erhält er zum Dank eine Menge Geld. Er erkennt seine Chance, dem Mädchen zu helfen. Doch noch bevor sie ihm danken kann, gerät der Tramp durch ein unglückliches Missverständnis ins Gefängnis. Erst Monate später, als er wieder frei ist, begegnen sie sich wieder, doch das nun sehende Mädchen erkennt den zerlumpten Tramp nicht …

Lichter der Großstadt” ist der erste Film Chaplins, für den er selbst die Musik schrieb, eine Aufgabe, die er für die meisten seiner weiteren Filme übernahm. Chaplin wählte für die Rolle des Blumenmädchens Virginia Cherrill, die aufgrund ihrer starken Kurzsichtigkeit und ihres unscharfen Blicks das blinde Blumenmädchen am besten verkörpern konnte. „Lichter der Großstadt“ erhielt 1931 den National Board of Review Award, wurde 1991 ins National Film Registry aufgenommen und 2005 in die Film Hall of Fame der Online Film and Television Association. Info-Link: Lichter der Großstadt

Charlie Chaplin – Der Komponist: Charlie Chaplin ist immer noch eine der bekanntesten Figuren der Filmgeschichte, vor wie hinter der Kamera. Der Spazierstock schwingende Tramp mit den verbeulten Hosen und der Melone auf dem Kopf ist eine Ikone des Kinos.Ein Aspekt von Chaplins künstlerischem Schaffen ist allerdings nur wenig bekannt: sein Werk als Filmkomponist. Dominik Wessely zeigt diese Seite des genialen Allroundtalents in originalen Bild- und Tondokumenten aus den Chaplin-Archiven, Statements von Zeitgenossen, Ausschnitten aus Chaplins Filmklassikern und neu produzierten Musikaufnahmen.

Als Filmemacher nutzte der ausgewiesene Kontrollfreak seine erstaunliche musikalische Begabung nicht nur dazu, die passende Musik akribisch auszuwählen, er kreierte sich schließlich seine Filmmusik selbst: „City Lights“ wurde sein erster Film, für den er den gesamten Soundtrack selbst geschaffen hatte.

Dominik Wessely verknüpft das exklusive Archivmaterial aus den Chaplin-Archiven mit heutigen Bildern von Chaplins Villa am Genfer See, von der Spurensuche in London, Hollywood und New York – und mit Ausschnitten aus einer Aufführung von „Modern Times (Moderne Zeiten)“, wie sie Chaplin geliebt hätte: mit seiner originalen Filmmusik, live gespielt von den Hamburger Symphonikern unter der Leitung von Stefanos Tsialis.
Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
Max Raabe & Palast Orchester – Eine Nacht in Berlin
Die wilden Zwanziger: Berlin und Tucholsky
Schellack – Eine schwarze Scheibe verändert die Welt
Bolero – Ein Refrain für die Welt
Chicago, 1924
Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Den Frauen gehört die Nacht: Paris, 1919 – 1939
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