Relikte der Staatssicherheit: Bauliche Hinter-Lassenschaften des MfS von Martin Kaule. Bunker-Führungen in Brandenburg

Überall in Ostdeutschland finden sich frühere Dienststellen und Untersuchungshaftanstalten der Staatssicherheit, Führungsbunker, Abhöreinrichtungen und Ausbildungsstätten

 

Relikte der Staatssicherheit: Bauliche Hinterlassenschaften des MfS (Orte der Geschichte) von Martin Kaule. Bunkerführungen in Brandenburg

 

Die ehemalige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße und das zentrale Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen sind nicht die einzigen baulichen Hinterlassenschaften, die an die Geheimpolizei der DDR erinnern.

Überall in Ostdeutschland finden sich frühere Dienststellen und Untersuchungshaftanstalten der Staatssicherheit, Führungsbunker, Abhöreinrichtungen und Ausbildungsstätten.

Mehr als 20 wichtige Bauwerke, in denen MfS-Mitarbeiter agierten und die heute teilweise Gedenkstätten sind, werden in diesem Buch mit knappen informativen Texten und zahlreichen Fotos vorgestellt:

 

Relikte der Staatssicherheit:
Bauliche Hinterlassenschaften des MfS
von Martin Kaule
(Orte der Geschichte)
Taschenbuch: 64 Seiten
Verlag: Ch. Links
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861537656
ISBN-13: 978-3861537656
Taschenbuch EUR 5,00

 

gebraucht ab EUR 0,99 bei Amazon.de

 

Martin Kaule: Jahrgang 1979, 1999 bis 2001 Studium zum Informatik-Betriebswirt; seit 2001 Fotodokumentationen, seit 2005 Organisation von Studien- und Forschungsreisen durch ganz Europa, seit 2008 Mitarbeiter im Ch. Links Verlag, zuständig für digitale Projekte; Vorstandsmitglied des Vereins »Orte der Geschichte«; zahlreiche Publikationen, u. a. im Ch. Links Verlag: »Ostseeküste 1933-1945. Der historische Reiseführer« (2009); »Faszination Bunker. Steinerne Zeugnisse der europäischen Geschichte« (2014).

 

Bunkerführungen

 

Bunkerführungen in Deutschland (Auswahl)

 

Bunkeranlage Oder-Warthe-Bogen Berlin

 

• Tagesreise zum Oder-Warthe-Bogen / Ostwall / Polen
(Hin- und Rückfahrt je ca. 2 Stunden)
• Professionell geführte Besichtigung durch ober- und unterirdische Bauwerke der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen
ab 68,00 EURO pro Person

Abfahrt um 6:45 Uhr am Ostbahnhof in Berlin. Der in Polen gelegene Ostwall ist besonders beeindruckend aufgrund seiner monumentalen Größe. Führung durch unterirdisch angelegte Bahnhöfe, verbunkerte Kasernen, Maschinenräumen und Werkstätten.

Entstanden zwischen 1928 und 1945 ist dies die größte zusammenhängende Bunkeranlage der Kriegszeit. 150 km östlich vor den Toren Berlins wurde dieses komplexe Verteidigungssystem mit einer Vielzahl an Bunkern, unterirdischen Bahnhöfen, Sperrwerken, Drehbrücken und vielen weiteren Anlagen als Befestigungslinie angelegt.

Offiziell als Festungsfront Oder-Warthe-Bogen bezeichnet, verfügt dieser Komplex, der sich vom Fluss Warthe 80 km lang bis zur Oder hin erstreckt, über ein unterirdischen Hohlgangsystem von ca. 35 km.

 

Bunkerführung Bernau

 

 Professionelle Führung durch drei verschiedene Bunker
• Besichtigung der Bunker “Garzau“,
Wollenberg” und “Kunersdorf
jeweils ca. 1,5-2,5 Stunden
• Eigenständiger Transport zwischen den Bunkern
ab 40,00 EURO pro Person

Die Bunkerführung Bernau beginnt mit einem Besuch im Bunker Garzau, einem zweigeschossigen Bunker, der einst als Organisations- und Rechenzentrum der NVA diente.

Danach geht´s weiter in die Nähe von Bad Freienwalde, wo sich mitten im Wald ein Areal versteckt, das über viele Jahre streng geheim gehalten wurde. Der einst schwer geschützte Bunker Wollenberg ist heute fast originalgetreu wieder aufgebaut.

Im Bunker Kunersdorf bei Wriezen findet die professionelle Bunkerführung Bernau zugleich seinen Höhepunkt und auch sein Ende. Als ehemaliger Fernmeldebunker war das Bauwerk ein wichtiger Ort für die Nationale Verteidigung der DDR.

 

Bunkerführung Kolkwitz

 

• Professionelle Führung im Bunker “Kolkwitz“, Bunker “Leuthen” und Flugplatz “Welzow” jeweils ca. 1-2 Stunden
• Eigenständiger Transport zwischen Bunker und Flugplatz
ab 38,00 EURO pro Person

Geführt von professionellen Kennern wird ein ehemaligen verbunkerten Gefechtsstand bei Kolkwitz, einige Bereiche des ehemaligen Militärflugplatzes Welzow besucht. Ebenso die dortige Ausstellung zur Geschichte des gesamten Areals.

Dieses interessante Geschichtserlebnis beginnt mit der Bunkerführung Kolkwitz, wo einen dreigeschossigen Bunker der ehemaligen NVA betreten wird. Danach Abstieg in die unterirdischen Katakomben, die früher als Schutzbauwerk der Luftstreitkräfte diente und Besichtigung eines originales Bauwerk aus der Zeit des Kalten Krieges.

 

Anbieter der oben aufgeführten Bunkerführungen: mydays. Info: Ausführlichen Informationen zum Thema Bunkerführungen in Deutschland

 

pixabay Symbolbild

 

VinTageBuch Bunker-Infos

 

Bunkertour Bernau
Bunker Garzau

 

Der Bunker Garzau ist eine Militärbunkeranlage in Garzau-Garzin im Landkreis Märkisch-OderlandBrandenburg.

Der Atombunker – Objektbezeichnung 05/206 – wurde von 1972 bis 1975 vom Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) als Organisations- und Rechenzentrum (ORZ) der Nationalen Volksarmee der DDR gebaut.

Es handelt sich um einen zweigeschossigen Bunker der Schutzklasse „B“ von ca. 48 × 43 m mit 4.000 m² Gesamtfläche. Der oberirdische Gebäudekomplex bestand im Wesentlichen aus einem Stabsgebäude mit Küchentrakt und Speisesaal sowie einem Wachgebäude. Die Zentrale der Anlage lag 17 m unter der Erdoberfläche. Durch Schiffsdiesel autark, konnte er für 24 Stunden hermetisch abgeriegelt werden.

Das ORZ war mit Rechentechnik aus dem RGW-Programm ESER ausgestattet. So waren bis 1985 zwei Rechner vom Typ ES 1040 und anschließend ES 1055 im Einsatz.

Der Bunker Garzau war in das Nachrichtensystem der NVA integriert und unmittelbar mit der Hauptnachrichtenzentrale des Ministeriums für Nationale Verteidigung über Fernmeldekabel und Richtfunkverbindungen verbunden. Das „Operative Auskunftssystem des Stabes“ im ORZ fasste tägliche Meldungen über Stärke, Bestände und Vorkommnisse aus allen Teilstreitkräften zusammen und stellte es dem MfNV zur Verfügung. Im Ernstfall hätte man im Bunker in Harnekop die tagesaktuellen Daten aus Garzau auf einem baugleichen Rechner eingelesen.
Webseitewww.bunker-garzau.de
Webseitewww.untergrund-brandenburg.de
Wikipedia KategorieStrategischer Bunker
Wikipedia KategorieBunker im Landkreis Märkisch-Oderland

 

Bunkertour Bernau
Bunker Wollenberg

 

Der Bunker Wollenberg ist eine Bunkeranlage bei Bad Freienwalde (Oder) in Brandenburg. Sie schützte die militärische Troposphärenfunkzentrale 301, eine von drei typengleichen Anlagen, die in der DDR Mitte der 1980er Jahre errichtet wurden.

Die beiden anderen Anlagen waren die Troposphärenfunkzentrale 302 (Bunker Eichenthal) in der Gemeinde Langsdorf bei Bad Sülze und die Troposphärenfunkzentrale 303 in Röhrsdorf bei Königsbrück.

Die Anlagen gehörten zum strategischen Troposphären-Nachrichtensystem „BARS“ (Leopard) der Teilnehmerstaaten des Warschauer Paktes. Die technische Zone der Anlagen bestand aus einem zweigeschossigen Bunker, eingestuft in die Schutzklasse D nach VA-Klassifizierung und den Grundmaßen von rd. 30 × 30 m.

Die Schutzklasse D entsprach dem Überdruck aus einer Kernwaffendetonation von 30 N/cm², damit annähernd der Waffenwirkung einer betonbrechenden Bombe von 250 kg Sprengstoff. Die Tarnlegende der Anlage war die vorgebliche Nutzung als militärische Flugwetterstation.

Vorwende-Nutzung: Mit ihrer Zugehörigkeit zum Troposphären-Nachrichtensystem „BARS“ gehörten die Stationen zum Bestand des Einheitlichen Nachrichtensystems (ENS) der Teilnehmerländer des Warschauer Pakts. Im nationalen Rahmen wurden sie als Stütznachrichtenzentralen 301–303 (StNZ) bezeichnet und gingen als solche in das gedeckt vorbereitete Nachrichtensystem der NVA ein.

Mit diesen Bezeichnungen war gleichsam eine Tarnlegende gegeben. Mit der Zuordnung von taktischen Tarnnamen, für Wollenberg als „TUSHURKA“, wurde eine weitere Verschleierung erreicht.

Die Troposphärenfunkzentrale 301 war für die Aufnahme von vier Troposphärenfunkgerätesätzen projektiert, gebaut und vorbereitet, gleichbedeutend mit der Möglichkeit, in vier verschiedenen Richtungen Troposphärenfunkverbindungen herzustellen.

Tatsächlich waren jedoch nur drei Gerätesätze installiert. Jeder erlaubte die Herstellung von 60 Troposphärenfunkkanälen. Aus der Gesamtzahl der Kanäle konnten von der Troposphärenfunkstation 301 bis zu 48 operative Kanäle zur Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR im Bunker Harnekopüber Fernmeldekabel oder Richtfunkgerätesätze FM 24-400 (Frequenzmodulation) weitergeschaltet werden.

Die Weiterschaltung und Übergabe von Kanälen war Gegenstand von Qualifizierungsmaßnahmen in der Nutzungsphase des Systems nach Programmzeiten und im Rahmen von internationalen Schaltübungen. Aus der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV wurden im Mai 1990 die ersten operativen Nachrichtenkanäle als Reserve WTsch-Regierungsverbindungen über die Troposphärenfunkstation 301 ins Ausland geschaltet und betrieben.

Die stationär (ortsfest) eingesetzte Troposphärenfunk-Technik kam aus der Produktion der UdSSR und trug die Bezeichnung R-417 „BAGET-S“. Ergänzend war in der Troposphärenfunkzentrale 301 konventionelle Funk-, Richtfunk- und Fernmeldetechnik installiert.

Die Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen im Troposphärenfunksystem basiert auf der Nutzung der Eigenschaften der Troposphäre (Bereich des Wetters, 12–17 Kilometer), wo sie ein Feld der Strahlungsbegegnung bilden.

Darin entsteht ein Streustrahlungsvolumen, das Teile der homogenen Atmosphäre im Verhältnis zu den Wellenlängen in Schwingungen versetzt, welche sich in Richtung der Gegenstellen ausbreiten (Troposcatter).

Nach einer Kernwaffendetonation ist die Troposphäre mit zusätzlichen Schmutz- und Staubpartikeln angereichert, d. h. auch das Feld der Strahlungsbegegnung, was zu einer Erhöhung der Schwingungsbewegung und damit zu einer Feldstärkeerhöhung der Signale sowie zu einer Verbesserung der Qualität der Verbindung führt.

Im Zusammenhang mit den Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer Wellen wird das Feld der Streustrahlbegegnung oft als „Reflektorschicht“ bezeichnet. Flächenmäßig nahm die Troposphärenfunkstation ein Areal von rund 10 ha ein.

Der Bunker Wollenberg ist privatisiert und wird vom ansässigen Verein „Militärhistorisches Sonderobjekt 301 Wollenberg e. V.“ betrieben. In unzähligen Einsätzen, unterstützt durch Freunde und Fachpersonal, haben die Vereinsmitglieder nicht nur den Bunker aus einem Zustand der Verwüstung begehbar und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Auch alle oberirdischen Objekte sind rekonstruiert, die Räumlichkeiten teilweise in den Originalzustand zurück versetzt und für die Präsentation von militärischen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen und Nachrichtenkleingerät der NVA vorbereitet und genutzt.

Der geschützte Garagenkomplex mit seinem Vorplatz, einst für mobile Reserveantennentechnik gebaut, ist Zentrum der Präsentation von wieder hergestellten mobilen Nachrichtengerätesätzen der NVA auf unterschiedlichen fahrbereiten Fahrzeugbasen.

So ist das Sende- und Empfangs- sowie das Stromversorgungsfahrzeug eines erst 1990 in die NVA eingeführten mobilen Troposphärenfunkkomplexes des Typs R 417 BAGET auf der Kfz-Basis eines „KAMAZ“ (russisches Modell) zu besichtigen.

Die Anlage ist in die Liste der Denkmale des Landes Brandenburg eingetragen. Der Verein erinnert mit seinen öffentlichen Führungen an den Kalten Krieg in Europa. Der Bunker wird von den Besuchern so erlebt, als wäre er nie außer Betrieb gegangen.

Die Imitation von Systemzuständen der Geräte, das Rauschen von Nutz- und Störsignalen in den Funkkanälen der Kurzwellen-Funkstation von Funkamateuren und die qualitativen Details der Vorstellung des Bunkers sowie die Erläuterungen zu Funktion und Zweckbestimmung sollen den Besuchern einen möglichst realistischen Eindruck der Anlage vermitteln.
Webseitewww.bunker-wollenberg.eu

 

Bunkertour Bernau
Bunker Kunersdorf

 

Der Bunker Kunersdorf bei Wriezen in der Gemeinde Bliesdorf in Brandenburg gehörte als Element der gedeckten Vorbereitung des Territoriums der DDR auf einen möglichen Krieg zur Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung. Der Bunker befindet sich westlich von Kunersdorf.

Die Bauhülle bestand aus zwei Etagen, in denen sowohl die funktechnischen als auch allgemeinen Einrichtungen für das Betreiben des Bunkers installiert waren.

Ergänzend zu den im Bunker installierten Funksendern waren weitere elf abgesetzte Sendestellen (ASS) in Stahlkesseln mit posttypischen Überbau, auch als „Sputniks“ bezeichnet, auf einer Fläche von ca. 400 km² im Umkreis von Kunersdorf errichtet. Der Bunker wurde im Jahre 1982 fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Er ist gelistet unter den Bezeichnungen Objekt 17/448 (Nutzlast), Funksendezentrale, Frankfurt (O)– 448 oder ZSTM (Zentralstelle für Tast- und Modulationsleitungen).

Seiner Funktion und Aufgaben entsprechend stellte er die abgesetzte Funksendezentrale der Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung dar, war geographisch ca. 12 km östlich von Harnekop, südlich der Stadt Wriezen gelegen.

Neben seiner Funktion als Funksendezentrale stellte der Bunker im Funkverbindungssystem der NVA ein zentrales Element dar und war zugleich Kommunikationszentrale für Tast- und Modulationsleitungen für die Nutzung von Sendern aus Funkempfangszentralen an jedem beliebigen Ort des Territoriums der DDR, sowohl für stationäre als auch mobile Sendestellen.

In dieser Eigenschaft arbeitete er eng mit der Funksendezentrale des MfNV und der Nachrichtenzentrale Wostok, d. h. der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV zusammen. Mit der dezentralisierten Installation wurde nicht nur die Überlebensfähigkeit der Arbeit der Funksendezentrale, sondern auch die Flexibilität des gesamten Funkverbindungssystems wesentlich erhöht.

Nutzung nach 1990: Das Gelände wurde zunächst als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Heute ist das Gesamtareal der Bunkeranlage privatisiert und wird von dem gemeinnützigen Verein „Förderverein Rüsterbusch Kunersdorf 2008“ betreut. Die Anlage soll als Denkmal des Kalten Krieges und als technisches Denkmal erhalten werden.

Seit dem 30. Juni 2011 ist der Bunker der Öffentlichkeit zugänglich und kann an festen Terminen besichtigt werden.
Webseite: Bunker Kunersdorf
Webseite: Hauptnachrichtenzentrale
Web-Fotos und Anlagenbeschreibung des Schutzbauwerkes

 

Bunkerführung Kolkwitz

 

Der Bunker Kolkwitz bei Cottbus wurde in etwa gleichzeitig mit dem Bunker Cölpin bei Neubrandenburg in der Mitte der 1960er-Jahre errichtet. Es darf davon ausgegangen werden, dass wesentliche Erkenntnisse aus dem Bau des ersten in der DDR errichteten Bunkers Kagel in der Projektierung Eingang fanden.

Beide Bunker sind sowohl baulich als auch in Funktion und Zweckbestimmung identisch. Sie fungierten als Gefechtsstände der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der DDR. Die Maße der Bunker betrugen 42,5 × 18 m, sie bestanden aus drei Untergeschossen.

Sein Standort befindet sich etwa 12 Kilometer westlich von Cottbus in der Gemeinde Kolkwitz, am Rande des Gewerbegebietes „Am Technologiepark“. Die Anfahrt erfolgt über die A 15 bis zur Anschlussstelle Cottbus West oder über die B 115 Vetschau–Cottbus.

Nutzung bis 1990 / DDR-Zeit: Der Bunker Kolkwitz wurde 1967 als Gefechtsstand (GS-31) der 1. Luftverteidigungsdivision der LSK/LV der DDR in Betrieb genommen. Seine Hauptaufgabe bestand in der Sicherstellung der Luftaufklärung- und Überwachung des südlichen Luftraumes der DDR und in der Führung von Jagdfliegerkräften, Raketen- und Funktechnischen Truppen.

Im Rahmen der Luftaufklärung- und Überwachung erstreckte sich der Luftraum südlich der Linie Salzwedel–Schwedt, in westlicher Richtung bis in den Raum Meppen–Münster, östlich und südlich bis nach Polen und in die ČSSR.

Militärisch geführt wurden:

die Jagdfliegergeschwader 1 (JG-1) in Cottbus und ab November 1982 in Holzdorf, JG-3 in Preschen, JG-7 in Drewitz und JG-8 in Marxwalde (heute Neuhardenberg),
das Fla-Raketen-Regiment 31 in Straßgräbchen,
die Fla-Raketen-Brigaden 41 in Ladeburg und 51 in Sprötau,
die Funktechnischen Bataillone 31 in Döbern, 41 in Holzdorf, 51 in Sprötau und 61 in Müncheberg.

In seiner Funktion als Gefechtsstand wurde der Bunker fernmeldetechnisch sichergestellt durch das Nachrichtenbataillon 31 der LSK/LV der DDR in Cottbus, von welchem auch die Nachrichtenzentrale bedient wurde. In ihrer Eigenschaft als Nachrichtenzentrale des Gefechtsstandes war sie in das Nachrichtenverbindungssystem der Nationalen Volksarmee (NVA) integriert, sicherte die Kommunikation nicht nur mit dem Ministerium für Nationale Verteidigung über die Hauptnachrichtenzentrale, sondern auch mit dem Kommando der LSK/LV in Eggersdorf, dem Zentralen Gefechtsstand in Fürstenwalde sowie zu allen Teilstreitkräften der NVA, den Grenztruppen der DDR, den zivilen Einrichtungen der Interflug der DDR und den Gefechtsständen von Luftstreitkräften/Luftverteidigung der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD).

Organisiert waren alle Arten von Nachrichtenverbindungen. Zu ihnen gehörten die drahtgebundenen – sowohl des Sondernetzes 1 als auch die eigenständig organisierten – Funk-, Richtfunk- und Troposphärenverbindungen. Sie alle wurden überwiegend im gedeckten (verschlüsselten) Regime betrieben und sicherten die schnelle und zuverlässige Übermittlung von Meldungen und Kommandos der Führung, zur Übertragung der Luftlage und von Datenströmen an den zentralen Gefechtsstand, die Vorgesetzten- und Nachgeordneten sowie zusammenwirkenden Stäbe. Der Gefechtsstand war integrierter Bestandteil des Diensthabenden Systems der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung.

Nutzung nach 1990: Mit der Wende verlor der Bunker seine militärische Bedeutung. Er wurde in den ersten Jahren nach der politischen Wende außer Dienst gestellt und blieb sich selbst überlassen, bis die Kolkwitzer Bunkerfreunde den Bunker zu einem militärhistorischen Museum gestalteten.

Ein im Jahre 2004 gegründeter Verein „Kolkwitzer Bunkerfreunde GS-31 e.V.“ betreibt heute den Bunker und bietet Führungen an. Der Verein ist Mitglied in der Bunkerallianz Berlin-Brandenburg.

WebseiteBunker Kolkwitz
Webseite51. Flaraketenbrigade Sprötau
Webseite41. Flaraketenbrigade Ladeburg
WebseiteFunkkompanie des NB-31 in Kolkwitz
WebseiteDas neue SBW in Kolkwitz
Wikipedia KategorieBunker in Brandenburg

 

Bunker Leuthen

 

Besichtigung einstiger Orte der Zeitgeschichte. Ein ehemaliger verbunkerter Gefechtsstand bei Kolkwitz, die verbunkerten Betriebsräume der Richtfunkbetriebsstelle Leuthen und einige Bereiche des ehemaligen Militärflugplatzes Welzow sowie die dortige Ausstellung zur Geschichte des Areals:
Bunkertour II (Kolkwitz, Leuthen und Welzow)

 

Flugplatz Welzow

 

Auf dem Flugplatz Welzow lagen 1944–1945 zahlreiche Jagd-Einheiten der Luftwaffe, die bei der Reichsluftverteidigung eingesetzt wurden.
WebseiteStadt Welzow

 

Thema Bunker bei Amazon.de

 

Anbieter der eingangs aufgeführten Bunkerführungen: mydays. Info: Ausführlichen Informationen zum Thema Bunkerführungen in Deutschland