Bananama. Roman von Simone Hirth. Auf beklemmende Weise geht die Autorin den Widersprüchen und Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund

Bananama. Roman von Simone Hirth. Auf beklemmende Weise geht die Autorin den Widersprüchen und Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund

Zitat: Oh, wie schön ist „Bananama“? Aus der Sicht eines sechsjährigen Mädchens beschreibt Simone Hirth mit sezierendem Blick und rabenschwarzem Humor das Leben einer Aussteigerfamilie: Die Tochter wird zuhause unterrichtet, damit die Eltern sie über Bienensterben und Biosphärenparks aufklären können. Strom wird mit der eigenen Solaranlage produziert. Und Süßigkeiten sind strengstens verboten, genauso wie Bananen. In dieser Isolation schafft das Kind sich eine eigene düstere Fantasiewelt.

Was ist grün und klopft an die Tür?

Wer schreit im dunklen Wald von Bananama?

Und warum verschließen die Eltern das Haus?

Zitat: Fragen, die sich ein sechsjähriges Mädchen stellt. Sie lebt mit ihren Eltern, selbst ernannten Aussteigern, in einem Haus am Waldrand.

Mit Befremden erzählt sie von der Veränderung ihrer Eltern, die jeden Tag merkwürdiger werden.

Je wahnhafter sie an ihrer Vision von Bananama festhalten, desto weniger lässt sich die „Welt da draußen“ verleugnen.

Eines Morgens liegt ein toter Mann im Gemüsebeet. Die diffuse Angst des Kindes bekommt ein Gesicht.

Und in Bananama bleibt nichts, wie es war.

Auf beklemmende Weise geht Simone Hirth den Widersprüchen & Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund.

Dabei kratzt sie mit herrlich ironischem Blick an der Utopie eines sicheren Lebens, bis diese endgültig zerbricht.

“Wenn wir jetzt die Tür immer zusperren müssen, sind wir dann eingesperrt in Bananama, sind wir dann nie wieder frei?”

Bananama
von Simone Hirth
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Kremayr & Scheriau Verlag / Orac
(1. Februar 2018)
ISBN-13: 978-3218011037
Gebundene Ausgabe EUR 19,90

 

Verlagsinfo zum Buch
Bananama von Simone Hirth

Leseprobe zum Buch Bananama von Simone Hirth

 

Inhaltsverzeichnis (stark gekürzt)
– schließlich sollten Sie diesen Roman ja kaufen

1. Die toten Wörter
2. Die toten Tiere oder eigentlich:
Die Geschichte, als Vater mir erklärt hat, wie man sich die Hände wäscht
3. Noch mehr tote Tiere
4. Die toten Menschen oder (auch)
Die Geschichte von der alten Frau und ihrer Enkelin
5. Die Großmutter lebt noch (jedenfalls ein bisschen) oder eigentlich:
Die Geschichte, wie Vater mir erklärt hat, was Demenz ist und wie ich mir dann wünschte. ich hätte sie auch
7. Rapunzel

Simone Hirth, geboren 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt. Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin und Lektorin in Kirchstetten (Niederösterreich).

Verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt: Anerkennungspreis für Literatur des Landes Niederösterreich, Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis, Hans-Weigel-Literaturstipendium. Ihr Debütroman „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ wurde für den Alpha Literaturpreis nominiert.

Lesungen

15.03.2018 | 19:00
Alte Schmiede | Wien

17.03.2018 | 14:30
Leipziger Buchmesse

18.03.2018 | 16:00
Leipziger Buchmesse

 

VinTageBuch Buchtipp

 

Simone Hirth
Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Kremayr & Scheriau Verlag
ISBN-13: 978-3218010450
Gebundene Ausgabe EUR 19,90
Leseprobe Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft

Nominiert für den Alpha Literaturpreis 2017

Zitat: Das Elternhaus: zertrümmert. Lebenskonzepte: abhanden gekommen. Regeln, ein toter Maulwurf und Anleitungen – das sind Dinge, an die man sich hält, wenn nichts mehr da ist. Eine junge Frau, Mitte 20, sitzt nach dem Abriss ihres Elternhauses im Schutt und versucht einen Wiederaufbau.

Wie besessen räumt und schleppt sie das Vergangene in ihre Notunterkunft. Dabei entsteht nicht nur eine solide Bleibe, sondern auch ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Norm.

Simone Hirth sorgt mit jedem Satz für Überraschungen. Sie geht an die Grenzen literarischer Möglichkeiten und trifft dort auf das Eigentliche. Zynismus verkehrt sich in Galgenhumor, die Sprache wird zum Experiment. Ein außergewöhnliches Romandebüt!

Dass es weitergeht, weiß ich, ich habe längst Adieu gesagt zu den Zweifeln. Meine Oberarme sind schon enorm. PS: Es riecht ein wenig nach Schimmel. Ich werde lüften müssen.