Arendt und die Folgen von Jana V. Schmidt. Eine auf das Wesentliche beschränkte und prägnante Darstellung von Hannah Arendts wichtigsten Ideen

Von | Februar 16, 2018

Arendt und die Folgen von Jana V. Schmidt. Eine auf das Wesentliche beschränkte und prägnante Darstellung von Hannah Arendts wichtigsten Ideen

Zitat: Hannah Arendts Denken ist relevanter denn je. Als politische Theoretikerin hat Arendt entscheidende Themen unseres Jahrhunderts vorausgesehen:

Menschenrechte und Flüchtlingsthematik,
den Verlust der Öffentlichkeit und
die Gefährdung der Privatheit,
das Aufkommen von „Biopolitik“ sowie
die schrittweise Abschaffung individueller Verantwortung in Verwaltung und Wissenschaft.

In „Arendt und die Folgen“ präsentiert Jana V. Schmidt einen Überblick über Arendts wichtigste Ideen, erkundet, warum ihre Werke gerade jetzt wieder gelesen werden und stellt ihren Einfluss auf Politik, Kultur und Philosophie im 20. und 21. Jahrhundert dar.

Wie man die Welt verändert – „Arendt und die Folgen

 

Warum Hannah Arendts Aktualität ungebrochen ist. Konzise und prägnante Darstellung von Arendts wichtigsten Ideen. Von einer Kennerin verfasst, eingängig und in handlichem Format…

„Verantwortung heisst im wesentlichen: wissen, dass man ein Beispiel setzt, dass Andere ‚folgen’ werden; in dieser Weise ändert man die Welt“.

Zugleich ermutigen ihre Schriften uns, die klassischen Fragen der Moralphilosophie wie Freiheit, Gemeinschaft und Gerechtigkeit wirklich auf eigene Faust zu beantworten.

Sinn und Zweck dieser Anstrengung, unsere Wirklichkeit zu verstehen, ist jedoch bei Arendt immer das Bewahren einer gemeinsamen Welt, in der wir füreinander sichtbar werden und miteinander in Dialog treten.

So erscheint Politik, das große Arendtsche Thema, bei ihr in neuem Gewand als Handlung, also immer als konkrete Möglichkeit der Veränderung der Welt.

In poetisch beweglichen Denkfiguren weist Arendts Werk einen Weg aus der Tristesse postmoderner Politikfeindlichkeit und regt zugleich an, das Verhältnis von Denken und Handeln selbst neu zu reflektieren.

Der Band „Hannah Arendt und die Folgen“ präsentiert einen Überblick über Arendts wichtigste Ideen, erkundet, warum ihre Werke gerade jetzt wieder gelesen werden und stellt ihren Einfluss auf Politik, Kultur, und Philosophie im 20. und 21. Jahrhunderts dar:

Arendt und die Folgen
von Jana V. Schmidt
Taschenbuch
J.B. Metzler Verlag
(16. Mai 2018)
ISBN-13: 978-3476045607
Taschenbuch EUR 17,33

 

Verlagsinfo zum Buch
Arendt & die Folgen von Jana V. Schmidt

 

Jana V. Schmidt ist Visiting Assistant Professor am Humanities Bard College in New York.

 

VinTageBuch Info

Hannah Arendt (geboren am 14. Oktober 1906 in Linden, heute ein Stadtteil von Hannover; gestorben am 4. Dezember 1975 in New York City, New York; eigentlich Johanna Arendt) war eine jüdische deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin.

Die Entrechtung und Verfolgung von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus sowie ihre eigene kurzzeitige Inhaftierung durch die Gestapo bewogen sie 1933 zur Emigration aus Deutschland.

Vom nationalsozialistischen Regime 1937 ausgebürgert, war sie staatenlos, bis sie 1951 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Seitdem verstand sie sich als US-Amerikanerin und bekannte sich zur US-amerikanischen Verfassung.

Sie war unter anderem als Journalistin und Hochschullehrerin tätig und veröffentlichte wichtige Beiträge zur politischen Philosophie. Gleichwohl lehnte sie es ab, als „Philosophin“ bezeichnet zu werden.

Auch dem Begriff „Politische Philosophie“ stand sie eher distanziert gegenüber; sie gab der Bezeichnung „Politische Theorie“ für ihre entsprechenden Publikationen den Vorzug und legte Wert darauf, dass sie als Historikerin arbeite. Die deutschen Intellektuellen, die sich ab 1933 Adolf Hitler zuwandten, verachtete sie.

Arendt vertrat ein Konzept von „Pluralität“ im politischen Raum. Demnach besteht zwischen den Menschen eine potentielle Freiheit und Gleichheit in der Politik.

Wichtig ist es, die Perspektive des Anderen einzunehmen. An politischen Vereinbarungen, Verträgen und Verfassungen sollten auf möglichst konkreten Ebenen gewillte und geeignete Personen beteiligt sein. Aufgrund dieser Auffassung stand sie rein repräsentativen Demokratien kritisch gegenüber und bevorzugte Rätesysteme und Formen direkter Demokratie.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen theoretischen Auseinandersetzungen mit Philosophen wie Sokrates, Platon, Aristoteles, Immanuel Kant, Martin Heidegger und Karl Jaspers sowie mit den maßgeblichen Vertretern der neuzeitlichen politischen Philosophie wie Niccolò Machiavelli, Charles de Montesquieu und Alexis de Tocqueville wird sie dennoch häufig als Philosophin bezeichnet.

Gerade wegen ihres eigenständigen Denkens, der Theorie der totalen Herrschaft, ihrer existenzphilosophischen Arbeiten und ihrer Forderung nach freien politischen Diskussionen nimmt sie in den Debatten der Gegenwart eine bedeutende Rolle ein.

Ihre öffentlichen Stellungnahmen zu politischen Ereignissen waren häufig unter Gegnern, aber auch Freunden umstritten; ihre Zivilcourage wurde oft als Unnachgiebigkeit wahrgenommen und bekämpft, insbesondere ihre Arbeit zum Eichmann-Prozess.

Durch ihr politisches Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft Anfang der 1950er Jahre wurde sie in der Öffentlichkeit bekannt. Vita activa oder Vom tätigen Leben ist ihr philosophisches Hauptwerk.

Als Quellen für ihre Überlegungen nutzte Arendt neben philosophischen, politischen und historischen Dokumenten unter anderem Biografien und literarische Werke. Diese Texte wertete sie wortgetreu aus und konfrontierte sie mit ihren eigenen Denkansätzen.