AMIGA – der Sound der DDR zum 70. Geburtstag. Eine spannende Geschichte, die selbst Geschichte schrieb

AMIGA – eine spannende Geschichte, die selbst Geschichte schrieb. Das legendäre Plattenlabel feiert nicht nur 70. Geburtstag, sondern steht auch für eine turbulente Erfolgsgeschichte in Ost und West, die musikalisch wie wirtschaftlich seinesgleichen sucht.

Zitat: Die Plattenfirma ist Heimat einer eigenen Richtung, dem Ostrock. City, Puhdys, Karat oder Silly wurden zum Sound der DDR, den AMIGA schon damals erfolgreich in den Westen exportierte. Den wohl größten Coup landete das Label mit Karats “Der Blaue Planet”. Bis 1989 gingen auf der anderen Seite der Mauer fast 480.000 Platten weg. Wir waren bundesweit bekannt, resümiert der letzte AMIGA-Chef, Jörg Stempel und haben damals die Grundlage gelegt, dass der Ostrock noch heute so populär ist.

Fast 50 Jahre lange erschien auf AMIGA das komplette Repertoire an zeitgenössischer Musik. Gepresst wurden mehr als 2.000 Alben und 5.000 Singles: von Rock- und Popmusik, über Jazz, Schlager und volkstümliche Musik.

Die Bandbreite reichte von Sillys “Bataillon d’Amour”, über “Kleine weiße Friedenstaube” bis zum Depeche-Mode-Klassiker „Enjoy the Silence“.

Denn neben Künstlern der DDR verlegte AMIGA auch heiß begehrte Alben aus dem Westen. Hits von den Beatles, Bob Dylan oder Roger Whitaker erschienen in Lizenz und wurden musikalische Bückware.

Das Monopollabel der DDR, welches zum Volkseigenen Betrieb Deutsche Schallplatten gehörte, war nicht nur ein streng wirtschaftlich geführtes Unternehmen. Es unterstand dem Kulturministerium, subventionierte mit seinen Gewinnen den Kulturbereich und lieferte zugleich eine überragende Qualität.

Noch heute schwärmt Peter Schimmelpfennig, einst Musikpromoter im Westen, von der musikalischen wie handwerklichen Perfektion, mit der Künstler, Musiker und Techniker die Alben unter den Bedingungen des realen Sozialismus produzierten.

Die Dokumentation ist ein abendfüllendes Zeugnis der populären zeitgenössischen Musikgeschichte der DDR. Sie erzählt Anekdoten hinter den Alben, von Lizenzplatten, deren Auflagen heimlich erhöht worden und spiegelt ein Lebensgefühl wieder, welches AMIGA in Ost und West vermittelte.

Dafür sprach Autorin Heike Sittner mit Uwe Hassbecker und Rüdiger “Ritchie” Barton (Silly), Ralf Schmidt (Falkenberg), Dirk Zöllner, Jürgen Ehle (Pankow), Jürgen Drews, Angelika Mann, Petra Zieger, Günther Fischer, Frank Schöbel, Dieter “Maschine” Birr und Dieter „Quaster“ Hertrampf (Puhdys), Jürgen Karney, Helmar Federowski, Christian Flake Lorenz (Feeling B), Andreas Holm, Julia Axen, Peter Schimmelpfennig (ehem. Promoter im Westen) und Jörg Stempel, dem letzten Chef von AMIGA.

MDR, Montag, 30. Oktober 2017

20:15 Uhr, 119:52 min

 

Amiga Hitstory bei Amazon.de

 

Ostrock Legenden bei Amazon.de auf Musik-CDs, Vinyl, Musikdownload

Ostrock Alben (eine kleine Auswahl)

Die Ultimative Ostparade-Top 100, Folge 1, Box-Set
Format: Audio CD
Audio CD (22. Oktober 2010)
Anzahl Disks/Tonträger: 4
Format: Box-Set
Label: Hansa Amiga (Sony Music)
ASIN: B0044VXAM6

Die Legenden des Ostrock II
Erscheinungstermin: 6. Januar 2017
Anzahl der Disks: 2
Label: Amiga
Copyright: (P) 2017 Sony Music

Ostrock – das Beste 1 (Import) Doppel-CD
Audio CD (24. Mai 2001)
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2001
Anzahl Disks/Tonträger: 2
Format: Import, Doppel-CD
Label: Ar-Express (Sony Music)
ASIN: B00009ILAE

Die Amiga-Produktionen mit den höchsten Auflagen waren folgende Alben:

Weihnachten in Familie mit Frank Schöbel und Aurora Lacasa (rund 1,4 Millionen Exemplare)
Weihnachten in der Familie, Aurora Lacasa und Frank Schöbel bei Amazon
Frank Schöbel – Weihnachten in Familie: Die Original TV Show 2014 von Frank Schöbel und Aurora Lacasa, DVD bei Amazon

  

Rock’n Roll Music von den Puhdys (rund 1,1 Millionen Exemplare)
Rock’N Roll Music
Audio CD (9. März 1998)
Anzahl Disks/Tonträger: 1
Label: Hansa Amiga (Sony Music)
ASIN: B00000I34D

Rock’n Roll Music von den Puhdys bei Amazon

Der blaue Planet von Karat (rund 1 Million Exemplare)
Der blaue Planet
Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 31. Dezember 1980
Erscheinungstermin: 21. März 1994
Label: Amiga
Copyright: (P)1982 Deutsche Schallplatten GmbH Berlin

Der blaue Planet von Karat bei Amazon

Webseite: Amiga-Homepage (bei Sony BMG)

Preisgestaltung

Der Preis für eine Amiga-Langspielplatte lag fest bei 16,10 DDR-Mark. Diejenigen Amiga-LPs, deren Nummern mit 845 beginnen, wurden für 12,10 DDR-Mark verkauft, etwa Folk-Schallplatten oder Musikproduktionen für Kinder.

Auch für Doppelalben, Singles und Musikkassetten gab es feste Preise. Gelegentlich wurden Restposten zum niedrigeren Preis verkauft. Wikipedia

Cover und Verpackung

Die Schallplattencover aller Veröffentlichungen wurden von einer firmeneigenen Gestaltungsabteilung entworfen und beim VEB Gotha-Druck produziert. Die Vorlaufzeit für eine Veröffentlichung betrug dort bis zu einem halben Jahr.

Die LPs (überwiegend handelte es sich um einzelne LPs, nur sehr selten wurden Doppel-LPs, LP-Boxen oder Ähnliches veröffentlicht) wurden in einer einfachen vierfarbigen LP-Hülle zumeist mit neutraler Innenhülle ausgeliefert. Beilagen oder Hüllen in Sonderformaten blieben seltene Ausnahmen.

Auch für die Lizenzpressungen wurden zumeist eigene LP-Covers gestaltet, die sich oft an die Gestaltung der Originalausgaben anlehnten, jedoch auch häufig um politische Details verändert waren.

So war bei den Bandfotos einer LP von Herbert Grönemeyer der Schlagzeuger retuschiert worden, weil er 1978 von der DDR in die Bundesrepublik übersiedelte.

Bei einer LP von John Lennon wurde auf einen auf dem Cover enthaltenen Auszug der US-Verfassung verzichtet.

Die Singles erschienen aus Zeit- und Geldnot häufig nur in neutralen Hüllen oder einheitlich gestalteten Lochcovers. Auch wenn die Singles individuell gestaltete Covers aufwiesen, fielen diese häufig sehr einfach aus.

So besteht die Covergestaltung zahlreicher Amiga-Singles nur aus Schrift, und die drei 1965 erschienen Beatles-Singles verwenden jeweils dasselbe Covermotiv.

Grundsätzlich unterschied sich Amiga mit diesem kostensparenden Verfahren wesentlich von den Plattenfirmen in der Bundesrepublik Deutschland, die vollständige Druckdesigns verwendeten.

Ostrockmuseum Kröpelin

Das Ostrockmuseum Kröpelin wurde am 3. Juli 2015 eröffnet. Es ist das erste und bislang (Stand 2015) einzige Museum in Deutschland, das sich ausschließlich mit der Geschichte des Ostrock als Teil der Unterhaltungsmusik der DDR und der ehemaligen Bruderländer in Osteuropa auseinandersetzt.
Webseite: www.ostrockmuseum.de

In diesem Portal dreht sich alles um die Musik der DDR. Diese Seite soll den Einstieg und einen thematischen Überblick über die von 1949 bis 1990 geschaffene Musik ermöglichen: Musik der DDR
Musik der DDR
Dorfrock (Schmadebeck bei Kröpelin)