17. September 2021

Alfred Bengsch: Bischof im geteilten Berlin von Stefan Samerski. Ein wichtiges Stück jüngerer kirchlicher Zeitgeschichte im Spiegel einer bewegten Biografie mit zahlreichen Abbildungen

Alfred Bengsch – Bischof im geteilten Berlin
Die erste umfassende Biografie zum 100. Geburtstag

Anlässlich des 100. Geburtstages von Kardinal Bengsch und dem 60. Jahrestag seiner Bischofsweihe erscheint nun die erste umfassende Biografie des profilierten Berliner Erzbischofs.

Anhand von Archivquellen und persönlichen Zeugenaussagen erarbeitet, gibt das Buch ein wichtiges Stück jüngerer kirchlicher Zeitgeschichte im Spiegel einer bewegten Biografie wieder.

Geschrieben von Stefan Samerski, mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Fotografien.

Alfred Kardinal Bengsch
* 10. September 1921 in Berlin-Schöneberg
† 13. Dezember 1979 in Ost-Berlin
war römisch-katholischer Bischof von Berlin

Alfred Bengsch:
Bischof im geteilten Berlin
von Stefan Samerski

Verlag Herder
(17. August 2021)
Gebundene Ausgabe: ‎ 256 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3451388200
Gebundenes Buch 38,00 €
E-Book 38,00 €

zur Verlagsinfo
Alfred Bengsch:
Bischof im geteilten Berlin

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Alfred Bengsch:
Bischof im geteilten Berlin

Aus dem Inhalt:

1. Teil: Der junge Alfred Bengsch
1.1 Kindheit und Jugend
1.2 Studienbeginn
1.3 Kriegsteilnahme
1.4 Studienzeit in Fulda
1.5 Promotion
1.6 Neuzelle
1.7 Weihbischof

2. Teil: Bischof von Berlin
2.1 Bischofswahl, Mauerbau und erste Weichenstellungen
2.2 Bengschs Umgang mit den DDR-Behörden
2.3 Bengsch und die Konzilsära
2.3.1 Das Vaticanum II
2.3.2 Rezeption
2.3.3 Die 68er-Bewegung
2.3.4 Synoden
2.3.5 Humanae vitae und die Königsteiner Erklärung
2.4 Bengsch und die vatikanische Ostpolitik
2.5 Der Prediger
2.6 Ordensleben
2.7 Bengsch und die Jugend
2.8 West-Berlin – der andere Bistumsteil
2.8.1 Kirchen und Schulen
2.8.2 Priesterbild und das Krisenjahr 1970
2.9 Alfred Bengsch – der Mensch
2.10 Seine letzten Monate

Buchzitat: Alfred Kardinal Bengsch (1921-1979) gilt bis heute als einer der prominentesten und belieb­testen Oberhirten des Erzbistums Berlin.

In den Wochen des Mauerbaus wurde er zum Bischof von Berlin ernannt und leitete damit mitten im Kalten Krieg eine Diözese an der Nahtstelle zweier Systeme, was das kirchliche Leben schwer belastete und das Bistum an den Rand seiner Existenz brachte.

Was seine Biografie darüber hinaus besonders interessant macht, ist seine Mitarbeit am Zweiten Vatikanischen Konzil, das Erlebnis der 68er-Bewegung, sein Anteil an der Ostpolitik des Vatikans und seine Berührung mit dem RAF-Terror.

In bewegten Zeiten musste er für die Leitung seines Bistums und der Berliner Ordinarien/Bischofskonferenz neue Konzeptionen entwickeln, durch die er sich harten Zerreißproben aussetzte.

  Als markige Berliner Persönlichkeit mit Humor, als begnadeter Prediger und als profunder Theologe hat er bis heute bleibende Spuren an der Spree hinterlassen.

Stefan Samerski, geb. 1963, Dr. theol., apl. Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der LMU in München, Gastprofessor an zahlreichen Universitäten und Forschungsinstituten sowie Professor für Kirchengeschichte am Priesterseminar Redemptoris Mater Berlin, einer Zweigstelle der Päpstlichen Universität Gregoriana.

Fazit: Alfred Bengsch (1921-1979) wurde in den Wochen des Mauerbaus Bischof von Berlin.

Damit leitete er mitten im Kalten Krieg an der Nahtstelle zweier Systeme eine Diözese, die sowohl West-Berlin wie auch den Ostteil der Stadt und weite Regionen der DDR umfasste.

In bewegten Zeiten (II. Vatikanum, 68er-Bewegung, neue Ostpolitik des Vatikan, RAF-Terror) musste Alfred Bengsch für die Leitung seines Bistums und der Berliner Bischofskonferenz neue Konzepte entwickeln, durch die er sich harten Zerreißproben aussetzte. Als markige Berliner Persönlichkeit hat er bis heute bleibende Spuren an der Spree hinterlassen.

Wiki-Info: Bischof Bengsch unterschied sich in seiner Amtsführung deutlich von seinen Vorgängern.

Er war als Stratege vor allem in den politischen und wirtschaftlichen Fragen und Sorgen des Alltags herausgefordert.

Seine theologische und pastorale Seite war prägend für den gesamten Katholizismus in der DDR in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Sein Schwerpunkt lag stets auf der Pfarr-Seelsorge und der Sammlung der Gläubigen um die Feier der Sakramente.

Bischof Bengsch war auch stets um die Priester und Bischöfe bemüht, deren verantwortliche und leitende Funktion er oft heraushob.

Weitere Schwerpunkte waren die konkrete Förderung der Ausbildung von Gemeindehelfern und der Jugendarbeit (z. B. Religionsunterricht), aber auch die symbolische Dimension seines Handelns als Bischof.

Sein wichtigstes Ziel war die Einheit – sichtbar im Bistum Berlin. Dies stellte er bei vielen Gelegenheiten dar: Predigten, Gebets- und Gottesdienstordnungen, beim Kirchenbau, in Struktur- und Personalentscheidungen.

Es wird auch deutlich in der Planung und Durchführungen seiner Dienstreisen nach West-Berlin und den Auslandsreisen, wo Bengsch stets Zeichen der Einheit seines Bistums und der katholischen Kirche in der DDR setzte.

Dabei achtete Bischof Bengsch immer darauf, sich nicht durch den Staat für dessen Ziele instrumentalisieren zu lassen.