Adele Spitzeder: Der größte Bankenbetrug aller Zeiten. Roman von Julian Nebel. Spitzeder hat von 1869 bis 1872 über 30.000 Menschen & ganze Gemeinden in den Bankrott getrieben

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Adele Spitzeder: Der größte Bankenbetrug aller Zeiten. Roman von Julian Nebel. Spitzeder hat von 1869 bis 1872 über 30.000 Menschen und auch ganze Gemeinden in den Bankrott getrieben

 

1872, München

 

Mehr als 30 000 Menschen in München und Umgebung verlieren ihre Ersparnisse. Existenzen und ganze Gemeinden sind urplötzlich ruiniert, unzählige Menschen nehmen sich das Leben.

Zitat: Schuld ist eine Frau: Adele Spitzeder. Vollkommen mittellos und als Schauspielerin gescheitert gründet sie im Jahr 1869 die »Dachauer Bank« und wird damit zur Urheberin des größten Schneeballsystems im ganzen Kaiserreich. In ihrer Privatwohnung stapelt sie die Geldsäcke ungesichert, eine Buchhaltung gibt es nicht. 1872 bricht das System zusammen.

Vieles kommt auch heute bekannt vor, obwohl damals Bismarck und der bayerische Märchenkönig Ludwig II. regierten: die Leichtgläubigkeit bei schnellen Gewinnversprechen, die Relevanz gelungener Öffentlichkeitsarbeit und die Entstehung von Investmentblasen ohne die notwendigen Sicherheiten. Geschichte wiederholt sich vielleicht nicht, aber sie reimt sich.

 

 

Adele Spitzeder: Der größte Bankenbetrug aller Zeiten
von Julian Nebel
FinanzBuch Verlag
(13. November 2017)
ISBN-13: 978-3959720489
Zur Verlagsinfo: Adele Spitzeder. Der größte Bankenbetrug aller Zeiten von Julian Nebel
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Gebundene Ausgabe EUR 17,99

Zitat: Adele Spitzeder hat von 1869 bis 1872 über 30.000 Menschen und auch ganze Gemeinden in den Bankrott getrieben. Im Jahr 1869 veröffentlichte sie nämlich ihre „Spitzeder’sche Privatbank“, nichts anderes als ein großangelegtes betrügerisches Schneeballsystem. Und am 12.November 1872, vor 145 Jahren, brach das dann zusammen und hinterließ – wie gesagt – ein Heer von Bankrotteuren.

Adele selbst war eine sehr skurrile Person. In Berlin geboren, in Wien aufgewachsen, wurde sie Schauspielerin, tourte durch das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und die Schweiz.

Leider chronisch erfolglos. Dann kam sie vollkommen pleite nach München, und baute ihre Bank auf. Sie versprach 10% Zinsen im Monat, es kamen immer mehr Kunden, es wurden wahnsinnig viele, die Geldsäcke wurden im Schlafzimmer und bei ihrem Friseur gelagert.

Sie lebte in einer lesbischen Beziehung, unterhielt ausgezeichnete Kontakte zur Kirche, gründete eigene Zeitungen, die nur positiv über sie berichteten, beleidigte ihre Kunden und war trotzdem ungemein beliebt. Bis alles zusammenbrach.

 

Julian Nebel lebt und arbeitet als Autor und Pressesprecher in München. Der studierte Jurist ist gebürtiger Münchner und hat ein besonderes Interesse an spektakulären Kriminalfällen.