1980. 11. November. Berlin. Wiener Straße. Roman von Sven Regener

Wiener Straße
von Sven Regener
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
(7. September 2017)
Verlag: Galiani-Berlin
Verlagslink zum Buch Wiener Straße von Sven Regener
ISBN-13: 978-3869711362
Buchpreis: Deutschland 22,00 €
Österreich 22,70 €

Zitat: Wiener Straße beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen.

Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstausstellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen. Außer einen!

Kreuzberg, Anfang der 1980er Jahre – das war ein kreativer Urknall, eine surreale Welt aus Künstlern, Hausbesetzern, Freaks, Punks und Alles-frisch-Berlinern. Jeder reibt sich an jedem. Jeder kann ein Held sein.

Alles kann das nächste große Ding werden. Kunst ist das Gebot der Stunde und Kunst kann alles sein. Ein Schmelztiegel der selbsterklärten Widerspenstigen, die es auch gerne mal gemütlich haben, ein deutsches Kakanien in Feindesland.

Wer könnte böser und zugleich lustiger und liebevoller darüber schreiben als Herr-Lehmann-Erfinder Sven Regener?

Longlist Deutscher Buchpreis 2017: Ein großer Roman voll schräger Vogel in einer schrägen Welt. Derbe, lustig und bizarr wie seine Protagonisten

Sven Regener ist Musiker (Element of Crime) und Schriftsteller. 2001 veröffentlichte er seinen ersten Roman, Herr Lehmann, der sich über eine Million Mal verkaufte. Es folgten die Romane Neue Vahr Süd (2004), Der kleine Bruder (2008) und Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt (2013). Die Verfilmung von Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt kommt im Sommer 2017 ins Kino.

Die Wiener Straße im Berliner Ortsteil Kreuzberg bildet die südöstliche Verlängerung der Oranienstraße über die Skalitzer Straße hinaus in Richtung Treptow. Heute trennt sie den Görlitzer Park von der dichten, vorwiegend gründerzeitlichen Blockrandbebauung, die südlich der Wiener Straße bis zum Landwehrkanal reicht.

Die außerhalb der damaligen Stadtmauer geplante Straße erschien erstmals im Bebauungsplan für Berlin und Umgebung von James Hobrecht aus dem Jahr 1862. Zwischen 1865 und 1868 wurde nordöstlich der Straße auf dem Gelände des heutigen Görlitzer Parks der Kopfbahnhof Görlitzer Bahnhof angelegt und zeitgleich die Stadtmauer abgerissen, die auf der heutigen Hochbahntrasse verlief.

Auf dem südwestlich angrenzenden Flurstück wurden spätestens 1866 an der Nummer 10 ein gutbürgerliches Wohnhaus und an der Nummer 11 eine Mietskaserne der anfangs Verlängerte Oranienstraße genannten Straße von Friedrich Wilhelm Krop gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Straße mehrheitlich von Anhängern der KPD bewohnt. Dennoch wurde in der Kneipe Kock in der Nummer 25 im Jahr 1925 die Berliner NSDAP nach ihrem Verbot wiedergegründet. Mit der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler Ende Januar 1933 ging eine Welle des Terrors von SA-Schlägern durch Kreuzberg.

In der Hausnummer 10 wurde im bereits bestehenden Sturmlokal Wiener Garten der Kreuzberger SA ein wildes KZ eingerichtet, in dem Kommunisten und Sozialdemokraten gefoltert wurden.

Im Jahr 1963 wurden weite Teile Kreuzbergs zum Sanierungsgebiet erklärt. Die Wiener Straße und das Gebiet des ehemaligen Görlitzer Bahnhofs waren davon ausgenommen, da hier der Bau einer Autobahn, der geplanten Südtangente, vorgesehen war. Dies verhinderte für lange Zeit die weitere Entwicklung der Straße und führte zu Leerstand und Verfall vieler Wohnungen.

Leerstehende Gebäude wurden besetzt und das Gebiet zum Zentrum der links-alternativen Bewegung. In den späten 1960er und 1970er Jahren zogen vermehrt türkische Arbeitnehmer in die Straße. In der Nummer 12 wurden zwei Moscheen (die Ulu-Camii [Große Moschee] und Merkez-Camii [Zentralmoschee]) und zwei türkische Kulturvereine eröffnet. Im Jahr 2008 eröffnete man die neu erbaute Umar-Ibn-Al-Khattab-Moschee in der Wiener Straße 1–6.

In der Wiener Straße liegt die fiktive Kneipe „Einfall“, in der Frank, die Hauptfigur des Romans Herr Lehmann von Sven Regener, als Bedienung arbeitet. Wikipedia-Info

Herr Lehmann ist der Titel des Romandebüts von Sven Regener, des Gründers und Sängers der Band Element of Crime. Das Buch wurde 2001 bei Eichborn veröffentlicht und wenig später im Literarischen Quartett positiv besprochen. Die gleichnamige Verfilmung folgte im Jahr 2003.

Das erste Kapitel von Herr Lehmann erschien bereits 1997 im Salmoxisboten unter dem Titel Der Hund. Laut Sven Regener existierte dieser Text bereits seit 1991, er sei anlässlich des 30. Geburtstages einer Freundin geschrieben worden.

Die Handlung von Herr Lehmann ist in Berlin-Kreuzberg im Sommer und Herbst des Jahres 1989 angesiedelt. Das Buch ist der inhaltliche Abschluss einer Trilogie, zu der die später erschienenen Bände Neue Vahr Süd und Der kleine Bruder gehören, deren Handlungen zeitlich vor den Ereignissen des Buches Herr Lehmann liegen.

2017 erscheint der Roman Wiener Straße, der Regeners Titelhelden ins Berlin-Kreuzberg Anfang der 1980er-Jahre begleitet. Eine indirekte Fortsetzung bildet der Roman Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt.

Leander Haußmann verfilmte den Roman Herr Lehmann, ebenfalls unter dem Titel Herr Lehmann, im Jahr 2003 mit dem ehemaligen MTV-Moderator Christian Ulmen (als Herr Lehmann) in seiner ersten Hauptrolle. Weitere Rollen spielen unter anderem Detlev Buck als Lehmanns Freund Karl, Katja Danowski als Katrin, Janek Rieke als „Kristall-Rainer“, Uwe-Dag Berlin als Jürgen und Hartmut Lange als Kneipenbesitzer Erwin.

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