1936. 30. Januar. Nationalsozialismus. Berlin. Krimi von Bernward Schneider

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Bernward Schneider
Der Teufel des Westens
Kriminalroman
311 S. / 12 x 20 cm / Paperback
April 2017
ISBN 978-3-8392-2074-0
Verlags-Info zum Buch: Gmeiner-Verlag

Dunkle Mächte

Der fünfte Fall für den Anwalt Eugen Goltz im Berlin der 1930er Jahre
Im neuen zeitgeschichtlichen Kriminalroman Der Teufel des Westens schickt Bernward Schneider seinen beliebten Serienhelden, den Anwalt Eugen Goltz, bereits zum fünften Mal durch das Berlin der 1930er Jahre.

Als Kulisse dienen die Berliner Varietés, in denen Verführung, aber gleichzeitig auch Gefahr droht. Der Leser wird in eine Zeit des Untergangs versetzt, in der zwielichtige Personen leichtes Spiel haben. Vor allem Eugen Goltz lässt sich in einen Sumpf dunkler Mächte ziehen, die mit der Mythologie der östlichen Welt in Verbindung stehen. Während der Suche nach seiner vermissten Freundin, gerät er in ein gefährliches Milieu, das ihn bis ans Äußerste treibt.

Im Stile eines ‚Krimi noir‘ erweckt der Autor dabei die Zeitgeschichte zum Leben und verstrickt den Serienhelden gekonnt in seinen bisher brisantesten Fall.

Zum Buch

Man schreibt das Jahr 1936 und in Deutschland sind die Nationalsozialisten an der Macht. Im »Mandarin«, einer Bar des Berliner Westens, begegnet der Anwalt Eugen Goltz der schönen Irene Varo, einer Frau ohne Moral, die bei der Verfolgung ihrer Interessen keine Rücksicht kennt. Auf der Suche nach einer verschwundenen Freundin verstrickt sich Goltz immer tiefer in die Fangnetze von Irene und ihren Mordgesellen, und am Ende weiß er nicht mehr, ob er ein Opfer des Bösen oder selbst ein Teufel geworden ist.

Der Autor

Bernward Schneider, Jahrgang 1956, studierte Jura in Marburg und ist seit 1986 in Hildesheim als Rechtsanwalt tätig, von 1991 bis 1994 arbeitete er zudem in Berlin-Köpenick. Mit seinen historischen Berlin-Krimis ist er einer breiten Leserschaft bekannt geworden.

Der Kriminalroman Der Teufel des Westens ist der vierte Band seiner erfolgreichen Eugen-Goltz-Reihe. Der Autor ist Mitglied des Vereins Hildesheimliche Autoren e. V. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Der Teufel des Westens
Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Endstation Reichskanzlei
Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Berlin Potsdamer Platz
Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Todeseis
Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Flammenteufel
Gmeiner Verlag: Bernward Schneider, Spittelmarkt

Begleitmaterial zum Buch Der Teufel des Westens von Bernward Schneider:

Amazon, Buchauswahl: Nationalsozialismus
Amazon, Buchauswahl: Berlin, 1930
Amazon, Buchauswahl: Berlin, Varieté

Wikipedia: Nationalsozialismus
Wikipedia: Berlin, Zeit des Nationalsozialismus
Wikipedia: Varietés im deutschsprachigen Raum

Varietés in Berlin

 

American-Theater (1869)

Chamäleon (1991–2004, seit 2004 unter einem neuen Betreiber): Das Chamäleon Theater (Eigenschreibweise in Versalien: CHAMÄLEON) ist ein Theater in den Hackeschen Höfen im Berliner Ortsteil Mitte. In der privat geführten Veranstaltungsstätte werden seit der Wiedereröffnung im Jahr 2004 zeitgenössische Zirkusproduktionen präsentiert.

Scala (1920–1944): Die Scala in Berlin war von 1920 bis 1944 eine der berühmten Varieté-Bühnen in Deutschland. Hier traten internationale Künstler wie der Jongleur Enrico Rastelli und der Clown Grock auf. Der Eingang zum Chamäleon befindet sich im „Hof I“ an der Rosenthaler Straße. Das Theater nutzt den ehemaligen, eingeschossigen Festsaal im ersten Obergeschoss des Quergebäudes.

Das heutige Chamäleon verfügt über einen 360 Quadratmeter großen Saal im historischen Jugendstil-Ambiente, der bei Einrichtung mit Bistrotischen mit je 4–5 Stühlen pro Tisch etwa 320 Sitzplätze bietet. Zum Chamäleon gehört eine eigene gastronomische Versorgung. Des Weiteren kooperiert das Chamäleon mit dem Restaurant „Hackescher Hof“.

Das Chamäleon präsentiert laut Eigenaussage „innovative Entertainmentformate“ mit Artisten aus aller Welt und international bekannten Regisseuren. Es erhebt den Anspruch „die Grenzen des klassischen Varietés [zu] überschreiten und sich neuer, genreübergreifender Ausdrucksformen [zu] bedienen“.
Webseite: Chamäleon
Chamäleon Informationen auf der Website der Hackeschen Höfe

Plaza (1920–1944): Die Plaza (auch „Theater der 3000“ genannt) war von 1929 bis 1944 neben der Scala und dem Wintergarten eines der größten Varietés in Berlin und bot 3000 Zuschauern Platz. Zudem war es eines der ersten Volksvarietés in Deutschland, da es gezielt auf die Arbeiterschaft ausgerichtet war. Es befand sich im ehemaligen Ostbahnhof („Küstriner Bahnhof“) in Berlin-Friedrichshain, Küstriner Platz 11, dem heutigen Franz-Mehring-Platz 1.

Die Eröffnung fand am 1. Februar 1929 statt. Im Herbst des gleichen Jahres begann die Weltwirtschaftskrise, die auch die Gesellschaft um die Scala und das Plaza betraf. Auch die weitestgehende Umstellung auf Operettenaufführungen durch die Gebrüder Alfred und Fritz Rotter und eine Experimentalaufführung von Friedrich Schillers Kabale und Liebe durch Max Reinhardt konnte eine hohe Verschuldung nicht verhindern.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Plaza – ebenso wie die Scala– durch den Hauptkreditgeber Dresdner Bank in nichtjüdische Hände gegeben.

Theatre Varieté (1866)

Walhalla (1856)

Friedrichstadt-Palast (seit 1947, zuvor seit 1945 als Palast-Varieté): Der Friedrichstadt-Palast (kurz auch Palast Berlin) ist ein 1984 als Revuetheater mit moderner Bühnentechnik errichtetes Bauwerk im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Der Begriff Friedrichstadt-Palast bezeichnet dabei sowohl das Gebäude als auch das Revuetheater als Einrichtung mit seinem Ensemble. Es gehört zu Europas führenden, diese Kunstform darbietenden Häusern, dessen repräsentatives Merkmal unter anderem seine traditionelle Girlreihe ist.

Der Name hat seinen Ursprung von einem unweit gelegenen, etwas mehr als einhundert Jahre als Zirkus- und Theaterbau dienenden Haus, das – geprägt von wechselvoller Geschichte und Nutzung mit unterschiedlichem Erfolg, – ab 1947 zum Friedrichstadt-Palast wurde. Das Revuetheater schrieb sich zwischen den 1990er Jahren und 2011 in einem Wort: Friedrichstadtpalast. Das aktuelle Gebäude in der Friedrichstraße wird in Abgrenzung zu seinem Vorgängerbau auch Neuer Friedrichstadt-Palast genannt.
Webseite: Friedrichstadt-Palast

Scheinbar (seit 1984): Die Scheinbar ist eine Kleinkunstbühne im Berliner Stadtteil Schöneberg. Sie selbst bewirbt sich als „(Scheinbar) kleinstes Varieté Deutschlands“. Die Scheinbar stand am Anfang des neuen Varieté-Booms, der seit Ende der 1980er Jahre in der Bundesrepublik ausbrach, Der Spiegel bezeichnete sie 1990 als „Laboratorium neuer Artistik“ und „Avantgarde-Variete“.
Webseite: Scheinbar Varietés

Wintergarten (1888–1945, 1945–1950 und seit 1992): Der Wintergarten war eine Varieté-Bühne südlich des Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin-Mitte, die nach Vorbild der Wiener Theater um 1887 entstand. Die Spielstätte, der Wintergarten eines Hotels, fungierte gleichzeitig als Namensgeber.

Trotz anfänglich bescheidener Varietéveranstaltungen entwickelte sich das Theater zu einer Bühne mit Weltruf. Im Jahr 1895 wurde es weltweit das erste kommerzielle Filmtheater mit den Bioskop-Vorführungen der Brüder Skladanowsky.

Die Entwicklung als Varietetheater und als Bühne für zahlreiche andere Veranstaltungen endete jedoch nach einem Bombenangriff im Jahr 1944. Unter dem traditionsreichen Namen eröffnete 1946 an der Berliner Hasenheide ein Kino-Varieté und 1992 erneut ein Varietétheater – an Stelle des Quartier Latin – an der Potsdamer Straße in Berlin-Tiergarten.

1928 übernahm Ludwig Schuch als Direktor das Haus. Unter seiner Regie wurde es abermals umgebaut und war mit fast 3.000 Sitzplätzen neben dem Großen Schauspielhaus eines der größten und modernsten Theater Europas. Während der „wilden“ Zwanziger zeigte man exzentrische Mode im Parkett und originelle Talente wie die „schnodderige“ Diseuse Claire Waldoff und den Coupletsänger Otto Reutter. Das Orchester war vor der breiten Bühne in einem Graben versenkt.

Der Platz auf der Terrasse, wo man während der Vorstellung auch speisen konnte, kostete sechs Mark, im Entree konnte man für eine Mark stehen. Berlin zeigte sich als internationale Hauptstadt des Vergnügens und der Wintergarten war der angesagte Treffpunkt.

Nach 56 Jahren Spielbetrieb und einer letzten Vorstellung am 21. Juni 1944 wurde der Wintergarten durch einen Bombenangriff zerstört. Damit lag die spektakulärste Schaubühne der Artistik, die Deutschland bis dahin gekannt hat, in Schutt und Asche. Mit Ende der Kriegshandlungen 1945 waren die ehemaligen Spielstätten in Berlin fast alle vollständig zerstört. Die Ruine des Wintergartens wurde 1950 gesprengt (…)

Mitte 2009 fand sich ein neuer Betreiber für den Wintergarten mit seinen knapp 500 Plätzen: die Arnold Kuthe Entertainment GmbH. Deren Gesellschafter waren bereits seit Neugründung des Wintergartens Vermieter der Räumlichkeiten und hatten sich im Frühjahr 2009 entschlossen, in einem ersten Schritt das Inventar und die Namensrechte zu erwerben, um das Theater als solches spielfertig und die Marke Wintergarten am Markt zu erhalten.

Später wurde das Haus zunächst für ein 3-monatiges Gastspiel der New-Burlesque-Show * „Black Flamingo“ an die Deutsche Entertainment AG vermietet. Es schlossen sich die Vorbereitungen für eine eigene ganzjährige Bespielung an. Ein Vertreter der Gesellschaft: „Mehr als eine echte Chance kann und soll dieses Engagement nicht sein.

Einen Dauersubventionierungsbetrieb als schönes Aushängeschild wollen wir uns nicht leisten.“ Nachdem man ihn auf die Füße gestellt habe, werde der Wintergarten selbständig im harten Wettbewerb bestehen müssen. „Nur wenn er dieses auch tut, ist er gut genug.“

„Die Fabelhafte Varieté Show“ mit Varietésängerin und Conférencière Meret Becker hatte am 5. Februar 2010 Premiere. Fast genau ein Jahr nach der Schließung wird das Theater seither wieder ganzjährig mit drei eigenproduzierten Varieté-Shows bespielt.
Webseite: Wintergarten Varieté Berlin

*New Burlesque – Info, Zitat: Nach fünf ausverkauften Vaudeville Variety Burlesque Revuen präsentiert Szene-Queen Sheila Wolf nun zum sechsten Mal einen wilden Revue-Show-Mix aus Musik, Akrobatik, Boylesque- und Burlesque-Striptease. Die Crème de la Crème der internationalen Burlesque- und Boylesque-Szene teilt sich die Bühne mit Berliner Gesangsgrößen und extravaganten Cabaret-Performern, um gemeinsam mit dem Publikum den Atem anzuhalten ob der waghalsigen Akrobatik im legendären Wintergarten Varieté. Gespickt mit Vaudeville-Trash und einer kleinen Prise Travestietheater verspricht diese Nacht ein einzigartiges Erlebnis mit Gänsehautgarantie! 15. Oktober 2017.

Metropol-Theater (Berlin-Mitte): Das Metropol-Theater im Berliner Ortsteil Mitte war ein bekanntes Revue- und Operettentheater, das von 1898 bis 1998 existierte. Das Metropol-Theater wurde 1898 von Richard Schultz in der Behrenstraße 55–57 eröffnet (dem heutigen Haus der Komischen Oper) und diente dem gut verdienenden Berliner Bürgertum sowie dem Adel als musikalisches Unterhaltungsetablissement.

Auf dem Spielplan standen Revuen und andere Werke der „leichten Muse“ mit bekannten Sängern und Sängerinnen wie Lizzi Waldmüller, Richard Tauber und Fritzi Massary. Für das Metropol-Theater lieferten in jener Zeit vor allem Komponisten wie Paul Lincke, Jean Gilbert, Rudolf Nelson und Victor Hollaender die Musik. Eine erste wirtschaftliche Krise erlebte das Metropol während der Inflation Anfang der 1920er Jahre.

In den „Goldenen Zwanziger Jahren“ entwickelte sich das Metropol-Theater zu einer weltbekannten Operettenbühne, die auch neuartige Musik aus den USA mit gastierenden Ensembles spielte. Doch eine nächste Pleite kam infolge des „Schwarzen Freitags“ von 1929, als die erste Weltwirtschaftskrise ihren Anfang nahm.

Die Direktoren wechselten sehr oft; zuletzt leitete seit 1928 Fritz Friedmann-Frederich das Theater, der bereits 1919 künstlerischer Leiter und Oberregisseur des Theaters geworden war. Er setzte auf leichte Muse und große Namen wie Käthe Dorsch und Richard Tauber. Ein weiterer Konkurs erfolgte 1932, als der Theaterkonzern der Gebrüder Fritz und Alfred Rotter zusammenbrach.

Lustspielhaus (Berlin): Das Lustspielhaus war ein Privattheater in Berlin-Mitte, das von 1904 bis 1939 bespielt wurde. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach 1945 nicht wieder aufgebaut. Das Lustspielhaus stand auf dem hinteren Teil des Grundstücks Friedrichstraße 236, auf dem sich vorher das Friedrichstädtischer Casino befand, und war durch den Umbau des alten Saalbaus entstanden.

Das Gebäude war von der Friedrichstraße aus durch einen schmalen Eingang neben der „Bodega Reinhold Blaurock“ zu erreichen, der zum Innenhof führte. Das Theater wurde am 1. Oktober 1904 eröffnet und fasste etwa 600 Personen. Ein Berlin-Führer beschreibt das Theater 1905 kurz: „Elegante Räume, elegante Zuschauer. In den Zwischenakten Foyermusik.“

Das Lustspielhaus lieferte seinem Namen entsprechend überwiegend leichte Unterhaltungskost, insbesondere Schwänke und Komödien. „Ohne künstlerisches Programm“, urteilte 1905 ein Berlin-Führer knapp. Alfred Döblin beschreibt die Atmosphäre einer für das Haus üblichen Aufführung 1921 so:

„Der Vorhang ging hoch. Dann fing es an. Man kaut rechts, man kaut links. Das Pergamentpapier knattert. Von Schokolade brach man sich Stücke ab und knackte. Man schnalzte, lutschte, schmatzte, leckte. Die Kiefer mahlten. Auch ein Stück wurde gespielt. Für die Augen und für die Ohren. Die anderen Sinne waren schon beschäftigt. Man muss seine Zeit ausnützen. Ich bin dafür, sich während des Theaters auch die Nägel zu schneiden, den Mund zu spülen, da man sonst nicht dazu kommt. Für die Logen ist die Anbringung von Wasserklosetts unter Klappsitzen nicht zu verachten; es dürfte den Zulauf zu diesen Plätzen, überhaupt dem Theater erhöhen.“

Zwischen 1924 und 1928 wurden die erfolgreichen Schwänke des Autorenduos Arnold und Bach im Lustspielhaus uraufgeführt, so Der wahre Jakob (1924), Hurra, ein Junge (1926), Unter Geschäftsaufsicht (1927) und Weekend im Paradies (1928). Curt Goetz spielte 1930/31 dort eine ganze Reihe seiner Stücke, darunter Hokuspokus, Die tote Tante und andere Begebenheiten und Der Lügner und die Nonne.