150 Jahre Erstes Vatikanum: Bernward Schmidt und Peter Neuner über ein Konzil, das die katholische Kirche der Gegenwart entscheidend bestimmt

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150 Jahre Erstes Vatikanum: Bernward Schmidt und Peter Neuner über ein Konzil, das die katholische Kirche der Gegenwart entscheidend bestimmt

Am 8. Dezember 2019 jährt sich zum 150. Mal die Eröffnung des I. Vatikanums.

Zu diesem Anlass bietet die Kleine Geschichte des Ersten Vatikanischen Konzils von Bernward Schmidt kompetente historische Orientierung und schildert die Geschichte dieses umstrittenen Konzils, welches im kirchlichen Gedächtnis in erster Linie mit der Dogmatisierung der päpstlichen Unfehl­barkeit verknüpft ist.

Dabei kommen die größeren Zusammenhänge in Theologie- und Kirchen­geschichte in den Blick: die Auswirkungen der Revolutionen seit 1789, der Ultramontanismus, die Entwicklung einer spezifisch römischen Theologie. Die Vorspiele des Konzils mit dem Mariendogma von 1854 und dem Syllabus errorum von 1864 werden ebenso thematisiert wie die Verwerfungen, zu denen das Konzil nach 1870 geführt hat.

Nach dem langen Schatten des I. Vatikanums, der die katholische Kirche bis in die Gegenwart hinein bestimmt – man denke an das Kirchenrecht und den Weltkatechismus – aber auch blockiert, fragt dagegen Peter Neuner. Er zeigt: Trotz der Öffnungen, die das Zweite Vatikanische Konzil gebracht hat, wirkt die Tradition des I. Vatikanums mit seiner Ablehnung der Moderne noch mächtig nach. Ein mutiger Paradigmenwechsel ist längst überfällig!

Kleine Geschichte des Ersten Vatikanischen Konzils
von Bernward Schmidt
Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
Verlag Herder
Auflage: 1. (18. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3451384301
Gebundenes Buch 38,00 EUR

Verlagsinformation
Kleine Geschichte des Ersten Vatikanischen Konzils
von Bernward Schmidt

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Kleine Geschichte des Ersten Vatikanischen Konzils
von Bernward Schmidt

Buchzitat: 150 Jahre Erstes Vatikanisches Konzil

Anlässlich des 150. Jahrestages der Eröffnung des I. Vatikanums bietet das Buch historische Orientierung und schildert die Geschichte dieses umstrittenen Konzils, welches im kirchlichen Gedächtnis in erster Linie mit der Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit verknüpft ist.

Dabei kommen die größeren Zusammenhänge in Theologie- und Kirchengeschichte in den Blick: die Auswirkungen der Revolutionen seit 1789, der Ultramontanismus, die Entwicklung einer spezifisch römischen Theologie.

Die Vorspiele des Konzils mit dem Mariendogma von 1854 und dem Syllabus errorum von 1864 werden ebenso thematisiert wie die Verwerfungen, zu denen das Konzil nach 1870 geführt hat.

Bernward Schmidt, geb. 1977, Dr. theol., Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt. Bei Herder erschien von ihm zuletzt „Die Konzilien und der Papst. Von Pisa (1409) bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–65)“ (2013).

Der lange Schatten des I. Vatikanums:
Wie das Konzil die Kirche noch heute blockiert
von Prof. Peter Neuner
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag Herder
Auflage: 1. (18. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3451384400
Gebundenes Buch 28,00 EUR
E-Book 28,00 EUR

Verlagsinformation
Der lange Schatten des I. Vatikanums
von Prof. Peter Neuner

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Der lange Schatten des I. Vatikanums
von Prof. Peter Neuner

Buchzitat: Das Erste Vatikanische Konzil – heute noch unbewältigt

Das I. Vatikanum war geprägt von der Abwehr neuzeitlicher Philosophie und Wissenschaft. Es sah in einem zerstörerischen Individualismus und Liberalismus die Grundübel der Neuzeit, die es durch eine Besinnung auf Autorität und Gehorsam überwinden wollte.

Dieser Tendenz folgten die neuscholastische Theologie und der Antimodernismus. In der Vorbereitung des II. Vatikanums wollten konservative Kreise sie definitiv festschreiben.

Doch dieses Konzil hat die Kirche für die Welt geöffnet. Aber es hat auch problematische Aussagen des I. Vatikanums wiederholt.

In der offiziellen Rezeption des II. Vatikanums wirkte die Tradition von 1869/70 mächtig nach – bis heute. Ein mutiger Paradigmenwechsel ist überfällig.

Peter Neuner, em. Professor für Dogmatik an der Universität München. Bei Herder erschien zuletzt „Turbulenter Aufbruch. Die 60er Jahre zwischen Konzil und konservativer Wende“ (2019). Abschied von der Ständekirche.
Plädoyer für eine Theologie des Gottesvolkes.

Kleine Geschichte des Ersten Vatikanischen Konzils von Bernward Schmidt
Der lange Schatten des I. Vatikanums von Prof. Peter Neuner
(© Cover & Inhaltsangaben: Verlag Herder)

Kleine Vorab-Info:

Das Erste Vatikanische Konzil (kurz auch I. Vatikanum bzw. I. Vaticanum oder Vatikanum I bzw. Vaticanum I), das von der römisch-katholischen Kirche als das 20. Ökumenische Konzil angesehen wird, begann am 8. Dezember 1869. Es verkündete im Sommer 1870 ein Lehrdokument über den katholischen Glauben, den päpstlichen Jurisdiktionsprimat und erhob die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes „bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren“ definitiv zum Dogma.

In der Sitzungspause kam es nach der Kriegserklärung von Frankreich an Preußen zum Deutsch-Französischen Krieg, worauf das Königreich Italien den Kirchenstaat besetzte. Das Konzil wurde nicht wieder aufgenommen und am 20. Oktober 1870 auf unbestimmte Zeit vertagt.

Das erste Vatikanische Konzil wurde am 29. Juni 1868 aus Anlass des 1800-jährigen Jubiläums des Martyriums von Petrus und Paulus von Papst Pius IX. einberufen. Ziel des Konzils sollte die Abwehr moderner Irrtümer und die zeitgemäße Anpassung der kirchlichen Gesetzgebung sein. Wiki-Artikel weiterlesen.